Darstellung und Folgen von Verschwörungstheorien. Analyse der Anschläge vom 11. September 2001


Facharbeit (Schule), 2015
29 Seiten, Note: 15 Punkte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung … 3

1 Darstellung von Verschwörungstheorien … 4
1.1 Begriffserläuterung … 4
1.2 Historischer Abriss … 6
1.3 Funktionen von Verschwörungstheorien … 7

2 Offizielle Erklärung des 11.9. … 8

3 Auswahl von Verschwörungstheorien … 10
3.1 Einsturz der Zwillingstürme … 10
3.2 World Trade Center Nr. 7 … 12
3.3 Einschlag eines Flugzeuges im Pentagon … 13
3.4 Absturz bei Shanksville, Pennsylvania … 14
3.5 Rolle der Geheimdienste … 15

4 Folgen … 17
4.1 Folgen für die USA … 17
4.2 Folgen für Deutschland und Europa … 18

5 Prüfen, wem Verschwörungstheorien des 11.9. nützen … 19

Anhang … 21

Literatur- und Quellenverzeichnis … 24

Einleitung

11. September 2001. Vier Passagierjets werden entführt, zwei steuern in die Zwillingstürme des World Trade Center, ein weiteres in das Pentagon und ein letztes stürzt nahe dem Ort Shanksville ab. Über 3.000 Menschen verlieren an diesem Tag ihr Leben, die Täter sind von offizieller Seite und den Medien schnell ausgemacht: islamistische Terroristen, allen voran der al-Qaida Anführer Osama bin Laden als Drahtzieher der Anschläge. Die weiteren Untersuchungen durch eine Kommission erscheinen vielen Menschen äußerst suspekt, der 2004 veröffentlichte Abschlussbericht lässt viele Fragen offen. Platz für alternative Erklärungsansätze bieten Presse und Fernsehen nicht. Kritiker, welche der offiziellen Version widersprechen, werden als Verschwörungstheoretiker diskreditiert, teilweise sogar als verrückt dargestellt. Bis heute haben sich unzählige Verschwörungstheorien zu 9/11 im Internet angehäuft, es gibt Bürgerbewegungen zum Beispiel „9/11 Truth Movement“ oder die „Architects & Engenieers for 9/11 Truth“, eine Vereinigung Intellektueller, welche die Erklärungen der Regierung in Frage stellen.

Doch was ist eine Verschwörungstheorie überhaupt und warum ruft sie bei den meisten Menschen solch negative Assoziationen hervor? Dieser Aspekt stellt den ersten Teil meiner Facharbeit dar, indem ich den Begriff zunächst definiere und anhand von Beispielen erläutere. Zudem gehe ich kurz auf die Geschichte von Verschwörungstheorien ein, sowie deren einzelne Funktionen. Im Hauptteil der Arbeit beschäftige ich mich mit den Ereignissen des 11. Septembers, denn die Terroranschläge sind nicht nur aufgrund ihrer grausamen Realität sondern auch wegen einer ungenügenden Aufklärung durch offizielle Organe ein geeigneter Ansatzpunkt für derartige Theorien. Hierbei besteht mein Ziel nicht in einer Beurteilung, welche Thesen richtig oder falsch sein könnten, vielmehr will ich einzelne Verschwörungstheorien vorstellen und sie analysieren. Ferner werde ich sowohl die Folgen der Angriffe, welche dramatische innen- und weltpolitische Umbrüche nach sich zogen, als auch die Auswirkungen der Verschwörungstheorien untersuchen. Zum Schluss meiner fachwissenschaftlichen Arbeit prüfe ich, wem Verschwörungstheorien speziell angewandt auf die Ereignisse 9/11 nützen.

Meine Wahl fiel auf das Phänomen Verschwörungstheorien, da sie zunächst ein interessantes und kontroverses Thema darstellen, mit welchem ich mich bereits zuvor beschäftigte. Außerdem kommen Verschwörungstheorien in unserer Gesellschaft eine bedeutende Rolle zu, ohne dass sie bisher in einem entsprechenden Umfang wissenschaftlich untersucht wurden.

1 Darstellung von Verschwörungstheorien

1.1 Begriffserläuterung

Der Begriff Verschwörungstheorie setzt sich aus den beiden Substantiven „Verschwörung“ und „Theorie“ zusammen. Wer nun in Wörterbüchern oder Lexika nach ersterem sucht, findet unter anderem die Definition „Verabredung mehrerer zur gemeinsamen Begehung eines Verbrechens“. [i] Zunächst mag diese Begriffsbestimmung negativ klingen, doch wendet man sie auf unseren Alltag an, wird deutlich, dass Verschwörungen das Normalste auf der Welt sind und nicht zwingend ein Verbrechen darstellen. Zwei verabreden sich hinter dem Rücken eines Dritten, um sich einen Vorteil zu verschaffen, dieser Fall tritt in beinahe allen Lebenssituationen ein, ob am Arbeitsplatz, im Schulleben oder auch in Politik und Wirtschaft. Die meisten Verschwörungen gibt es vielleicht sogar in der Liebe, die Annahme, dass er oder sie einen zweiten Partner hat, gehört wahrscheinlich zu den ältesten Verschwörungstheorien. Womit wir beim zweiten Begriff angelangt sind, der Theorie. Sie beschreibt ein „Modell der Realität, welches auf Beobachtungen, Indizien bzw. Prognosen basiert“.[ii] Wenn Personen also ein geheimes Handeln bei anderen vermuten, stellen sie diesbezüglich eine Theorie auf, weshalb man sie als Verschwörungstheoretiker bezeichnen darf. Demzufolge könnte fast jeder Mensch ein Verschwörungstheoretiker sein, ohne dass er es vielleicht selbst so empfindet. Wenn beispielsweise Tankstellen kurz vor den Ferien die Preise anheben, unterstellen viele Autofahrer den Ölkonzernen eine geheime Preisabsprache, also eine Verschwörung. Da diese Vermutung nur auf Indizien und Vermutungen beruht, handelt es sich dabei zweifelsfrei um eine Verschwörungstheorie, verbreitet von den verärgerten Autofahrern.

Verschwörungstheorien unterteilt man nach Reinalter in zwei verschiedene Haupttypen, zum einen die Zentralsteuerungshypothese, die versucht, ein Ereignis rational zu erschließen. Zum anderen die Verschwörungsideologie, welche auf einem irrationalen Charakter basiert. [iii] Erstere erkennt hinter bestimmten Phänomenen ein konspiratives Wirken von Einzelnen oder Gruppen, beispielsweise Geheimdiensten oder Geheimbünden.[iv] Dies muss nicht unbegründet sein, da Verschwörungen dieser Art oft in der Realität vorkommen, als Beispiele sind Lobbyismus, mafiose Strukturen und Wirtschaftskriminalität zu nennen. Die Zentralsteuerungshypothese erhebt den Anspruch der Wissenschaftlichkeit und sollte deshalb auch korrekturfähig sein, denn „Sonst wäre sie eben keine Hypothese mehr, sondern bereits eine zum Vorurteil erstarrte pseudowissenschaftliche Glaubensüberzeugung, wie es bei Verschwörungsideologien der Fall ist“.[v] Das Handeln, auf welches sich solche Verschwörungsideologien beziehen, ist demnach nicht empirisch überprüfbar. Vielmehr sehen sie dahinter eine Zentralsteuerung des „großen Ganzen“.[vi] Ein wichtiges Merkmal von Anhängern solcher Verschwörungsideologien ist die Intoleranz gegenüber anderer Meinungen. Wer an den dargebotenen Erklärungsansätzen zweifelt, wird entweder als erpresst, getäuscht oder gar als Mitverschwörer abgestempelt. Oft wird auch das Fehlen oder Vorenthalten von Beweisen gerade als Beweis einer Verschwörung gewertet. Die im Internet kursierende Bielefeld-Verschwörung, die die Existenz der Stadt Bielefeld in Frage stellt, ist ein satirisches Beispiel für die typisch angewandte Argumentationsstruktur von Verschwörungsideologien. Die vermuteten Verschwörungen werden teilweise in ihrer Struktur als unbeweisbar konstruiert, was den Widerstand von Gegnern oder Kritikern gegenüber den Anhängern der Verschwörungsideologien erschwert.

Theoretisch sollten sich also diskutable Verschwörungstheorien mit konkreten Fakten von Verschwörungsideologien, die hinter jedem Ereignis das mutwillige und geheime Handeln einzelner Personen oder Personengruppen vermuten, differenzieren lassen. Weitaus komplizierter stellt sich dies in der Praxis dar, denn laut Reinalter sind die Grenzen zwischen einem nahe liegenden Verdacht und einem paranoiden Verschwörungsmythos oft fließend. [vii] Die unterschiedlichen Deutungen verschmelzen vor allem dann, wenn eine Zentralsteuerungshypothese nicht mehr überprüfbar ist. Dieser Umstand ist nicht unwahrscheinlich, da echte Verschwörungen von absoluter Geheimhaltung geprägt und deshalb äußerst schwer nachzuweisen sind. ist. Beispielhaft für einen solchen Sachverhalt ist die Verschwörungstheorie um den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, er soll ihm bewusste Hinweise über den geplanten Angriff japanischer Kampfflugzeuge auf die Militärbasis Pearl Harbour vorsätzlich verschwiegen haben, um den Beitritt der USA in den Zweiten Weltkrieg gegenüber der Öffentlichkeit begründen zu können. Diese Vermutung ist keiner der beiden Typen von Verschwörungstheorien zweifelsfrei zuzuordnen. Grund dafür ist zum einem der Mangel an Fakten, zum anderem unterliegen die vorhandenen Fakten meist Werturteilen, welche nicht objektiv überprüfbar sind.

Zur Differenzierung von Zentralsteuerungshypothesen und Verschwörungsideologien nennt Reinalter zwei Kriterien, erstens den Grad der Abschottung bzw. Offenheit gegenüber anderen Erklärungsansätzen und zweitens ihre Funktion und Macht in der Politik.[viii] Wenn eine Verschwörungstheorie nun offensichtlich einem politischen Zweck nutzt, dann kann man sie als Verschwörungsideologie bezeichnen. [ix] Als Beispiel ist hierbei die Dolchstoßlegende zu nennen. Nach der Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg streute die Oberste Heeresleitung eine Verschwörungstheorie, um das Versagen des Militärs zu vertuschen. Die Sozialisten wurden zusammen mit den Juden beschuldigt, das deutsche Volk an der Heimatfront verraten zu haben. In der Weimarer Republik entwickelten sich aus dieser Verschwörungstheorie nationalistische Gruppen mit antidemokratischer Grundhaltung, bis im Jahr 1924 Adolf Hitler in „Mein Kampf“ diesen Grundgedanken aufgriff und in eine jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung umarbeitete.[x] Seine These rechtfertigte er mit den gefälschten „Protokollen der Weisen von Zion“. Zweifellos ist dies eine der bedeutendsten Verschwörungsideologien der Neuzeit.

1.2 Historischer Abriss

Doch die Geschichte der Verschwörungstheorien begann schon viel früher, wenn sie nicht sogar schon seit jeher den Lauf der Geschichte begleitet. Der Historiker Groh formuliert es sogar als eine „anthropologische Konstante“.[xi] Beispielsweise wurden Ursachen für Phänomene, die man sich nicht erklären konnte, etwa Naturkatastrophen, in einem tieferen spirituellen Sinn gesucht, im Grunde stellt selbst der Glaube an Gott eine Verschwörungstheorie dar. Große Verfolgungen gegen vermeintliche Verschwörer fanden auch schon in der Antike und im Mittelalter statt. So wurden zum Beispiel die Juden beschuldigt, Brunnen vergiftet und somit die Pestseuche im 14. Jahrhundert ausgelöst zu haben. Aber auch kirchenabtrünnige Ketzer verfolgte die Inquisition, genauso wie Hexen, denen man ein Komplott gegen die katholische Kirche, Obrigkeit und Gesellschaft unterstellte. Schon damals gab es verschwörungstheoretische Ansätze, so verbreitete man zum Beispiel, die Hexen wollten die Lehre der Hebammen auslöschen. Die wahrscheinlich berühmtesten Verschwörungstheorien der Neuzeit drehen sich jedoch um die 1776 in Bayern gegründeten Illuminaten, sie wurden unter anderem beschuldigt, sowohl die Entstehung der USA beeinflusst zu haben, als auch für die Französische Revolution verantwortlich zu sein. Darüber hinaus verdächtigte man auch andere sektiererische Vereinigungen, wie zum Beispiel die Freimaurer als Geheimbünde der Konspiration. Die nächste große Welle an Verschwörungstheorien entstand durch die von monarchischer Regierungsseite ausgemachten kommunistischen Verschwörungen des 19. Jahrhunderts. Diese sahen in jeglichen Gruppen, welche die soziale Ungerechtigkeit kritisierten, Sozialisten, Kommunisten oder Anarchisten. Die Einleitungssätze des kommunistischen Manifests aus dem Jahre 1848, in denen Karl Marx schrieb: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“ spielen also durchaus auf diesen, damals allgegenwärtigen Wahn an. Im 20. Jahrhundert erreichten dann, wie zuvor bereits erwähnt, die antisemitischen Verschwörungstheorien (in Folge der Dolchstoßlegende) ihren Höhepunkt. Mit Ende des Zweiten Weltkrieges und des Nationalsozialismus war jedoch bei weitem kein Ende der Verschwörungstheorien in Sicht. Im Gegenteil: mit Beginn des Kalten Krieges war die Welt nicht nur von gegenseitigen Feindbildern des Ost- und Westblockes geprägt, es entstanden auch zahlreiche Verschwörungstheorien. So bildete sich in den USA unter Joseph McCarthy der Ausschuss für unamerikanische Umtriebe, durch welchen während der 1950er Jahre zahlreiche antikommunistische Thesen veröffentlicht wurden. Auch die Vertreter des Marxismus-Leninismus nutzten Verschwörungstheorien und Vereinfachungen, so wurde zum Beispiel in der Stamokap-These das Böse im Monokapitalisten ausgemacht und damit das komplexe System des Kapitalismus auf eine manichäische Weltsicht reduziert.[xii] Betrachtet man die Situation nach den Terroranschlägen des 11. Septembers, ist eine gewisse Ambivalenz erkennbar: US-Präsident George W. Bush ruft zum Kampf gegen die Achse des Bösen auf, währenddessen sich die muslimische Welt gegen den imperialistischen Westen wendet und diesen von einer jüdischen Weltverschwörung gelenkt sieht. Als Rechtfertigung dieser Verschwörungsideologie dienen im Übrigen wieder die „Protokolle der Weisen von Zion". [xiii]

1.3 Funktionen von Verschwörungstheorien

„Cui bono?“ (Wem zum Vorteil?) Diese Frage, welche von dem römischen Redner Marcus Tullius Cicero stammt, wurde ursprünglich in der Kriminalistik genutzt, inzwischen findet sie auch Anwendung in der politischen Analyse sowie in der Geschichtswissenschaft. Auf die zuvor gegebenen historischen Beispiele angewandt, wird deutlich, dass sich im Hinblick auf die Vielfalt von Verschwörungstheorien zwei verschiedene Richtungen nach dem Faktor Macht differenzieren lassen.

Demnach gibt es einerseits Verschwörungstheorien, welche von den Herrschenden als Manipulationsinstrument [xiv] eingesetzt werden, um zum Beispiel in Zeiten der Missstände von selbstverursachten Verfehlungen abzulenken. Gleichzeitig wird mit Hilfe der Verschwörungstheorien in bestimmten gesellschaftlichen, religiösen oder politischen Gruppen, meist auch Minderheiten ein Schuldiger gesucht, welcher für die gegenwärtigen Zustände verantwortlich ist. Begleitet werden Theorien dieser Art oft von propagierten Feindbildern und Stereotypen, wodurch die Herrscher einerseits die Sündenbockfunktion verstärken, andererseits eine Immunisierung gegen Kritik erlangen. [xv] Ein Beispiel für solche Verschwörungstheorien sind die Moskauer Prozesse zwischen 1936 und 1938, in denen hochrangige Funktionäre als interne Saboteure verurteilt wurden. Auch nach dem Aufstand des 17. Juni 1953 streute die SED-Führung das Gerücht, die CIA hätte einen faschistischen Putschversuch auslösen wollen, obgleich die Erhöhung der Arbeitsnormen Ursache für die Unruhen war.

Verschwörungstheorien können den Machthabern darüber hinaus als Legitimation[xvi] für bestimmte politische Maßnahmen dienen, so leitete Hitler beispielsweise aus der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung entsprechende Unterdrückungs- und Vernichtungsmaßnahmen gegen die Juden ab, gleichzeitig begründete er mit dieser Verschwörungsideologie den Überfall auf die Sowjetunion im Jahr 1942.

Demgegenüber nutzen auch die Machtlosen einige Verschwörungstheorien, allerdings mit gänzlich anderer Motivation. Erwähnenswert ist zunächst die Erkenntnisfunktion[xvii], so dienen alternativer Erklärungsansätze unter anderem zur Vereinfachung komplexer Sachverhalte, sei es in Politik, Wirtschaft oder Geschichte. Ereignisse, welche sonst nur mit komplizierten Theorien zu erklären sind, werden durch monokausale und stereotypische Vereinfachungen verständlich, gegebenenfalls sogar interessant gemacht. Folgen sind somit die Reduktion von Stress und die Möglichkeit, Phänomene scheinbar zu durchschauen.

Als letztes nennt Reinalter die Identifikationsfunktion von Verschwörungstheorien, diesbezüglich„(…) muss besonders hervorgehoben werden, dass die Idee von Konspirationen starke Zugehörigkeitsgefühle vermittelt (…)“. [xviii] Diese werden nicht etwa durch eine Betonung positiver Identitätsmerkmale geschaffen, vielmehr grenzt eine Verschwörungstheorie feindliche Gruppen sowie deren schlechte Werte aus. Folglich entsteht ein dualistisches Weltbild mit dem typischen Kampf „Gut“ gegen „Böse“. Dabei ordnen sich die Anhänger der Theorie den „Guten“ zu, wobei vermeintlich konspirativ agierenden Minderheitsgruppen zu Gegnern erklärt werden. Im Übrigen ist mit diesem Ansatz das Zusammenspiel von Integration und Terror im Dritten Reich zu verdeutlichen: die arische Volksgemeinschaft bildete ein eisernes Bollwerk gegen die Juden, welche zur Gegenrasse diffamiert wurden. Somit dient die Funktion nicht nur den Machlosen, auch die Herrschenden machen von ihr Gebrauch.

[...]


[i] Weltlexikon in 21 Bänden, Teil 10, S. 358

[ii] URL: http://www.wissensmanufaktur.net/verschwoerungstheorie

[iii] (vgl. Reinalter, Helmut, S. 10) „Zur besseren Erklärung des wertenden Gebrauchs des Begriffs 'Verschwörungstheorie' ist es zweckmäßig, zwischen zwei Hauptformen von Verschwörungstheorien zu unterscheiden: Verschwörungstheorie als 'Zentralsteurungshypothese' und als irrationaler Konspirationismus"

[iv] (vgl. Reinalter, Helmut, S10) „Nach Annahme der Zentralsteuerungshypothese steht hinter wichtigen Ereignissen oder Entwicklungen das gezielte, verborgene Wirken von Personen oder Personengruppen (…)“

[v] Reinalter, Helmut, S. 10

[vi] (vgl. Reinalter, Helmut, S. 10f) „Solche Erklärungsmuster werden stereotyp auf mehrere, im Extremfall sogar auf alle Phänomene angewandt, mit denen man konfrontiert ist. Allgemeines Merkmal solcher Ideologien ist ein auf einzelne Persönlichkeiten oder Gruppen orientiertes, monokausales Erklärungsmuster zu Vereinfachung komplexer Zusammenhänge. Im Zuge dessen kommt es zu einer Überschätzung der Verschwörer, die als extrem mächtig eingestuft werden, obwohl sie konspirative Minderheiten darstellen.“

[vii] (vgl. Reinalter, Helmut, S. 10) „(…) weil die Grenzen zwischen einer realistischen Befürchtung und einem wahnhaften Verschwörungsmythos manchmal verschwinden“

[viii] (vgl. Reinalter, Helmut, S. 12) „In der neueren Forschung hat man als Kriterien zur Unterscheidung unseriöser Verschwörungsideologien besonders zwei Aspekte hervorgehoben: 1. den Grad der Abschottung von der Offenheit alternativer Erklärungsmodelle, 2. ihre Funktion und Macht im politischen Diskurs.“

[ix] (vgl. Reinalter, Helmut, S.12) „Verfolgt eine Verschwörungstheorie einen ausdrücklich politischen Zweck und wird aus ihr ein Machtanspruch oder die Forderung nach gewaltsamen Handeln abgeleitet, kann man von einer „Verschwörungsideologie“ sprechen.“

[x] Weltlexikon in 21 Bänden, Teil 8, S. 351

[xi] Groh, Dieter, S. 267.

[xii] (vgl. www.antifainfoblatt.de) „Doch nicht nur die Antikommunisten, auch die Linken seit den sechziger Jahren erlagen häufig verschwörungstheoretischen Versuchungen und Vereinfachungen, wie sie nicht zuletzt in der Stamokap-These zu finden sind, die letztlich »das Böse« in »dem« Monopolkapitalisten ausmacht und damit das doch recht komplexe kapitalistische System zurück auf die schon angesprochene manichäische Weltsicht reduziert“

[xiii] (vgl. Matussek, Carmen, S. 26) „ Es ist auch nicht abzustreiten, dass die Protokolle seit der Staatsgründung Israels und danach mit jedem weiteren Konflikt an Einfluss gewonnen haben, und zwar sowohl auf das in der [arabischen] Bevölkerung entstandene Feindbild „Jude“ als auch auf politische Agitatoren und deren Programme. Von arabischen Regierungsvertretern werden die Protokolle oder das Phantasma einer jüdischen Weltverschwörung heute auch auf internationalen Foren angeführt (…).“

[xiv] (vgl. Reinalter, Helmut, S. 24) „ Verschwörungstheorien werden auch als Manipulationsinstrument gezielt eingesetzt. Wichtig ist hier ein zentrales Feindbild mit eindeutigen Schuldzuweisungen für die von den Verschwörungstheoretikern abgelehnten Schuldzuweisungen"

[xv] (vgl. http://www.carsten-pietsch.de/verschwoerungstheorien.pdf) „Auch verwenden solche Herrscher Verschwörungstheorien, um ihre fehlerhaften politischen Geschicke, die sich einer bestimmten Ideologie verdanken, zu entlasten und sich damit gegen Kritik von außen zu immunisieren, indem mit Hilfe von Stereotypen und Feindbildern Stimmung für die Propagatoren gegen die Objekte der Verschwörungstheorien gemacht wird.2“

[xvi] (vgl. Reinalter, Helmut, S. 23) „(…) wobei mehrere Funktionen zu unterscheiden wären, die Identifikationsfunktion, die Erkenntnisfunktion, die Manipulationsfunktion und die Legitimationsfunktion“

[xvii] (vgl. Reinalter, Helmut, S. 23) „Verschwörungstheorien und – ideologien stellen in der Regel eine starke Reduzierung der komplexen Wirklichkeit dar. Daher erleichtern sie vermeintlich als Erkensnisinstrument die Durchschaubarkeit komplexer Entwicklungen (…).“

[xviii] Reinalter, Helmut, S. 23

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Darstellung und Folgen von Verschwörungstheorien. Analyse der Anschläge vom 11. September 2001
Note
15 Punkte
Autor
Jahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V314241
ISBN (eBook)
9783668129641
ISBN (Buch)
9783668129658
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verschwörungstheorie, 11. September 2001, 9/11, Geschichte Verschwörungstheorien, Definition Verschwörungstheorie, Funktion Verschwörungstheorie, 9/11 Comission Report, Zerstörung der Zwilingstürme, World Trade Center 7, Pentagon 9/11, Shanksville 9/11, Geheimdienste 9/11, Folgen 11. September 2001, Vereinigte Staaten, Deutschland, Wem nützen Verschwörungstheorien, Pegida
Arbeit zitieren
Albrecht Weigel (Autor), 2015, Darstellung und Folgen von Verschwörungstheorien. Analyse der Anschläge vom 11. September 2001, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314241

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