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Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung. Handlungsansätze in der sozialen Arbeit

Title: Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung. Handlungsansätze in der sozialen Arbeit

Bachelor Thesis , 2015 , 39 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Indra Sistig (Author)

Social Work
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Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Formen, Ursachen, Erklärungsansätze sowie psychische Funktionen der Sellbstverletzung und geht auf Möglichkeiten der Einflussnahme im Bereich der Sozialen Arbeit ein. Die Problematik der Selbstverletzung in Form von Ritzen, Kratzen oder dem Zufügen von Verbrennungen jeglicher Art hat sich in den letzten Jahren erheblich verschlimmert und ist infolgedessen zu einem gravierenden Problem der heutigen Gesellschaft geworden.

Die Thematik spiegelt sich auch in dem Songtext „Narben“ der Band „Subway to Sally“ wieder, welcher veranschaulichend die Funktionen der Selbstverletzung beschreibt. An dieser Stelle ist zu erkennen, dass sich Betroffene in einer für sie hoffnungslosen, mit psychischen Spannungen verbundenen Situation befinden, welche sie mit Hilfe der Selbstverletzung zu kompensieren versuchen.

Auch heutzutage handelt es sich bei dem selbstverletzenden Verhalten um eine relativ unerforschte Thematik, welche oftmals als eines der Hauptsymptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung dargestellt und nicht als eigenständige Erkrankung anerkannt wird. Betroffene verspüren im Gegensatz zu gesunden Menschen zeitweise kein Gefühl der Lebendigkeit. Aus diesem Grund versuchen sie mit Hilfe der Selbstverletzung den Zugang zu sich selbst zu finden.

Für gesunde Menschen ist das Zufügen von Schmerzen und das Verspüren der Erleichterung beim Anblick des eigenen Blutes schwer nachvollziehbar. Aus diesem Grund erfahren Betroffene häufig negative Reaktionen in Bezug auf ihre Selbstverletzung. Hierbei kann es sich einerseits um harmlose Reaktionen wie Mitleid oder das Empfinden von Ohnmacht, aber auch um massivere Reaktionen wie die offene Ablehnung oder Diskriminierung handeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

2.1 Klinische Erscheinungsformen

2.2 Statistiken

3. Verschiedene Formen der Selbstverletzung

4. Ursachen von selbstverletzendem Verhalten

4.1 Traumatisierungen

4.2 Die posttraumatische Belastungsstörung

4.3 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung

5. Erklärungsansätze zur Entstehung von selbstverletzendem Verhalten

5.1 Psychoanalytische Erklärungsansätze

5.2 Lerntheoretische Erklärungsansätze

6. Psychische Funktionen der Selbstverletzung

6.1 Interpersonelle Funktionen

6.1.1 Selbstverletzung als Präverbaler Appell

6.1.2 Selbstverletzung als Flucht vor sozialer Überforderung

6.2 Intrapersonelle Funktionen

6.2.1 Spannungsreduktion durch Selbstverletzung

6.2.2 Selbstverletzung als Antidissoziativum

6.3 Zusammenfassung

7. Möglichkeiten der Einflussnahme

7.1 Grundlagen Sozialer Arbeit

7.2 Konzeptentwicklung

7.2.1 Zielpyramide

7.2.2 Maßnahmenportfolio

7.2.3 Rahmenbedingungen und Umsetzung

7.2.4 Ergebnissicherung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen der Selbstverletzung als eigenständiges Krankheitsbild zu beleuchten, die zugrunde liegenden Ursachen sowie psychischen Funktionen zu analysieren und ein präventionsorientiertes Konzept für die schulische Sozialarbeit zu entwickeln.

  • Phänomenologie und Begriffsdefinition von Selbstverletzung
  • Ursachenforschung: Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Psychologische Funktionen: Interpersonelle und intrapersonelle Regulationsmechanismen
  • Theoretische Erklärungsansätze (psychoanalytisch und lerntheoretisch)
  • Konzeptentwicklung für präventive Maßnahmen in der Schule

Auszug aus dem Buch

6.2.1 Spannungsreduktion durch Selbstverletzung

Wenn es sich nach subjektiver Einschätzung des Betroffenen um eine aussichtslose Situation handelt, kann dies zur Selbstverletzung und somit Spannungsreduktion führen. Das selbstverletzende Verhalten dient dem Abbau psychischer und physischer Spannungen, der Reduktion von Wut auf sich selbst oder Außenstehende und der Befreiung von enormen Angstzuständen und depressiven Gefühlen. Demnach hat die Selbstverletzung zwar einen großen Einfluss auf das emotionale Empfinden des Betroffenen, jedoch handelt es sich um eine kurzzeitige Wirksamkeit in Bezug auf die Spannungsreduktion, da die negativen Gefühle, welche gleichzeitig einen Auslöser für das selbstverletzende Verhalten darstellen, nach kurzer Zeit erneut auftreten.

Die Selbstverletzung des eigenen Körpers wird von Betroffenen als eine Art Ventil beschrieben, welches mit einem platzenden Luftballon verglichen wird. Somit schaffen Betroffene durch das Aufschneiden der eigenen Haut einen Ausgang für innere Spannungen und Ängste, welche durch diesen entweichen können. Dies wiederum wird von Betroffenen als Erleichterung empfunden. Der durch die Schnitte entstandene physische Schmerz beendet den Trancezustand, welcher aufgrund des zu hoch empfundenen emotionalen Drucks entsteht. Zudem empfinden Betroffene bei dem Anblick ihres Blutes ein Gefühl der Lebendigkeit. Aus diesem Grund kann die Wirkung der Selbstverletzung in Bezug auf die Spannungsreduktion mit einer körperlichen Verausgabung oder Trainingseinheiten zur Muskelentspannung verglichen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, thematisiert die gesellschaftliche Relevanz und stellt die Zielsetzung dar, Selbstverletzung als eigenständige Erkrankung statt als Symptom zu betrachten.

2. Begriffsdefinition: Hier werden Schwierigkeiten bei der einheitlichen Definition erörtert und zwischen akzeptierten sowie krankhaften Formen des selbstverletzenden Verhaltens unterschieden.

3. Verschiedene Formen der Selbstverletzung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Vielfalt der Selbstschädigungen, unterteilt in offene und heimliche Formen.

4. Ursachen von selbstverletzendem Verhalten: Das Kapitel analysiert zentrale Risikofaktoren wie Traumatisierungen, die posttraumatische Belastungsstörung und die Borderline-Persönlichkeitsstörung.

5. Erklärungsansätze zur Entstehung von selbstverletzendem Verhalten: Hier werden psychoanalytische und lerntheoretische Konzepte zur Erklärung des Entstehens von Selbstverletzung skizziert.

6. Psychische Funktionen der Selbstverletzung: Die Arbeit beleuchtet hier die interpersonellen (z.B. Appell) und intrapersonellen (z.B. Spannungsreduktion, Antidissoziation) Motive.

7. Möglichkeiten der Einflussnahme: Dieses Kapitel verbindet die theoretischen Erkenntnisse mit der Sozialen Arbeit und entwirft ein pädagogisches Präventionskonzept für die Schule.

8. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Anerkennung der Selbstverletzung als eigenständiges Krankheitsbild.

Schlüsselwörter

Selbstverletzendes Verhalten, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Traumatisierung, Posttraumatische Belastungsstörung, Spannungsreduktion, Soziale Arbeit, Prävention, psychische Konfliktbewältigung, Identitätsstörung, Antidissoziativum, Resilienz, Schule, Adoleszenz, Symptomgenese, Interventionsarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des selbstverletzenden Verhaltens, betrachtet dieses als eigenständiges psychisches Phänomen und erarbeitet Möglichkeiten für die schulische Präventionsarbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Begriffsdefinition, den psychologischen Ursachen (insb. Trauma), den Funktionen der Selbstverletzung sowie der Konzeption präventiver Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Phänomen zu schaffen, Betroffene nicht zu stigmatisieren und ein schulisches Konzept zu entwickeln, das Kinder in ihrer Resilienz stärkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller fachwissenschaftlicher Literatur und der Entwicklung eines praktischen Präventionskonzepts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Ursachen, Erklärungsansätze), die Analyse psychischer Funktionen (intrapersonell/interpersonell) und die Konzeptentwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Selbstverletzendes Verhalten, Traumatisierung, Borderline, Soziale Arbeit, Spannungsreduktion und Prävention.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen akzeptierten und krankhaften Formen?

Akzeptierte Formen umfassen etwa Piercings oder Tattoos, während krankhafte Formen eine bewusste Selbstschädigung ohne suizidale Absicht zur Regulation inneren Drucks beschreiben.

Welche Rolle spielt die Schule im Präventionskonzept?

Die Schule dient als bekannter Lebensraum, in dem durch Projektwochen und Workshops Kompetenzen zur Emotionsregulation und Resilienz vermittelt werden sollen.

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Details

Title
Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung. Handlungsansätze in der sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences Coburg
Grade
1,3
Author
Indra Sistig (Author)
Publication Year
2015
Pages
39
Catalog Number
V314663
ISBN (eBook)
9783668134072
ISBN (Book)
9783668134089
Language
German
Tags
Autoaggression Selbstverletzendes Verhalten Ritzen Handlungsansätze Konfliktbewältigung Traumatisierung Borderline Soziale Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Indra Sistig (Author), 2015, Selbstverletzendes Verhalten als psychische Konfliktbewältigung. Handlungsansätze in der sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314663
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