Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte von nachhaltigem Tourismus


Seminararbeit, 2015
23 Seiten, Note: 2,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Nachhaltigkeit
2.2 Tourismus
2.3 Nachhaltiger Tourismus

3 Entwicklung des Tourismus
3.1 Tourismus im Altertum
3.2 Tourismus im Industriezeitalter
3.3 Tourismus heute
3.4 Zukünftige Trends

4 Auswirkungen des Tourismus
4.1 Ökologische Auswirkungen
4.2 Ökonomische Auswirkungen
4.3 Soziale Auswirkungen

5 Ziele des nachhaltigen Tourismus
5.1 Ökologische Ziele
5.2 Ökonomische Ziele
5.3 Soziale Ziele

6 Möglichkeiten der Beeinflussung des Reiseverhaltens

7 Nachfrage nach nachhaltigen Tourismus
7.1 Einstellung der Touristen zur Nachhaltigkeit
7.2 Zahlungsbereitschaft der Touristen

8 Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das magische Dreieck zur nachhaltigen Entwicklung

Abbildung 2: Bedeutung von nachhaltigen Reisen für die Deutschen

Abbildung 3: Zahlungsbereitschaft für nachhaltigen Tourismus

1. Einleitung

In der heutigen Zeit sind Urlaubsreisen beliebter denn je. Die Menschen arbeiten immer mehr und suchen in Urlaubsreisen einen Ausgleich zum Alltag. Durch viele Urlaube wachsen aber auch die Ansprüche der Touristen und sie wollen immer mehr Unterhaltung und Abwechslung.

Um für Touristen attraktiv zu sein, müssen die Urlaubsgebiete eine intakte Umwelt haben. Durch den Massentourismus wird diese jedoch immer mehr zerstört. Hierzu gibt es ein schönes Zitat von Hans-Magnus Enzensberger: „Der Tourismus zerstört, was er sucht, indem er es findet.“1 Hierbei wird deutlich, dass der Massentourismus selbst seine eigene Grundlage zerstört.

Aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren den Begriff des nachhaltigen Tou- rismus. Hierbei soll neben den ökologischen Aspekten auch Rücksicht auf öko- nomische und soziale Aspekte in den Tourismusregionen genommen werden. Fraglich ist, ob die Touristen bereit sind, für Nachhaltigkeit auch mehr Geld aus- zugeben.

In dieser Arbeit werden ich zunächst die Begriffe Nachhaltigkeit, Tourismus und nachhaltiger Tourismus definieren. Danach wird auf die geschichtliche Entwicklung des Tourismus eingegangen.

Im nächsten Punkt werden dann die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen erklärt, die der Massentourismus mit sich bringt. In Punkt 5 werden dann die Ziele des nachhaltigen Tourismus dargestellt, welche nötig sind um die Auswirkungen zu begrenzen. Weiterhin werden noch Möglichkeiten vorgestellt um das Reiseverhalten der Touristen zu beeinflussen.

Letztlich wird ein Blick darauf geworfen, ob und wie viel Nachfrage es überhaupt für nachhaltigen Tourismus gibt und wie zahlungsbereit die Menschen für Nach- haltigkeit sind. Abschließend fasse ich meine Ergebnisse zusammen und ziehe ein kurzes Fazit.

Durch den begrenzten Umfang dieser Arbeit kann leider nicht auf alle Punkte dieses komplexen Themas eingegangen werden.

2. Definitionen

2.1 Nachhaltigkeit

Im Jahr 1999 definierte Holzinger: „Nachhaltigkeit bedeutet die Wahl von Le- bens- und Wirtschaftsweisen, die von allen Erdenbürger/innen beansprucht wer- den können ohne das globale Ökosystem zu zerstören und die sicherstellen, dass auch spätere Generationen noch über intakte Lebensgrundlagen verfügen“.2

2.2 Tourismus

Für den Begriff Tourismus existieren unzählige Definitionen.

Eine sehr bekannte Definition von Tourismus stellte Kaspar 1986 auf. Diese lau- tet: „Unter Tourismus versteht man die Gesamtheit der Beziehungen und Erschei- nungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher und dauerhafter Wohn- noch Arbeitsort ist“.3

Die Definition wurde 1994 von der UNWTO nochmal konkretisiert. „Dem Tou- rismus werden prinzipiell alle Reisen mit einer Aufenthaltsdauer von mindestens zwei Tagen resp. einer Übernachtung und maximal einem Jahr zugerechnet…“.4

2.3 Nachhaltiger Tourismus

Eine explizite Definition für den Begriff nachhaltiger Tourismus gibt es nicht. Bei einer internationalen Umwelt- und Entwicklungskonferenz in Rio wurde 1992 aber die Agenda 21 entwickelt. Diese besagt: „Ein nachhaltiger Tourismus ist gekennzeichnet durch ethische und soziale Gerechtigkeit, kulturelle Angepasst- heit, ökologische Tragfähigkeit sowie wirtschaftliche Bedeutung und Effizienz. Voraussetzung für einen nachhaltigen Tourismus ist die Integration der Ziele öko- logische verträglich, wirtschaftlich profitabel und ethisch und sozial förderlich und kulturell angepasst.“5

Somit versteht man unter diesem Begriff Reiseformen, die stark mit der Umwelt im Einklang stehen um weiterhin auch den wirtschaftlichen Aspekt vom Tourismus zu sichern.6

3. Entwicklung des Tourismus

3.1 Tourismus im Altertum

Schon seit jeher reisen Menschen, lediglich die Motive für eine Reise änderten sich im Laufe der Zeit. Die erste Art von Tourismus ist ins Jahr 770 v. Chr. zu- rückzuführen. Hier reisten die Menschen aus einem sportlichen Motiv zur Olym- piade. Aber auch Wallfahrtsreisen und Pilgerreisen waren zu dieser Zeit schon sehr beliebt. Die Römer hatten schon damals ein gut ausgebautes Straßennetz und fuhren im Sommer ans Meer um der Hitze in den Städten zu entgehen. Ein Mas- sentourismus wie es heutzutage der Fall ist, gab es damals aber noch nicht.7

3.2 Tourismus im Industriezeitalter

Der Beginn des Massentourismus ist auf das Jahr 1841 zurückzuführen. Hier wurde durch Thomas Cook erstmals eine Reise für 570 Personen organisiert. Das Reiseziel war lediglich zehn Meilen entfernt, aber die Reisenden bekamen für den Preis von etwa 50 Cent die Fahrt, Tee und Schinkenbrot. Mit dieser Fahrt fand erstmals eine Pauschalreise statt.8

Mit Ausbau der Eisenbahnstrecken wurde das Reisen immer beliebter, jedoch blieb es meistens nur der Oberschicht vorbehalten. Die Unterschicht bzw. die Mittelschicht hatte bis zu den 1930er Jahren so gut wie keinen Urlaubsanspruch, so dass sie auch nicht verreisen konnte.9

3.3 Tourismus heute

Ab den 1960er Jahren gab es dann die ersten Reiseveranstalter, die Pauschalreisen in der heute bekannten Form anboten. Damit war der Massentourismus geboren, denn durch ausgelastete Flugzeuge konnte ein Reisepreis angeboten werden, den sich nicht nur die Oberschicht leisten konnte. Bis zum Jahr 1970 erhöhte sich die Anzahlt der Reiseveranstalter in Deutschland bereits auf ca. 260, denn durch den Massentourismus ist ein lukratives neues Geschäftsfeld entstanden. Das neue Reiseverhalten hatte aber nicht nur in Deutschland einen so großen Aufschwung, sondern in allen westlichen Industrienationen.10

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen stellt jährlich eine Statistik zum Reiseverhalten der Deutschen auf. Die aktuelle Statistik zeigt, dass deutsche Urlauber etwa 70 Mio. Reisen mit einer Mindestanzahl von fünf Übernachtungen unternommen haben. Außerdem zeigte sich, dass die Urlauber meistens ans Meer fahren, weil sie Sonne und Strand wollen.11

Gut die Hälfte der Übernachtungen entfiel hierbei auf Hotels, wobei der Hotelan- teil bei Reisen innerhalb Deutschlands bei etwa 30% und bei Auslandsreisen bei fast 60% lag.12

Auch bei den gewählten Verkehrsmitteln sieht man deutliche Unterschiede zwischen Inlands- und Auslandsreisen. Wenn innerhalb Deutschlands verreist wird, nutzen dreiviertel der Reisenden das Auto. Der Anteil von Flugreisen lag 2014 bei lediglich einem Prozent. Umso größer aber die Reiseentfernung wird, desto größer wird auch der Anteil von Flugreisen.13

3.4 Zukünftige Trends

Auf die zukünftigen Reisetrends wirkt der demographische Wandel enorm ein. Es werden immer weniger Kinder geboren und somit steigt der Altersdurchschnitt in Deutschland. Bis zum Jahr 2025 wird erwartet, dass etwa 32% der deutschen Bevölkerung über 60 Jahre alt ist. Folglich ändert sich dann auch im Tourismussektor die Gewichtung der einzelnen Zielgruppen.14

Weiterhin hat auch eine Änderung des Konsumverhaltens einen Einfluss auf den Tourismus. Der Lebensstil und damit auch der Konsum der Menschen steigt im- mer weiter an. Auch an Reisen werden immer größere Anforderungen gestellt.

Das wird dazu führen, dass es mehr individualisierte Reiseangebote geben wird.15 Ebenso verändern politische Ereignisse das Reiseverhalten. Die Menschen möch- ten ihren Urlaub flexibel planen und im Notfall auch noch kurzfristig das Reise- ziel ändern können. Das zeigt sich bereits heute, durch die Terroranschläge in vielen Urlaubsgebieten.16

4. Auswirkungen des Tourismus

Der heutige Massentourismus hat für die Urlaubsländer enorme Auswirkungen. Hierunter fallen nicht nur die auf der Hand liegenden ökologischen Auswirkungen, sondern es entstehen auch ökonomische und soziale Auswirkungen. In den folgenden Punkten wird gezeigt, dass es sowohl negative wie auch positive Effekte durch den Tourismus gibt.17

4.1 Ökologische Auswirkungen

Eins der größten globalen Probleme für die Umwelt, welches durch den Touris- mus verursacht wird, ist die Zunahme der Treibhausgasemissionen. Eine enorme Anzahl der Treibhausgase ist auf den Flugverkehr zurück zu führen. Die Men- schen wollen in immer mehr und in immer weiter entfernte Gebiete reisen. Durch diesen anhaltenden Trend wird sich auch weiterhin die Zunahme der Treibhausga- se durch den Flugverkehr erhöhen. Um diesen Problem entgegenzuwirken, müs- sen die Anzahl und Entfernung von Flugreisen zwingend sinken. Alle Maßnah- men, die im Inland selbst gegen zunehmende Treibhausgase getroffen werden, werden ansonsten durch den Flugverkehr wieder zunichte gemacht.18

Durch den Massentourismus entstehen aber auch regionale Probleme. Hier sind beispielsweise ein erhöhter Lärmpegel, ein hohes Aufkommen von Abfall oder ein enorm steigender Wasserverbrauch zu nennen. Besonders in der Urlaubssai- son, wo unzählige Touristen die Regionen bevölkern, stoßen viele Regionen bei der Trinkwasserversorgung und bei der Abfallentsorgung an ihre Grenzen.

[...]


1 https://de.wikiquote.org/wiki/Diskussion:Hans_Magnus_Enzensberger.

2 Holzinger (1999), entnommen aus: Müller, Tourismuspolitik, S. 147.

3 Kaspar, Die Tourismuslehre im Grundriss, S. 16.

4 Müller, Tourismuspolitik, S. 17 ff.

5 Kirstges, Sanfter Tourismus, S. 21 ff.

6 Kirstges, Sanfter Tourismus, S. 24.

7 Becker/ Job/ Witzel, Tourismus und nachhaltige Entwicklung, S. 12.

8 Kirstges, Sanfter Tourismus, S. 7.

9 Becker/ Job/ Witzel, Tourismus und nachhaltige Entwicklung, S. 13.

10 Kirstges, Sanfter Tourismus, S. 8 ff.

11 http://www.fur.de/fileadmin/user_upload/RA_2015/RA2015_Erste_Ergebnisse_DE.pdf, S. 2.

12 http://www.fur.de/fileadmin/user_upload/RA_2015/RA2015_Erste_Ergebnisse_DE.pdf, S. 4.

13 http://www.fur.de/fileadmin/user_upload/RA_2015/RA2015_Erste_Ergebnisse_DE.pdf, S. 4.

14 Schmied et al., Traumziel Nachhaltigkeit, S. 9.

15 Schmied et al., Umwelt und Tourismus, S. 59.

16 Schmied et al., Umwelt und Tourismus, S. 58.

17 Kirstges, Sanfter Tourismus, S. 22 ff.

18 Schmied et al., Traumziel Nachhaltigkeit, S. 16 ff.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte von nachhaltigem Tourismus
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,3
Jahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V314737
ISBN (eBook)
9783668146631
ISBN (Buch)
9783668146648
Dateigröße
905 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ökologische, aspekte, tourismus
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte von nachhaltigem Tourismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314737

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