Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Anfängen des Patriarchats – der institutionalisierten Herrschaft der Männer über die Frauen und Kinder innerhalb der Familie und die Ausdehnung der männlichen Dominanz über Frauen auf die Gesellschaft insgesamt. Da die Etablierung des Patriarchats kein Ereignis war, das zu einem bestimmten Zeitpunkt einsetzte, sondern ein Prozess, dessen Anfänge man eigentlich schon ab der Entstehung der Familie in der Altsteinzeit (Schätzungen zufolge vor 50 000 bis 500 000 Jahren) bestimmen kann, ist es notwendig, einen Blick in die Geschichte zu werfen, um die Gründe für die zunehmende Unterdrückung der Frauen zu erfahren, und zwar bis in die Zeit der Jägergesellschaften und frühen Ackerbauern.
Nach exemplarischen Darstellungen der gesellschaftlichen Situation der Frauen in einigen Hochkulturen, die vor allem auch zeigen soll, mit welchen Mitteln Männer ihre Herrschaft legitimierten, soll am Ende dieser Arbeit der Existenz des Matriarchats nachgegangen werden. Hat es ein Matriarchat, also eine Gesellschaft, in der Frauen Männer beherrschen, wie Bachofen und Morgen behaupten, jemals gegeben? Eines kann man den später dargelegten Befunden von Historikern und Ethnologen vorwegnehmen, nämlich dass es sicher ein zur patriarchalen Herrschaft alternatives Modell gegeben hat und die Männerherrschaft in der Gesellschaft und der Familie nicht universal ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Entwicklung des Patriarchats
- Die Stellung der Frau in Jäger und Sammlergesellschaften
- Die Stellung der Frau in Weide- und Ackerbaugesellschaften
- Exkurs über Brautpreis und Frauentausch
- Kulturen im Vergleich und der Mythos vom Matriarchat
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Entstehung des Patriarchats, die institutionalisierte Herrschaft von Männern über Frauen und Kinder innerhalb der Familie und die Ausweitung männlicher Dominanz auf die Gesellschaft insgesamt.1 Sie beleuchtet die Entwicklung des Patriarchats als Prozess, der nicht mit einem bestimmten Ereignis beginnt, sondern in der Altsteinzeit, mit der Entstehung der Familie, seinen Ursprung hat.2 Die Arbeit analysiert die Gründe für die zunehmende Unterdrückung von Frauen, indem sie einen Blick in die Geschichte wirft, insbesondere in die Zeit der Jägergesellschaften und frühen Ackerbauern.
- Die Stellung der Frau in verschiedenen Gesellschaftstypen
- Die Rolle von Arbeitsteilung und Eigentum in der Entwicklung des Patriarchats
- Der Einfluss von Brautpreis und Frauentausch auf die Unterordnung der Frau
- Die Kritik an der Vorstellung eines Matriarchats
- Die Suche nach alternativen Modellen zur patriarchalen Herrschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Entstehung des Patriarchats ein und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit. Kapitel 2 widmet sich der Entwicklung des Patriarchats, indem es die gesellschaftliche Stellung der Frau in Jäger- und Sammlergesellschaften sowie in Weide- und Ackerbaugesellschaften untersucht. Es wird auf die Bedeutung von Arbeitsteilung und Eigentum für die Veränderung der Stellung der Frau eingegangen.
Der Exkurs über Brautpreis und Frauentausch beleuchtet die Rolle dieser Praktiken in der Etablierung und Aufrechterhaltung der männlichen Dominanz. In Kapitel 3 werden verschiedene Kulturen im Vergleich betrachtet, um die Legitimationsstrategien männlicher Herrschaft zu verdeutlichen. Außerdem wird die These des Matriarchats, also einer Gesellschaft, in der Frauen die Männer beherrschen, kritisch diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt zentrale Themen wie Patriarchat, Matriarchat, Geschlechterverhältnisse, Arbeitsteilung, Eigentum, Brautpreis, Frauentausch, gesellschaftliche Ungleichheit, Herrschaft, Legitimation und die Geschichte der Frauen.
Häufig gestellte Fragen
Wie entstand das Patriarchat historisch gesehen?
Das Patriarchat entwickelte sich als langwieriger Prozess, der bereits in der Altsteinzeit mit der Entstehung der Familie begann und sich durch die Sesshaftwerdung in Ackerbaugesellschaften festigte.
Hat es jemals ein echtes Matriarchat gegeben?
Die Arbeit diskutiert Matriarchatsmythen kritisch. Während es alternative Gesellschaftsmodelle zur männlichen Herrschaft gab, ist die Existenz einer Gesellschaft, in der Frauen Männer systematisch beherrschen, historisch nicht belegt.
Welche Rolle spielten Brautpreis und Frauentausch?
Diese Praktiken dienten dazu, Frauen als handelbare Objekte zu behandeln und die männliche Dominanz über familiäre Bindungen und Eigentumsverhältnisse zu legitimieren.
Wie unterschied sich die Stellung der Frau in Jäger- und Sammlergesellschaften?
In frühen Jäger- und Sammlergesellschaften war die Arbeitsteilung oft egalitärer, und Frauen genossen eine höhere soziale Stellung als in späteren, komplexeren Ackerbaugesellschaften.
Welchen Einfluss hatte das Eigentum auf die Unterdrückung der Frauen?
Mit der Entstehung von Privateigentum in Weide- und Ackerbaugesellschaften wuchs das männliche Interesse an der Kontrolle über die Erbfolge und damit über die Sexualität und Freiheit der Frauen.
Wie legitimierten Männer ihre Herrschaft in Hochkulturen?
Die Arbeit untersucht exemplarisch, wie religiöse, rechtliche und soziale Mythen in frühen Hochkulturen geschaffen wurden, um die männliche Dominanz als gottgegeben oder natürlich darzustellen.
- Quote paper
- Thomas Tripold (Author), 2003, Über das Patriarchat und Matriarchatsmythen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31431