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Jugendkultur im England der 1960er Jahre. Darstellung und Deutung des Mod-Phänomens

Titel: Jugendkultur im England der 1960er Jahre. Darstellung und Deutung des Mod-Phänomens

Hausarbeit , 2012 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Natalja Fischer (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Europa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu Beginn der 1960er Jahre zeigte sich auf den Londoner Straßen vermehrt eine neues Phänomen: Jugendliche in schicken Anzügen und auf schnittigen italienischen Rollern tanzten in den Szeneclubs zu Jazz, nahmen Speed und lieferten sich mit den sogenannten Rockern Straßenschlachten in englischen Seebädern wie Brighton. Die Rede ist von den Modernisten, den sogenannten Mods. Doch wer waren diese auf merkwürdige Weise auffälligen Jugendlichen? Und wie kam es zur Entstehung dieser unverwechselbaren Kultur?

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, diese Fragen zu klären und somit zum Verständnis der zunächst rätselhaft erscheinenden Kultur der Mods beizutragen. Dabei soll wie folgt vorgegangen werden: Zunächst sollen im Rahmen einer allgemeinen Einführung zentrale Begriffe wie Jugend und Jugendkultur geklärt werden. Auch soll (anhand des Lévi-Straussschen Bricolage-Konzeptes) auf die Entstehungsmöglichkeit von Jugendkulturen überhaupt eingegangen werden. Nach dieser Einführung wird sich die Arbeit dann dem konkreten Phänomen der Mods widmen und die spezifischen Elemente ihres Stils (Kleidung, Habitus, Musik, Drogen, Gegenkultur) darstellen und analysieren. Zusätzlich soll auch eine zeitliche und gesellschaftliche Einordnung erfolgen, um die Konstitution des Stils verorten und umso besser interpretieren und verstehen zu können. Im Fazit soll abschließend die Weiterentwicklung, also Kommerzialisierung und Verbreitung, der Mod-Kultur nachgezeichnet werden und eine Beurteilung geliefert werden, inwieweit die Mods Einfluss auf nachfolgende Entwicklungen gehabt haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Einführung

2.1 Jugend

2.2 Jugendkultur

2.3 Stilschöpfung in Jugendkulturen

3. Die Mods

3.1 Zeitliche und gesellschaftliche Einordnung

3.2 Der Stil der Mods

3.2.1 Erscheinung: Kleidung und Auftritt

3.2.2 Alltag: Jazz und Amphetamine

3.2.2 Rivalitäten: Mods versus Rockers

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Phänomen der „Mods“ im England der 1960er Jahre zu klären und ihr historisches sowie soziokulturelles Verständnis zu vertiefen. Dabei wird untersucht, wie diese Subkultur durch Bricolage und die bewusste Stilisierung des Alltags ihre Identität formte und welchen Einfluss sie auf die Popkultur sowie spätere gesellschaftliche Entwicklungen ausübte.

  • Grundlagen der Jugendsoziologie und Definition des Begriffs Jugendkultur
  • Die Anwendung des Bricolage-Konzepts nach Lévi-Strauss auf Jugendstile
  • Analyse der spezifischen Stilmerkmale der Mods (Mode, Musik, Drogenkonsum)
  • Gesellschaftliche Einordnung und die Abgrenzung zu gegnerischen Subkulturen wie den Rockers
  • Kritische Reflexion der Kommerzialisierung und des historischen Vermächtnisses der Mod-Bewegung

Auszug aus dem Buch

Erscheinung: Kleidung und Auftritt

Die Mods rekrutierten Teile ihres Stils wie bereits zuvor angedeutet aus dem Repertoire der Teds. So schlossen sie sich zunächst an deren italienischen Anzugstil an, betonten aber die Eleganz ihres Outfits das insgesamt weniger auffallend war als das der Teds:

„Im Gegensatz zu den Teds bevorzugten die Mods supermoderne Klamotten; der chromverzierte Motorroller war Teil ihres Stylings. Sie bewegten sich als Flaneure und Dandies durch die Straßen und versammelten sich abends in Clubs und Bars. Ihre Anzüge waren insgesamt eher konventionell: Sie trugen gebügelte Hemden, unter dem Parka häufig schmale Kravatten und knapp sitzende Anzüge; die Haare waren kurz und sauber geschnitten. Wichtig war vielmehr die Attitude, mit der man die Sachen trug: Nonchalanche war gefragt, coolness, ein distanziert beobachtendes Gehabe, das Überlegenheit ausdrückte.“

Die Mods erweckten also auf den ersten Blick den Eindruck einer Art Nachwuchsspießer, adrett gekleidet und mit guten Manieren. Bei genauerem hinsehen erkannte man aber den verstöred peniblen Perfektionsanspruch an den eleganten Stil. Wie auch in dem Film Quadrophenia dargestellt, der die Modkultur eindrücklich portraitiert, wurde zum Teil wochenlang auf einen maßgeschneiderten Anzug hingespart. Dieser war nach eigenen Vorstellungen designed und musste perfekt sitzen (möglichst eng) und aus gutem Stoff gearbeitet sein. Ansonsten trug man Polohemden von Fred Perry oder Lacoste und besuchte nur die exklusivsten Geschäfte in London, die sich beispielsweise dadurch auszeichneten, teure Kleidung aus den USA zu importieren. In diesem Zusammenhang ist besonders die Carnaby Street zu erwähnen, auf der sich damals kleine exklusive Einzelhandelgeschäfte sammelten. Es galt, sich von der Masse abzuheben, Hochwertiges und Unikate zu besitzen. Die Mods waren bei ihrer Wahl der Kleidung daher durchaus kreativ und anspruchsvoll, sie hatten ihre eigenen Vorstellungen von guter Kleidung, die am besten nicht up-to-date sondern den Anderen immer noch einen Schritt voraus sein sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Mods ein, skizziert das Forschungsziel und erläutert das methodische Vorgehen anhand soziologischer Begriffsdefinitionen.

2. Allgemeine Einführung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Jugend und Jugendkultur und führt in die theoretischen Grundlagen der Stilschöpfung durch Bricolage ein.

3. Die Mods: Der Hauptteil analysiert die Entstehung, den spezifischen Lebensstil, die Rolle von Musik und Drogen sowie die Konfrontationen mit der Rocker-Subkultur.

4. Fazit: Das Fazit resümiert die Entwicklung der Mods, ihre Kommerzialisierung sowie ihren nachhaltigen Einfluss auf die moderne Popkultur und nachfolgende Generationen.

Schlüsselwörter

Mods, Jugendkultur, Bricolage, Subkultur, England, 1960er Jahre, Stil, Mode, Identity, Identitätsbildung, Rockers, Kommerzialisierung, Musik, Lifestyle, Popkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Bedeutung der britischen Jugendkultur der „Mods“ in den 1960er Jahren sowie deren soziokulturelle Einflüsse.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Im Fokus stehen die Identitätskonstruktion, der Einsatz von Symbolen und Kleidung als Distinktionsmerkmal sowie die Abgrenzung zu anderen sozialen Gruppen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die „rätselhafte“ Mod-Kultur in einen soziologischen Kontext zu setzen und den Entstehungsprozess ihres unverwechselbaren Stils zu erklären.

Welche wissenschaftlichen Konzepte werden verwendet?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig das Bricolage-Konzept von Lévi-Strauss, um die Art und Weise zu analysieren, wie Jugendliche durch die Neuordnung bestehender Objekte eine eigene Identität schaffen.

Was umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die zeitliche Einordnung, die detaillierte Darstellung der Mod-Mode und -Musik, den Drogenkonsum als Lebensstil-Element sowie die Rivalitäten mit den Rockers.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Jugendkultur, Bricolage, Mod-Lifestyle, Identität, Stil-Ensemble und kulturelle Distinktion.

Welche Rolle spielt die Musik für die Mods?

Musik, insbesondere moderner Jazz, diente der Abgrenzung von der breiten Masse und war ein essenzieller Bestandteil der Identitätsstiftung innerhalb der Szene.

Warum kam es zu den Ausschreitungen zwischen Mods und Rockers?

Die Konflikte waren Ausdruck tiefgreifender kultureller Gegensätze und medialer Verstärkung, die zu Massenschlägereien in englischen Seebädern wie Brighton führten.

Wie bewertet der Autor das Ende der Mod-Kultur?

Der Autor konstatiert, dass die Kommerzialisierung der Kultur zu deren Entschärfung führte, dennoch hinterließen die Mods ein prägendes Erbe für die nachfolgende Popkultur.

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Details

Titel
Jugendkultur im England der 1960er Jahre. Darstellung und Deutung des Mod-Phänomens
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Jugendkulturen
Note
1,0
Autor
Natalja Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V314507
ISBN (eBook)
9783668130463
ISBN (Buch)
9783668130470
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendkulturen Mods Bricolage Soziologie Kulturwissenschaft England 60er Jahre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natalja Fischer (Autor:in), 2012, Jugendkultur im England der 1960er Jahre. Darstellung und Deutung des Mod-Phänomens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314507
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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