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Protestereignisse, soziale Bewegungen und politische Gelegenheitsstrukturen - Ein Vergleich zwischen West- und Deutschschweiz

Title: Protestereignisse, soziale Bewegungen und politische Gelegenheitsstrukturen - Ein Vergleich zwischen West- und Deutschschweiz

Swiss Diploma Thesis , 2004 , 133 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Dario Bernardi (Author), Christine Rabus (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

[...] Es
werden darin konkrete Aussagen zu Themen, Formen und Inhalten der Proteste in den
einzelnen Ländern gemacht. Eine detailliertere Betrachtung dieser gesellschaftlichen
Auseinandersetzungen und Beweggründe innerhalb der Schweiz auf regionaler und
kantonaler Ebene wird gänzlich weggelassen. Diesem Manko soll die vorliegende
Arbeit Abhilfe schaffen, indem sie die deutsche und französische Schweiz eingehend
untersucht und Vergleiche zwischen den Kantonen anstellt. Ferner wird die vorliegende
Lizentiatsarbeit den Leser zusätzlich in ein in der Schweiz unerforschtes Gebiet
einführen – die Erklärung möglicher Unterschiede sozialer Bewegungen zwischen
West- und Deutschschweiz anhand der Theorie der politischen Gelegenheitsstrukturen.
Ein weiterer Unterschied zwischen dieser und anderen Arbeiten besteht darin, dass wir
uns mit sämtlichen Protestereignissen in der Schweiz seit 1945 befassen, während andere Untersuchungen sich meistens auf einen bestimmten Zeitraum, ein bestimmtes
Thema, eine bestimmte Aktionsform oder bestimmte Konsequenzen beschränkten.
Protestereignisse werden hier also in ihren sämtlichen Facetten betrachtet, um
systematische Unterschiede zwischen der Deutsch- und Westschweiz feststellen zu
können.
Im folgenden werden kurz einige wichtige Definitionen vorgestellt, worauf im nächsten
Kapitel das Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit dargelegt wird. Nach einem
Überblick über den Stand der Forschung sowie theoretische Modelle zu sozialen
Bewegungen und Protestaktionen bilden die zentralen Fragestellungen den Abschluss
des theoretischen Teils. Im zweiten Teil der Arbeit werden Datengrundlage und
methodisches Vorgehen besprochen sowie die Resultate der empirischen Analyse der
Protestereignisse vorgestellt. In einem weiteren, empirisch abschliessendem Teil sollen
mögliche Erklärungsansätze der zwischen der Deutsch- und Westschweiz existierenden
Unterschiede bezüglich Protestaktivitäten anhand der Theorie der politischen
Gelegenheitsstrukturen besprochen. Dazu werden die einzelnen Komponenten der
Gelegenheitsstrukturen einer empirischen Analyse unterzogen sowie Unterschiede
zwischen der Deutsch- und Westschweiz aufgezeigt. Dies erlaubt eine erste grobe
Einschätzung, ob sich die Theorie der politischen Gelegenheitsstrukturen zur Erklärung
des unterschiedlichen Protestverhaltens der Deutsch- und Westschweizer eignet. Den
Abschluss der Arbeit bilden eine Zusammenfassung der Resultate sowie Überlegungen
zu weiterführenden Fragestellungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1. Soziale Bewegungen

2.2. Kurzer deskriptiver Exkurs des Begriffs „soziale Bewegung“

2.3. Neue soziale Bewegungen

2.4. Mobilisierung

2.5. Protestereignisse/Protestaktionen

2.6. Protestthemen

2.7. Aktionsformen

2.8. Identität und Kultur

3. Erkenntnisinteresse

4. Stand der Forschung zu Protestereignissen und Sozialen Bewegungen

4.1. Allgemeiner Überblick

4.2. Analyse von Protestereignissen im Überblick

4.3. Analyse von Protestereignissen in der Schweiz

5. Theorien der Bewegungsforschung

5.1 Historischer Überblick zur Entstehung und Entwicklung der Bewegungsforschung

5.2. Political Opportunity Structure (POS)

5.2.1. Politische Gelegenheitsstrukturen und soziale Bewegungen in der Schweiz

6. Untersuchte Komponenten der politischen Gelegenheitsstrukturen

6.1. Formelle institutionelle Strukturen

6.1.1. Zentralismus

6.1.2. Institutionalisierung direkt-demokratischer Verfahren

6.2. Informelle Strategien der Behörden

6.3. Machtkonstellation im Parteiensystem

7. Forschungsfragen

7.1. Unterschiede von Protestereignissen in den Kantonen

7.2. Kantonale Unterschiede bezüglich politischer Gelegenheitsstrukturen

8. Methodik

8.1. Methodik des ersten Datensatzes 1945-1978

8.2. Verzerrungen des Datenmaterials des ersten Datensatzes 1945-1978

8.3. Methodik des zweiten Datensatzes 1975-1989

8.4. Methodik des Datensatzes von Vatter

9. Befunde zu Protestereignissen und sozialen Bewegungen

9.1. Protesthäufigkeit in absoluten Zahlen

9.2. Protesthäufigkeit nach Deutsch- und Westschweiz

9.3. Protestindex der deutschen und welschen Schweiz

9.4. Aufteilung NSB & alte Protestformen

9.5. Zusammenhang Region und Protestthemen

9.5.1. Arbeiterproteste

9.5.2. Frauenproteste

9.5.3. Bauernproteste

9.5.4. Regionale Proteste

9.6. Neue soziale Bewegungen

9.6.1. Ökologieproteste

9.6.2. Friedensproteste

9.6.3. Solidaritätsproteste

9.6.4. Homosexuellen- und Autonomenproteste

9.7. Protestvolumen

9.8. Zusammenhang Region & Strategien

9.8.1. Konventionelle Strategien

9.8.2. Direkt-demokratische Strategien

9.8.3. Demonstrative Strategien

9.8.4. Konfrontative Strategien

9.9. Gewaltanwendung

9.10. Strategien und Themen

9.10.1. Zusammenhang Strategien und Themen (NSB) 1945-1978

9.10.2. Zusammenhang Strategien und Themen (NSB) 1975-1989

9.10.3. Zusammenhang Strategien und Themen (andere) 1945-1978

10. Überblick und Zusammenfassung der Befunde zu Protestereignissen und sozialen Bewegungen

10.1. Absolute Zahlen und Protestindices

10.2. Protestvolumen

10.3. Proteststrategie

10.4. Thema und Strategie

11. Befunde zu den politischen Opportunitätsstrukturen

11.1. Allgemeiner Überblick

11.1.1. Allgemeine Strukturdaten zu den Kantonen

11.1.2. Fünf Typologien kantonaler Demokratien

11.1.3. Demokratiekarte der Schweiz

11.2. Formelle Institutionelle Strukturen

11.2.1. Zentralismus

11.2.2. Institutionalisierung direkt-demokratischer Verfahren

11.3. Exkurs: Demokratieindex der Schweizer Kantone

11.3.1. Konstruktion der Demokratieindices

11.3.2. Befunde zu den Demokratieindices

11.4. Informelle Strategien der Behörden

11.5. Machkonstellationen in den Kantonen

12. Schlussbetrachtung der empirischen Befunde

13. Die Ursachen der politischen Institutionengefüge in den kantonalen Demokratien

14. Ausblick und weiterführende Fragestellung

15. Schlusswort

16. Literaturliste

17. Anhang / Codebuch

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Erklärung der Unterschiede zwischen der Deutschschweiz und der Romandie hinsichtlich Form, Inhalt sowie Mobilisierungsgrad von sozialen Bewegungen und Protestereignissen für den Zeitraum von 1945 bis 1989. Dabei wird analysiert, inwieweit die Theorie der politischen Gelegenheitsstrukturen (POS) diese regionalen Unterschiede beeinflusst und erklären kann.

  • Vergleich der Protestkultur zwischen Deutsch- und Westschweiz
  • Analyse der Rolle politischer Gelegenheitsstrukturen
  • Differenzierung zwischen „alten“ und „neuen“ sozialen Bewegungen
  • Untersuchung kantonaler institutioneller Rahmenbedingungen
  • Erforschung des Einflusses politischer Machtkonstellationen

Auszug aus dem Buch

Die politischen Gelegenheitsstrukturen

Kriesi stellt in seiner Arbeit zu den politischen Gelegenheitsstrukturen fest: “In my view, social and cultural change become relevant for the mobilization of social movements only to the extent that they are mediated by politics.” (Kriesi 1995: 167) Um wirkliche Veränderungen zu bewirken, ist es letztlich unumgänglich, politische Forderungen zu stellen. Während RM- und Framing-Theorien vor allem auf das Handeln der Protestierenden fokussieren, wird hier die Aufmerksamkeit auf den politisch-institutionellen Kontext, in dem Bewegungen agieren, sowie auf ihre Interaktionen mit Verbündeten, Gegnern, staatlichen Kontrollorganen und Entscheidungsträgern gerichtet (vgl. Koopmans 1998: 222). Der POS-Ansatz wendet sich den – mal mehr, mal weniger günstigen – Umweltbedingungen sozialer Bewegungen zu, die vor allem politisch bestimmt werden (vgl. Hellmann 1998: 23). Die Frage ist, inwiefern diese Gelegenheiten günstig oder ungünstig für Protest und Mobilisierung sind, und dies vor allem im internationalen, in der vorliegenden Arbeit aber auch im regionalen Vergleich.

Die Idee der politischen Gelegenheitsstrukturen hat ihren Ausgangspunkt in einer Studie Eisingers von 1973. Die zentrale These lautet, „that the incidence of protest..is related to the nature of opportunity structure“ (Eisinger 1973, zit. nach Rucht 1998: 110). Er nahm eine Unterscheidung von offenen und geschlossenen Gelegenheitsstrukturen vor und operationalisierte sie durch formelle und informelle Indikatoren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Bewegungen in der Schweiz und Zielsetzung der Untersuchung.

2. Definitionen: Erläuterung der zentralen Fachbegriffe wie soziale Bewegung, neue soziale Bewegungen und Mobilisierung.

3. Erkenntnisinteresse: Darlegung der Relevanz der Untersuchung kantonaler Unterschiede im politischen Handeln.

4. Stand der Forschung zu Protestereignissen und Sozialen Bewegungen: Überblick über theoretische Ansätze und bisherige empirische Studien.

5. Theorien der Bewegungsforschung: Historischer Abriss und Einführung in zentrale Paradigmen sowie das POS-Konzept.

6. Untersuchte Komponenten der politischen Gelegenheitsstrukturen: Auswahl und Operationalisierung der Indikatoren für die empirische Analyse.

7. Forschungsfragen: Formulierung der zentralen Fragen zu kantonalen Unterschieden im Protestverhalten.

8. Methodik: Beschreibung der verwendeten Datensätze von Kriesi et al. und Vatter sowie der methodischen Vorgehensweise.

9. Befunde zu Protestereignissen und sozialen Bewegungen: Auswertung der empirischen Ergebnisse zu Häufigkeit, Themen und Strategien.

10. Überblick und Zusammenfassung der Befunde zu Protestereignissen und sozialen Bewegungen: Synthese der wichtigsten empirischen Erkenntnisse.

11. Befunde zu den politischen Opportunitätsstrukturen: Analyse der institutionellen Bedingungen in den Schweizer Kantonen.

12. Schlussbetrachtung der empirischen Befunde: Abschließende Diskussion der Ergebnisse im Kontext der POS-Theorie.

Schlüsselwörter

Soziale Bewegungen, Protestereignisse, Politische Gelegenheitsstrukturen, Schweiz, Kantone, Mobilisierung, Demokratie, Partizipation, Politik, Westschweiz, Deutschschweiz, Institutionen, Proteststrategie, Machtkonstellation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das unterschiedliche Protestverhalten der Bevölkerung in der Deutschschweiz und der Westschweiz zwischen 1945 und 1989 unter Berücksichtigung politischer und institutioneller Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören der Vergleich der Mobilisierungsgrade, die Unterscheidung zwischen alten und neuen sozialen Bewegungen sowie die Analyse der verwendeten Proteststrategien und ihrer institutionellen Ursachen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, regionale Unterschiede im Protestverhalten zwischen den beiden Sprachregionen zu identifizieren und diese anhand der Theorie der politischen Gelegenheitsstrukturen zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Sekundäranalyse quantitativer Datensätze zu Protestereignissen (Kriesi et al.) sowie Daten zu politischen Strukturen in den Kantonen (Vatter).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der empirischen Analyse von Protestereignissen, der Operationalisierung von POS-Komponenten (formelle Strukturen, Strategien, Machtkonstellationen) und der Überprüfung, wie diese die Protestaktivitäten in den Kantonen beeinflussen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Soziale Bewegungen, politische Gelegenheitsstrukturen, Kantonsvergleich, Protestindex, direkte Demokratie und institutionelle Rahmenbedingungen.

Warum gibt es Unterschiede zwischen den Kantonen bei der Anwendung von Volksrechten?

Die Unterschiede resultieren aus der verschiedenen historischen Entwicklung sowie der politischen Kultur der Kantone, die durch unterschiedliche Zugangshürden bei Initiativen und Referenden die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger prägen.

Welche Rolle spielen politische Parteien bei der Mobilisierung?

Politische Parteien, insbesondere linke Parteien, dienen als potenzielle Verbündete für soziale Bewegungen. Die Arbeit zeigt jedoch auf, dass deren Unterstützung je nach Machtkonstellation und Regierungsbeteiligung in den Kantonen variiert.

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Details

Title
Protestereignisse, soziale Bewegungen und politische Gelegenheitsstrukturen - Ein Vergleich zwischen West- und Deutschschweiz
College
University of Zurich  (Soziologisches Institut der Universität Zürich)
Grade
Sehr gut
Authors
Dario Bernardi (Author), Christine Rabus (Author)
Publication Year
2004
Pages
133
Catalog Number
V31443
ISBN (eBook)
9783638324533
Language
German
Tags
Protestereignisse Bewegungen Gelegenheitsstrukturen Vergleich West- Deutschschweiz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dario Bernardi (Author), Christine Rabus (Author), 2004, Protestereignisse, soziale Bewegungen und politische Gelegenheitsstrukturen - Ein Vergleich zwischen West- und Deutschschweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31443
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