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Selbstmordattentat als abweichendes Verhalten aufgrund gesellschaftlicher Faktoren

In Anlehnung an die soziologische Suizidtheorie von Émile Durkheim

Title: Selbstmordattentat als abweichendes Verhalten aufgrund gesellschaftlicher Faktoren

Term Paper , 2015 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Social Work
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Das 1894 erschienene Werk „Le suicide“ von Emile Durkheim gilt noch heute als Standardlektüre für wissenschaftliche Arbeiten zur Suizidthematik (vgl. Liegener 2007, S.3). Durkheim beschäftigt sich mit dem Selbstmord als abweichendes Verhalten und versucht hierfür die Ursachen zu identifizieren. Dabei analysiert er den Selbstmord nicht etwa als eine bloße individuelle Entscheidung, sondern orientiert sich konsequent an sozialen Begleitumständen, die auf das Verhalten von Individuen einwirken (vgl. Lüdemann/Ohlemacher 2002,S. 31f.).

In den Ausführungen Durkheims findet sich bereits der Hinweis, dass der altruistische Suizid die Gefahr in sich trägt, sich zum erweiterten Suizid auszudehnen. Er weist darauf hin: „Wenn der Mensch beim altruistischen Selbstmord immer bereit ist, sein Leben aufzuopfern, hat er andererseits ebenso wenig Bedenken, ein anderes zu opfern“ (Durkheim 1973, S.40). Der Autor Manfred Wolfersdorf (Facharzt für Psychiatrie – Psychotherapie) stellt im Zusammenhang mit den Selbstmordanschlägen vom 11.September 2001 die Überlegung an, dass unser Verständnis von Suizidalität unter verschiedenen Aspekten erweitert werden muss:

1. „Einbeziehung anderer gegen deren Willen in die eigene Selbsttötungshandlung (Mord und Selbsttötung)
2. Motivational Ziel nicht die eigene Selbsttötung, sondern die Vernichtung des Anderen (Suizident als „Mordwaffe“)
3. Motivational Ziel die Selbsttötung und die Rettung eines anderen (pseudo altruistisch)“ (Wolfersdorf 2002, S.14).

Aus Durkheims Werk geht hervor, dass der Selbstmord immer mit gesellschaftlichen Aspekten zusammenhängt und von bestimmten Faktoren beeinflusst wird, wie z.B. der Religionszugehörigkeit. In dieser Arbeit soll der gesellschaftliche Zusammenhang zu Selbstmordattentaten hergestellt werden, um folgender Fragestellung nachzugehen:

„Durch welche gesellschaftlichen Faktoren, wird die Entscheidung zu einem Selbstmordattentat begünstigt?“

Der erste Teil dieser Arbeit wird sich mit der Suizidtheorie nach Durkheim beschäftigen, um einen theoretischen Überblick über das Thema zu geben. Es werden die Grundannahmen Durkheims kurz dargestellt und dann die drei Selbstmordtypen vorgestellt, zwischen denen Durkheim unterscheidet.

Der zweite Teil der Arbeit wird sich mit den gesellschaftlichen Ursachen auseinandersetzen, welche Einfluss auf die Entscheidung eines Menschen nehmen bei dem Entschluss ein Selbstmordattentat zu begehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

2.1 Selbstmord und Selbstmordattentat

2.2 Abweichendes Verhalten (Devianz)

3. Emile Durkheims soziologische Suizidtheorie

3.1 Grundannahmen Durkheims

3.2 Der egoistische Selbstmord

3.3 Der anomische Selbstmord

3.4 Der altruistische Selbstmord

4. Selbstmordattentat als Folge gesellschaftlicher Faktoren

4.1 Ursachen

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe von Selbstmordattentaten, indem sie die klassische Suizidtheorie von Emile Durkheim auf das moderne Phänomen des Terrorismus anwendet. Das primäre Ziel besteht darin zu analysieren, welche gesellschaftlichen Faktoren die Entscheidung eines Individuums für ein Selbstmordattentat begünstigen.

  • Anwendung der Suizidtheorie nach Durkheim auf Selbstmordattentate
  • Differenzierung zwischen verschiedenen Suizidtypen und deren gesellschaftlicher Integration
  • Analyse der Rolle von Indoktrination und Radikalisierungsprozessen
  • Untersuchung von sozialen, politischen und kulturellen Einflussfaktoren
  • Kritische Betrachtung des Täterprofils im Vergleich zu sozioökonomischen Klischees

Auszug aus dem Buch

4.1 Ursachen

Suizidhandlungen aus altruistischer Motivation gehören stets einer höheren Idee an, sei es der Staat, die Freiheit, die Religion oder das Leben der Freunde oder Nächsten. Wenn hierfür das eigene Leben eingesetzt wird, handelt es sich um Opfersuizid (vgl. Wolfersdorf 2002, S.39). Besonders bei Selbstmordattentaten handelt es sich häufig um altruistische Tatmotive, die einer höheren Sache dienen sollen. Hierbei herrscht die Vorstellung vom geringen Wert des eigenen Lebens im Vergleich mit der höheren „Sache“. In diesem Zusammenhang kann auch von Opfersuizid gesprochen werden. Des Weiteren besteht die Vorstellung, dass eigene Leben, sowie das Leben anderer, welche vom Anschlag zufällig oder gezielt vernichtet worden ist, sei im Vergleich mit der höheren Sache von deutlich geringerem Wert (vgl.Wolfersdorf 2002, S.39).

Ein Beispiel hierfür liefert der Terroranschlag vom 11.September 2001 von New York und Washington. Das Attentat unterlag einem seit Jahren detailliert vorbereitetem Plan unter größter Geheimhaltung und zielte darauf ab, einen gemeinsamen Suizid zu begehen, welcher das Leben unschuldiger Zivilisten beendete, welche sich in vier gekaperten Flugzeugen, sowie in den attackierten Gebäuden befanden. Die Motivation der Täter lag demnach nicht in einer persönlichen Konfliktlage, sondern sie hatte eine hochpolitische Dimension. „Durch die zeitgleiche Zerstörung mehrerer weltbekannter Symbole des von den Vereinigten Staaten dominierten „westlichen“ Lebensstils sollte ein global wirksames Zeichen gesetzt werden mit der Folge einer Schwächung oder Zerstörung eben dieses Lebensstils“ (Wolfersdorf 2002,S.38). Demnach kann eine Gemeinschaft eine solche Bindekraft auslösen, dass jedes Mitglied bereit ist, sein Leben z.B. für seinen Glauben oder zum Heil der Sache oder einfach nur für die Freunde, um deren Überlebenschancen zu verbessern, hinzugeben (vgl. Wolfersdorf 2002, S.39).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, präsentiert das zentrale Forschungsinteresse und bettet das Phänomen des Selbstmordattentats in den wissenschaftlichen Diskurs um Emile Durkheims Suizidtheorie ein.

2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Selbstmord“ und „Selbstmordattentat“ sowie „abweichendes Verhalten“ (Devianz), um ein einheitliches Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.

3. Emile Durkheims soziologische Suizidtheorie: Das Kapitel stellt die soziologischen Grundlagen von Durkheim dar und erläutert seine drei Typen des Selbstmordes (egoistisch, anomisch, altruistisch) als theoretisches Fundament.

4. Selbstmordattentat als Folge gesellschaftlicher Faktoren: Der Hauptteil verknüpft die theoretischen Konzepte mit der Praxis von Selbstmordattentaten und beleuchtet die Ursachen sowie die Rolle von Radikalisierung und Indoktrination.

5. Ausblick: Der Ausblick führt die Ergebnisse zusammen, reflektiert die ursprüngliche Fragestellung und identifiziert den Bedarf für weiterführende Forschung hinsichtlich der Beweggründe junger, gebildeter Attentäter.

Schlüsselwörter

Selbstmordattentat, Emile Durkheim, Suizidtheorie, altruistischer Suizid, Devianz, Terrorismus, Indoktrination, Radikalisierung, gesellschaftliche Integration, Opfersuizid, soziale Normen, politisch motivierte Tat, Religionszugehörigkeit, Weltanschauung, Anomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologischen Hintergründe von Selbstmordattentaten und analysiert diese als abweichendes Verhalten vor dem Hintergrund soziologischer Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Suizidtheorie von Emile Durkheim, die Definition von Devianz und die Analyse der gesellschaftlichen Faktoren, die zu altruistisch motivierten Selbstmordattentaten führen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten: „Durch welche gesellschaftlichen Faktoren wird die Entscheidung zu einem Selbstmordattentat begünstigt?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer Konzepte und der Auswertung bestehender Studien und Fachliteratur zur Suizidalität und zum Terrorismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Durkheims Suizidtypen detailliert vorgestellt und auf die Dynamiken von Terrororganisationen, Indoktrination und die Rolle gesellschaftlicher Integration angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Selbstmordattentat, Altruismus, gesellschaftliche Integration, Indoktrination und Radikalisierung.

Warum spielt der „altruistische Selbstmord“ nach Durkheim eine so zentrale Rolle für die Analyse?

Weil dieser Typus durch eine extreme Integration in die Gruppe gekennzeichnet ist, was laut der Autorin ein wesentliches Merkmal für die Motivlage von Tätern in terroristischen Strukturen darstellt.

Widerlegt die Arbeit das Klischee des „armen, ungebildeten Attentäters“?

Ja, unter Verweis auf empirische Studien zeigt die Arbeit auf, dass ein signifikanter Teil der Attentäter über eine gute Bildung verfügt und nicht aus sozial benachteiligten Verhältnissen stammt.

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Details

Title
Selbstmordattentat als abweichendes Verhalten aufgrund gesellschaftlicher Faktoren
Subtitle
In Anlehnung an die soziologische Suizidtheorie von Émile Durkheim
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
14
Catalog Number
V314654
ISBN (eBook)
9783668134010
ISBN (Book)
9783668134027
Language
German
Tags
selbstmordattentat verhalten faktoren anlehnung suizidtheorie durkheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Selbstmordattentat als abweichendes Verhalten aufgrund gesellschaftlicher Faktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314654
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