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Konstruktionen der Wirklichkeit. Kleidung im Bild bei Anthonis van Dyck

Título: Konstruktionen der Wirklichkeit. Kleidung im Bild bei Anthonis van Dyck

Trabajo Universitario , 2015 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Nina Vöge (Autor)

Diseño (industrial, gráfico, modas)
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Wenn wir eine Modefotografie betrachten, so gehen wir meist nicht ohne Weiteres davon aus, dass die abgebildete Szenerie und ihre Personen wirklich so aussehen, wie es den Anschein hat. Denn schon oft wurden wir eines Besseren belehrt und konnten erkennen, dass die abgebildete Wirklichkeit auf eine Inszenierung zurückzuführen ist. Durch Visagisten, das Lichtarrangement und den Kamerawinkel sowie Programme wie Photoshop konnte sie angepasst und verändert werden.

Bei Bildnissen vergangener Zeiten gehen wir hingegen viel selbstverständlicher davon aus, dass diese ein Abbild der damaligen Realität darstellen. So werden z.B. Kleidermoden nicht selten anhand von Gemälden der betreffenden Zeit analysiert, die Abbildungen also für bare Münze genommen.

Heißt das, zukünftig wird man auch unsere Kleidermoden anhand von Fotografien aus der Vogue analysieren? Ausgehend von dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Wirklichkeit im Bild und den Auswirkungen auf unsere Vorstellung von Wirklichkeit, sodass ferner die These „Die Diskrepanz zwischen der Lebens- und Bildwirklichkeit ist das ein jedes Bild einende Element“ untersucht werden soll.

Die Erkenntnisse stützen sich u.a. auf den Aufsatz von Irene Groeneweg „Court and City. Dress in the age of Frederick Hendrik and Amalia“. Die Autorin bietet hierin einen fundierten Einblick in die Art und Weise, wie der flämische Maler Anthonis van Dyck den Betrachter durch eine Fiktionalisierung von Kleidung in seinen Bildern über die damals tatsächlich vorherrschende Kleidungsnorm täuscht. Für das Verständnis von Bildwirklichkeit waren u.a. die Bücher „Die Wirklichkeit im Bild“ von Wolfgang von Löhneysen und „Sozialtheorie des Bildes“ der Soziologin Roswitha Breckner von Bedeutung.

Im ersten Kapitel liegt der Fokus auf dem Leben und Werk Anthonis van Dycks und seiner Bedeutung im Bezug auf konstruierte Bildwirklichkeiten. Hierfür bildet ein kurzer modegeschichtlicher Exkurs ins 17. Jahrhundert die Grundlage. Es folgt im zweiten Kapitel ein Einblick in die Thematik zur Konstruktion von Wirklichkeit und dem Verhältnis zum Bild bzw. zur Fotografie. Die Schlussbemerkung fasst im Bezug zur eingangs aufgestellten These die gewonnen Erkenntnisse zusammen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Leben und Werk von Anthonis van Dyck

1.1 Modegeschichtlicher Exkurs ins 17. Jahrhundert

1.2 Darstellung von Kleidung im Bild bei Anthonis van Dyck

2. Zur Konstruktion von Wirklichkeit

2.1 Bildwirklichkeit und Lebenswirklichkeit

2.2 Zur Wirklichkeit in der Fotografie

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Wirklichkeit im Bild am Beispiel der höfischen Porträts von Anthonis van Dyck und setzt diese in Bezug zu zeitgenössischen Fragen der Fotografie. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt, inwiefern die Diskrepanz zwischen Lebenswirklichkeit und Bildwirklichkeit die Wahrnehmung des Betrachters beeinflusst und ob das Bild als bloße Fiktion oder als Interpretation von Realität zu verstehen ist.

  • Analyse des künstlerischen Einflusses von Anthonis van Dyck auf das Barock-Porträt
  • Untersuchung der modegeschichtlichen Fiktionalisierung und idealisierten Darstellung in der Porträtmalerei
  • Philosophische Betrachtung des Wirklichkeitsbegriffs von Platon bis Kant
  • Vergleichende Analyse von Bildwirklichkeit und Lebenswirklichkeit in Malerei und Fotografie
  • Reflexion über den Objektivitätsglauben und die Inszenierung in der modernen Fotografie

Auszug aus dem Buch

1.2 Darstellung von Kleidung im Bild bei Anthonis van Dyck

Die niederländische Kunsthistorikerin Irene Groeneweg hat sich in ihrem Aufsatz Court and City. Dress in the age of Frederick Hendrik and Amalia mit der Entwicklung der Mode am niederländischen Hof im 17. Jahrhundert beschäftigt. Sie beschreibt mittels Quellen wie Inventar- und Einkaufslisten sowie aus Beschreibungen in Briefen detailliert, welche Kleidernormen zu damaliger Zeit galten, welcher Schmuck und welche Materialien in welchen Farben und zu welchem Anlass getragen wurden. Vor allem jedoch widmet sie sich der Darstellung von Kleidung in den Bildern Anthonis van Dycks und gleicht diese kritisch mit ihrer Forschung ab. So kann sie feststellen, dass der Künstler in vielen seiner Bildnisse die Grenzen zwischen tatsächlicher und fiktionalisierter Kleidung verwischte und sich so über die zeitgenössischen Kleidungskonventionen hinweg setzte. Die Kunsthistorikerin Emile E. S. Gordenker betont in ihrer Dissertation Anthony van Dyck (1599-1641). And the representation of dress in seventeeth-century portraiture, dass der Künstler die Kleidung in erster Linie deshalb veränderte, weil er Leben und Unmittelbarkeit in die Bilder bringen wollte.

Die Abbildung zwei zeigt ein Gemälde van Dycks der jungen Prinzessin Henrietta und des Prinzen William II. bei ihrer Hochzeit. Am Kleid der Braut ist die steife Formgebung der spanischen Mode zu erkennen. In Anlehnung an eine Venusdarstellung zeigt die Abbildung drei ein Bildnis van Dycks von Lady Mary Villiers, Herzogin von Richmond, in einer lose fallenden Robe. Stellt man beide Portraits gegenüber, so verdeutlicht die Abbildung von Lady Mary Villiers sehr gut, wie van Dyck mit den Regeln der Repräsentation von Kleidung in seinen Bildern spielte: „First, by removing fashionable items, such as lace collars or stuff, which were de riguer in portraiture at this time; second, by adding fanciful touches like billowing sleeves or ostentatious jewls and third, by appropriationg details from earlier paintings.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass die Diskrepanz zwischen Lebens- und Bildwirklichkeit ein jedes Bild eint, und führt in die Problematik der Fiktionalisierung in der Malerei sowie Fotografie ein.

1. Leben und Werk von Anthonis van Dyck: Dieses Kapitel beleuchtet den künstlerischen Werdegang van Dycks und erläutert, wie er durch gezielte Modifikationen der Kleidung in seinen Porträts ein neues Idealbild schuf.

1.1 Modegeschichtlicher Exkurs ins 17. Jahrhundert: Hier wird der historische Kontext der Mode im 17. Jahrhundert beschrieben, der durch den Übergang von steifen, spanischen Formen zu einer weicheren Silhouette gekennzeichnet ist.

1.2 Darstellung von Kleidung im Bild bei Anthonis van Dyck: Dieses Kapitel analysiert anhand der Forschung von Groeneweg und Gordenker, wie van Dyck Kleidung als bewusstes Ausdrucksmittel zur Fiktionalisierung und Idealisierung einsetzte.

2. Zur Konstruktion von Wirklichkeit: Das Kapitel verortet den Wirklichkeitsbegriff philosophisch bei Platon und Kant, um eine theoretische Basis für die Analyse der Bildwirklichkeit zu schaffen.

2.1 Bildwirklichkeit und Lebenswirklichkeit: Hier wird erörtert, warum Bilder stets Konstruktionen und Interpretationen der Wirklichkeit sind, die sich von der realen Lebenswelt unterscheiden.

2.2 Zur Wirklichkeit in der Fotografie: Dieses Kapitel überträgt die Erkenntnisse auf die Fotografie und untersucht, wie moderne Bildtechniken den Wahrheitsanspruch des Mediums hinterfragen.

Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst zusammen, dass das Bild stets eine eigene Wirklichkeit erschafft und der Betrachter angehalten ist, mediale Darstellungen kritisch zu reflektieren.

Schlüsselwörter

Anthonis van Dyck, Bildwirklichkeit, Lebenswirklichkeit, Barockmalerei, Modegeschichte, Repräsentation, Konstruktion, Fotografie, Fiktionalisierung, Bildästhetik, Inszenierung, Porträtmalerei, Realitätseffekt, visuelle Kommunikation, Kleidungssymbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der dargestellten Wirklichkeit in Bildern und der tatsächlichen Realität am Beispiel der Porträtmalerei von Anthonis van Dyck sowie moderner Modefotografie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kunstgeschichte des Barock, der Modegeschichte des 17. Jahrhunderts, der Erkenntnistheorie des Wirklichkeitsbegriffs und der bildsoziologischen Analyse fotografischer Medien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Künstler durch die bewusste Manipulation von Details wie Kleidung eine idealisierte Welt schaffen, die sich von der Lebenswirklichkeit abhebt, und wie dieser Trugschluss auf heutige Fotografien übertragbar ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende kunsthistorische Analyse, stützt sich auf vorhandene Forschungsliteratur zu Bildtheorien und führt eine diskursive Auseinandersetzung mit philosophischen Wirklichkeitsbegriffen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von van Dycks Porträtstil und seinem Umgang mit Mode sowie in einen theoretischen Teil zur Konstruktion von Wirklichkeit im Bild und in der Fotografie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Bildwirklichkeit, Fiktionalisierung, Repräsentation, Barockporträt und das Verhältnis zwischen Referent und fotografischem Code.

Inwiefern unterscheidet sich die Mode bei van Dyck von der damaligen Zeit?

Van Dyck entfernte modische Accessoires wie steife Spitzenkrägen und ergänzte seine Darstellungen um fantasievolle Elemente, um ein zeitloses, ideales Porträt zu schaffen, das von den tatsächlichen Moden abwich.

Warum wird die Fotografie im Kontext der Malerei kritisch betrachtet?

Die Autorin argumentiert, dass wir fälschlicherweise an die Objektivität von Fotografien glauben, obwohl diese – ähnlich wie gemalte Bilder – durch Inszenierung, Licht und digitale Bearbeitung wie Photoshop beeinflusst und manipuliert sind.

Welche Rolle spielt die Sprache bei der Interpretation eines Bildes?

Laut dem zitierten Wolfgang von Löhneysen ist das Bild eine Reduktion des Lebens, die erst durch sprachliche Einordnung und Interpretation wieder mit dem dreidimensionalen Raum und Sinngehalt verbunden wird.

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Detalles

Título
Konstruktionen der Wirklichkeit. Kleidung im Bild bei Anthonis van Dyck
Universidad
AMD Akademie Mode & Design GmbH
Calificación
1,0
Autor
Nina Vöge (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
18
No. de catálogo
V313873
ISBN (Ebook)
9783668131637
ISBN (Libro)
9783668131644
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wirklichkeit Anthonis van Dyck
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nina Vöge (Autor), 2015, Konstruktionen der Wirklichkeit. Kleidung im Bild bei Anthonis van Dyck, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313873
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