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Friedrich Schillers "Der Ring des Polykrates" oder das Kreuz mit dem Ring. Verfluchtes Glück oder zum Glück verflucht?

Title: Friedrich Schillers "Der Ring des Polykrates" oder das Kreuz mit dem Ring. Verfluchtes Glück oder zum Glück verflucht?

Research Paper (postgraduate) , 2011 , 28 Pages

Autor:in: Niklaus Vértesi (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Ring des Polykrates wurde bis anhin stets falsch gedeutet. Man sah in ihm die Antwort auf die Frage nach dem rechten Masse oder eine Abrechnung mit Napoleon - aber das ist wohl kaum Schillers Intention mit dieser Ballade gewesen. Es ging ihm um viel mehr. Schiller beschäftigt sich mit der menschlichen Existenz schlechthin.

Wie tief seine Gedanken gründen, wird deutlich, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass er stets von den Erinnen statt Erinnyen spricht; dabei gebraucht er in den Kranichen des Ibikus durchaus die übliche orthografische Variante. Warum also spricht er im Polykrates von den Erinnen? Beachten Sie die ersten zwei Verszeilen der Ballade und Sie werden sich die Antwort selbst geben können! Immanent sind die Erinnen von Anfang an anwesend. Und das soll sich ein Dichter wie Schiller nicht überlegt haben?

Lesen Sie, wie Schiller mit dem Polykrates in die Pardoxien des menschlichen Seins eindringt und welche persönliche Botschaft er dem Leser mit seinem Text mitgibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau und Inhalt

3 Formales

3.1 Reim und Versmass

3.2 Rhetorische Auffälligkeiten

3.3 Gattungsspezifische Überlegungen

4 Historische Informationen

4.1 Historische Fakten zu Polykrates

4.2 Schillers Quellen

4.2.1 Christian Garve

4.2.2 Herodot

4.3 Schillers Änderungen

4.4 Polydor

4.5 Rezeption

5 Interpretationsversuch

5.1 Vom Wesen des Glücks

5.2 Moment und Ewigkeit – Gründe für Schillers Änderungen

5.2.1 Wallenstein oder das Zufallen des Fälligen

5.2.2 Polykrates oder das Zufallen des Zufälligen

5.2.3 Das Ringen mit dem Ring – Der Kampf um die Autonomie

5.2.4 Die Erinnen – eine gewollte Paronomasie

5.3 Vom Paradoxon über die Selbstreferenz zum Peridoxon

5.3.1 Die Erfüllung in Suspenso

5.3.2 Narrative Selbstreferenzialität

6 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Friedrich Schillers Ballade "Der Ring des Polykrates" im Hinblick auf ihre strukturellen, historischen und interpretatorischen Aspekte. Dabei steht die Forschungsfrage im Zentrum, wie Schiller den historischen Stoff durch fiktionale Elemente und die bewusste Gliederung nach den Vorgaben der klassischen Tragödie umdeutet, um das Paradoxon des menschlichen Schicksals und des Glücksempfindens zu thematisieren.

  • Analyse der formalen Struktur und metrischen Gestaltung der Ballade.
  • Untersuchung der Abweichungen von den historischen Quellen bei Herodot und Christian Garve.
  • Interpretation der zentralen Symbolik des Rings als Ausdruck von Autonomie und Selbstreferenzialität.
  • Erörterung des philosophischen Konzepts des "Peridoxon" im Kontext des Glücksverständnisses.

Auszug aus dem Buch

3.1 Reim und Versmass

Die Ballade ist in 16 Sechszeiler gegliedert, die jeweils absolut gleich gebaut sind: Auf einen Paarreim mit weiblicher Kadenz folgt ein umarmender Reim, in welchem zwei männliche Reime zwei weibliche umfassen. Schiller hat also den Schweifreim als Reimschema gewählt und schweift niemals davon ab.

Das Metrum besteht aus vierfüssigen Jamben und wirkt sehr ruhig, was Körner lobend herausstreicht. Die in Bezug auf den Versfuss überzähligen Silben der weiblichen Reime verhindern bis zu einem gewissen Grade, dass man beim Lesen ins Leiern verfällt, da so viermal pro Strophe auf eine unbetonte Silbe am Versende erneut eine solche am Versanfang folgt. Um das Vermass streng gleichförmig halten zu können, fügt Schiller bei acht Verbendungen ein „e“ ein (erstaunet – gelaunet / befreiet – zerstreuet etc.), bei zwei Verbformen kommt es zu einer Elision (verleihn – streun). Dieser Umstand verdeutlicht, dass Schiller die rhythmische Regelmässigkeit wichtig gewesen sein muss. Im gewissen Sinne steht die innere Ruhe des Rhythmus der dramatischen Handlung des Erzählten entgegen und nimmt ihm so das Impulsive. Die Gleichförmigkeit des Versmasses unterstützt auf formaler Ebene die Erfahrung, dass sich das Glück des Polykrates regelmässig einstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den traditionellen Status der Ballade im Bildungskanon und kritisiert bestehende Interpretationen als unzureichend, bevor der eigene methodische Ansatz umrissen wird.

2 Aufbau und Inhalt: Dieses Kapitel erläutert die Gliederung der Ballade in 16 Strophen und analysiert das Geschehen anhand eines fünfaktigen tragischen Schemas.

3 Formales: Hier werden die metrische Struktur, die rhetorischen Besonderheiten und die gattungsspezifischen Merkmale der Ballade als "Ur-Ei" detailliert beschrieben.

4 Historische Informationen: Das Kapitel vergleicht die historische Figur des Polykrates mit Schillers literarischer Adaption und beleuchtet die Quellen sowie die bewussten Änderungen durch den Autor.

5 Interpretationsversuch: Dieser Hauptteil widmet sich der philosophischen Tiefenanalyse des Glücksbegriffs, der Bedeutung des Rings als selbstreferenzielles Symbol und der Entwicklung zum Peridoxon.

6 Schlusswort: Die Arbeit fasst zusammen, wie Schiller durch die Abweichung vom historischen Stoff eine existenzielle Deutung des Menschseins entwirft, die das Paradoxon durch christliche Hoffnung aufhebt.

Schlüsselwörter

Der Ring des Polykrates, Friedrich Schiller, Ballade, Schicksal, Glück, Paradoxon, Peridoxon, Selbstreferenzialität, Herodot, Tragödie, Autonomie, Metrik, Klassik, Christliche Symbolik, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Schillers Ballade "Der Ring des Polykrates" hinsichtlich ihrer formalen, historischen und inhaltlichen Gestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Versform, die literarische Umdeutung historischer Fakten, die Symbolik des Rings sowie philosophische Fragestellungen zum Glück und Schicksal.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Schiller durch bewusste fiktionale Abweichungen und die Struktur der klassischen Tragödie das Paradoxon der menschlichen Existenz im Kontext des Glücks darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine textnahe Analyse unter Einbeziehung von literaturwissenschaftlichen Interpretationsmethoden, etymologischen Herleitungen und intertextuellen Bezügen angewandt.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die formale Struktur, vergleicht Schillers Quellen (Herodot/Garve) mit dem Text, untersucht die Symbolik (Ring/Erinnyen) und entwickelt das Konzept des Peridoxons.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen "Paradoxon", "Selbstreferenzialität", "Glück", "Schicksal", "Peridoxon" und "Tragödie".

Warum spielt die Figur des "Polydor" eine wichtige Rolle für die Interpretation?

Polydor fungiert als bewusste fiktionale Erfindung Schillers, um intertextuelle Bezüge herzustellen und die Abkehr von historischer Authentizität zu signalisieren.

Wie deutet die Arbeit das Ende der Ballade im Kontext der christlichen Vorstellung?

Das Ende wird als "suspendiert" verstanden; Schiller hebt die antike Paradoxie durch das Angebot von Hoffnung und dem Prinzip "Glaube, Liebe, Hoffnung" auf, wodurch Polykrates seine Menschwerdung vollziehen kann.

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Details

Title
Friedrich Schillers "Der Ring des Polykrates" oder das Kreuz mit dem Ring. Verfluchtes Glück oder zum Glück verflucht?
Author
Niklaus Vértesi (Author)
Publication Year
2011
Pages
28
Catalog Number
V314074
ISBN (eBook)
9783668127210
ISBN (Book)
9783668127227
Language
German
Tags
Polykrates Schiller Ballade
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklaus Vértesi (Author), 2011, Friedrich Schillers "Der Ring des Polykrates" oder das Kreuz mit dem Ring. Verfluchtes Glück oder zum Glück verflucht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314074
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