Der Dom St. Peter und Georg in Bamberg gilt als eines der wichtigsten sakralen Bauwerke des Mittelalters. In seiner architektonischen Konstruktion und seinen Bildwerken ist der Übergang von der Romanik zur Frühgotik ablesbar. Insbesondere an dem hier zu besprechenden Bauteil, dem Fürstenportal, wird dieser Wechsel deutlich sichtbar. Ziel dieser Arbeit ist es, das eben genannte Portal in seiner Entwicklung darzustellen, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung, Interpretation und zeitlichen Einordnung der skulptur-technischen Bestandteil. Dabei sollen besonders jene hervorgehoben werden, welche die Wende von Spätromanik zu Frühgotik sichtbar werden lassen. Weiterhin soll erörtert werden, welche Einflüsse auf die jüngere Skulptur des Portals wirkten, und somit den Bruch sichtbar machten. And Ende wird eine Zusammenfassung der hier zusammengetragenen Informationen folgen, gemeinsam mit einem Ausblick in die mögliche Zukunft des Fürstenportals des Bamberger Domes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.Baugeschichte
2.1. Bauforschung und Datierungsprobleme
3.2. Restaurationsarbeiten
3. Aufbau des Portals
3.1. Die Portalskulpturen
3.1.1. Die Portalgewände
3.1.2. Das Tympanon
3.1.3. Ekklesia und Synagoge
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht das Fürstenportal des Bamberger Domes, um dessen künstlerische Entwicklung sowie die skulpturalen Bestandteile im Kontext des Übergangs von der Spätromanik zur Frühgotik zu analysieren und einzuordnen.
- Baugeschichte und Datierungsprobleme des Fürstenportals
- Stilistische Einflüsse und Abhängigkeiten von der Kathedrale in Reims
- Detaillierte Analyse der Portalskulpturen, Tympanon-Darstellungen sowie Ekklesia und Synagoge
- Untersuchung der künstlerischen Werkstätten und ihrer Arbeitsweisen
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Das Tympanon
Das 1,40 m hohe Tympanon über der Pforte zeigt eine typische Darstellung des jüngsten Gerichts. Im Vergleich zu anderen Ausführungen dieses Themas findet hier das gesamte Geschehen innerhalb des halbkreisförmigen Bogenfeldes statt, ohne dass eine sichtbare Abgrenzung zwischen den einzelnen Bereichen existiert.
In der Mitte befindet sich ein sitzender, bärtiger, mit einem Mantel bekleideter Christus, der mit ausgebreiteten Armen seinen Platz als Weltenrichter einnimmt. An den geöffneten Handflächen sowie der teilweise entblößten Brust sind die Wundmale deutlich sichtbar. Er sitzt auf einem „durch ein pilzartiges Gebilde gesockelten Thron.“ Zu seinen Füßen knien zwei Gestalten, die als Fürbitter fungieren, Maria zu Christus rechter, und Johannes der Täufer zu seiner linken. Zwischen diesen beiden Figuren, und damit unterhalb des Thrones, steigen zwei unbekleidete Gestalten aus einem Sarg, ein breites Lächeln auf den runden Gesichtern, und die Hände zum Gebet erhoben. Den Großteil des Tympanons nehmen jedoch die Gruppen der Seligen und der Verdammten ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung des Domes dar und formuliert das Ziel, die Entwicklung des Portals sowie den stilistischen Wechsel zur Frühgotik zu untersuchen.
2.Baugeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die mit Unklarheiten behaftete Baugeschichte und die Problematik der Datierung anhand verschiedener Forschungspositionen.
3.2. Restaurationsarbeiten: Es wird ein kurzer Überblick über die historischen Eingriffe und Restaurierungsversuche am Portal gegeben, die das Erscheinungsbild der Skulpturen über die Jahrhunderte prägten.
3. Aufbau des Portals: Dieses Kapitel beschreibt die architektonische Konstruktion des Vorbaus und den Aufbau des Portals inklusive der Gewände und Archivolten.
3.1. Die Portalskulpturen: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse des Skulpturenbestandes, unterteilt in Portalgewände, Tympanon sowie nachträglich hinzugefügte Bauteile.
3.1.1. Die Portalgewände: Die Untersuchung der 12 Propheten und 12 Apostel verdeutlicht die stilistischen Unterschiede zwischen den Werkstätten.
3.1.2. Das Tympanon: Dieses Kapitel interpretiert die Darstellung des Jüngsten Gerichts und ordnet sie dem Einfluss der Reimser Kunst zu.
3.1.3. Ekklesia und Synagoge: Die Analyse dieser Figuren konzentriert sich auf ihre ikonographische Bedeutung als Gegensätze und ihre stilistische Einordnung.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Werkstattzusammenhänge und bestätigt den künstlerischen Übergang zur Gotik am Bamberger Dom.
Schlüsselwörter
Bamberger Dom, Fürstenportal, Portalskulptur, Spätromanik, Frühgotik, Baugeschichte, Skulptur, Tympanon, Ekklesia, Synagoge, Kathedrale in Reims, Jüngstes Gericht, Werkstätten, Kunstgeschichte, Mittelalter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kunsthistorischen Analyse des Fürstenportals des Bamberger Domes als einem zentralen Beispiel für den stilistischen Wandel vom Mittelalter zur Frühgotik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Baugeschichte, der Datierung der Skulpturen, den stilistischen Abhängigkeiten von französischen Kathedralen sowie der ikonographischen Deutung der Portalfiguren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklung des Fürstenportals darzustellen, die plastischen Bestandteile wissenschaftlich zu interpretieren und den Einfluss des Werkstattwechsels aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen kunsthistorischen Untersuchung, die Literaturvergleiche und stilistische Analysen der Skulpturen heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Baugeschichte, Restaurationsberichte, eine detaillierte Beschreibung der Architektur sowie eine tiefgehende Analyse der Gewändefiguren, des Tympanons und der Ekklesia- sowie Synagoge-Darstellungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bamberger Dom, Fürstenportal, Stilwandel, Gotik, Werkstatt, Ekklesia und Synagoge.
Warum wird die Skulptur der Synagoge als so bedeutsam eingestuft?
Die Synagoge gilt als herausragendes Beispiel für die Verbindung von sinnlicher Fülle und geistigem Ausdruck, welche die psychologische Tiefe der Bamberger Skulptur verdeutlicht.
Welche Rolle spielt die Kathedrale in Reims für das Verständnis des Portals?
Die Forschung zeigt, dass die sogenannte „jüngere Werkstatt“ in Bamberg deutliche stilistische Bezüge zur Reimser Kathedrale aufweist, was den künstlerischen Fortschritt und die Einflüsse auf die Bamberger Plastik belegt.
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- Nadja Litschko (Author), 2004, Das Fürstenportal des Bamberger Domes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31480