Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Nursing Science - Nursing Management

Das Gesundheitskonzept von A. Antonovsky - Zur Bedeutung der Salutogenese für die Gesundheitswissenschaft

Title: Das Gesundheitskonzept von A. Antonovsky - Zur Bedeutung der Salutogenese für die Gesundheitswissenschaft

Term Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sven Winter (Author)

Nursing Science - Nursing Management
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts erschienen in Deutschland mehrere Publikationen über die Notwendigkeit und Möglichkeiten der Förderung und Erhaltung von Gesundheit. Beispiele hierfür sind die Publikationen von B.C. Faust (1802) und W.C. Hufeland (1798). Diese Entwicklung wurde im 19. Jahrhundert durch die auch noch heute sehr bekannten Wissenschaftler Rudolf Virchow und Alfred Neumann weitergeführt. Es entwickelte sich ein neues wissenschaftliches Fach, welches mit dem Begriff „Gesundheitswissenschaften“ bezeichnet wurde. Deutschland war in diesem Bereich vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts führend.

Im Konkurrenzkampf mit den niedergelassenen Ärzten und den Krankenhäusern, denen die Menschen auf Grund der im Dritten Reich gemachten Erfahrungen mehr Vertrauen schenkten, verlor das öffentliche Gesundheitssystem immer mehr an Aufgaben und Bedeutung. Durch die weitere gesellschaftliche Entwicklung wurde der Begriff „Gesundheit“ als Gegenpol zum Begriff „Krankheit“ festgelegt. Gesundheit wurde daraufhin als Abwesenheit von Krankheit betrachtet, was auch den Interessen der Ärzte sehr entgegenkam, da sie sich damit nicht mehr um eine umfassende „Gesundheitspolitik“ kümmern mussten, sondern ihre Arbeit krankheitsorientiert durchführen konnten. Gesundheit wurde zu einem naturwissenschaftlich nicht erklärbaren Phänomen, Krankheit hingegen greif- und erfahrbar. Erst in den 80er Jahren kam es in der Bevölkerung zu einem Umdenken, als die Grenzen der kurativen Medizin erkannt wurden. Bedingt durch dieses gesellschaftliche Umdenken, begannen erste Überlegungen von Wissenschaftlern um Faktoren, welche die Gesundheit des Menschen beeinflussen.
Eines der wohl bekanntesten und in dieser Hinsicht am weitesten erforschten Modelle ist das salutogenetische Modell von AARON ANTONOVSKY. Seine salutogenetische Sichtweise stellt sich im Gegensatz zur Schulmedizin (Was macht krank?) die Frage: Was hält gesund?
Das Konzept der Salutogenese wurde von A. ANTONOVSKY in seinen beiden Hauptwerken in den Jahren 1979 und 1987 vorgestellt. Wenngleich die Veröffentlichung seines Modells einige Jahre her ist, wurde seine Relevanz speziell in den Bereichen der Prävention und Gesundheitsförderung im deutschsprachigen Raum erst sehr spät erkannt. Seine geringe Verbreitung in der Bevölkerung und auch in den Gesundheitsberufen fordert dazu heraus, sich mehr mit dem Modell, seinen Erklärungen und der Verwendbarkeit der Ergebnisse aus dem Modell in der Praxis zu beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Die Entstehung des salutogenetischen Modells nach ANTONOVSKY

2.2 Das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum

2.3 Gesundheit als Resultat aus Ressourcen und Risiken

2.3.1 Beschreibung der Risiken

2.3.2 Beschreibung der Ressourcen

2.4 Das Konzept des Kohärenzgefühls

2.4.1 Beschreibung der drei Komponenten des Kohärenzgefühls

2.4.1.1 Verstehbarkeit

2.4.1.2 Handhabbarkeit

2.4.1.3 Bedeutsamkeit

2.4.2 Beziehungen zwischen den Komponenten des Kohärenzgefühls

2.4.3 Grenzen des Koheränzgefühls

2.4.4 Das starke und rigide Kohärenzgefühl

2.4.5 Stressoren als allgemeine Widerstandsdefizite

2.5 Stärken und Schwächen des Modells

2.5.1 Stärken und Schwächen des Modells aus Sicht der Literatur

3. Schlussteil

3.1 Die wichtigsten Aspekte des salutogenetischen Modells nach ANTONOVSKY

3.2 Ausblicke

3.3 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das salutogenetische Modell nach Aaron Antonovsky, um dessen Bedeutung für die Gesundheitswissenschaften aufzuzeigen. Ziel ist es, das Konzept als Gegenentwurf zur pathogenetischen Sichtweise der Schulmedizin darzustellen und die praktische Anwendbarkeit der zentralen Säule, des Kohärenzgefühls, zu analysieren.

  • Entstehungshintergrund des Modells durch Antonovskys soziologische Forschung.
  • Theoretische Fundierung des Gesundheits-Krankheits-Kontinuums.
  • Analyse des Kohärenzgefühls und seiner drei Hauptkomponenten.
  • Diskussion der Stärken, Schwächen und empirischen Grenzen des Modells.
  • Reflektion der Bedeutung für die gesundheitswissenschaftliche Praxis.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Beschreibung der drei Komponenten des Kohärenzgefühls

2.4.1.1 Verstehbarkeit

Das Elemente der Verstehbarkeit definiert ANTONOVSKY als: „… das Ausmaß, in welchem man interne und externe Stimuli als kognitiv sinnhaft wahrnimmt, als geordnete, konsistente, strukturierte und klare Information und nicht als Rauschen – chaotisch, ungeordnet, willkürlich, zufällig und unerklärlich“ (FRANKE 2001, S 34). Individuen welche über ein hohes Ausmaß an Verstehbarkeit verfügen, gehen davon aus, dass Stimuli, welchen sie in Zukunft begegnen, vorhersagbar sein werden oder, dass sie diese wenigstens einordnen oder erklären können, wenn diese überraschend auftreten. ANTONOVSKY weist ausdrücklich darauf hin, dass dabei keine Aussage über die Erwünschtheit des Stimulus gemacht wird. Er stellt fest, dass Menschen eintretende Ereignisse wie den Tod eines anderen Individuums, den Krieg oder das eigene Versagen nicht verhindern, jedoch aber erklären und daher damit besser umgehen können.

2.4.1.2 Handhabbarkeit

Die zweite von ANTONOVSKY entdeckte Komponente bezeichnet er als Handhabbarkeit. Er definiert sie als: „… Ausmaß, in dem man wahrnimmt, dass man geeignete Ressourcen zur Verfügung hat, um den Anforderungen zu begegnen, die von den Stimuli, mit denen man konfrontiert wird, ausgehen“ (FRANKE 2001, S. 35). Zu den zur Verfügung stehenden Ressourcen zählt der Wissenschaftler nicht nur jene, die man selbst unter Kontrolle hat, sondern auch jene, die von anderen dafür legitimierten Personen kontrolliert werden. Dazu gehören nach Meinung ANTONOVSKYS zum Beispiel Ehepartner, Freunde, Kollegen, ein Arzt oder eine Parteiführung. Maßgeblich ist lediglich, dass das Individuum dieser Ressource vertraut und auf diese zählen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext der Gesundheitswissenschaften in Deutschland und die Abkehr von der rein krankheitsorientierten Medizin hin zur Salutogenese.

2. Hauptteil: Analysiert detailliert die Entstehung des Modells, das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, das Kohärenzgefühl sowie die kritische Würdigung des Modells aus der Literatur.

3. Schlussteil: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Anwendbarkeit in der Praxis und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz des Modells.

Schlüsselwörter

Salutogenese, Aaron Antonovsky, Kohärenzgefühl, Gesundheitswissenschaften, Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, Stressoren, Ressourcen, Bewältigungsstrategien, Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Bedeutsamkeit, Stressforschung, Gesundheitsförderung, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der salutogenetischen Theorie von A. Antonovsky und untersucht, wie diese das Verständnis von Gesundheit und Krankheit verändert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet das Gesundheits-Krankheits-Kontinuum, das Konstrukt des Kohärenzgefühls und die Rolle von Stressoren und Ressourcen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung des salutogenetischen Modells und die Klärung seiner praktischen Relevanz für den Bereich der Gesundheitswissenschaften.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte von Antonovsky sowie kritische Kommentare verschiedener Wissenschaftler zusammenführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehungsgeschichte des Modells, die detaillierte Beschreibung des Kohärenzgefühls und eine kritische Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen des Modells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Salutogenese, Kohärenzgefühl, Stressoren, Ressourcen, Kontinuum und gesundheitswissenschaftliche Praxis.

Warum ist die motivationale Komponente „Bedeutsamkeit“ so wichtig?

Laut Antonovsky ist sie die bedeutsamste Komponente, da ohne das persönliche Interesse an einer Herausforderung auch vorhandene Ressourcen und Verständnis nicht ausreichen, um langfristig gesund zu bleiben.

Inwiefern unterscheidet sich das Modell von der Schulmedizin?

Während die klassische Medizin fragt „Was macht krank?“ (pathogenetisch), stellt das Modell der Salutogenese die Frage „Was hält gesund?“ (salutogenetisch).

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Das Gesundheitskonzept von A. Antonovsky - Zur Bedeutung der Salutogenese für die Gesundheitswissenschaft
College
University of Applied Sciences Hamburg  (Studiengang Pflegemanagement)
Grade
2,0
Author
Sven Winter (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V31474
ISBN (eBook)
9783638324748
ISBN (Book)
9783638748667
Language
German
Tags
Gesundheitskonzept Antonovsky Bedeutung Salutogenese Gesundheitswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Winter (Author), 2004, Das Gesundheitskonzept von A. Antonovsky - Zur Bedeutung der Salutogenese für die Gesundheitswissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31474
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint