Die Fähigkeit zur Kommunikation basiert auf Wort und Sprache, welche wir akustisch und visuell aufnehmen und weitergeben. Diese Fähigkeit ist ein entscheidender Faktor, der den Menschen vom Tier unterscheidet. Ein Faktor, welcher uns ermöglicht hat die Welt zu erobern, aber uns auch befähigt diese ins Unglück zu stürzen. Ob Fortschritt oder Rückschritt, es ist alles eine Frage der richtigen Kommunikation.
Das richtige Urteilsvermögen durch erfolgsorientiertes Kommunizieren ist nicht nur in unserem Privatleben ein wichtiges Gut, sondern auch im Berufsleben ein unverzichtbarer Bestandteil. Der vielbeschworene Unternehmenserfolg baut seine Stützpfeiler ebenso auf funktionierende interne und externe Kommunikation, wie auch auf Fachkompetenz oder Ressourcen. Sind folglich gravierende Schwierigkeiten und Probleme in der Unternehmenskommunikation vorhanden, ist somit automatisch die komplette Unternehmung gefährdet.
Diese Studienarbeit wird sich mit der Problematik der internen Unternehmenskommunikation auseinandersetzten. Dies wird am Fall des fiktiven Unternehmens Müller Adventures GmbH dargelegt. Dabei handelt es sich um eine ehemals sehr erfolgreiche Eventagentur, welche ihre momentane Schwäche an der sehr schlechten und mangelnden internen Kommunikation ausgemacht hat. Es gilt einen stark verbesserten Kommunikationszustand zu generieren. Um hierfür Lösungsansätze zu erarbeiten, benötigt es unabdingbare Kenntnisse aus der Kommunikationstheorie. Das Ziel ist es, aus den Erkenntnissen der Theorie die bestmöglichen Konsequenzen für die Praxis zu ziehen. Hierfür werde ich zunächst ausführlich auf drei Kommunikationsmodelle und Theorien eingehen, bevor ich die hierdurch erlangten Erkenntnisse zu Lösungen für die Müller Adventures GmbH umwandeln werde.
Beginnen wird diese Arbeit mit einer Darstellung der Theorien Paul Watzlawicks, welcher insbesondere durch sein Kommunikationsmodell einer der prägenden Köpfe des 20. Jahrhunderts auf diesem Themengebiet ist. Auch das Modell von Shannon und Weaver wird einbezogen, ebenso das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kommunikationsmodelle in der Theorie
2.1. Das Kommunikationsmodell nach Paul Watzlawick
2.1.1. Anmerkungen zu Watzlawick
2.1.2. Die fünf Axiome des Modells nach Watzlawick
2.2. Das Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver
2.3. Das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun
2.3.1. Anmerkungen zu Schulz von Thun
2.3.2. Schulz von Thuns Kommunikationsquadrat
3. Kommunikationsprobleme bei der Munich Adventures GmbH
3.1. Vorstellung des Unternehmens
3.2. Interne Kommunikationsprobleme
3.2.1. Diskrepante Kommunikation
3.2.2. Selbstoffenbarungsangst
3.2.3. Fehlende Kommunikation
4. Lösungsansätze
4.1. Klärendes Gespräch
4.2. Entwicklung zum Team
5. Ausblick und Erkenntnisgewinn
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Problematik der internen Unternehmenskommunikation am Beispiel der Firma Munich Adventures GmbH, mit dem Ziel, aus theoretischen Kommunikationsmodellen konkrete Lösungsansätze für die Praxis abzuleiten, um bestehende Kommunikationsschwierigkeiten zu überwinden.
- Analyse klassischer Kommunikationsmodelle (Watzlawick, Shannon & Weaver, Schulz von Thun)
- Untersuchung der spezifischen Kommunikationsprobleme bei der Munich Adventures GmbH
- Bewertung von Ursachen wie diskrepanter Interpunktion und Selbstoffenbarungsangst
- Erarbeitung von Lösungsstrategien für eine verbesserte Mitarbeiterkommunikation
- Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung einer echten Teamkultur
Auszug aus dem Buch
2.1.2. Die fünf Axiome des Models nach Watzlawick
Nach Watzlawick ist die Kommunikation als offenes System zu betrachten. Darunter versteht man die Tatsache, dass zwei kommunizierende Individuen nicht in einer Beziehung stehen, sondern zusammen ein Ganzes bilden. In diesem System steht neben dem Inhalt, besonders der Zwischenmenschliche Aspekt im Fokus. Diesem Grundgedanken folgend, entwickelte Watzlawick ein Modell, dass auf fünf Grundannahmen fußt, sogenannte pragmatische Axiome. Diese Axiome sind eindeutig zwischenmenschlicher Natur.
Das erste pragmatische Axiom beschreibt „Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren“. Watzlawick sieht somit Inhalt des gesprochenen Worts nicht als einziges Element der Kommunikation. Er rückt viel mehr das Verhalten jeglicher Art in den Mittelpunkt. Somit sind paralinguistische Phänomene wie Tonfall, Geschwindigkeit der Sprache, oder Lachen genauso wichtig wie Körperhaltung und Ausdrucksbewegungen. „Man kann auch nicht sagen, dass Kommunikation nur dann stattfindet, wenn sie absichtlich, bewusst und erfolgreich ist, d.h., wenn gegenseitiges Verständnis zustande kommt.“ Somit findet Kommunikation immer statt, denn Ignoranz oder Schweigen gibt genau so einen Ausdruck oder eine Botschaft wieder, wie auch flüssiges sprechen. Man kann folglich nicht nicht kommunizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der Kommunikation für das gesellschaftliche und berufliche Leben ein und definiert das Ziel, theoretische Modelle auf ein Praxisbeispiel anzuwenden.
2. Kommunikationsmodelle in der Theorie: Es werden die zentralen Ansätze von Watzlawick, Shannon und Weaver sowie Schulz von Thun vorgestellt, die als wissenschaftliche Basis dienen.
3. Kommunikationsprobleme bei der Munich Adventures GmbH: Das Kapitel beleuchtet die konkrete Krisensituation bei der Munich Adventures GmbH, insbesondere die Spannungen zwischen Geschäftsführung und Assistenz.
4. Lösungsansätze: Hier werden praktische Strategien wie das klärende Gespräch und die Förderung der Teamdynamik als Ausweg aus der Kommunikationskrise vorgeschlagen.
5. Ausblick und Erkenntnisgewinn: Der Autor reflektiert über den persönlichen Lernprozess und die neue Wertschätzung für gelungene zwischenmenschliche Interaktion im Arbeitsalltag.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Unternehmensführung, Watzlawick, Kommunikationsmodell, Schulz von Thun, Konfliktlösung, Interaktion, Mitarbeiterführung, Feedback, Unternehmenskommunikation, Teamentwicklung, Selbstoffenbarung, Sachinhalt, Beziehungsaspekt, Kommunikationsquadrat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Lösung von internen Kommunikationsschwierigkeiten in einem mittelständischen Unternehmen anhand von theoretischen Modellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt Kommunikationspsychologie, die Analyse von Interaktionsstörungen und die Anwendung von Management-Methoden zur Verbesserung der internen Zusammenarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Ursachen für die mangelhafte interne Kommunikation bei der Munich Adventures GmbH zu identifizieren und praktikable Lösungen zur Steigerung der Arbeitseffizienz zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deduktive Herangehensweise genutzt, bei der etablierte Kommunikationsmodelle (z. B. Axiome nach Watzlawick) auf ein konkretes betriebswirtschaftliches Fallbeispiel übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung verschiedener Kommunikationsmodelle und deren konkrete Anwendung auf die Konfliktsituation zwischen dem Geschäftsführer und seinem neuen Assistenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Kommunikation, Konfliktlösung, Watzlawick, Schulz von Thun, Teamentwicklung und Unternehmensführung.
Warum kommt es bei der Munich Adventures GmbH zu Missverständnissen?
Die Probleme resultieren primär aus einem Konflikt zwischen einer autoritären Führungspersönlichkeit und einer vorsichtigen, höflichen Assistenz, gepaart mit diskrepanter Interpunktion und fehlender Offenheit.
Welche Rolle spielt die "diskrepante Interpunktion" im Fallbeispiel?
Sie beschreibt den Teufelskreis, in dem sich beide Parteien gegenseitig als Verursacher des Fehlverhaltens sehen, was die zwischenmenschliche Distanz stetig vergrößert.
Welchen Lösungsweg schlägt der Autor für das Unternehmen vor?
Der Autor empfiehlt regelmäßige, strukturierte und offene Gespräche, um Missverständnisse auszuräumen und den Fokus von Schuldzuweisungen auf gemeinsame Teamziele zu verlagern.
- Arbeit zitieren
- Alexander Bodev (Autor:in), 2014, Kommunikation im Unternehmen. Wie können Kommunikationsprobleme gelöst werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313941