Ziel dieser Arbeit ist es, die geldpolitischen Maßnahmen der EZB zu untersuchen. Hierbei sollen sowohl die wirtschaftlichen, als auch rechtlichen Gegebenheiten kritisch hinterfragt werden. Es wird zum einen untersucht, ob die bereits abgeschlossenen Maßnahmen die erwünschte Wirkung gezeigt haben. Zum anderen soll die Frage aufgegriffen werden, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen der aktuell aktiven Maßnahmen sind.
Hierfür müssen vergleichbare Werte hergenommen werden, da die in Kapitel 1.1 auf Seite 6 erwähnten „time lags“ innerhalb der Transmissionskanäle eine zuverlässige Zukunftsprognose nicht zulassen. Zudem existieren keine repräsentativen Werte aus der Vergangenheit. Mit allgemeingültigen geldpolitischen Wirkungen soll hier eine vergleichbare Basis geschaffen werden.
Darüber hinaus wurde Quantitative Easing (QE) in den letzten Jahren bereits von anderen Staaten betrieben. Ziel ist es, hier her-auszufinden, ob die Wirkungsketten dieser quantitativen Lockerung in das Maßnahmenkonstrukt des ESZB transferiert werden können und damit eine Aussage über zukünftige Entwicklungen getroffen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Definition Geldpolitik und Übertragung von monetärer auf reale Sphäre
3 Bisherige Maßnahmen der EZB
3.1 Leitzinsanpassungen
3.2 Ankaufprogramme
3.2.1 Covered Bond Purchase Programme (CBPP)
3.2.2 Securities Markets Programme (SMP)
3.2.3 Outright Monetary Transactions (OMT)
3.3 Veränderte Rahmenbedingungen bei geldpolitischen Refinanzierungsmaßnahmen
3.3.1 Vollzuteilungspolitik
3.3.2 Erweiterter Sicherheitenrahmen
4 Quantitative Easing (QE)
4.1 Definition
4.2 QE-Maßnahmen anderer Staaten
4.2.1 Japan
4.2.2 Vereinigtes Königreich
4.2.3 Vereinigte Staaten von Amerika
4.3 QE-Programm der EZB
4.4 Notwendigkeit
4.5 Offizielle Ziele
4.6 Inoffizielle Ziele
4.7 Potentielle Folgen die nicht im Sinne der EZB sind
5 Rechtliche Würdigung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen der EZB seit der Finanzmarktkrise zu untersuchen, ihre wirtschaftlichen Auswirkungen kritisch zu hinterfragen und die rechtliche Zulässigkeit der Anleihekaufprogramme zu analysieren.
- Analyse der geldpolitischen Instrumente der EZB zur Krisenbewältigung.
- Vergleichende Untersuchung von QE-Programmen in Japan, Großbritannien und den USA.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Geldpolitik und Preisstabilität.
- Kritische Würdigung der "Moral Hazard"-Problematik und fiskalpolitischer Auswirkungen.
- Rechtliche Einordnung der Anleihekaufprogramme im Kontext des EZB-Mandats.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Covered Bond Purchase Programme (CBPP)
Bereits im Jahr 2009 wurde die erste unkonventionelle Maßnahme im Zuge eines Ankaufprogramms der EZB beschlossen. Hierbei wurden gedeckte Schuldverschreibungen in Höhe von 60 Milliarden Euro gekauft. Grund hierfür war die große Bedeutung dieses Marktsegments für die Banken. Durch den Ankauf der „Covered Bonds“, sollten diese gestärkt und folglich die Refinanzierung der Banken erleichtert werden.21 Im Zuge des CBPP 2 wurden 2011 und 2012 zusätzlich gedeckte Schuldverschreibungen in Höhe von 16 Milliarden Euro gekauft.22
Die im Zuge dieser Programme gekauften Wertpapiere sind heute noch im Umfang von 33,3 Milliarden Euro aktiviert.23 Seit Juli 2015 wurden lediglich 700 Millionen Euro getilgt.24 Dies deutet daraufhin, dass die EZB die Wertpapiere, wie geplant, bis zur Fälligkeit hält und nicht vorzeitig verkauft.25 Die Folgen eines vorzeitigen Verkaufs am Sekundärmarkt könnten aktuellen Ankaufprogrammen entgegenwirken. Daher scheint die Haltung der Papiere richtig und sinnvoll, da sonst eine Neutralisierung der Programme die Folge sein könnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Verschuldung der EU-Staaten und das Mandat der EZB zur Preisstabilität, wobei die Störung des Transmissionsmechanismus als zentrales Problem hervorgehoben wird.
2 Definition Geldpolitik und Übertragung von monetärer auf reale Sphäre: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Geldmengenaggregate (M1, M2, M3) und erläutert die geldpolitische Steuerung der EZB zur Erreichung ihres Inflationsziels.
3 Bisherige Maßnahmen der EZB: Es werden die verschiedenen Kriseninstrumente der EZB, von Leitzinsanpassungen über Ankaufprogramme (CBPP, SMP, OMT) bis hin zu angepassten Sicherheitenanforderungen, detailliert dargelegt.
4 Quantitative Easing (QE): Der Hauptteil analysiert das Konzept des Quantitative Easing, vergleicht es mit internationalen Erfahrungen (Japan, UK, USA) und beschreibt das EAPP der EZB sowie dessen Notwendigkeit und potentielle Folgen.
5 Rechtliche Würdigung: Hier erfolgt eine kritische rechtliche Analyse der Ankaufprogramme im Hinblick auf ein mögliches Überschreiten des geldpolitischen Mandats der EZB und das Verbot der Staatsfinanzierung.
6 Fazit: Das Fazit resümiert, dass die langfristigen Auswirkungen der unkonventionellen Geldpolitik schwer absehbar sind und die Programme zwar Zeit verschaffen, aber keine strukturellen Solvenzprobleme lösen können.
Schlüsselwörter
EZB, Geldpolitik, Finanzmarktkrise, Quantitative Easing, Preisstabilität, Anleihekaufprogramme, SMP, OMT, Transmission, Fiskalpolitik, Preisniveaustabilität, Inflation, Staatsverschuldung, EZB-Mandat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen der EZB, die als Reaktion auf die Finanzmarktkrise seit 2008 eingeführt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Wirksamkeit von Ankaufprogrammen, die Preisstabilität, die Rolle des Transmissionsmechanismus und die rechtliche Abgrenzung zwischen Geld- und Fiskalpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Analyse, ob die Maßnahmen der EZB zur Krisenbewältigung zielführend waren, welche Nebeneffekte auftraten und wie diese rechtlich einzustufen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Analyse und kritische Hinterfragung auf Basis von geldtheoretischen Grundlagen, historischen Datenvergleichen und rechtlichen Bewertungen vorgenommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Instrumente der EZB (Leitzinsen, Kaufprogramme wie CBPP, SMP, OMT, QE), vergleicht diese mit internationalen Strategien und erörtert die Notwendigkeit sowie die Folgen dieser Politik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind EZB, Quantitative Easing, Preisstabilität, Anleihekäufe, OMT, SMP und Finanzmarktkrise.
Was ist unter der "Balance Sheet Recession" im Kontext Japans zu verstehen?
Es beschreibt eine Situation, in der Unternehmen nach einer Krise Schulden abbauen, anstatt zu investieren, was eine staatliche Kreditaufnahme zur Stützung der Wirtschaft notwendig macht.
Warum ist das OMT-Programm laut Bundesverfassungsgericht problematisch?
Das Gericht sieht darin eine unzulässige Staatsfinanzierung und eine Kompetenzüberschreitung der EZB, da Fiskalpolitik nicht in ihr Mandat fällt.
Welches Problem beschreibt der Begriff "Moral Hazard"?
Er bezeichnet das Risiko, dass Staaten durch EZB-Käufe von Staatsanleihen von der Notwendigkeit entbunden werden, notwendige strukturelle Reformen durchzuführen, da sie sich in ihrer Schuldentilgung unterstützt fühlen.
- Quote paper
- Fabian Frischknecht (Author), 2015, Quantitative Easing. Notwendigkeit und Folgen einer unkonventionellen geldpolitischen Maßnahme der Europäischen Zentralbank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314107