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Der Zen-Buddhismus: Eine chinesische Religion im japanischen Gewand?

Ursprünge und Entwicklung des Meditationsbuddhismus von den Anfängen im Alten China bis zum Ende der Feudalzeit in Japan

Titel: Der Zen-Buddhismus: Eine chinesische Religion im japanischen Gewand?

Studienarbeit , 2009 , 48 Seiten

Autor:in: Frank Drescher (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Innerhalb der westlichen Welt wird der sogenannte „Zen-Buddhismus“ nur noch selten mit seinem alten Ursprungsland China in Verbindung gebracht. Aufgrund seiner Rezeptionsgeschichte wird er bei uns in der breiten Öffentlichkeit nahezu ausschließlich als ein Produkt der japanischen Zivilisation angesehen.
Dieser Beitrag verfolgt das Ziel, die vielschichtigen Transformationsprozesse des Buddhismus im Zuge seiner Sinisierung im Alten China nachzuzeichnen, an deren Ende eine ursprünglich indische Heilslehre und Versenkungspraxis in eine Religion umgewandelt wurde, wie sie chinesischer kaum sein konnte. Im Anschluss hieran wird gegenüberstellend der Beitrag der japanischen Kultur zum „Zen-Buddhismus“ in den Blick genommen, um herauszufinden, wie "japanisch" der Zen-Buddhismus tatsächlich ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Vorgeschichte - Der Prozess der vollständigen Anpassung des Buddhismus an chinesische Werte und Kulturstandards („Sinisierung“)

2.1 Die Ankunft des Buddhismus im Alten China der Han-Zeit

2.2 Der Konflikt mit dem Konfuzianismus

2.3 Das „Tor“ zur chinesischen Kultur – Die Begegnung mit dem Taoismus

2.4 Akzeptanz des Buddhismus durch die gesellschaftlichen Eliten nach dem Zusammenbruch der Han-Dynastie

2.5 Die Verschmelzung von klassisch-chinesischer Weltanschauung mit mahayanistisch-buddhistischer Philosophie

2.6 Die Herausbildung einer buddhistischen Scholastik in China

2.7 Buddhistische Gelehrte als Erzieher der Oberschicht – Entstehung eines „buddhistischen Humanismus“ konfuzianischer Prägung

2.8 Geistlicher Niedergang eines „verweltlichten Hofbuddhismus“und die Entstehung taoistisch beeinflusster Reformbewegungen

2.9 Der formgebende Einfluss des taoistischen Meisterdenkers Zhuangzi

2.10 Rückbesinnung auf die indischen Ursprünge

3. Anfänge und Gründungslegenden des Chán-Buddhismus in China

3.1 Das Kommen des Patriarchen aus dem Westen - Bodhidharma

3.2 Die „Blumenpredigt“ des Buddha

3.3 Charakteristika des sino-japanischen Meditationsbuddhismus

3.4 „Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften“ – Das kulturkritische Moment der Chán-Bewegung

3.5 Exkurs: Ein „Fallbeispiel“ der besonderen Art – Der Finger, der auf den Mond weist

3.6 Die gesellschaftliche Etablierung einer Protestbewegung

3.7 Bedeutende Schultraditionen und der einsetzende Vermittlungsprozess des Chán nach Korea und Japan

4. Aus Chán wird Zen – Die Verpflanzung des chinesischen Meditations-buddhismus nach Japan

4.1 Der Buddhismus – Ein „Exportschlager“ chinesischer Hochkultur

4.2 Der Meditationsbuddhismus als Reformbewegung gegenüber einem stagnierenden Staatsbuddhismus

4.3 Der Erfolg der Línjì-Schule beim Kriegeradel

4.4 Aus Cáodòng wird Sōtō – Die zweite bedeutende Schule des Chán erreicht Japan

4.5 Einflüsse chinesischer Kunst und Philosophie auf die japanische Kultur

4.6 Zen-Mönche als Erzieher des Kriegeradels und die Entwicklung des Bushidō

4.7 Annahme und umfängliche Förderung des Zen durch den Kaiserhof

4.8 Exkurs: Die Entstehung der „Zen-Künste“ am Beispiel des „Teewegs“

4.9 Abschottungspolitik und Niedergang des Zen in Japan

5. Resultat und Zusammenfassung

6. Verwendete und weiterführende Literatur

6.1 Sekundärliteratur:

6.2 Quellenliteratur

6.3 Internetquellen

6.4 Linguistische Wörterbücher

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Transformationsprozesse des Buddhismus während seiner Sinisierung in China und die anschließende Verpflanzung sowie Adaptation in Japan, um den Ursprung und die Entwicklung des sino-japanischen Meditationsbuddhismus (Zen) zu klären.

  • Sinisierung des indischen Buddhismus im Alten China
  • Wechselwirkung zwischen Chán-Buddhismus und konfuzianisch-taoistischen Denktraditionen
  • Etablierung des Zen-Buddhismus in Japan und dessen gesellschaftlicher Einfluss
  • Bedeutung der "Zen-Künste" und deren taoistische Wurzeln

Auszug aus dem Buch

3.5 Exkurs: Ein „Fallbeispiel“ der besonderen Art – Der Finger, der auf den Mond weist

Der Geist der eben geschilderten philosophischen Einstellung spiegelt sich in einem bekannten Gōng'àn (bzw. Kōan) wieder, welches komponiert wurde, um die Einsichten des fortgeschrittenen Zen-Schülers auf seinem Weg zur vollkommenen Einsicht zu prüfen:

Der Zen-Meister Gutei hatte die Gewohnheit, jedes Mal seinen Finger zu heben, wenn man ihm eine Zen-Frage stellte.

Er hatte einmal einen jungen Schüler, den ein Besucher fragte: „Was für ein Zen lehrt dein Meister?“ Da hob auch der Junge einen Finger. Gutei hörte das, rief seinen Schüler herbei und schnitt ihm den Finger mit einem Messer ab. Als der Junge vor Schreck und Schmerz laut schreiend hinauslief, rief ihn Gutei bei seinem Namen. Da wandte der Junge den Kopf, und Gutei hob den Finger. Da erfuhr der Junge plötzlich die vollkommene Erleuchtung.

Die Lösung des Kōans setzt neben der Verinnerlichung des dem Bodhidharma zugeschriebenen, oben zitierten Vierzeilers auch die Kenntnis des Lankāvatāra-Sūtra voraus. In Kapitel 6, Abschnitt LXXXII, heißt es: „As the ignorant grasp the finger-tip and not the moon, so those who cling to the letter, know not my truth.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung kontextualisiert den sogenannten „Zen-Buddhismus“ als ein ursprünglich chinesisches Phänomen und stellt das Ziel der Arbeit vor, die sino-japanischen Transformationsprozesse zu untersuchen.

2. Zur Vorgeschichte - Der Prozess der vollständigen Anpassung des Buddhismus an chinesische Werte und Kulturstandards („Sinisierung“): Dieses Kapitel analysiert die frühen Konflikte des Buddhismus mit der konfuzianischen Staatsdoktrin sowie die fruchtbare Begegnung mit dem Taoismus.

3. Anfänge und Gründungslegenden des Chán-Buddhismus in China: Hier werden die legendären Ursprünge des Chán, wie die Bodhidharma-Legende und die "Blumenpredigt", als Ausdruck einer kulturkritischen Bewegung gegenüber scholastischem Gelehrtenwesen behandelt.

4. Aus Chán wird Zen – Die Verpflanzung des chinesischen Meditations-buddhismus nach Japan: Dieses Kapitel beschreibt den Transfer des Meditationsbuddhismus nach Japan, seine Adaption durch den Kriegeradel und die Entstehung der spezifisch japanischen Zen-Künste.

5. Resultat und Zusammenfassung: Die Zusammenfassung unterstreicht, dass Zen eine primär chinesische Schöpfung ist, die in Japan eine ästhetische "Zenisierung" erfuhr, statt neue religiöse Inhalte hinzuzufügen.

6. Verwendete und weiterführende Literatur: Dieses Kapitel listet die für die Untersuchung herangezogenen wissenschaftlichen Werke, Quellen und Internetressourcen auf.

Schlüsselwörter

Zen-Buddhismus, Chán, Sinisierung, Meditation, Taoismus, Konfuzianismus, Bodhidharma, Kōan, Erleuchtung, Satori, Teeweg, Japanische Kultur, Religionswissenschaft, Transformationsprozesse, Ideengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptthema der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem sino-japanischen Meditationsbuddhismus und analysiert, wie sich der Buddhismus in China durch die Einflüsse von Konfuzianismus und Taoismus wandelte und später als "Zen" die japanische Kultur prägte.

Welche zentralen Themenfelder werden untersucht?

Zentrale Themen sind die historische "Sinisierung" des Buddhismus, die Herausbildung der Chán-Schule in China, die Vermittlung nach Japan sowie die ideengeschichtliche Verbindung zwischen religiöser Praxis und Ästhetik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die vielschichtigen Transformationsprozesse des Buddhismus im Alten China nachzuzeichnen und gegenüberstellend den Beitrag der japanischen Kultur zu beleuchten, um die "Japanischkeit" des Zen kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine religionshistorische und ideengeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse von Primär- und Sekundärquellen zur asiatischen Geistesgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte in China, die Entstehung der Chán-Legenden, die Verpflanzung nach Japan und die Entwicklung spezifischer Zen-Künste wie des Teewegs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Zen-Buddhismus, Chán, Sinisierung, Meditation, Kōan, Erleuchtung und die wechselseitige Durchdringung von religiöser Praxis und kultureller Ästhetik.

Welche Rolle spielte der Taoismus bei der Entstehung des Chán?

Der Taoismus fungierte als "Tor" zur chinesischen Kultur. Die taoistische Skepsis gegenüber Sprache und die Wertschätzung eines Lebens im Einklang mit der Natur beeinflussten das "theoretische Unterbau"-Konzept des Zen maßgeblich.

Wie verändert sich die Bewertung des Zen durch den "Fingerzeig auf den Mond"?

Das Kōan verdeutlicht, dass Lehren und Schriften lediglich Werkzeuge sind. Wer am "Finger" (der Lehre) hängen bleibt, verkennt das Ziel, selbst zum "Mond" (zur Buddha-Natur) zu werden.

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Details

Titel
Der Zen-Buddhismus: Eine chinesische Religion im japanischen Gewand?
Untertitel
Ursprünge und Entwicklung des Meditationsbuddhismus von den Anfängen im Alten China bis zum Ende der Feudalzeit in Japan
Hochschule
Universität Münster  (Seminar für Allgemeine Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Kolloquium
Autor
Frank Drescher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
48
Katalognummer
V315008
ISBN (eBook)
9783668138681
ISBN (Buch)
9783668138698
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zen Buddhismus Sinisierung Religion in China Religion in Japan Konfuzianismus Taoismus Teezeremonie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Drescher (Autor:in), 2009, Der Zen-Buddhismus: Eine chinesische Religion im japanischen Gewand?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315008
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Leseprobe aus  48  Seiten
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