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Toleranzvermittlung in österreichischen Familien. Ihre Bedeutung aus der Perspektive von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Titel: Toleranzvermittlung in österreichischen Familien. Ihre Bedeutung aus der Perspektive von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Seminararbeit , 2015 , 26 Seiten , Note: 1

Autor:in: Sarah G. (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt sich die Frage, was österreichische Jugendliche/junge Erwachsene unter Toleranz verstehen und wo Toleranz überhaupt entsteht bzw. vermittelt wird und beschäftigt sich mit folgender Forschungsfrage: Welche Bedeutung schreiben österreichische Jugendliche der familiären Vermittlung von Toleranz gegenüber Migrant*innen zu? Das Forschungsinteresse basiert auf der Untersuchung von Sinneszusammenhängen eines sozialen Phänomens.

In einer „zunehmend multikulturell geprägten Gesellschaft“ (Danzer et. al. 2007, 7) rücken besonders Fragen des Verstehens des Fremden und der Toleranz demgegenüber immer weiter in den Mittelpunkt einer pluralistischen Gesellschaft. Die Aktualität des Problems der Toleranz bzw. Intoleranz ist durch die Ereignisse seit dem Beginn der Epoche der Weltkriege immer offensichtlicher geworden, sowohl im soziopolitischen wie auch im kulturell-geistigen Bereich (Vgl. Hauer 1960, VII - XII).

Je mehr Menschen über die österreichische Grenze einwandern, desto größer wird das Problem der Intoleranz und Ausgrenzung von Seiten der österreichischer Staatsbürger*innen. Durch das Zusammentreffen von Menschen mit verschiedenen Sprachen, unterschiedlicher kultureller Zugehörigkeit und Traditionen können zahlreiche Ausschlussverfahren auftreten. Es werden kulturelle Haltungen und Handlungen von Ausländer*innen, mit denen sich die Österreicher*innen nicht identifizieren können, von diesen oft abgelehnt und verachtet, indem sie ihre eigenen, aus ihrer Sozialisationen geprägten Haltungen und Einstellungen als gesellschaftliche Norm festsetzen bzw. wird der eigenkulturelle Kontext überschätzt und idealisiert. Dies hat zur Folge, dass das Fremde entweder „exkludiert oder total in den eigenen Kontext inkludiert“ (Feldmann et al. 2002, 12) wird.

Die Österreichische Jugend-Wertestudie widmet sich dem Thema der Werteeinstellung von österreichischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Ergebnisse der Studie besagen, dass bei der heutigen Jugendgeneration auffällig ist, dass „Werte mehrdimensional organisiert“ (Heinzlmaier, Ikrath 2011, 44) sind, welches ein gleichgewichtiges Nebeneinander von verschiedenen Wertebereichen ermöglicht. Auf Grundlage dieser Studie entstand mein Interesse für die Beschäftigung mit dem Thema Toleranz gegenüber Migrant*innen aus der Perspektive von österreichischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in den Themenbereich

2. Theoretischer Bezugsrahmen

2.1.Begriffsbestimmung Toleranz

2.2.Das Phänomen und die Ursachen der Intoleranz

2.3.Dimensionen von Toleranz

2.4.Toleranz als Wert

2.5.Toleranz vermitteln

2.6.Modifizierte Fragestellung

3. Methodisches Vorgehen

3.1.Datenerhebung

3.2. Gütekriterien

4. Datenanalyse

4.1.Begriffsverständnisse von Toleranz und Intoleranz

4.1.1.Kategorie ‚Verständnis von Toleranz‘

4.1.2.Kategorie ‚Verständnis von Intoleranz‘

4.1.3.Kategorie ‚Tolerantes und Intolerantes Verhalten‘

4.1.4.Kategorie ‚Toleranzverständnis gegenüber Ausländer*innen‘

4.2.Dimensionen von Toleranz

4.2.1.Kategorie ‚vertikale Toleranz und Intoleranz‘

4.2.2.Kategorie ‚horizontale Toleranz und Intoleranz‘

4.3.Vermittlung von Toleranz gegenüber Ausländer*innen

4.3.1.Kategorie ‚Vermittlung durch die Familie‘

4.3.2.Kategorie ‚Vermittlung durch die Freunde‘

4.3.3.Kategorie ‚Vermittlung durch die Schule‘

4.4.Toleranz erlernen

4.4.1.Kategorie ‚Das Fremde verstehen lernen‘

4.4.2.Kategorie ‚Das Wissen reflektieren‘

4.4.3.Kategorie ‚Durch Erfahrungen lernen‘

5. Resümee

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welche Bedeutung österreichische Jugendliche und junge Erwachsene der familiären Vermittlung von Toleranz gegenüber Migrant*innen beimessen und wie sie Toleranz in ihrem eigenen Alltag konstruieren und anwenden.

  • Verständnis von Toleranz und Intoleranz bei jungen Menschen
  • Einfluss der familiären Erziehung auf die Toleranzentwicklung
  • Rolle von Freunden und Schule bei der Wertevermittlung
  • Dimensionen von Toleranz (vertikal vs. horizontal)
  • Prozess des Toleranzlernens durch Reflexion und Erfahrungen

Auszug aus dem Buch

2.1. Begriffsbestimmung Toleranz

Was ist Toleranz? Eine Tugend, eine Einstellung oder gar eine angeborene Charaktereigenschaft? Bedeutet sie Respekt? Gleichgültigkeit oder Anerkennung? Der Begriff „Toleranz“ wird im Alltag nahezu selbstverständlich gebraucht. Im Grunde versteht jeder unter dem Begriff etwas anderes. Das war schon früher so und ist auch heute so. Für Goethe war Toleranz nur eine vorübergehende Gesinnung, die zur Anerkennung führen müsse. Reiner Forst versteht unter Toleranz allgemein „das Dulden oder Respektieren von Überzeugungen, Handlungen oder Praktiken, die einerseits falsch und normabweichend sind und andererseits aber nicht vollkommen abgelehnt werden können“ (Forst 1999, 1627-1632).

Der deutsche Philosoph Heiner Hastedt (2012) versucht Toleranz von verwandten Werten abzugrenzen, indem er sagt: „Toleranz beinhaltet zugleich Ablehnung und Geltenlassen von Haltungen und Handlungen von Personen mit dem Ergebnis einer Duldung oder einer friedlich bleibenden Koexsistenz, eventuell sogar gesteigert bis hin zum gegenseitigen Respekt. Toleranz unterscheidet sich sowohl von Anerkennung und Wertschätzung- denen das Moment der Ablehnung fehlt - als auch von bloßer Gleichgültigkeit und Beziehungslosigkeit.“ ( Hastedt 2012, 13)

Will man aber mit dem Begriff der Toleranz arbeiten bzw. Toleranz vermitteln oder gar zu Toleranz erziehen, so muss man eine handlungsorientierte Begriffsinterpretation anbieten können. So kann unter Toleranz eine Maxime für die individuelle und ethisch motivierte Entscheidung verstanden werden, um einen Konflikt gleichberechtigend und gewaltfrei auszuhalten oder zu regeln. (Vgl. Feldmann et al. 2002, 7f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in den Themenbereich: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Toleranzbegriffs in einer multikulturellen Gesellschaft und führt in die Forschungsfrage bezüglich der familiären Vermittlung von Toleranz ein.

2. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel verortet das Thema Toleranz theoretisch, definiert den Begriff und diskutiert Ursachen für Intoleranz sowie verschiedene Dimensionen der Toleranz.

3. Methodisches Vorgehen: Hier wird das Forschungsdesign dargelegt, insbesondere die Durchführung problemzentrierter Interviews mit jungen Erwachsenen und deren Auswertung mittels strukturierter qualitativer Inhaltsanalyse.

4. Datenanalyse: Das Hauptkapitel präsentiert die Ergebnisse der Befragungen, unterteilt in Kategorien wie Toleranzverständnis, Vermittlungsinstanzen und Lernprozesse.

5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Reflexion der Untersuchungsgrenzen und Impulsen für zukünftige Forschungen.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Toleranz, Intoleranz, Migration, Jugendforschung, Werteerziehung, Familie, Sozialisation, Qualitative Inhaltsanalyse, Problemzentriertes Interview, Identität, Gesellschaft, Ausländerfeindlichkeit, Wertevermittlung, Österreich, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Toleranz bei österreichischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Kontext von Migration und familiärer Erziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Begriffsklärung von Toleranz und Intoleranz, deren verschiedene Dimensionen sowie die Rolle von Familie, Freunden und Schule als Vermittlungsinstanzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, welche Bedeutung Jugendliche der familiären Vermittlung von Toleranz gegenüber Migrant*innen zuschreiben und wie sie den Begriff Toleranz selbst definieren und anwenden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin führt problemzentrierte Interviews durch und wertet das Material anschließend mittels strukturierter qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring aus.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Kategorien Toleranzverständnis, Dimensionen von Toleranz, Vermittlung durch Familie, Freunde und Schule sowie Möglichkeiten, Toleranz zu erlernen, detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Toleranz, Migration, Wertevermittlung, Sozialisation und qualitative Sozialforschung.

Welche Rolle spielt die Familie laut den Befragten bei der Toleranzvermittlung?

Die Ergebnisse zeigen, dass die Jugendlichen der familiären Vermittlung eher geringe Bedeutung zuschreiben und ein tiefgreifendes Verständnis erst im späteren Jugendalter durch andere Einflüsse erlangen.

Wie gehen Jugendliche mit dem Spannungsfeld zwischen Toleranz und Intoleranz um?

Die Befragten definieren Toleranz oft als Akzeptanz oder Respekt, ziehen jedoch klare Grenzen bei Gewaltakten oder extremen politischen Ansichten, die sie nicht tolerieren wollen.

Warum wird im Fazit die Zusammenarbeit mit der Psychologie empfohlen?

Da zwischen dem Denken und Handeln einer Person komplexe innerpsychische Prozesse liegen, wird eine interdisziplinäre Betrachtung für zukünftige Forschungen als sinnvoll erachtet.

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Details

Titel
Toleranzvermittlung in österreichischen Familien. Ihre Bedeutung aus der Perspektive von Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Hochschule
Universität Wien  (Bildungswissenschaft)
Note
1
Autor
Sarah G. (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
26
Katalognummer
V314820
ISBN (eBook)
9783668134850
ISBN (Buch)
9783668134867
Sprache
Deutsch
Schlagworte
toleranzvermittlung familien ihre bedeutung perspektive jugendlichen erwachsenen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah G. (Autor:in), 2015, Toleranzvermittlung in österreichischen Familien. Ihre Bedeutung aus der Perspektive von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314820
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Leseprobe aus  26  Seiten
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