Die Unternehmensumwelt ist im ständigen Wandel. Unternehmen stehen durch Globalisierung, technologischen Fortschritt und höheren Konsumentenanforderungen im Hinblick auf Preis, Qualität und Zeit, wachsender Arbeitsteilung mit internationalem Charakter und dem zwingenden Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zunehmend einer stärkeren Wettbewerbsdynamik und Marktkomplexität gegenüber.
Unternehmen, die am Markt erfolgreich bestehen möchten, müssen sich diesen neuen Rahmenbedingungen anpassen und strategische Veränderungen vornehmen. Die komplette Wertschöpfungskette muss untersucht und gegebenenfalls optimiert werden. Durch Kooperationen mit anderen Unternehmen und der Bildung von Netzwerken versuchen Unternehmen ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Um die Steuerung von unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsprozessen vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen erfolgreich und optimal umzusetzen, spielt das Supply Chain Management (kurz: SCM) eine immer größere Rolle. Obwohl der Begriff erst vor weniger als 30 Jahren zum ersten Mal in der Fachliteratur erwähnt wurde, hat das SCM als anerkanntes Konzept schon vielen Unternehmen geholfen kompetitiver zu werden. Ein Wegdenken aus der Literatur und Praxis ist kaum noch möglich.
In den letzten Jahren sind die Dabbawala aus Mumbai durch ein nahezu fehlerfreies SCM in den Fokus der Literatur geraten. 5000 Dabbawala, indische Essenzulieferer, liefern täglich innerhalb von drei Stunden in einer der eng besiedelsten Städte der Welt 200.000 Mahlzeiten pünktlich zu ihrem Bestimmungsort. Obwohl Technologien wie RFID das SCM revolutionieren, scheint die Zeit in Mumbai still zu stehen. Dieses in einfachster Form ausgeführte Supply Chain System, dessen Hilfsmittel sich seit 120 Jahren kaum verändert haben, kann vielen Unternehmen als Vorlage dienen, ihr SCM durch Koordination, Effizienz und harte Arbeit zu optimieren.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Problemstellung
- Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
- Supply Chain Management
- Abgrenzung von der Logistik
- Aufgaben und Ziele des Supply Chain Managements
- Verzerrung von Material und Informationsflüssen: Der Bullwhip- Effekt
- Einflussfaktoren des Bullwhip- Effektes
- Vermeidung des Bullwhip- Effektes
- RFID im Rahmen des Supply Chain Managements
- Aufbau und Funktionsweise von RFID- Systemen
- Einsatzmöglichkeiten von RFID
- Dabbawala - Historie und Begriff
- Six Sigma
- Organisationsprinzip der Dabbawala
- Entstehung der Nachfrage
- Distributionssystem
- Ordnungsmechanismus
- Stückgutverkehr
- Das Kodierungssystem
- Zusammenfassung und SWOT- Analyse
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Bachelorarbeit untersucht das Supply Chain Management am Beispiel der Dabbawala aus Mumbai. Ziel ist es, die Besonderheiten des Systems der Dabbawala zu analysieren und deren Bedeutung für das Supply Chain Management aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere der Einsatz von Six Sigma sowie die Integration von RFID-Systemen in das System der Dabbawala betrachtet.
- Supply Chain Management und dessen Bedeutung für Unternehmen
- Der Bullwhip-Effekt und dessen Einfluss auf Supply Chains
- Einsatz von Six Sigma und RFID-Systemen in Supply Chains
- Analyse des Systems der Dabbawala aus Mumbai
- Transferierbarkeit der Erkenntnisse auf andere Supply Chains
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung führt in die Problemstellung ein und erläutert die Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit. Kapitel 2 befasst sich mit dem Supply Chain Management, beleuchtet dessen Abgrenzung zur Logistik und definiert dessen Aufgaben und Ziele. Der Bullwhip-Effekt wird vorgestellt und dessen Einflussfaktoren und Vermeidungsmöglichkeiten diskutiert. Abschließend wird die Funktionsweise von RFID-Systemen und deren Einsatzmöglichkeiten im Rahmen des Supply Chain Managements untersucht.
Kapitel 3 widmet sich den Dabbawala. Es werden die Historie und die Entstehung des Systems sowie die Organisationsprinzipien und das Distributionssystem der Dabbawala detailliert dargestellt. Der Fokus liegt dabei auf dem Ordnungsmechanismus, dem Stückgutverkehr und dem Kodierungssystem. Die Zusammenfassung des Kapitels enthält eine SWOT-Analyse des Systems der Dabbawala.
Schlüsselwörter (Keywords)
Supply Chain Management, Dabbawala, Six Sigma, RFID, Bullwhip-Effekt, Logistik, Organisation, Distributionssystem, Mumbai, Indien, Effizienz, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Wer sind die Dabbawala aus Mumbai?
Dabbawala sind indische Essenszusteller, die täglich rund 200.000 Mahlzeiten von den Wohnungen der Kunden zu deren Arbeitsplätzen und die leeren Boxen wieder zurück transportieren.
Warum gilt ihr Supply Chain Management als nahezu fehlerfrei?
Trotz einfachster Hilfsmittel erreichen sie eine Fehlerquote, die dem Six-Sigma-Standard entspricht (weniger als ein Fehler auf eine Million Lieferungen).
Wie funktioniert das Kodierungssystem der Dabbawala?
Sie nutzen ein einfaches System aus Farben, Buchstaben und Zahlen auf den Deckeln der Lunchboxen, um Herkunft, Zielstation und Empfänger ohne digitale Technik zu identifizieren.
Was ist der Bullwhip-Effekt im SCM?
Der Peitschenknalleffekt beschreibt die Aufschaukelung von Nachfrageschwankungen entlang der Lieferkette, die durch mangelnde Informationstransparenz entsteht.
Können moderne Unternehmen von den Dabbawala lernen?
Ja, das System dient als Vorbild für extreme Koordination, Effizienz, Teamarbeit und die Reduktion von Komplexität im Supply Chain Management.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Supply Chain Management am Beispiel der Dabbawala aus Mumbai, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314840