Pflegedokumentation. Einsatz moderner Medien zur Verbesserung des Wissensmanagements in der Pflege


Projektarbeit, 2015
52 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung (Siery)

2 Ausgangssituation / Problemlage (Siery)
2.1 Pflegedokumentationen (Siery)
2.1.1 Bisherige Pflegedokumentation (Siery)
2.1.2 Moderne Pflegedokumentation (Siery)
2.2 Lernschwellen älterer Mitarbeiter (Fehst)

3 Ziele des Projekts (Siery)
3.1 Einarbeitung moderne Pflegedokumentation (Siery)
3.2 Überwindung von Lernschwellen älterer Mitarbeiter (Fehst)

4 Chancenmanagement (Siery)
4.1 Kraftfeldanalyse (Fehst / Siery)
4.2 SWOT-Analyse (Fehst / Siery)

5 Theoretische Grundlagen (Fehst)
5.1 EDV-System COPRA (Siery)
5.1.1 Erfahrungsbericht (Siery)
5.1.2 Anwendbarkeit auf peripheren Stationen (Siery)
5.2 Demografische Entwicklung (Fehst)
5.2.1 Altern (Fehst)
5.2.2 Intelligenz (Fehst)
5.2.3 Lernen im Alter (Fehst)
5.3 Förderung der Lernkompetenz im Alter (Fehst)
5.3.1 Gruppenarbeit/ Gruppen-Experten-Rally (Fehst)
5.3.2 Feedback/ Blitzlicht-Methode (Fehst)
5.3.3 Brainstorming (Fehst)

6 Wissensmanagement (Siery)
6.1 Der Erfolgsfaktor Wissen (Siery)
6.1.1 Wissensmanagementmodell (Siery)
6.1.2 Der integrative Ansatz (Siery)
6.1.3 Instrument des Wissensmanagements (Siery)
6.2 Unternehmenskommunikation im Gesundheitswesen (Siery)
6.3 Projektmanagement (Siery)
6.3.1 Grundsätze des Projektmanagements (Siery)
6.3.2 Projektart (Siery)
6.3.3 Projektmodell (Siery)
6.4 Modernes Projektmanagement (Siery)
6.4.1 Verhaltenstheoretischer Ansatz (Siery)
6.4.2 Die Projektleitung (Siery)
6.4.3 Das Team (Siery)

7 Ablauf (Fehst)
7.1 Projektstrukturplan (Fehst)
7.2 Ablaufplan (Fehst)

8 Umsetzungsbericht (Fehst)

9 Ausblick (Fehst)

10 Quellenverzeichnis (Fehst)

11 Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Geburten und Sterbefälle in Deutschland

Abb. 2: Altersaufbau in Deutschland

Abb. 3: Bevölkerung Deutschlands

Abb. 4: Intelligenzverläufe

Abb. 5 Gruppen-Experten-Rally

Abb. 6: Wissen

Abb. 7: Projektlebenszyklus

Titel der Projektarbeit

Wissensmanagement: Erarbeitung eines theoretischen Konzepts zur Überwindung von Lernschwellen am Beispiel moderner Pflegedokumentation

1 Einleitung (Siery)

Der Demographische Wandel mit seinen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat in den letzten Jahren einen immer höheren Stellenwert eingenommen. Für das Gesundheitswesen bedeutet das z.B., dass immer mehr ältere Menschen in der Pflege arbeiten werden, die Belegschaften somit stetig altern, aber zu wenig jüngere Leute nachrücken. Dieser Entwicklung muss man in Zukunft gerecht werden können

Dem gegenüber steht jedoch der Wandel in Einrichtungen des Gesundheitswesens in Richtung Modernisierung. Diese Modernisierung bedeutet unter Anderem, die Ausweitung des Gebrauchs neuer Medien in der Pflege. Darunter fällt auch die Pflegedokumentation, welche als rechtliche Absicherung und Berechnungsgrundlage immer mehr an Bedeutung gewinnt. Diese Entwicklung stellt viele ältere Mitarbeiter vor große Probleme. Das Stichwort lautet: Lernschwellen älterer Mitarbeiter.

Mit dieser Projektarbeit wollen wir versuchen, Methoden aufzuzeigen, mit denen die alternden Belegschaften in der Pflege und die gleichzeitig ansteigenden Anforderungen an die Mitarbeiter, im Sinne der neuen Medien (Pflegedokumentation), vereint werden können.

Wir wollen ein theoretisches Konzept erarbeiten, mit dessen Hilfe ein EDV-gestütztes Pflegedokumentationssystem auf einer Pilotstation in einem Krankenhaus implementiert werden kann. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den älteren Mitarbeitern, da diese eher skeptisch gegenüber Veränderungen/Neuerungen sind, neue Dinge langsamer und anders erlernen und auch eher Berührungsängste mit einer vermehrten Arbeit am Computer haben. Speziell dafür wollen wir Strategien entwickeln, um diese älteren Mitarbeiter an diese Form der Dokumentation heranzuführen und mit ins Boot zu nehmen.

Zu Beginn der Projektarbeit werden wir die allgemeine Problemlage und unsere Ausgangssituation darlegen. Dann werden wir die bisherige und die moderne Pflegedokumentation und die Lernschwellen älterer Mitarbeiter genauer beschreiben. Im folgenden Punkt nennen wir die genauen Ziele dieser Projektarbeit.

Danach erläutern wir, im Sinne des Chancenmanagements, die Kraftfeldanalyse und die SWOT-Analyse und werden beide auf unser Projekt anwenden.

Für den weiteren Verlauf der Arbeit werden wir dann die theoretischen Grundlagen bereitstellen. Dabei werden wir das EDV-System COPRA beschreiben und einen Erfahrungsbericht zur Arbeit mit diesem System zur Verfügung stellen, den demografischen Wandel und seine Folgen analysieren, das Thema Altern von mehreren Seiten beleuchten und zusätzlich die Förderung der Lernkompetenz im Alter mit geeigneten Methoden darstellen.

Es folgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema Wissensmanagement und Projektmanagement, wobei ein modernes Projektmanagement skizziert wird.

Der nächste Punkt ist ein detaillierter Struktur- und Ablaufplan zur Umsetzung des Projekts. Abschließend werden wir das geplante Projekt in einem Umsetzungsbericht beschreiben und zuletzt einen Ausblick in Form eines Fazits geben.

2 Ausgangssituation / Problemlage (Siery)

Unsere Ausgangssituation für diese Projektarbeit ist die Tatsache, dass an unseren Arbeitsplätzen jeweils ein großer Anteil älterer Mitarbeiter (über 40 Jahre) tätig ist, bei denen offensichtliche Lernschwellen, im Bezug auf Änderungen oder Neuerungen, bestehen. Bei vielen dieser älteren Mitarbeiter scheinen Ängste vor Veränderungen zu bestehen. Ein Beispiel ist der Umgang mit neuen Medien, der möglichst gemieden wird. Wir sind beide jeweils als Führungspersonal tätig und haben beide schon mehrmals die Erfahrung machen müssen, dass wir mit Neuerungsvorschlägen von den älteren Mitarbeitern eher belächelt wurden oder dass solche Vorschläge schlecht angenommen wurden. Die wohl häufigste Reaktion heißt: "Das haben wir aber schon immer so gemacht."

2.1 Pflegedokumentationen (Siery)

Auch im Zusammenhang mit der Pflegedokumentation ist dieser Satz schon des Öfteren gefallen. Dabei hat die Dokumentation in der Pflege in den letzten Jahren einen immer höheren Stellenwert eingenommen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen dient sie als rechtliche Absicherung für die Pflegenden und alle anderen Berufsgruppen, zum anderen ist sie Teil der Berechnungsgrundlage für DRGs oder den MDK.

Die Dokumentationssysteme werden immer ausführlicher und immer detaillierter, was im Regelfall aber auch zu einem höheren Arbeitsaufwand führt. Und da davon auszugehen ist, dass in Zukunft noch genauer, noch ausführlicher und noch mehr dokumentiert werden muss, muss man sich gleichzeitig Gedanken machen, welche Alternativen es zur herkömmlichen Pflegedokumentation in Papierform gibt. Eine Alternative besteht bereits seit mehreren Jahren in Form von EDV-gestützten Pflegedokumentationssystemen, welche eine Menge an Vorteilen mit sich bringen. Im Folgenden werden wir beide Varianten zu einem kurzen Vergleich heranziehen.

2.1.1 Bisherige Pflegedokumentation (Siery)

Jeder der schon einmal im Pflegebereich gearbeitet hat kennt die gängigen Patientenkurven und -akten. Wahrscheinlich gibt es unzählige Varianten, vom Aufbau ist das Prinzip jedoch immer ähnlich. Die Patientenkurve besteht generell aus einem Stammblatt zur Pflegeanamnese, dem Medikamentenplan, einer Fieberkurve, Blättern für Anordnungen und Dokumentation der ärztlichen Tätigkeiten, Prozesserfassung im Sinne der Einschätzung von Risikofaktoren und des Pflegebedarfs plus dem Dokumentationsbogen für die pflegerischen Tätigkeiten. Die Patientenakte bietet die Möglichkeit alle anderen Unterlagen des Patienten abzuheften. Dazu gehören z.B. der ärztliche Anamnesebogen, alte Arztbriefe, Laborbefunde, Radiologiebefunde, Konsilscheine, Dokumente und Befunde der Funktionsdiagnostik, Aufklärungsbögen für Untersuchungen und Eingriffe sowie alle anderen pflegerischen und ärztlichen Dokumente.

Die Vorteile dieser Art der Dokumentation sind einerseits die Tatsache, dass sie schnell erlernbar ist bzw. von den meisten beherrscht wird und andererseits Immunität gegen die Ausfälle von EDV-Systemen bietet.

Unserer Meinung nach überwiegen hier jedoch die Nachteile. Eine solche Art der Dokumentation ist auf jeden Fall nicht mehr zeitgemäß. Sie kostet Zeit, welche am Patienten oder in anderen Bereichen der Pflege und des Berufsalltags verloren geht. Bei der Aufnahme muss beispielsweise für jeden Patienten eine neue Kurve angelegt werden, welche komplett handschriftlich ausgefüllt werden muss. Dann muss diese Kurve im weiteren Verlauf ständig aktualisiert werden, alle Neuerungen, Änderungen und alles was sonst dokumentiert wird muss handschriftlich erfolgen. Somit nimmt das Anlegen einer neuen Patientenkurve und die laufende Aktualisierung sehr viel Zeit in Anspruch. Was zudem noch Zeit kostet und Arbeitsabläufe behindert ist die Tatsache, dass Kurven und/oder Akten oft nicht für die Pflegedokumentation zur Verfügung stehen, da sie mit oder ohne Patient unterwegs sind oder von anderen Berufsgruppen bearbeitet werden.

Das genannte handschriftliche Bearbeiten der Kurven führt zum nächsten Nachteil: die Handschrift vieler Mitarbeiter. Ob aus dem Bereich der Pflege, der Ärzte oder anderer Berufsgruppen. Jede Handschrift ist etwas sehr persönliches und individuelles. Aber eine unleserliche oder nicht eindeutige Handschrift kann zu Fehlern in der Behandlung und Pflege führen. Eine ärztliche Anordnung, die nicht eindeutig entziffert werden kann oder die Pflegedokumentation von Arbeitskollegen, die nicht für jeden lesbar ist, können schnell zu Missverständnissen und Fehlern führen.

Die Kosten sind ein weiterer Faktor, sei es bei der Materialbeschaffung oder bei der späteren Entsorgung. Des Weiteren hat man einen zusätzlichen Arbeits- und Kostenaufwand bei der Kodierung und Archivierung der Patientendaten nach Entlassung.

2.1.2 Moderne Pflegedokumentation (Siery)

Bei EDV-gestützten Pflegedokumentationssystemen kann man sich die Funktionsweise in etwa so vorstellen, dass die vorab beschriebenen Patientenkurven/-akten über ein entsprechendes Programm im PC dargestellt werden. Für jede Seite der Kurve oder Akte gibt es eine entsprechende Seite im Programm, die seperat angewählt und bearbeitet werden können.

Solche Pflegedokumentationssysteme bieten eine Menge Vorteile. Nach entsprechender Einarbeitung ist ein solches Prgramm quasi selbsterklärend und es kann prinzipiell viel Zeit bei der Pflegedokumentation gespart werden, womit mehr Zeit für pflegerische oder andere Tätigkeiten bleibt. Es kann also deutlich effizienter gearbeitet werden. Die virtuellen Patientenkurven sind wesentlich übersichtlicher und man verirrt sich nicht im alltäglichen Papierchaos.

Zudem hat, je nach System und Vernetzung, jeder Berechtigte von überall Einsicht in die Daten und kann damit arbeiten. Wieder ein Faktor, wodurch Zeit gespart wird und die Arbeitsabläufe deutlich effizienter gestaltet werden können. Ein elektronisches Pflegedokumentationssystem ist vor allem eindeutig! Es kann nicht zu Fehlern oder Missverständnissen bei der Bearbeitung kommen, weil die Handschrift eines Mitarbeiters nicht gelesen werden kann.

Nach Entlassung eine Patienten müssen nicht erst alle Unterlagen zusammengesucht, ageheftet, kodiert, eingescannt und archiviert werden. Da alle Daten schon auf dem Server gespeichert sind, ist dieser Ablauf auch wesentlich einfacher und kostet weniger Zeit.

Aber auch hier gibt es einige Nachteile die zu nennen sind. Bei technischen Ausfällen aller Art oder bei einem Serverabsturz fällt natürlich auch das System aus. Die Daten gehen dabei im Regelfall nicht verloren, jedoch kann wärenddessen nicht weiter über das System gearbeitet werden.

Bei der Anschaffung, Installation und Implementierung kommt es zunächst zu hohen Kosten, zudem müssen die EDV-Mitarbeiter eingewiesen und geschult werden, ebenso wie alle anderen Mitarbeiter, welche mit dem System arbeiten sollen. Das kostet wiederum Zeit.

2.2 Lernschwellen älterer Mitarbeiter (Fehst)

Auf der einen Seite wird der Anteil der älteren Mitarbeiter im Gesundheitswesen aufgrund des Demografischen Wandels immer größer, andererseits steigen aber die Anforderungen an die Mitarbeiter („Lebenslanges Lernen“). Aufgrund der wachsenden Anforderungen an die Mitarbeiter in Bezug auf Modernisierung im Unternehmen, entstehen auch immer größere, schwer überwindbare Lernschwellen. Lebenslanges Lernen ist seit einiger Zeit ein wichtiges Thema einiger politischer Initiativen, Unternehmen und der empirischen Forschung. Aufgrund der Alterung der Belegschaften sind sich alle einig, dass der Bedarf an Weiterbildungen für Mitarbeiter jenseits der 40 rapide steigt. Bisher waren diese nicht die Zielgruppe von Personalentwicklung und Weiterbildungen. (vgl. Roßnagel 2008) Daraus resultierend, gibt es wenige Personalverantwortliche, die sich mit dem Thema Lernen im Alter befasst haben, aber jetzt vor der Herausforderung stehen die ältere Belegschaft an moderne Arbeitsweisen heranzuführen.

3 Ziele des Projekts (Siery)

Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, dass Lernschwellen bei älteren Mitarbeiten, in diesem Fall im Gesundheitswesen, durch kluge und sinnvolle Methoden, überwunden werden können. Das werden wir beispielhaft an der Einführung eines EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems verdeutlichen.

Um die Einführung, die Umsetzung und die Etablierung einer solchen, modernen, Pflegedokumentation zu ermöglichen, bedarf es einer klugen Implementierung des jeweiligen Systems. Diese soll in Form eines Pilotprojektes auf einer ausgewählten Pflegestation in einem Krankenhaus geschehen.

Der Fokus liegt dabei vor allem auf den älteren Mitarbeitern der Station. Mit dieser Projektarbeit wollen wir ein spezielles Vorgehen, durch eine schrittweise Heranführung im Sinne des kooperativen Lernens, entwickeln. Dadurch wiederum soll den Mitarbeitern ermöglicht werden, ihre Lernschwellen, im Bezug auf neue Medien, zu überwinden.

3.1 Einarbeitung moderne Pflegedokumentation (Siery)

Die Implementierung einer modernen und zeitgemäßen Pflegedokumentation selbst hat mehrere Ziele. Zum einen soll erreicht werden, dass durch die Zeitersparnis bei der Dokumentation mehr Zeit für die Pflege und für die Patienten bleibt. Zudem sollen insgesamt die Arbeitsabläufe deutlich effizienter gestaltet werden. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die virtuellen Patientenkurven von überall bearbeitet werden können und dass sie so immer für die Bearbeitung zur Verfügung stehen. Zudem spielt der verwaltungstechnische Aspekt eine weitere Rolle, wobei die Massen an Dokumenten in Papierform deutlich reduziert werden und somit auch die Arbeit der Kodierung und Archivierung wesentlich einfacher wird. Die mögliche Fehlerquelle der persönlichen Handschrift wird durch die Eindeutigkeit des Systems (Schriftart) reduziert, wodurch mit einer Fehlerminimierung in den Behandlungsprozessen gerechnet werden kann.

3.2 Überwindung von Lernschwellen älterer Mitarbeiter (Fehst)

Ein weiteres Ziel und damit das Hauptziel dieser Projektarbeit ist es Methoden zu finden und darzustellen, mit denen man Lernschwellen älterer Mitarbeiter in Bezug auf Neuerungen im Unternehmen überwinden kann. Es sollen Methoden sein, die die Mitarbeiter in den Lernprozess integrieren, um ihnen so die Ängste zu nehmen und mehr Akzeptanz für Neues zu schaffen. Um die Methoden zu verbildlichen, stellen wir diese in dem Prozess „Implementierung eines EDV Dokumentationssystem auf einer Pilotstation“ dar.

4 Chancenmanagement (Siery)

Jedes Projekt birgt gewisse Risiken. Jedoch sind nicht immer alle im Vorfeld planbar und ergeben sich erst im Verlauf des Projekts. Bei bekannten Risiken empfiehlt es sich durch ein Risikomanagement entsprechende risikominimierende Maßnahmen einzuleiten. Die Risiken die vorab nicht bekannt sind und erst später zu identifizieren sind, müssen, sobald sie auftreten, in ihrer Bedeutung bewertet werden. Danach entscheidet sich, ob sie zu vernachlässigen sind oder ob mit bestimmten Maßnahmen auf sie reagiert werden muss. In allen Fällen gilt jedoch, dass alle bestehenden oder auftretenden Risiken gleichzeitig auch Chancen bedeuten. Ein gutes Risikomanagement ist also auch ein gutes Chancenmanagement. Die einzelnen Schritte eines Risiko- und Chancenmanagements sind das Erkennen, die Einschätzung und das Management der Risiken oder Chancen. Zuletzt werden die Erfolge und Wirkungen verfolgt und ausgewertet. (vgl. Wagner 2010, S. 36)

Nach Dr. Hans-Dieter Litke gibt zwei Formen der Risikoanalyse. Und zwar die analytische Methode und/oder die Risikoanalyse mittels Computersimulation. (vgl. Litke 2007, S. 148)

Aus organisatorischen Gründen werden wir uns der analytischen Methode bedienen, wobei wir die Instrumente Kraftfeldanalyse und SWOT-Analyse ausgewählt haben.

4.1 Kraftfeldanalyse (Fehst / Siery)

Diese Methode ist auf Kurt Lewin (1890 – 1947) zurückzuführen. Sie basiert auf seiner Veränderungstheorie, wobei ursprünglich "die Auswirkungen von Führungsstilen auf verschiedene Gruppen"[1]. untersucht wurden. Die daraus gewonnenen Ergebnisse werden als Gruppendynamik bezeichnet. Das Instrument der Kraftfeldanalyse kann dem Change Management zugeordnet werden. Dabei sollen Veränderungspotentiale geplant, eingeleitet, durchgeführt und eingeschätzt werden. Im nächsten Schritt werden dann treibende und hemmende Kräfte identifiziert, gegenübergestellt (z.B. in einer Tabelle) und dann gewichtet. Dabei sollte immer der Abbau der bedeutensten hemmenden Faktoren im Mittelpunkt stehen.

Wir werden nun eine Auflistung/Gegeüberstellung der identifizierten treibenden und hemmenden Faktoren in tabellarischer Form durchführen. Dabei werden wir gleichzeitig auch schon die Sortierung nach Gewichtung vornehmen. Die einzelnen Punkte sind sehr allgemein gehalten, da das zu erarbeitende Konzept vorerst für die Theorie geplant ist, aber dennoch in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens vielseitig einsetzbar sein soll.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie aus der Tabelle zu ersehen, ist unserer Meinung nach das interessierte Personal von besonderer Bedeutung für Veränderungen. Dabei geht es vorrangig um die Verantwortlichen aus der Führungsebene, aber auch das Personal aus dem betroffenen Bereich und anderen Berufsgruppen. Die nötigen technischen Voraussetzungen, als treibende Kraft, sind heutzutage in den meisten Bereichen des Gesundheitswesens, in Form von Computern an den Arbeitsplätzen und einer Intra- und/oder Internetvernetzung, vorhanden. Jüngere Mitarbeiter in einem Team können ebenfalls Veränderungen unterstützen, da sie meistens offener für Neuerungen sind, auch bedingt durch die bessere Fähigkeit neue Dinge schneller zu erlernen und umzusetzen. Aber auch der chronische Zeitmangel in den meisten Bereichen des Gesundheitswesens und das vielerorts vorherrschende "Papierchaos" der Unterlagen können Veränderungen begünstigen.

Der entscheidende hemmende Faktor auf der anderen Seite sind Verantwortliche aus der Führungsebene, die Veränderungen gegenüber negativ eingestellt sind, sei es aus organisatorischen oder finanziellen Gründen oder schlicht aus Gewohnheit. Ein Argument solcher Leute, könnte der nächste Punkt sein, nämlich die relativ hohen Anschaffungskosten für ein solches System. Ältere Mitarbeiter in einem Team können Veränderungen erschweren. Im Falle unseres Projekts ist es zu erwarten, da ältere Menschen eher Berührungsängste mit EDV-Systemen haben und neue Dinge nicht mehr so leicht erlernen und umsetzen können. Laut unserer Kraftfeldanalyse ist dieser Punkt im Gesamtzusammenhang nicht der wichtigste. Dennoch haben wir das Hauptaugenmerk unserer Projektarbeit auf die älteren Mitarbeiter gelegt, da im Sinne von Personalmanagement und Personalentwicklung hier die meisten Potenziale liegen. Zudem kann durch einen Abbau dieser Rückhaltekraft ein großer Schritt in Richtung der erfolgreichen Umsetzung des Projekts getan werden. Der letzte Punkt der Tabelle, der hohe zu erwartende Einarbeitungs- und Schulungsbedarf kann im Zuge der Bearbeitung des vorherigen Punktes relativiert werden.

4.2 SWOT-Analyse (Fehst / Siery)

Die SWOT-Analyse ist ein hilfreiches Tool, um in Unternehmen, z.B. im Bereich des Projektmanagements, Chancen und Risiken zu ermitteln. Die Grundidee dabei ist es, Möglichkeiten zu entwickeln, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren. SWOT steht für die englischen Begriffe Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats, also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.

Der erste Schritt der Analyse ist die Identifizierung der Stärken und Schwächen des Vorhabens/Projekts. Die Auflistung und Gegenüberstellung der Stärken und Schwächen unseres Projekts stellen wir in Form einer Tabelle dar. (vgl. http://www.fuer-gruender.de/wissen/existenzgruendung-planen/swot-analyse/)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im zweiten Schritt werden wir nun die Chancen und Risiken des Projekts erarbeiten, indem wir die aktuellen und zukünftig relevanten Trends der Branche den bereits genannten Stärken und Schwächen gegenüberstellen. (vgl. http://www.fuer-gruender.de; SWOT Analyse)

Gegenüberstellung mit den Stärken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gegenüberstellung mit den Schwächen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um im Rahmen der Vorgaben zu dieser Projektarbeit und bei unserem Hauptthema zu bleiben, werden wir an dieser Stelle nicht auf alle Punkte einzeln eingehen. Durch diese Ausarbeitung in tabellarischer Form wird jedoch der Zusammenhang zwischen der genannten Schwäche "mögliche Blockaden durch ältere Mitarbeiter" und den beiden Trends "Mangel an Pflegenachwuchs" und Üneralterung des Personals" deutlich. Diese drei Faktoren ergeben ein klares Risiko für das Projekt. Aber wie zu Beginn schon erwähnt, können auftretende Risiken gleichzeitig auch Chancen bedeuten. Daher werden wir im weiteren Verlauf Möglichkeiten aufzeigen, wie diese Rückhaltekraft abgebaut bzw. das vorhandene Risiko in eine Chance transformiert werden kann.

5 Theoretische Grundlagen (Fehst)

Mit dieser Projektarbeit wollen wir, am Beispiel der Überwindung von Lernschwellen älterer Mitarbeiter, eine moderne Form der Pflegedokumentation etablieren. Dafür werden wir in diesem Kapitel, in theoretischer Abhandlung, das Medium des EDV-gestützten Pflegedokumentationssystems genauer betrachten, nebst eines kurzen Erfahrungsberichts über die Arbeit mit dem sogenannten COPRA System. Zusätzlich werden wir uns mit dem Demografischen Wandel und seinen Folgen sowie mit der Thematik des Alterns und seinen Folgen beschäftigen. Anschließend geben wir einen Einblick in die theoretischen Grundlagen der Förderung der Lernkompetenz im Alter und werden drei verschiedene Methoden vorstellen.

5.1 EDV-System COPRA (Siery)

COPRA steht für Computer Organized Patient Report Assitant. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Patienten-Daten-Management-System (PDMS), welches es dem Nutzer ermöglicht, eine elektronische Pflegedokumentation am Computer durchzuführen, wobei auf die herkömmliche Papierdokumentation verzichtet werden kann. Das System wurde bereits 1993 an der Universität Leipzig im medizinischen Bereich entwickelt und erfüllt somit die Bedürfnisse der Berufsgruppen in Krankenhäusern. Es bestehen eine Vielzahl von Vorteilen gegenüber der Papierdokumentation, wobei hier auf Kapitel 2.1.2 verwiesen sei. Dort werden einige dieser Vorteile bereits besprochen, weshalb wir an dieser Stelle davon absehen. Wir wollen das Thema jedoch um zwei weitere, vom Hersteller genannte, Punkte ergänzen. Zum Einen soll durch die Arbeit mit COPRA und die dadruch resultierende Zeitersparnis die Patientensicherheit und die Pflegequalität gesteigert werden. Zum Anderen hat man bei der Arbeit mit dem System eine höhere Rechtssicherheit, da alle Eingaben im System exakt nachvollziehbar sind. (vgl. http://www.copra-system.de/ )

5.1.1 Erfahrungsbericht (Siery)

Das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum verwendet COPRA in einigen Bereichen der stationären Pflege. Ich selbst war auf der Operativen Intensivstation tätig, wo mit dem System gearbeitet wird. Zu Beginn meiner dortigen Tätigkeit war es sehr ungewohnt, jegliche Form der Dokumentation papierlos, am Computer durchzuführen. Nach einiger Zeit und etwas Einarbeitung lernte ich diese Art der Pflegedokumentation jedoch sehr zu schätzen. Das System selbst ist eigentlich selbsterklärend, sehr übersichtlich, eindeutig und extrem benutzerfreundlich. Nach der Um- und Eingewöhnung bei der Arbeit mit COPRA habe ich dann nach und nach gemerkt, dass ich deutlich weniger Zeit mit der Dokumentation verbracht habe als bei der Arbeit mit herkömmlichen Formen der Papierdokumentation und somit wesentlich mehr Zeit für die Pflege hatte. Ich fand es erstaunlich, wie viel einfacher und vor allem übersichtlicher eine Pflegedokumentation sein kann. Die Vorgaben des Systems sind zwar klar definiert, jedoch besteht die Möglichkeit, für jeden Patienten eine individuelle Dokumentation zu erstellen.

5.1.2 Anwendbarkeit auf peripheren Stationen (Siery)

Einige Funktionen des Systems, wie die Dokumentation von Beatmungsparametern, Daten von Dauerinfusionstherapien oder Vitalparametern mehrmals die Stunde, oder sogar kontinuierlich, sind sehr spezifisch für eine Intensivstation. Jedoch ist die Anwendbarkeit, auch laut Hersteller, dadurch nicht auf solche Funktionsbereiche beschränkt. Auch auf einer peripheren Pflgestation werden mindestens einmal täglich die Vitalzeichen aller Patienten gemessen und dokumentiert. Es werden ebenfalls Infusionen verabreicht, Bilanzierungen erfasst etc. Egal welche pflegerische oder medizinische Maßnahme oder Tätigkeit, es muss in jedem Fall alles dokumentiert werden. Und die großen Vorteile eines solchen Systems sind die Zeitersparnis und die Übersichtlichkeit und Eindeutigkeit. Damit wir uns nicht erneut wiederholen, sei kurz gesagt, dass eine solche Form der Pflegedokumentation auch für andere Bereiche der stationären Versorgung in Krankenhäusern bestens geeignet ist.

5.2 Demografische Entwicklung (Fehst)

In Deutschland als auch in vielen anderen Industrieländern zeichnen sich seit den 1970er Jahren einige Veränderungen der Bevölkerung ab, welche als demografischer Wandel bezeichnet werden. „Demografie" bedeutet "Beschreibung der Bevölkerung". Die Demografie beschreibt die Größe, Zusammensetzung und Strukturen der Bevölkerung und zeigt deren Entwicklungen auf. Kern des demografischen Wandels ist die konstant niedrige Geburtenrate bei gleichzeitig erhöhter Lebenserwartung.

Man spricht von drei grundlegenden Entwicklungen, die die Bevölkerung in den kommenden Jahren stark verändern werden. (BMBF Bügerdialog Demografischer Wandel 862)

[...]


[1] Vgl. http://www.medizinfo.de/quality/html/kraftfeld.html

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Pflegedokumentation. Einsatz moderner Medien zur Verbesserung des Wissensmanagements in der Pflege
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autoren
Jahr
2015
Seiten
52
Katalognummer
V314182
ISBN (eBook)
9783668142749
ISBN (Buch)
9783668142756
Dateigröße
1023 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pflegedokumentation, einsatz, medien, verbesserung, wissensmanagements, pflege
Arbeit zitieren
Peter Fehst (Autor)David Michael Siery (Autor), 2015, Pflegedokumentation. Einsatz moderner Medien zur Verbesserung des Wissensmanagements in der Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314182

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