Das Ökosystem Wald hat innerhalb der Biosphäre einen großen Rang inne. Insbesondere für den Menschen ist es als Sauerstoffproduzent und Rohstofflieferant unentbehrlich. Der Boden als Teil dieses Ökosystems hat dabei, für den Laien auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort erkennbar, eine sehr große Bedeutung für den Wald. Als Nährstofflieferant, Fundament und Lebensraum bildet er die Basis des Ökosystems Wald.
Die Bedeutung des Waldbodens kann jedoch auch über seine direkte Position hinaus Einfluss auf andere Ökosysteme haben. Insbesondere wenn man den Boden als Wasserspeicher betrachtet. So kann er als zugehöriges Einzugsgebiet eines Fluss entscheidend zu dessen Zustand und Entwicklung beitragen. Eine weitestgehend verbreitete Theorie ist dabei, den Wald als wasserrückhaltend zu sehen.
In dieser Arbeit soll sich mit der anthropogenen Beeinflussung des Waldbodens auseinandergesetzt werden. Speziell soll die Frage untersucht werden, inwiefern sich verdichtete lineare Flächen im Soonwald auf das Hochwasser der Nahe auswirken. Dazu werden exemplarisch im Einzugsgebiet des Lametbaches im Soonwald die Bodeninfiltrationsraten in Rückegassen und weiteren verdichteten Fahrspuren, sowie in unbeeinträchtigter Böden ermittelt und verglichen.
Zu Beginn wird in dieser Ausarbeitung die Grundlage der Untersuchung vorgestellt, zu der Hydrologische Grundlagen und der Begriff der Bodenverdichtung zählen. Im Anschluss werden relevante Faktoren im Bezug auf das Untersuchungsgebiet erörtert. Schließlich wird die Methodik der Infiltrationsmessung dargelegt und die Erhebung der Daten dargestellt. Zum Abschluss finden eine Auswertung und ein Vergleich dieser Daten statt. Außerdem wird eine eingehende Fehleranalyse der Vorgehensweise vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Grundlage der Untersuchung
- 1.1 Hydrologische Grundlagen
- 1.2 Bodenverdichtung
- 2. Relevante Faktoren am Standort
- 2.1 Lage, Eingrenzung, Einzugsgebiet
- 2.2 Boden
- 3. Die Methode der Infiltrationsmessung
- 4. Erhebung der Daten
- 5. Auswertung und Vergleich der Daten
- 6. Fehleranalyse
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von verdichteten linearen Flächen im Soonwald auf das Hochwasser der Nahe. Hierbei wird exemplarisch im Einzugsgebiet des Lametbaches das Infiltrationsvermögen von Böden in Rückegassen und weiteren verdichteten Fahrspuren mit unbeeinträchtigten Waldböden verglichen.
- Hydrologische Grundlagen und die Bedeutung des Waldbodens als Wasserspeicher
- Der Einfluss von Bodenverdichtung auf die Infiltrationsrate
- Die Methode der Infiltrationsmessung mit dem Doppelringinfiltrometer
- Analyse der Infiltrationsraten an verschiedenen Standorten
- Fehleranalyse der Messmethode und mögliche Verbesserungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Hintergrund der Untersuchung dar und erläutert die Bedeutung des Waldes und seines Bodens für den Wasserhaushalt. Kapitel 1 beleuchtet die hydrologischen Grundlagen, insbesondere die Infiltrationskapazität von Böden, und erklärt den Begriff der Bodenverdichtung. Kapitel 2 beschreibt das Untersuchungsgebiet, seine Lage, das Einzugsgebiet des Lametbaches und die relevanten Bodenmerkmale. Kapitel 3 stellt die Methode der Infiltrationsmessung mit dem Doppelringinfiltrometer vor und erklärt deren Funktionsweise. Kapitel 4 beschreibt die Erhebung der Daten, die Durchführung der Messungen und die dabei auftretenden Schwierigkeiten. Kapitel 5 analysiert und vergleicht die gewonnenen Daten, indem die Infiltrationsraten und die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit der Böden untersucht werden. Kapitel 6 nimmt eine kritische Fehleranalyse der durchgeführten Messungen vor und diskutiert mögliche Verbesserungen der Methode. Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Bedeutung der Ergebnisse für den Hochwasserschutz.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Bodenverdichtung und deren Auswirkungen auf das Infiltrationsvermögen von Böden. Weitere zentrale Begriffe sind Hydrologie, Waldboden, Wasserrückhalt, Hochwasser, Doppelringinfiltrometer, Infiltrationsrate, hydraulische Leitfähigkeit, und Fehleranalyse.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst Bodenverdichtung den Wasserhaushalt im Wald?
Verdichtete Böden haben ein deutlich geringeres Infiltrationsvermögen, was dazu führt, dass Regenwasser oberflächlich abfließt, statt gespeichert zu werden.
Was sind Rückegassen und warum sind sie problematisch?
Rückegassen sind unbefestigte Wege für Forstmaschinen. Die schwere Last führt zu massiver Bodenverdichtung, die über Jahrzehnte bestehen bleibt.
Wie wurde das Infiltrationsvermögen gemessen?
Die Untersuchung nutzte die Methode der Infiltrationsmessung mit einem Doppelringinfiltrometer, um die Versickerungsrate im Soonwald zu bestimmen.
Welchen Einfluss hat der Waldboden auf Hochwasser?
Ein gesunder Waldboden wirkt als Schwamm; ist er verdichtet, steigt die Hochwassergefahr für angrenzende Flüsse wie die Nahe durch schnelleren Abfluss.
Was ist die gesättigte hydraulische Leitfähigkeit?
Ein Kennwert, der angibt, wie schnell Wasser durch einen vollständig gesättigten Boden fließen kann – bei verdichteten Böden ist dieser Wert extrem niedrig.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Jacob (Autor:in), 2011, Vergleichende Betrachtung des Infiltrationsvermögens unverdichteter und verdichteter Waldböden im Einzugsgebiet des Lametbaches (Soonwald), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314191