Eine neue Generation von gebildeten, jungen und vor allem selbstbewussten Menschen strömt derzeit auf den Arbeitsmarkt. Sie reden von Selbstverwirklichung, gehen in der Mittagspause schnell zum Yoga, posten ihr Essen mit dem Schlagwort „#foodporn“ und werden knallhart, wenn es um das Verhandeln des Arbeitsvertrages geht. Die sogenannte Generation Y ist ein neues gesellschaftliches Phänomen, welches Soziologen und Experten vor folgende Frage stellt: Revolutioniert diese Generation den Arbeitsmarkt oder ist sie sein Untergang?
Wenn man sich mit der aktuellen Entwicklung und der Beziehung der Generation Y zum Arbeitsmarkt auseinandersetzt, dann kommt man um Wörter wie Prekarisierung oder Prekariat nicht umher.
Interessiert sich die Generation Y aber überhaupt noch für das Thema der Prekarisierung oder stehen schon längst andere Thematiken im Vordergrund?
Was passiert mit dem Arbeitsmarkt wie wir ihn kennen, wenn plötzlich junge Leute nicht mehr alles geben für den Job?
All diese Fragen sind Gegenstand der aktuellen deutschen Debatte über den Wandel. Den Wandel, der sich weg von klassischen Berufskarrieren entwickelt, hin zu Fashionbloggern und Super Vise Art Direktoren, die ihren Job als Ausdruck ihrer Persönlichkeit sehen.
Inhaltsverzeichnis
1. „Du schlägst Wurzeln und ich muss fliegen – wir gehen auf anderen Wegen“
2. Verortung der Begriffe prekär - Prekarisierung – Prekariat
3. Die Generation Y – zwischen Sabbatical , Instagram und Selbstverwirklichung
4. Zurückgeworfen auf sich selbst - Individualisierungstheorie nach Beck
5. Revolution oder Verfall? – wie die Generation Y den Arbeitsmarkt beeinflusst
6. Absage an das Leistungsprinzip: ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Generation Y und dem Phänomen der Prekarisierung, wobei die Individualisierungstheorie von Ulrich Beck als analytischer Rahmen dient, um die veränderten Lebens- und Arbeitsentwürfe dieser Generation kritisch zu beleuchten.
- Charakterisierung der Generation Y und ihrer prägenden Merkmale
- Begriffsbestimmung von Prekarität und Prekarisierung im soziologischen Kontext
- Analyse der Individualisierungsprozesse nach Ulrich Beck
- Kontroverse Debatte über die Auswirkungen der Generation Y auf den Arbeitsmarkt
- Hinterfragung des klassischen Leistungsprinzips und neuer Formen der Arbeitswelt
Auszug aus dem Buch
Die Generation Y – zwischen Sabbatical , Instagram und Selbstverwirklichung
Es gab schon so einige Generationen. Die Generation Praktikum, Porno oder Facebook. Eines haben all diese Generationen gemeinsam: Sie schweben. Sie schweben, weil sie nicht richtig angekommen sind. Die Generation Praktikum bekommt heute keine Anstellung, weil sie sich damals für umsonst angebiedert hat. Die Generation Porno ist verklemmter denn je und die sexuelle Revolution blieb aus, auch die Generation Facebook scheint nicht richtig angekommen zu sein im digitalen Zeitalter.
Ihren Namen verdankt die Generation Y der englischen Aussprache. Im Englischen hört sich der Buchstabe Y so an wie das englische Wort für „warum“.
Soziologisch betrachtet, zeichnet sich die Generation durch einige prägnante Merkmale aus. Rein formell gesehen, gehören diejenigen zur Generation Y, die zwischen 1977 und 1998 geboren wurden.
Anhand von fünf Merkmalen soll erläutert werden, was genau die Generation Y charakterisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. „Du schlägst Wurzeln und ich muss fliegen – wir gehen auf anderen Wegen“: Einleitung in die Thematik der Generation Y als neues gesellschaftliches Phänomen und Aufwerfung der Frage nach ihrer Auswirkung auf den Arbeitsmarkt.
2. Verortung der Begriffe prekär - Prekarisierung – Prekariat: Definition und soziologische Einordnung der zentralen Begriffe unter Berücksichtigung von Modellen wie denen von Klaus Dörre.
3. Die Generation Y – zwischen Sabbatical , Instagram und Selbstverwirklichung: Vorstellung der Merkmale und Hintergründe der Generation Y, wie technisches Know-how, hohe Bildung und ein neuer Fokus auf Freizeit und Selbstverwirklichung.
4. Zurückgeworfen auf sich selbst - Individualisierungstheorie nach Beck: Anwendung der Individualisierungsthese von Ulrich Beck zur Erklärung der heutigen Lebensbedingungen und Niveauverschiebungen für die Generation Y.
5. Revolution oder Verfall? – wie die Generation Y den Arbeitsmarkt beeinflusst: Gegenüberstellung kritischer und optimistischer Perspektiven auf die Rolle der Generation Y im Wandel der Arbeitswelt.
6. Absage an das Leistungsprinzip: ein Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der neuen Denkweise der Generation Y und ihres Potenzials, das klassische Leistungsprinzip zugunsten von Selbstverwirklichung und Freiheit zu hinterfragen.
Schlüsselwörter
Generation Y, Prekarisierung, Prekariat, Individualisierungstheorie, Ulrich Beck, Arbeitsmarkt, Selbstverwirklichung, Yuppies, Leistungsprinzip, Soziologie, Lebenslauf, Flexibilität, Arbeitswelt, Engagement Index, Demographischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das gesellschaftliche Phänomen der Generation Y im Kontext des soziologischen Wandels und ihrer Beziehung zur modernen Arbeitswelt.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Begriffe Prekarität und Prekarisierung, die Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck sowie die veränderten Lebensentwürfe junger Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Ziele und Ansichten der Generation Y besser zu verstehen und zu klären, ob diese Generation den Arbeitsmarkt revolutioniert oder einen Verfall klassischer Strukturen einleitet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten, insbesondere der Individualisierungsthese, und deren Anwendung auf aktuelle Debatten und Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung, die Charakterisierung der Generation Y, die theoretische Rahmung durch Beck sowie die Diskussion über deren Einfluss auf den Arbeitsmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Generation Y, Prekarisierung, Individualisierung, Arbeitsmarkt und Selbstverwirklichung.
Inwiefern spielt der "Engagement Index" für die Argumentation eine Rolle?
Der Index wird genutzt, um die unzufriedene Situation in der heutigen Arbeitswelt zu belegen und die Hoffnungen zu verdeutlichen, die Befürworter in die veränderten Erwartungen der Generation Y setzen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Yuppies?
Die Autorin betrachtet die Yuppies ambivalent: Einerseits wird ihre angebliche Arbeitsfaulheit und überzogene Entspanntheit kritisiert, andererseits wird ihr Streben nach Selbstverwirklichung als Chance für eine neue, menschlichere Arbeitskultur gewertet.
Was bedeutet die "Absage an das Leistungsprinzip" im Fazit?
Dies beschreibt die Beobachtung, dass die Generation Y traditionelle Karrierepfade und ein rein ökonomisch getriebenes Leistungsdenken zugunsten von Freiheit, Sinnerfüllung und individueller Lebensgestaltung in Frage stellt.
- Arbeit zitieren
- Linda Schmiedel (Autor:in), 2015, Generation Y und das Phänomen des Prekariats, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314630