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Karl Marx und Niklas Luhmann. Ihr Einfluss auf die (Sozial-)Pädagogik und die Soziale Arbeit

Title: Karl Marx und Niklas Luhmann. Ihr Einfluss auf die (Sozial-)Pädagogik und die Soziale Arbeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stephan Schmider (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Karl Marx und Niklas Luhmann waren zwei der berühmtesten Soziologen der Welt, die mit ihren Theorien großen Einfluss nicht nur auf die Soziologie haben. Ihre Werke werden mittlerweile in verschiedenen Disziplinen rezipiert und viele Fachleute ziehen sie heran, um mit dem Marxismus bzw. der Systemtheorie zu argumentieren. Beide wurden in Deutschland geboren und haben sich für die gesellschaftlichen Phänomene ihrer Zeit interessiert. Zwei unterschiedliche Epochen mit unterschiedlichen Problemen prägen die Werke der beiden. So haben sich zwei scheinbar differente Theoriestränge und Denksysteme entwickelt.

Karl Marx wurde im 19. Jahrhundert in Zeiten, in denen große soziale Not herrschte, geboren. Zeit seines Lebens machte er sich zur Aufgabe dieses Leid der damaligen Zeit zu erklären bzw. es zu beseitigen. Bis heute ist dies (leider) nicht gelungen.
Im Gegensatz hierzu ist Luhmanns Systemtheorie vor allem eine Beobachtung der Gesellschaft; mit Kritik hält dieser sich zunächst zurück. Vielmehr sieht er Vorteile in der Beschreibung der Gesellschaft, da man diese erst richtig verstehen soll bevor man mit Moral oder Kritik argumentiert. Grundlage hierbei ist das Prinzip Gesellschaft als System zu sehen. Dieses System besteht aus Kommunikation, die nicht weggedacht werden kann. Was auch passiert, man hat immer die Möglichkeit darüber zu reden, also zu kommunizieren.

In der vorliegenden Arbeit sollen einige Aspekte der Theorien der beiden Wissenschaftler aufgegriffen werden um sie miteinander zu vergleichen und den Einfluss auf die Soziale Arbeit bzw. die (Sozial-)Pädagogik zu verdeutlichen. Welche Aufgaben hat die Soziale Arbeit in den beiden Theorien? Schließen sich beide gänzlich aus oder gibt es auch Gemeinsamkeiten? Wie können soziale Ungerechtigkeiten und soziale Probleme mit Marx bzw. Luhmann erklärt werden und wie ist der Einfluss der beiden Autoren auf die Fachliteratur der Sozialen Arbeit und der (Sozial-) Pädagogik? Welche Folgen haben beide Denkweisen auf die Theorie und Praxis der SozialpädagogInnen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Karl Marx – Kapitalismuskritik und Philosophie der Praxis

2.1. Das Basis-Überbau-Modell

2.2. Wirkung auf die (Sozial-)Pädagogik

2.3. Soziale Arbeit in der Zwickmühle zwischen System und Revolution

3. Luhmann – Chaos und Komplexität der Postmoderne

3.1. Komplexität

3.2. Grundlagen der Systemtheorie

3.2.1. Differenz System Umwelt

3.2.2. Funktion und Code

3.2.3. Autopoiesis

3.2.4. Kommunikation

3.3. Wirkungen auf die soziale Arbeit

3.3.1. Autopoiesis und systemorientierte Sozialpädagogik

3.3.2. Utopien und die Rettung der Welt

3.3.3. Funktionssystem? Ja oder Nein?

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel der Arbeit ist ein theoretischer Vergleich der Gesellschaftskonzepte von Karl Marx und Niklas Luhmann, um deren spezifische Einflüsse und Wirkungen auf das Verständnis der Sozialen Arbeit sowie der (Sozial-)Pädagogik kritisch zu beleuchten und gegeneinander abzuwägen.

  • Grundlagen des marxistischen Basis-Überbau-Modells und dessen Kritik an kapitalistischen Strukturen.
  • Systemtheoretische Konzepte von Luhmann (Differenz System/Umwelt, Autopoiesis, Kommunikation).
  • Die Zwickmühle der Sozialen Arbeit als Reprodukteur vs. Veränderer gesellschaftlicher Bedingungen.
  • Systemtheoretische Perspektiven auf die Funktion der Sozialen Arbeit als Inklusionshelfer.
  • Gegenüberstellung von emanzipatorischen Utopien und rein beschreibenden systemtheoretischen Ansätzen.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Differenz System Umwelt

Systeme operieren nach dem Leitprinzip der System Umwelt Differenz. Ein System ist nicht irgendein Gegenstand der untersucht werden soll, sondern die Differenz zwischen dem System und seiner Umwelt (alles was nicht System ist) soll beschrieben und untersucht werden. Berghaus (2004) fasst dies Folgendermaßen zusammen: „Ein System ist Differenz zur Umwelt. Umwelt gibt es nur durch das System. Die Umwelt ist die „Außenseite“ des Systems. Umwelt ist immer nur „systemrelativ“. Also auch für jedes System etwas anderes, nämlich jeweils das außerhalb des Systems Bestehende aus Sicht des Systems selbst.“ (Berghaus 2004, S.42; Hervorhebung durch den Autor)

Luhmann erläutert dieses Phänomen in die „Gesellschaft der Gesellschaft“ am praktischen Beispiel der Differenz Stadt-Dorf. D.h. konkret, dass eine Siedlung erst im Unterschied zur Stadt ein Dorf wird. Hierdurch wird auch die Möglichkeit ein anderes Leben zu führen möglich (nämlich ein Stadtleben), was aber gleichzeitig auch die Möglichkeiten im Dorf verändert. Verändert sich ein System, verändert sich auch dessen Umwelt. Wie im Beispiel Stadt-Dorf kann nun auch das Wirtschaftssystem das Erziehungssystem, welches Teil der Umwelt des Wirtschaftssystems ist, verändern. Dieser Einfluss wiederum führt zur Veränderung des Wirtschaftssystems usw. (vgl. Luhmann 1997, S. 599-603).

Systeme erzeugen eine Medaille mit einer Innenseite (das System) und einer Außenseite, die Umwelt. Die Umwelt ist einfach alles andere, was nicht System ist (vgl. Berghaus 2004, S.43f).

Für das Wirtschaftssystem sind zum Beispiel Politik, Erziehung, Familien etc. Umwelt. Mit dieser Umwelt will die Wirtschaft aber ihr Geld machen, was wiederum Einfluss auf die Umwelt und so wieder aufs eigene System hat (vgl. ebd.:, S.43f). Luhmann betrachtet also im Vergleich zu Marx nicht das System an sich, sondern beschreibt die Differenz System-Umwelt und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Der Einfluss geht nicht nur von der einen zur anderen Seite also hierarchisch wie bei Marx (die Ökonomie bestimmt alles andere), sondern ist wechselseitig und komplex. Diese Komplexität soll in der Systemtheorie beschrieben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Theorien von Karl Marx und Niklas Luhmann ein und skizziert die Fragestellung nach deren Einfluss auf die Soziale Arbeit.

2. Karl Marx – Kapitalismuskritik und Philosophie der Praxis: Das Kapitel erläutert das Basis-Überbau-Modell und diskutiert die marxistische Sichtweise auf Soziale Arbeit als notwendige Systemkritik.

2.1. Das Basis-Überbau-Modell: Hier wird erklärt, wie ökonomische Strukturen nach Marx die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Entstehung sozialer Ungleichheit determinieren.

2.2. Wirkung auf die (Sozial-)Pädagogik: Das Kapitel untersucht, wie marxistische Theorien kritische Sozialpädagogik und pädagogische Diskurse über Entfremdung und Ökonomisierung beeinflussen.

2.3. Soziale Arbeit in der Zwickmühle zwischen System und Revolution: Hier wird dargelegt, warum marxistisch orientierte Soziale Arbeit in einen Widerspruch gerät, da sie einerseits das System kritisiert, aber faktisch zu dessen Stabilisierung beiträgt.

3. Luhmann – Chaos und Komplexität der Postmoderne: Die Systemtheorie wird als alternative, beschreibende Perspektive zur Gesellschaftsanalyse eingeführt.

3.1. Komplexität: Dieses Kapitel thematisiert die (post-)moderne Komplexität, die eine einfache Kausalität ersetzt und eine neue Form der Gesellschaftsbeschreibung erfordert.

3.2. Grundlagen der Systemtheorie: Es werden die theoretischen Grundpfeiler wie System-Umwelt-Differenz und Autopoiesis dargelegt.

3.2.1. Differenz System Umwelt: Der Fokus liegt auf der konstitutiven Unterscheidung zwischen einem System und seiner Umwelt.

3.2.2. Funktion und Code: Die Beschreibung der binären Codes, mit denen Funktionssysteme ihre spezifische Komplexität reduzieren.

3.2.3. Autopoiesis: Erläuterung der selbstreferentiellen Produktion sozialer Systeme.

3.2.4. Kommunikation: Die Definition von Kommunikation als das elementare Medium, aus dem sich soziale Systeme aufbauen.

3.3. Wirkungen auf die soziale Arbeit: Diskussion, wie Systemtheorie die Rolle der Sozialen Arbeit neu definiert.

3.3.1. Autopoiesis und systemorientierte Sozialpädagogik: Darstellung der Anwendung systemtheoretischer Konzepte auf pädagogische Lernprozesse.

3.3.2. Utopien und die Rettung der Welt: Eine kritische Auseinandersetzung mit der systemtheoretischen Zurückhaltung gegenüber weltverändernden Utopien.

3.3.3. Funktionssystem? Ja oder Nein?: Debatte in der Fachwelt, ob Soziale Arbeit als eigenes Funktionssystem der Gesellschaft verstanden werden kann.

4. Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der beiden Ansätze und deren jeweiliger Erkenntniswert für die Praxis der Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Karl Marx, Niklas Luhmann, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Systemtheorie, Basis-Überbau-Modell, Kapitalismuskritik, Autopoiesis, Kommunikation, Inklusion, Gesellschaft, Funktionssysteme, Soziale Ungleichheit, Deklassierung, Kritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die soziologischen Theorien von Karl Marx und Niklas Luhmann im Hinblick auf deren Bedeutung für die Soziale Arbeit und die (Sozial-)Pädagogik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die marxistische Kapitalismuskritik, die Systemtheorie, das Verständnis von gesellschaftlicher Komplexität sowie die Rolle der Sozialen Arbeit im gesellschaftlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu klären, wie beide Theoretiker soziale Probleme erklären und welchen Einfluss ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf die Theorie und Praxis von Fachkräften in der Sozialen Arbeit haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Theorieanalyse, die beide Ansätze kontrastiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Marxismus und seines Basis-Überbau-Modells sowie der Luhmannschen Systemtheorie mit ihren Kernbegriffen wie Autopoiesis und Funktionssystemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kapitalismuskritik, Systemtheorie, Soziale Arbeit, Autopoiesis und der Vergleich zwischen marxistischer Transformation und systemtheoretischer Beschreibung.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Sozialen Arbeit bei Marx und Luhmann?

Während marxistische Sozialarbeit eine Veränderung der gesellschaftlichen Basis zur Überwindung von Ausbeutung anstrebt, sieht die Systemtheorie die Soziale Arbeit eher als Inklusionshelferin, die Menschen dabei unterstützt, sich in den bestehenden Funktionssystemen zurechtzufinden.

Können soziale Probleme nach Luhmann durch die Soziale Arbeit gelöst werden?

Nein, nach Luhmann kann ein System nur Probleme innerhalb seines eigenen Funktionsbereichs mit seinem spezifischen Code lösen; die Soziale Arbeit kann daher die Probleme anderer Systeme (wie Wirtschaft oder Recht) nicht direkt bearbeiten.

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Details

Title
Karl Marx und Niklas Luhmann. Ihr Einfluss auf die (Sozial-)Pädagogik und die Soziale Arbeit
College
University of Trier  (Erziehungswissenschaft)
Course
Luhmann Systemtheorie
Grade
1,3
Author
Stephan Schmider (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V314031
ISBN (eBook)
9783668131989
ISBN (Book)
9783668131996
Language
German
Tags
Karl Marx Niklas Luhmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Schmider (Author), 2015, Karl Marx und Niklas Luhmann. Ihr Einfluss auf die (Sozial-)Pädagogik und die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314031
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