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Systemexklusion durch Migrationshintergrund? Zur Chancengleichheit im Bildungssystem

Titel: Systemexklusion durch Migrationshintergrund? Zur Chancengleichheit im Bildungssystem

Hausarbeit , 2010 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl. Soz. Päd. (FH) Gerhard S. Müller (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Zugang und die Teilnahme am Bildungssystem ist eine Grundvoraussetzung für die weitere Inklusionsmöglichkeit in andere gesellschaftliche Teilsysteme. Die vielfältige Präsenz dieses Themas in Politik, Medien und in Forschungsarbeiten, zeigt eine Einigkeit über die Notwendigkeit der Teilnahme am Bildungssystem.

Diese Arbeit möchte den Blick auf die Teilhabechancen von Menschen mit Migrationshintergrund im Bildungssystem in Deutschland richten. Sie soll aufzeigen, ob und in welchem Ausmaß eine Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund vorliegt.

Nachdem im zweiten Kapitel auf die funktional differenzierte Gesellschaft mit ihren verschiedenen Teilsystemen eingegangen wird, wird im dritten Kapitel anhand von Datenmaterial die Abschlusschancen für Schüler mit Migrationshintergrund und deren Übergang in das duale Ausbildungssystem analysiert und bewertet werden. In einem vierten Kapitel wird herausgearbeitet, welche Ursachen die unterschiedlichen Teilnahmemöglichkeiten im Bildungssystem haben und welche Folgen damit verbunden sind. In einem abschließenden Fazit werden Lösungsansätze aufgezeigt und aktuelle Diskussionen aufgegriffen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Teilsysteme in der funktional differenzierten Gesellschaft

2.1 Teilsysteme

2.2 Inklusion und Exklusion

3. Datenanalyse zu Migrationshintergrund und Bildung

3.1 Verteilung im schulischen Bereich

3.1.1 Anteil der Migranten in Deutschland

3.1.2 Verteilung der Absolventen allgemeinbildender Schulen

3.1.3 Verspätete Einschulung und Sonderschulen

3.2 Ausbildung und beruflicher Übergang

3.3 Bewertung der Datenanalyse

4. Nur eine Exklusion aus dem Bildungssystem?

4.1 Ursachen der Exklusion

4.2 Folgen der Exklusion

4.3 Nur eine Teilexklusion?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Teilhabechancen von Menschen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und analysiert, inwieweit eine Benachteiligung vorliegt, die zu exkludierenden Prozessen und Folgeexklusionen in anderen gesellschaftlichen Teilsystemen führen kann.

  • Systemtheoretische Grundlagen funktional differenzierter Gesellschaften
  • Analyse statistischer Daten zur schulischen Verteilung und Bildungsabschlüssen
  • Untersuchung des Übergangs vom Bildungssystem in das duale Ausbildungssystem
  • Identifikation von Ursachen und Folgen bildungsbezogener Exklusion
  • Bewertung von Auswirkungen auf weiterführende Lebensbereiche und Teilsysteme

Auszug aus dem Buch

2.1 Teilsysteme

Teilsysteme grenzen sich von anderen Teilsystemen ab. Sie praktizieren eine spezielle Kommunikation, die letztendlich nur im eigenen Teilsystem verstanden wird. Die entsprechenden Leitwerte innerhalb eines Teilsystems, bezeichnet Luhmann als binäre Codes. Diese sind im Wirtschaftsystem „zahlen“ bzw. „nicht zahlen“, in der Wissenschaft „wahr“ oder „unwahr“ von Erkenntnissen und in der Bildung „gute Zensuren /schlechte Zensuren“. Kommunikationsinputs in andere Teilsysteme finden zwar statt, müssen aber in die teilsystemspezifische Sprache umcodiert werden, um verstanden bzw. verarbeitet werden zu können (vgl. Schimank 2000,133-141). Durch dieses Umcodieren jedes Geschehens in den systemeigenen Code, ist die Kommunikation zwischen den Teilsystemen von ungewolltem Unverständnis geprägt.

Ursprüngliche Intentionen oder Bedeutungshintergründe der Kommunikation werden durch die Umcodierung verändert, bzw. verändert wahrgenommen. Das Wirtschaftsystem sieht bei einem Schulneubau den Wertnutzen der Investitionskosten, die Politik die Stärkung ihrer Macht und das Bildungssystem die Verbesserung der Schulleistung. Anhand dieser Codes bestimmen die jeweiligen Teilsysteme ihre Handlungen Jedes Teilsystem sieht seine „Wertesphäre“(Schimank 2000, 127) mit Absolutheitsanspruch, das hat zur Folge, dass jedes gesellschaftliche Ereignis, mit den systemeigenen, durch Codes festgelegten Blickwinkel betrachtet werden. Dabei werden Ereignisse und geplante Maßnahmen zum Teil sehr unterschiedlich, oder sogar gegensätzlich bewertet und dementsprechend in Handlung umgesetzt.

Die spezielle Kommunikation mit binären Codes ist notwendig und dient der Aufrechterhaltung der Systemidentität und damit auch der Autopoiesis des Systems. Autopoietisch, oder auch selbstreferentiell, bedeutet, dass Systeme die Selbstherstellung beherrschen (vgl. Schimank 2007,131). Als Folge der Gleichwertigkeit der Systeme existiert kein Leitsystem und damit kein System zur Steuerung. Die Gleichwertigkeit heißt aber auch, dass kein System bei einem Ausfall ein Anderes ersetzen kann (vgl. Luhmann 1990, 97).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Relevanz des Bildungssystems als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und stellt das Ziel der Untersuchung der Teilhabechancen von Menschen mit Migrationshintergrund vor.

2. Teilsysteme in der funktional differenzierten Gesellschaft: Dieses Kapitel erläutert Luhmanns Systemtheorie, insbesondere die Funktionsweise selbstreferentieller Teilsysteme, ihre binären Codes und die daraus resultierende Interaktionsproblematik zwischen den Systemen.

3. Datenanalyse zu Migrationshintergrund und Bildung: Auf Basis statistischer Daten werden die Bildungsbeteiligung, Schulabschlüsse und der Übergang in das duale Ausbildungssystem von Menschen mit Migrationshintergrund analysiert.

4. Nur eine Exklusion aus dem Bildungssystem?: Dieses Kapitel untersucht die Ursachen und Folgen der Exklusion aus dem Bildungssystem sowie das Phänomen der Teilexklusion aus weiteren gesellschaftlichen Teilsystemen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Gefahr der Folgeexklusion und diskutiert bildungspolitische Lösungsansätze sowie die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen.

Schlüsselwörter

Bildungssystem, Migrationshintergrund, Exklusion, Inklusion, Systemtheorie, Bildungsbenachteiligung, Schulabschluss, duale Ausbildung, Teilexklusion, gesellschaftliche Teilhabe, institutionelle Diskriminierung, Bildungsrendite, Arbeitsmarkt, Chancengleichheit, Sprachförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und in welchem Ausmaß Menschen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem benachteiligt sind und welche Konsequenzen dies für ihre Teilhabe an der Gesellschaft hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die systemtheoretische Einordnung von Inklusion und Exklusion, die Analyse statistischer Bildungsdaten, der Übergang in das duale Ausbildungssystem sowie die Auswirkungen auf weitere gesellschaftliche Teilsysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Bildungsbenachteiligung als Exklusionsprozess wirkt und inwieweit diese zu Folgeexklusionen in anderen Lebensbereichen führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine differenzierungstheoretische Perspektive (Systemtheorie nach Luhmann) und kombiniert diese mit einer fundierten Analyse von Sekundärdaten der statistischen Ämter und Bildungsberichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die systemtheoretischen Grundlagen geklärt, gefolgt von einer detaillierten Analyse der schulischen Verteilung und Bildungsabschlüsse von Migranten sowie einer Untersuchung der Ursachen und Folgen dieser Exklusionsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungssystem, Migrationshintergrund, Exklusion, Inklusion, Systemtheorie, Bildungsbenachteiligung und Teilexklusion.

Welche Rolle spielen "binäre Codes" nach Luhmann in der Arbeit?

Sie dienen zur Erklärung der spezifischen Kommunikation innerhalb der Teilsysteme, die zu ungewolltem Unverständnis und Schwierigkeiten bei der systemübergreifenden Integration führen kann.

Warum wird die Exklusion aus dem Bildungssystem als besonders kritisch bewertet?

Weil der Bildungserfolg eine Grundvoraussetzung für die Inklusion in andere Teilsysteme wie das Wirtschaftssystem darstellt und ein Ausschluss hier gravierende Folgen für die gesamte Lebensführung und Lebenschancen hat.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Systemexklusion durch Migrationshintergrund? Zur Chancengleichheit im Bildungssystem
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Soziologie)
Note
1,0
Autor
Dipl. Soz. Päd. (FH) Gerhard S. Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V314130
ISBN (eBook)
9783668131866
ISBN (Buch)
9783668131873
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migrationshintergrund Bildungssystem Teilsysteme Systemtheorie Luhmann Exklusion Inklusion Differenzierung Funktionssysteme empirisch funktional differenzierten Bildung Teilexklusion duale Ausbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl. Soz. Päd. (FH) Gerhard S. Müller (Autor:in), 2010, Systemexklusion durch Migrationshintergrund? Zur Chancengleichheit im Bildungssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314130
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Leseprobe aus  24  Seiten
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