Diese Masterthesis stellt die Ergebnisse einer empirischen Studie, die mit österreichischen Kommunen – Gemeinden wie Städten – zum Thema „kommunales Carsharing“ durchgeführt wurde, dar. Unter kommunalem Carsharing versteht man die geteilte Nutzung von Fahrzeugen in Gemeinden und Städten.
Das Ziel dieser Thesis ist die Erforschung des Status von kommunalem Carsharing in Österreich. Darüber hinaus soll festgestellt werden, ob Kommunen, die an einem Umwelt- oder Klimaschutzprogramm teilnehmen, größeres Interesse an kommunalem Carsharing haben als Kommunen, die nicht an solchen Programmen teilnehmen. Abschließend soll geklärt werden, welche Rolle Kommunen bei der Durchführung von Carsharing Projekten zukommt.
Zu diesem Zweck wurden alle österreichischen Kommunen eingeladen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Nach bestem Wissen der Autorin wurde noch keine Studie ähnlich dieser in Österreich durchgeführt.
Die zentralen Erkenntnisse dieser Thesis sind, dass kommunales Carsharing in Österreich noch am Anfang steht, jedoch Teil des globalen Carsharing-Trends werden kann. Die Studie konnte keine signifikanten Unterschiede zwischen Kommunen mit und ohne Umwelt- und Klimaschutzprogramm feststellen. Des Weiteren kommt diese Masterthesis zum Schluss, dass Kommunalverwaltungen eine zentrale Rolle spielen, wenn es um Lokale Klima-Governance geht – und in dieser Rolle sollten sie lokale Carsharing-Projekte initiieren, moderieren und zusammen mit Mitgliedern der Kommune, lokalen Unternehmen und anderen lokalen Akteuren umsetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Thematische Einführung und Problemstellung
1.2 Zielsetzung, Forschungsfragen und Forschungsdefizit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Forschungsgegenstand im Kontext
2.1 Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels
2.2 Verkehr
2.3 Nachhaltige Entwicklung
2.4 Paradigmenwechsel
3 Nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene
3.1 Begriffsbestimmung und Entwicklung
3.2 (Erfolgs)Faktor Lokale Klima-Governance
3.3 Rolle der Kommunen
3.4 Zwischenfazit Rolle der Kommunen
4 Carsharing
4.1 Begriffsbestimmung und Entwicklung
4.2 Erfolgsfaktor Carsharing
4.3 Fördernde und hemmende Faktoren
4.4 Zwischenfazit Carsharing
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Untersuchungsplan
5.1.1 Stichprobe und Rekrutierung der Stichprobe
5.1.2 Untersuchungsdurchführung
5.2 Auswertungsverfahren, Fragestellungen, Deskriptivstatistik
5.2.1 Statistische Auswertungsverfahren
5.2.2 Deskriptivstatistik
6 Synthese und Ausblick
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Ziel der Masterarbeit ist die Erforschung des Status von kommunalem Carsharing in Österreich. Dabei wird untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Teilnahme an Umwelt- oder Klimaschutzprogrammen und dem Interesse an Carsharing besteht sowie welche Rolle Kommunen bei der Durchführung solcher Projekte einnehmen.
- Status quo von kommunalem Carsharing in Österreich
- Einfluss von Umwelt- und Klimaschutzprogrammen auf das Interesse an Carsharing
- Rolle von Kommunalverwaltungen bei Carsharing-Projekten
- Identifikation von Akteuren und Netzwerken
- Analyse fördernder und hemmender Faktoren für Carsharing in Kommunen
Auszug aus dem Buch
4.1 Begriffsbestimmung und Entwicklung
Gemäß Le Vine, Zolfaghari, & Polak (2014, 3) gibt es keine standardisierte Terminologie für Carsharing. Sie definieren Carsharing wie folgt: „Carsharing sits within the emerging class of ‘mobility services’ that draw on modern technology to enable access to car-based mobility without the consumer owning the physical asset (a car).” (Le Vine et al., 2014, 3). Baum, & Pesch (1994, 1) definieren Carsharing als eine Mobilitätsdienstleistung, bei der Fahrzeuge gemeinschaftlich genutzt werden. Ergänzend dazu sieht Gossen (2012, 27) Carsharing als sozialinnovative Strategie einer nachhaltigeren Mobilität.
Beim „klassischen“ Carsharing-Modell, welches sich ausgehend von der Einführung des modernen Carsharing in Europa in den frühen 1990er Jahren entwickelt hat, nehmen sich Carsharing-Organisationen (CSO) Fahrzeuge, statten diese mit zusätzlicher Technologie und automatisierter Verrechnung aus, so dass die Mitglieder das Auto nutzen können, wenn sie es brauchen (Chase, 2012, 205). Das Auto wird reserviert, die Nutzerinnen und Nutzer geben Start- und Endzeit und Dauer der Fahrt an. Später wird das Fahrzeug zur selben Station, wo es ursprünglich ausgeliehen wurde, zurückgebracht (Chase, 2012, 206). Diese Art des Carsharing nennt sich “Round-Trip“ Carsharing (Le Vine et al., 2014, 5) bzw. stationsbasiertes Carsharing.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Klimawandels und des Verkehrssektors und stellt das Forschungsziel sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2 Forschungsgegenstand im Kontext: Dieses Kapitel betrachtet die globalen Zusammenhänge von Klimawandel, Verkehr und nachhaltiger Entwicklung als kontextuellen Rahmen.
3 Nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene: Hier wird die Rolle der Kommunen bei der Umsetzung lokaler Umweltprogramme und die Relevanz von lokaler Klima-Governance diskutiert.
4 Carsharing: Das Kapitel bietet eine Begriffsbestimmung und analysiert den aktuellen Forschungsstand zu Carsharing sowie dessen Potenzial und Hemmnisse.
5 Methodisches Vorgehen: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobengewinnung und die eingesetzten statistischen Auswertungsmethoden.
6 Synthese und Ausblick: Das Abschlusskapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Ergebnissen und diskutiert den weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Kommunales Carsharing, Nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz, Lokale Agenda 21, Klima-Governance, Mobilität, Österreichische Kommunen, Online-Umfrage, Partizipation, Verkehrswende, Umweltpolitik, Sozialinnovation, Elektrofahrzeuge, Infrastruktur, Nutzerverhalten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema „kommunales Carsharing“ und untersucht dessen Status und Potenziale innerhalb österreichischer Gemeinden und Städte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind nachhaltige Mobilität, lokale Klima-Governance, die Rolle der Kommunen als Akteure des Umweltschutzes und die Verbreitung von Carsharing-Modellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, den aktuellen Stand von kommunalem Carsharing in Österreich zu erheben und zu analysieren, ob ein Zusammenhang zwischen Umweltprogrammen der Kommunen und deren Interesse an Carsharing besteht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine empirische Online-Studie durchgeführt, bei der österreichische Kommunen mittels Fragebögen befragt und die Ergebnisse anschließend deskriptiv statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturanalyse zu globalen Umwelt- und Verkehrskontexten sowie eine detaillierte Auswertung der empirischen Daten zur Einstellung und Umsetzung von Carsharing-Projekten in Kommunen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kommunales Carsharing, Nachhaltige Entwicklung, Lokale Klima-Governance, Partizipation und Mobilitätspolitik.
Warum spielt die Lokale Agenda 21 eine Rolle in der Untersuchung?
Die Lokale Agenda 21 dient als Rahmenwerk, das die Bedeutung kommunaler Akteure bei der Umsetzung nachhaltiger Entwicklung hervorhebt und als Referenzpunkt für die Einbindung der Zivilgesellschaft dient.
Welche Erkenntnis liefert die Arbeit zur Rolle der Kommunalverwaltung?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Kommunalverwaltungen eine zentrale Rolle als Initiatoren und Moderatoren lokaler Klimaschutzprojekte wie Carsharing einnehmen sollten, auch wenn sie dabei mit Ressourcenbeschränkungen konfrontiert sind.
Gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen Kommunen mit und ohne Umweltprogramm?
Die empirische Untersuchung konnte keine signifikanten Unterschiede bezüglich des Interesses oder der Umsetzung von Carsharing-Projekten zwischen diesen beiden Gruppen feststellen.
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- Gerda Pongratz (Author), 2015, Carsharing im kommunalen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314577