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Über das Patriarchat und Matriarchatsmythen

Título: Über das Patriarchat und Matriarchatsmythen

Trabajo de Seminario , 2003 , 10 Páginas , Calificación: sehr gut

Autor:in: Thomas Tripold (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach den Anfängen des Patriarchats – der institutionalisierten Herrschaft der Männer über die Frauen und Kinder innerhalb der Familie und die Ausdehnung der männlichen Dominanz über Frauen auf die Gesellschaft insgesamt. Da die Etablierung des Patriarchats kein Ereignis war, das zu einem bestimmten Zeitpunkt einsetzte, sondern ein Prozess, dessen Anfänge man eigentlich schon ab der Entstehung der Familie in der Altsteinzeit (Schätzungen zufolge vor 50 000 bis 500 000 Jahren) bestimmen kann, ist es notwendig, einen Blick in die Geschichte zu werfen, um die Gründe für die zunehmende Unterdrückung der Frauen zu erfahren, und zwar bis in die Zeit der Jägergesellschaften und frühen Ackerbauern.
Nach exemplarischen Darstellungen der gesellschaftlichen Situation der Frauen in einigen Hochkulturen, die vor allem auch zeigen soll, mit welchen Mitteln Männer ihre Herrschaft legitimierten, soll am Ende dieser Arbeit der Existenz des Matriarchats nachgegangen werden. Hat es ein Matriarchat, also eine Gesellschaft, in der Frauen Männer beherrschen, wie Bachofen und Morgen behaupten, jemals gegeben? Eines kann man den später dargelegten Befunden von Historikern und Ethnologen vorwegnehmen, nämlich dass es sicher ein zur patriarchalen Herrschaft alternatives Modell gegeben hat und die Männerherrschaft in der Gesellschaft und der Familie nicht universal ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Patriarchats

i. Die Stellung der Frau in Jäger und Sammlergesellschaften

ii. Die Stellung der Frau in Weide- und Ackerbaugesellschaften

iii. Exkurs über Brautpreis und Frauentausch

3. Kulturen im Vergleich und der Mythos vom Matriarchat

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die historischen Ursprünge des Patriarchats und analysiert den Prozess der institutionalisierten Herrschaft von Männern über Frauen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob das Matriarchat als historisch belegbare Gesellschaftsform existierte oder ob es sich um einen Mythos handelt, und wie sich soziale Strukturen, wie Arbeitsteilung und Eigentumsverhältnisse, auf die gesellschaftliche Stellung der Frau auswirkten.

  • Historische Genese des Patriarchats seit der Altsteinzeit
  • Vergleich der Stellung der Frau in unterschiedlichen Gesellschaftsformen (Jäger/Sammler vs. Ackerbau)
  • Analyse soziologischer Mechanismen wie Brautpreis und Frauentausch
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie des Matriarchats

Auszug aus dem Buch

iii. Exkurs über Brautpreis und Frauentausch

Wie schon erwähnt wurde hat der Brautpreis die Funktion, einen Ausgleich zu schaffen für den Verlust an Nachkommen und somit auch Arbeitskraft der lineage der Frau. In matrilinearen Gesellschaften ist der Brautpreis ein Ausgleich für den Verlust der Arbeitskraft der Frau, da die Kinder ja zur lineage der Frau gehören. Er wird aber nur dann entrichtet, wenn die Frau in das Dorf des Mannes zieht – also bei Patrilokalität und nicht bei Matrilokalität.

Wirkt sich Patrilokalität an sich schon benachteiligend auf Frauen aus, so verstärkt dies der Brautpreis noch. Neben der Verstärkung des Objektcharakters von Frauen ist es die Polygynie, welche in allen Gesellschaften mit Brautpreis vorkommt und in den meisten Fällen zu Problemen der Eifersucht für die Frauen führt, und somit als Zeichen größerer Benachteiligung gilt.

Der Brautpreis als Ausgleich für den Verlust an Arbeitskraft ist an sich eine sinnvolle Regelung. Mit dieser Regelung geht jedoch die Tendenz einher, dass Frauen zu getauschten Objekten werden, wobei Männer die tauschenden Subjekte sind. Der Tausch von Frauen ist die Ursache für die Entstehung der Exogamie – also das Gebot außerhalb der eigenen lineage zu heiraten. Die Struktur des Frauentausches wurde von Claude Lévi-Strauss beschrieben, der sie als grundlegendes Kulturelement früher Gesellschaften sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Definition des Patriarchats als institutionalisierte Männerherrschaft ein und stellt die Forschungsfrage nach den historischen Anfängen und der Existenz des Matriarchats.

2. Die Entwicklung des Patriarchats: Das Kapitel beleuchtet den Übergang von egalitären Jäger-und-Sammler-Horden zu sesshaften Ackerbaugesellschaften und analysiert, wie Eigentumsstrukturen und der Brautpreis die Stellung der Frau verschlechterten.

3. Kulturen im Vergleich und der Mythos vom Matriarchat: Hier wird am Beispiel des antiken Griechenlands die ideologische Legitimierung von Unterdrückung durch Wissenschaft dargestellt und die historische Haltbarkeit der Matriarchats-Theorie kritisch hinterfragt.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass zwar keine universellen Matriarchate existierten, aber frauenzentrierte Strukturen nachweisbar sind, und betont die Notwendigkeit, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung zu überwinden.

Schlüsselwörter

Patriarchat, Matriarchat, Jäger und Sammler, Ackerbaugesellschaften, Brautpreis, Frauentausch, Geschlechterrollen, Arbeitsteilung, Sesshaftwerdung, Matrilinearität, Patrilinearität, Soziale Ungleichheit, Feminismus, Ethnologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Ursprüngen des Patriarchats und untersucht, warum und wie es zu einer institutionalisierten Herrschaft des Mannes über die Frau kam.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die sozioökonomische Entwicklung von frühen Jäger-und-Sammler-Gesellschaften hin zu sesshaften Kulturen, die Rolle von Heiratsregeln wie Brautpreis und Frauentausch sowie die kritische Reflexion des Matriarchats-Begriffs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der Frauenunterdrückung historisch nachzuvollziehen und die wissenschaftliche Fundierung des Matriarchatsmythos zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf dem Studium von ethnologischer und soziologischer Fachliteratur (z.B. von Gerda Lerner, Uwe Wesel und Claude Lévi-Strauss) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung frühzeitlicher Gesellschaftsstrukturen, die Auswirkungen der Sesshaftwerdung auf die Geschlechterhierarchie und den kulturvergleichenden Blick auf das antike Griechenland.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Patriarchat, Matriarchat, Arbeitsteilung, Brautpreis, soziale Ungleichheit und Geschlechterrollen.

Inwiefern beeinflusste die Sesshaftwerdung die Stellung der Frau?

Mit der Sesshaftwerdung gewannen Landbesitz und die Weitergabe von Eigentum an Bedeutung; dies führte zur Etablierung strengerer verwandtschaftlicher Regeln, die Frauen zunehmend in eine untergeordnete Rolle drängten.

Welche Funktion hat laut der Arbeit das Inzesttabu?

Basierend auf den Theorien von Lévi-Strauss wird das Inzesttabu nicht biologisch, sondern sozial interpretiert – als Mechanismus, der den Frauentausch ermöglichte und damit die soziale Ordnung zwischen Familien festigte.

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Detalles

Título
Über das Patriarchat und Matriarchatsmythen
Universidad
University of Graz  (Soziologie)
Curso
Soziologie der Familie und des Lebenslaufs
Calificación
sehr gut
Autor
Thomas Tripold (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
10
No. de catálogo
V31431
ISBN (Ebook)
9783638324434
Idioma
Alemán
Etiqueta
Patriarchat Matriarchatsmythen Soziologie Familie Lebenslaufs
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Tripold (Autor), 2003, Über das Patriarchat und Matriarchatsmythen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31431
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