„Manchmal bringt es mehr, eine Stunde über sein Geld nachzudenken,
als eine Woche dafür zu arbeiten“ (Andre Kostolany 1908-1999)
Gerade in den letzten Jahren haben Banken und Emittentenhäuser eine
Vielzahl an „neuen“ Produkten für Privatinvestoren auf den Markt
gebracht, die unterschiedliche und interessante Chancen und Risiko-
Profile aufweisen und mit denen sich die Asset Allocation von Privatinvestoren
durchaus verbessern lässt.
Angesichts der Masse von neuen Arten von Aktienanleihen, Strategie-,
Index-, Basket-, Hedge Fund- oder Outperformance-Zertifikaten und
Fonds ist es sehr schwer den Überblick zu behalten.
Gern wird im Zusammenhang mit den vorgenannten Produkten auch von
„Finanzinnovationen“, „Zertifikaten“, „Hebelprodukten“ oder „Strukturierten
Produkten“ gesprochen.
Der Privatanleger hat mittlerweile fast unbegrenzte Vielzahl von
Möglichkeiten, erwartete Veränderungen in Aktien, Waren und Rohstoffen
für sich zu nutzen oder in Garantieprodukte zu investieren, welche ihm
gleichzeitig die Chance auf eine überdurchschnittliche Rendite bieten.
In dieser Arbeit sollen verschiedene Möglichkeiten des mittlerweile sehr
großen Anlageuniversums für Privatanleger beschrieben, sowie die
steuerliche Behandlung und die Kostenfaktoren für den Privatanleger
aufgezeigt werden. Zugrunde liegende Konstruktionen der einzelnen
Produkte werden teilweise dargestellt.
Als erstes werden Garantiezertifikate mit einem aktienkursabhängigem
Zinskupon beschrieben, da diese seit kurzen erwerbbaren Finanzinnovationen
nach Meinung des Verfassers eine interessante Alternative
zu Anleihen darstellen und dem Anleger die Chance auf eine nicht
unerhebliche Outperformance bieten. Darauf folgen Zertifikate, die es
ermöglichen Aktien und Indizes mit Hebel und Puffer zu erwerben, was
das Chance-Risiko-Profil für den Anleger noch verbessern kann.
Danach werden automatisch rollierende Index-Hebelzertifikate behandelt,
die dem Privatinvestor nach Meinung des Autors eine sehr interessante
Anlagemöglichkeit bieten. Gleiches gilt für Zertifikate, die bei kurzzeitigen
Kursrückschlägen dem Investor am Ende einen zusätzlichen Bonus auf
die Basiswertperformance bieten und dadurch die Gesamtrendite
verbessern. Diese werden im Anschluss beschrieben.
Einen Großteil in dieser Arbeit nehmen Hedgefonds und Hedgefondszertifikate
ein, da diese erst seit kurzem in Deutschland durch
Privatinvestoren erworben werden dürfen und das Angebot momentan
sehr stark zunimmt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Garantiezertifikate mit aktienkursabhängigem Zinskupon
2.1. Funktion
2.2. Vor und Nachteile
2.3. Weiterentwicklungen / Folgeemissionen
3. Aktien und Indizes mit Hebel und Puffer
3.1. Funktion
3.2. Vor- und Nachteile
4. Automatisch rollierende Index-Hebelzertifikate
4.1. Funktion
4.2. Vor- und Nachteile
4.3. Performance bei einer historischen Simulation seit 1992
4.4. Weiterentwicklung dieser Zertifikate
5. Zertifikate, die bei kurzzeitigen Kursrückschlägen am Ende einen zusätzlichen Bonus bzw. Zusatzertrag auf die Basiswertperformance bieten
5.1. Funktion
5.2. Vor- und Nachteile
5.3. Konstruktion und steuerliche Behandlung
6. Hedgefonds
6.1. Was sind Hedgefonds
6.2. Verschiedene Hedgefonds-Strategien
6.2.1. Relative Value Strategien
6.2.2. Event Driven Strategien
6.2.3. Opportunistische Strategien
6.2.4. Managed Futures Strategien
6.2.5. Multi Strategy Strategien
6.3. Kosten von Hedgefonds
6.4. Zahlen / Kennzahlen zur Bewertung von Hedgefonds
6.5. Hedgefonds-Zertifikate
6.5.1. Rating von Emittenten von Zertifikaten / Emittentenrisiko
6.6. Single-Hedgefonds
6.7. Dach-Hedgefonds
6.7.1. Generelle Problematik bei Dach-Hedgefonds
6.7.2. Die besondere Kostenproblematik von Dach-Hedgefonds
6.8. Einzelne Hedgefonds-Produkte genauer Betrachtet
6.8.1. Quadriga Superfund
6.8.1.1. Angebot der Quadriga in Deutschland
6.8.1.2. Performance / Probleme der Quadriga
6.8.2. Der Start von Dach-Hedgefonds in Deutschland
6.8.3. Spezifische Hedgefonds-Indizes handelbar als Zertifikate
6.8.3.1. Index-Probleme von Hedgefonds-Indizes
6.8.3.2. Der HFRX Global Hedge Fund Index
6.8.3.2.1. HFRX Global Wave XXL
6.8.3.3. Der CSFB / Tremont 60 Investable Index
6.8.4. STARHEDGE AS Dynamic
6.8.5. COMAS Zertifikate
6.8.5.1. Die COMAS Familie
6.8.5.2. Der Fondsauswahl Prozess
6.8.5.3. Kosten der COMAS Zertifikate
6.8.5.4. Track Record
6.8.5.5. Die COMAS Index Hebelzertifikate
6.8.5.5.1. Vergleich COMAS und DB Hebelzertifikate
6.8.5.6. Die aktuelle Situation des COMAS Index
6.9. Entscheidungshilfen / Informationsbeschaffung
6.10. Resümee zu Hedgefonds in Deutschland
Schlussbetrachtung / Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert moderne, innovative Finanzprodukte als Instrumente für Privatanleger, um durch eine verbesserte Asset Allocation die Performance bei gleichzeitig optimiertem Chance-Risiko-Profil zu steigern. Dabei werden neben funktionalen Konstruktionen auch die steuerliche Behandlung und Kostenfaktoren detailliert beleuchtet.
- Garantiezertifikate mit aktienkursabhängigen Zinskupons als Alternative zu klassischen Rentenanlagen.
- Einsatz von Zertifikaten mit Hebel und Puffer zur überproportionalen Partizipation an Kursentwicklungen.
- Die Rolle von Hedgefonds und Hedgefonds-Zertifikaten zur Diversifikation im Portfolio.
- Vergleich und Bewertung von Hedgefonds-Strategien sowie deren operative Umsetzung und Kostenstrukturen.
- Kritische Würdigung der Informationsbeschaffung und Entscheidungshilfen für Privatanleger in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
6.8.1. Quadriga Superfund
Die aggressive Werbekampagne der Quadriga in Deutschland mit ihren Superfunds hat nach Meinung des Autors viele deutsche Privatinvestoren erst auf das Produkt Hedgefonds aufmerksam gemacht und zum Teil auch das Interesse für die Produkte der Quadriga geweckt. Schon alleine deshalb erachtet es der Verfasser für sehr wichtig die Produktpalette der Quadriga Asset Management GmbH genauer zu bearbeiten.
Ein Überblick über die Entstehungsgeschichte der Quadriga Asset Management GmbH befindet sich im Anhang.
6.8.1.1. Angebot der Quadriga in Deutschland
Mit dem Vertriebsstart in Deutschland hat die Quadriga ihre Fonds umbenannt und benannte diese recht provokativ mit dem Superlativ „Superfund“. Die Superfunds von Quadriga wurden in den Leistungsklassen A, B und C angeboten.
Alle drei Leistungsklassen basieren auf dem Quadriga-Handelssystem.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der modernen Finanzinnovationen für Privatanleger und Motivation der Arbeit.
2. Garantiezertifikate mit aktienkursabhängigem Zinskupon: Erläuterung der Funktionsweise von Garantiezertifikaten als risikoreduzierte Alternative zu klassischen Anleihen.
3. Aktien und Indizes mit Hebel und Puffer: Vorstellung von PEPP-Zertifikaten zur überproportionalen Partizipation bei gleichzeitiger Absicherung.
4. Automatisch rollierende Index-Hebelzertifikate: Beschreibung der Vectis-Zertifikate als selbst rollierende Instrumente zur Ausnutzung von Marktbewegungen.
5. Zertifikate, die bei kurzzeitigen Kursrückschlägen am Ende einen zusätzlichen Bonus bzw. Zusatzertrag auf die Basiswertperformance bieten: Analyse der Phönix-Zertifikate als Timing-Hilfe für Investoren.
6. Hedgefonds: Umfangreiche Untersuchung der Hedgefonds-Anlageklasse, deren Strategien, Kostenstrukturen und die spezielle Bedeutung von Hedgefonds-Zertifikaten für Privatanleger.
Schlussbetrachtung / Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Möglichkeiten für Privatanleger zur effizienten Portfoliodiversifikation und die Notwendigkeit kritischer Produktanalysen.
Schlüsselwörter
Hedgefonds, Asset Allocation, Zertifikate, Finanzinnovationen, Privatanleger, Performance, Risiko, Volatilität, Hebelprodukte, Dach-Hedgefonds, Diversifikation, Rendite, Sharpes Ratio, Kostenstruktur, Börse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse moderner, innovativer Finanzprodukte und deren Eignung zur Optimierung der Asset Allocation für Privatanleger in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf Garantiezertifikaten, Hebelprodukten, Zertifikaten mit Pufferstrukturen sowie insbesondere Hedgefonds und Hedgefonds-Zertifikaten als neue Anlageklasse für Privatanleger.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Funktionsweise, Chancen, Risiken sowie Kostenstrukturen dieser komplexen Anlageinstrumente aufzuzeigen, um Privatanlegern eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Portfoliostrukturierung zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine deskriptive und analysierende Untersuchung durch, die auf Produktrecherchen, der Auswertung historischer Daten (Simulationen), Kennzahlenanalysen (insb. Sharpe Ratio) und einer kritischen Begutachtung von Marktbedingungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung verschiedener Zertifikatstypen und eine tiefgehende Analyse des Hedgefonds-Marktes, inklusive Strategie-Kategorisierungen, Kostenvergleichen und der Bewertung spezifischer Produkte wie dem COMAS-Index.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Asset Allocation, Hedgefonds, Finanzinnovationen, Rendite-Risiko-Profil, Zertifikate und Portfoliodiversifikation beschreiben.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Hedgefonds in Deutschland?
Der Autor sieht Hedgefonds als wertvolles Instrument zur Diversifikation, warnt jedoch vor hohen Kosten und warnt davor, die vollmundigen Renditeversprechen der Presse unkritisch zu übernehmen, da diese in der Anfangsphase oft nicht gehalten wurden.
Warum bevorzugt der Autor bestimmte Hedgefonds-Produkte gegenüber anderen?
Der Autor bevorzugt Produkte mit hoher Transparenz, nachvollziehbaren Kostenstrukturen (z.B. Verzicht auf Performance-Fee) und einer nachgewiesenen Historie, wie sie beispielsweise bei den COMAS-Zertifikaten der Commerzbank zu finden sind.
- Quote paper
- Diplom Betriebswirt (FH) Torben Specht (Author), 2004, Moderne, innovative Finanzprodukte zur Optimierung der Performance in der Asset Allocation für Privatanleger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31413