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Leben behinderter Menschen im Heim

Titel: Leben behinderter Menschen im Heim

Hausarbeit , 2002 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Judith Hallas (Autor:in), Finni Höfer (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Ausarbeitung unseres Referats behandelt das Thema „Heimerziehung“. Heimerziehung ist eines der Handlungsfelder, die im Rahmen des Seminars „Handlungs- und Aufgabenfelder der Sonderpädagogik“ behandelt wurden.
Wir haben den Inhalt weitestgehend auf den Aspekt „Wohnen behinderter Menschen in Einrichtungen der Behindertenhilfe“ eingeschränkt. Das Thema beschränkt sich auf diesen Aspekt, da bereits eine zu dem oben genannten Seminar erstellte Hausarbeit Jugendhilfeheime im Speziellen untersucht hat.
Wir beziehen uns vor allem auf die Studie „Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung in Einrichtungen der Behindertenhilfe“ der Tübinger Forschungsstelle „Lebenswelten behinderter Menschen“. Der Leitgedanke der Studie war die Suche nach Qualität in den Wohneinrichtungen für behinderte Menschen.
Wir beginnen unsere Ausarbeitung mit einer Definition von Heimerziehung. Anschließend gehen wir auf die Geschichte ein. Bei diesen Punkten beziehen wir uns ausschließlich auf Kinder- und Jugendeinrichtungen.
Des Weiteren behandeln wir ausführlich den Lebensalltag behinderter Menschen im Heim. Besonders wichtig waren uns dabei die Selbstbestimmung, die Kompetenzräume und die Möglichkeit soziale Kontakte auszuleben.
Den Abschluss unserer Ausarbeitung bildet das Fallbeispiel Josefshaus in Olpe. Es zeigt, wie Heimerziehung für diesen Personenkreis in der Praxis umgesetzt wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff Heimerziehung

2.1 Definition Heimerziehung

2.2 Geschichte der Heimerziehung

2.3 Heutige gesetzliche Grundlagen der Heimerziehung

2.3.1 Kinder- und Jugendeinrichtungen

2.3.2 Einrichtungen für volljährige behinderte und pflegebedürftige Menschen

3. Leben behinderter Menschen im Heim

3.1 Erhebungsaufbau der Studie

3.2 Grundstrukturen stationärer und offener Behindertenhilfe

3.2.1 Wohnformen

3.2.2 Finanzielle Grundlagen

3.3 Wohnen im Heim

3.3.1 Konzepte und Strukturen

3.3.2 Bauliche Standards und Strukturen

3.3.3 Alltag im Heim

3.3.4 Personal

3.3.5 Bewohner-Mitarbeiter-Beziehung

3.3.6 Tages-, Wochen-, Jahresplan

3.3.7 Beschäftigung

3.4 Soziale Beziehungen

3.4.1 Angehörige

3.4.2 Partnerschaften

3.4.3 Freunde und Bekannte

3.4.4 Diskriminierung

3.5 Selbstbestimmung

3.5.1 Eigenverantwortung im Zimmer

3.5.2 Eigenverantwortung beim Besitz von Haustieren

3.5.3 Eigenverantwortung bezüglich des Rauchens und des Alkoholkonsums

3.5.4 Entscheidungsfreiheit

3.5.5 Finanzkompetenz

3.5.6 Kompetenzen allgemein

4. Schlussbetrachtung

5. Fallbeispiel: Josefshaus Olpe

5.1 Geschichte

5.2 Integrative Gruppe „David“

5.3 Pädagogische Prinzipien und methodische Grundlagen

5.4 Gesetzlicher Rahmen

5.5 Struktur

5.5.1 Standort

5.5.2 Verpflegung

5.5.3 Mitarbeiter

5.5.4 Therapeutische Maßnahmen

5.5.5 Kindergarten und Schule

5.6 Aufnahmeverfahren

5.7 Gründe für die Einweisung

5.8 Kontakt zu den Eltern

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensbedingungen behinderter Menschen in stationären Wohneinrichtungen. Ziel ist es, unter Einbeziehung einer großangelegten Studie die Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung sowie die Qualität der Betreuung im Heimalltag kritisch zu beleuchten.

  • Strukturen und Konzepte stationärer Behindertenhilfe
  • Selbstbestimmung und Kompetenzräume im Heimalltag
  • Soziale Beziehungen und Teilhabe behinderter Menschen
  • Gesetzliche Grundlagen der Eingliederungshilfe und Heimerziehung
  • Praktische Umsetzung in einem Fallbeispiel (Josefshaus Olpe)

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Alltag im Heim

Der im Heim gelebte Alltag ist ein gemeinsamer, d.h. Menschen müssen mit Menschen in Austausch treten. Dieser findet in erster Linie in den Wohngruppen statt, in denen 70 % aller Heimbewohner leben.

Bezüglich des Geschlechts sind die Wohngruppen zu 70 % heterogen. Zumeist wohnen schwerer behinderte und weniger schwer behinderte Menschen in einer Gruppe zusammen.

Daraus ergeben sich einerseits Probleme. Weniger beeinträchtigte Bewohner sehnen sich oft nach Gesprächen und Erholung. Außerdem müssen sie Einschränkungen im Freizeitbereich hinnehmen. Andererseits bereitet es vielen auch Freude sich um Schwächere in der Wohngruppe durch z.B. Füttern zu kümmern. Jeder wirkt individuell nach seinen Möglichkeiten am Wohngruppenleben mit.

Auch was das Alter betrifft ist deutlich erkennbar, dass sich in den Gruppen Altersunterschiede von 30 bis 39 Jahren finden. Nur zu 9,2 % existieren homogene Gruppen wie Senioren- oder Kindergruppen.

Die Zusammensetzung der Wohngruppen liegt zu 66 % im Entscheidungsbereich des Personals. Das heißt, die Bewohner können nur selten selbst entscheiden mit wem sie zusammen in einer Wohngruppe leben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas Heimerziehung mit Fokus auf das Wohnen behinderter Menschen unter Nutzung der Studie der Tübinger Forschungsstelle.

2. Zum Begriff Heimerziehung: Definition und geschichtliche Herleitung der Heimerziehung sowie Darstellung der heutigen gesetzlichen Grundlagen (KJHG, Heimg).

3. Leben behinderter Menschen im Heim: Umfangreiche Analyse der Lebenswelten, inklusive Betreuungsstrukturen, Alltag, sozialen Beziehungen und der Selbstbestimmung innerhalb der Heime.

4. Schlussbetrachtung: Kritische Würdigung der Diskrepanz zwischen propagierten Leitbildern wie Individualisierung und der realen Einschränkung von Selbstbestimmung in den Strukturen.

5. Fallbeispiel: Josefshaus Olpe: Konkrete Veranschaulichung der pädagogischen Prinzipien, Strukturen und Arbeitsweisen einer integrativen Wohneinrichtung.

Schlüsselwörter

Heimerziehung, Behindertenhilfe, stationäres Wohnen, Selbstbestimmung, Eingliederungshilfe, Wohnformen, Kompetenzräume, soziale Teilhabe, Normalisierungsprinzip, Individualisierung, stationäre Einrichtungen, Behindertenpädagogik, Alltagsgestaltung, Lebenswelt, Josefshaus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Thema Heimerziehung mit einer spezifischen Fokussierung auf die Lebens- und Wohnsituation von Menschen mit Behinderung in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Konzepte der Heimgestaltung, die Auswirkungen der stationären Unterbringung auf die Selbstbestimmung, die Gestaltung des Alltags sowie soziale Aspekte wie Beziehungen und Diskriminierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel besteht darin, die Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung in Einrichtungen zu untersuchen und aufzuzeigen, inwieweit die Realität in Heimen mit dem Leitgedanken der Individualisierung übereinstimmt.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Ausarbeitung basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenarbeit, insbesondere unter Verwendung der repräsentativen Studie „Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung in Einrichtungen der Behindertenhilfe“ (Wacker et al., 1996).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl rechtliche Rahmenbedingungen als auch die konkrete Lebenswirklichkeit im Heim analysiert, von der baulichen Struktur über den Tagesablauf bis hin zur Bewohner-Personal-Beziehung und der Diskriminierungserfahrung.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Selbstbestimmung, Dezentralisierung, Regionalisierung, stationäre Unterbringung, Normalisierungsprinzip und Eingliederungshilfe.

Was unterscheidet das Josefshaus Olpe von anderen Heimen?

Das Josefshaus zeichnet sich durch seinen familiär strukturierten Ansatz und das Angebot einer speziellen integrativen Gruppe („David“) aus, die versucht, trotz stationärer Unterbringung eine wohnortnahe Anbindung zu erhalten.

Wie gehen Bewohner im untersuchten Fallbeispiel mit ihren Wünschen um?

Die Bewohner im Josefshaus werden eng in die Arbeitsprozesse einbezogen, wobei das Ziel verfolgt wird, die qualitativ positiven Begegnungen zwischen den Kindern und ihren Familien trotz des hohen Pflegeaufwands zu intensivieren.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Leben behinderter Menschen im Heim
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Sonderpädagogik)
Veranstaltung
Institutionen der Sonderpädagogik
Note
2,0
Autoren
Judith Hallas (Autor:in), Finni Höfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V31467
ISBN (eBook)
9783638324694
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leben Menschen Heim Institutionen Sonderpädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Judith Hallas (Autor:in), Finni Höfer (Autor:in), 2002, Leben behinderter Menschen im Heim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31467
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Leseprobe aus  20  Seiten
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