Die "Apotheose des Kaisertums" von Hermann Wislicenus. Eine (kunst-)historische Bildanalyse im Geschichtsunterricht


Hausarbeit, 2014

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Themenvorstellung
1.1 Arbeitsvorgehensweise
1.2 Die Bildquelle - eine Abbildung der Wirklichkeit?

2. Schritte der historischen Bildkunde

3. Analyse der Apotheose des Kaisertums
3.1 Die „Vorikonographische Beschreibung“
3.2 Die „Ikonographisch historische Analyse“
3.3 Die „Ikonologische Interpretation“

4. Der praxisorientierte Unterrichtsentwurf

5. Schluss: Chancen und Möglichkeiten des Einsatzes von Bildern im GU

6. Bibliographie

7. Anhang

1. Einleitung: Themenvorstellung

„Dieses Büchlein, auf diese Art eingerichtet, wird dienen, wie ich hoffe: Erstlich, die Gemüter herbeyzulocken, daß sie ihnen in der Schul, keine Marter, sondern eitel Wollust, einbilden. Dann bekand ist, daß die Knaßen (stracks von ihrer Jugend an) sich an Gemälden belustigen, und die Augen gerne an solchen Schauwerken weiden. Der aber zuwegenbringt, daß von den Würz-Gärtlein der Weisheit die Schrecksachen hinweg bleiben, der hat etwas Grosses geleistet.“1 2 (Johann Amos Comenius, 1658)

Mit diesen vielsagenden Worten verdeutlicht Comenius Anfang der zweiten Hälfte des 17. Jh., wie wichtig für ihn die Bebilderung seines Lateinbuches „Die sichtbare Welt - das ist: Aller vornehmsten Welt- Dinge, und Lebens- Verrichtungen, Vorbildungen und Benamung“ für ungarische Schulen erschien.3 In seinen Worten spiegelt sich die bis heute anhaltende positive Meinung über den Einsatz von Bildmedien im Unterricht, besonders für den Fachbereich Geschichte, wider. Comenius‘ Aussage beinhaltet in erster Linie die Befürwortung einer Arbeit mit dem Lehrbuch (das am häufigsten verwendete Unterrichtsmaterial im Unterricht) in Kombination mit Bildern, um den Lernenden Anreize für den Erkenntnisgewinn zu bieten. Dieser These folgend, wird in dieser Arbeit ein Unterrichtsentwurf vorgelegt, der eine Bildquelle als Material nutzt und den Umgang mit dieser erörtert.

Anreiz zu dieser Arbeit bot das Wochenendseminar mit dem Thema „Das Bild - ein Lügner und ein Plappermaul? Umgang und Manipulation mit Bildern“ in Waren (Müritz) vom 22.11.

- 24.11.2013 in der Europäischen Akademie Mecklenburg - Vorpommern. In der Forschung zur Geschichtsdidaktik finden sich in verschiedenen Werken dazu Aufsätze mit dem Thema „Medien historischen Lernens“ und werden in den letzten Jahrzehnten zu unverzichtbaren Elementen für einen gelungenen Unterricht erhoben.4 Im Vordergrund dieser Abhandlungen stehen Kompetenzen, die durch einen abwechslungsreichen Medieneinsatz gelehrt werden. Diese Literatur bot ein umfangreiches Überblickswissen zum Thema. Desweiteren wurde ein Vergleich mit Aktuellen Schulbüchern vollzogen, die im Anhang mittlerweile eigene Kapitel zum Thema Methodenkompetenz beinhalten und somit Schülerinnen und Schülern Fachwis- sen dazu vermitteln.5

Eine vergleichende und zugleich naheliegende Wissenschaft für dieses Thema bietet die Kunstgeschichte. Um eine umfangreiche Bildanalyse durchzuführen, werden Analyseschritte aus Rainer Wohlfeils älteren, aber bestimmenden Aufsatz zur „Historischen Bildkunde“ an- gewendet.6 Gegenstand dieser Arbeit war das Werk Hermann Wislicenus: „Apotheose des Kaisertums“ von 1875, welches sich in der Kaiserpfalz zu Goslar befindet.7

1.1 Arbeitsvorgehensweise

Zu Beginn der Ausarbeitung werden Themen behandelt, welche Informationen aus Bildquellen für die Unterrichtssituation entnommen werden können. Genauer: Welche Fragen können wir als Betrachter und Lernende an ein Bild stellen? Welche Arten von Bildquellen stehen uns heute zur Verfügung?

Im zweiten Arbeitsschritt werden Analyseelemente und Operatoren erörtert, die eine Zugangsmöglichkeit zum Material Bilden. Besonders wichtig ist dabei die Frage, welchen Erkenntniswert wir durch diese Herangehensweise gewinnen können? Dabei steht besonders der Vergleich zum Einsatz im Unterricht im Vordergrund.

Dieser Teil stellt eine Bild- sowie Potentialanalyse anhand der „Apotheose des Kaisertums“ von 1875 dar. Daraufhin erfolgt ein praxisorientierter Unterrichtsentwurf mit methodischen Operatoren und Fragestellungen.

Im Schlussteil werden Praxiserfahrungen behandelt und welchen Wert ein Bild als Quelle für den Geschichtsunterricht hat.

1.2 Die Bildquelle - eine Abbildung der Wirklichkeit?

Kaum ein anderes Medium kann so vielschichtig und zugleich einseitig betrachtet werden, wie Bilder als Quelle für den Unterricht. Auf der einen Seite wird ihnen in Schulbüchern eine Art übergeordneter Wirklichkeitsanspruch zugesprochen, der selten angefochten wird. Die Kritik reicht dabei selten über die Frage nach dem historischen Kontext und den Bedingungen der Entstehung des Werkes hinaus. Auf der anderen Seite präsentieren sich Abbildungen in mannigfaltiger Art und Weise dem Betrachter in zunehmender Tendenz. Schulbücher ohne viele verschiedene Illustrationen wirken aus heutiger Sicht „uninteressant“ und geben somit Textquellen Überhand.

Dabei müssen sich Abbildungen zwangsläufig einer historischen Quellenkritik ebenso wie Textquellen unterstellen. Ein Bild präsentiert sich nicht von selbst, drängt sich dem Betrachter nicht auf. Es ist gewissermaßen stumm und fordert vom Betrachtenden eine einbahnige Kommunikation.8 Trotz der einseitigen Kommunikation, gibt es gravierende Unterschiede zu den Sichtweisen auf ein Werk. Der Erschaffer des Gemäldes hatte allein aufgrund seines zeit- geschichtlichen Umfeldes andere Bezugspunkte als ein Betrachter aus heutiger Sicht. Bilder generieren allein durch den Zeitgeist vielschichtige Deutungsmuster. Nutzbarer Erkenntnis- gewinn lässt sich erst durch gezielte Fragestellungen an das Werk ermitteln.9 Als äußere Quellenkritik dienen Fragen nach der Beschaffenheit des Bildes, mit welchen Materialien es gezeichnet wurde. Wurden Ölfarben genutzt oder ist es ein klassischer Kupferstich? Je nach Maltechnik lassen sich Gemälde dadurch in eine kunsthistorische Epoche einordnen. Ebenso wichtig sind Fragen für die innere Quellenkritik über den Erschaffer und vielmehr den Auf- traggeber. Selten entstanden historische Gemälde aus freien Stücken, sondern waren von offi- zieller Seite in Auftrag gegeben worden, um wichtige Momente festzuhalten. Über die Er- kenntnisse des Entstehungsprozesses und der Entstehungszusammenhänge lassen sich Infor- mationen zum historischen Kontext ermitteln. Darüber hinaus boten Gemälde oft die Mög- lichkeit, versteckte Kritik auszuüben, die ein Verständnis des Entstehungshintergrundes er- kennen lassen.10

Die Idee, Lehrbücher mit Bildern zu versehen und so Anreize für das Hinterfragen des Abge- bildeten zu ermöglichen, stammt von Johann Amos Comenius (1592 - 1670) in dessen La- teinlehrbuch „Vestibulum linguarum“ von 1651. Damals scheiterte jedoch die Umsetzung an der teuren Herstellung solcher Bücher. Heute ist gerade die günstige und leichte Beschaffung von Bildern ein Schritt zum vermehrten Einsatz dieses Mediums.11 Vermehrt tritt dieses Me- dium in den Schulbüchern (gerade in Geschichtsbüchern) seit dem Ende des 19. Jh. auf. Vor- her beschränkte man sich auf wenige Karten über das Deutsche Reich und dessen Entwick- lung.12

Heute präsentieren sich Bildquellen auf vielfältige Art und Weise: griechische Vasenmalerei, Personenbilder, Karikaturen, politische Plakate, Mosaike, mittelalterliche Buchmalereien, Comics und viele mehr.13 Ihnen wird bis zu einem gewissen Grad „Glaubwürdigkeit“ zuge- sprochen. Einen höheren „Wahrheitsanspruch“ beanspruchen für sich Fotos. Jedoch sind diese ebenso wie andere Bildquellen einer kritischen Auseinandersetzung unterworfen. Fotos sind in erster Linie durch den Fotographen in Beleuchtung, Perspektive, Aufnahmemoment bear- beitet und können leicht verfälscht werden. Auftraggeber lassen sich (außer bei Kriegsfoto- graphien) erst durch umfangreiche Recherchen ermitteln. Die Frage nach dem Original gestal- tet sich hierbei oft schwierig.

Innerhalb dieser Auseinandersetzung stellt sich die Frage, inwieweit Bilder oder Gemälde als Quelle historischen Erkenntnisgewinns im Unterricht genutzt werden können. Fakt ist, dass diese Werke Gegenstände darstellen, die in der Vergangenheit entstanden sind und uns heute zur Gewinnung von Information über jene Vergangenheit in vielen Formen (z.B. im Buch, Museum oder Internet) zugänglich sind.14 Sie entsprechen also den gängigen Definitionen einer Quelle.15 Man kann Bilder dem folgend auch nach Quellengruppen in Tradition (Alles, was von den Begebenheiten übrig geblieben ist, hindurchgegangen und weitergegeben durch menschliche Auffassung) oder Überrest (Alles was unmittelbar von den Begebenheiten übrig geblieben ist) einordnen. Die Geschichte selbst produziert daher Medien für geschichtliche Erinnerungsprozesse.16 Dagegen spricht jedoch ein wichtiger Punkt - die Narrativität. Ein

Bild stellt keine Abbildung der Wirklichkeit dar, sondern eine Deutung des Erschaffers. Man interpretiert also deren Inhalt.17 Zusätzlich wird durch die bildliche Darstellung lediglich eine Momentaufnahme gezeigt, jedoch kein Prozess oder Vorgang, der in der Vergangenheit stattfand. Alles, was unmittelbar vor oder nach der dargestellten Aufnahme passiert sowie Ereignisse jenseits des Bildrandes, bleiben Spekulation und können absichtlich vom Autor oder Auftraggeber weggelassen oder verändert worden sein.

Um Narrativität zu erzeugen, müssten also Vorgänge oder mindestens zwei Ereignisse mitei- nander verknüpft werden, um deren Zusammenhänge zu erzählen. Diese Aufgabe kann ein Bild von selbst nicht geben. Ist es deswegen „unhistorisch“, da es eine kommentarlose und möglicherweise durch den Autor verzerrte Abbildung aufzeigt?18 Gegen diese These spricht, dass Bilder trotz ihrer stummen Darstellungen Vergangenheit projizieren. Anhand der Frage- stellungen entsteht ein Kommunikationsprozess, mit dessen Hilfe die Informationen wissen- schaftlich widerlegt werden können. Oft ergänzen solche Darstellungen sinnvoll überlieferte Texte und spiegeln trotz Allem den Zeitgeist wider, oder stellen eine von Zeitgenossen vorge- legte Interpretation eines in ihrer Vergangenheit stattgefundenen Sachverhalts dar.

Eine wissenschaftliche Methode, Bildern historischen Erkenntnisgewinn abzugewinnen, stellt die historische Bildkunde oder die sog. Bildanalyse dar.

2. Schritte der historischen Bildkunde

Allgemein lassen sich die Schritte einer Bildanalyse in Schulbüchern in folgende drei Teile gliedern: Leitfragen formulieren - Analyse der sichtbaren Merkmale (Bildbeschreibung) - Interpretation.19 Diesem Gliederungsmodell folgt ebenso der Historiker Rainer Wohlfeil mit der sog. „historischen Bildkunde“ in umfangreicherem Ausmaß. Er wiederum handelte nach dem Modell Erwin Panowskys (1892 - 1968) und baute dessen Analysemodell weiter aus. Zusammenfassend gliedert Wohlfeil die Analyse ebenfalls in drei Schritte. Dabei kombiniert er Elemente der Kunstgeschichte und Geschichtswissenschaft. Den ersten Schritt bildet die sog. „Vorikonographische Beschreibung“. Ebenfalls werden Leitfragen an das zu betrachten- de Werk formuliert, welchen ersten Eindruck es vermittelt. Insgesamt wird eine objektive Beschreibung des zu sehenden Inhalts entwickelt. Die Nennung erfolgt von links nach rechts und vom Vordergrund in den Hintergrund. Es werden Informationen zum Bildaufbau genannt, Personenzahlen ermittelt sowie deren Mimik und Gestik notiert. Weitere Details können der Landschaft, Farbgestaltung und Lichtführung zugerechnet werden.20

Den nächsten Arbeitsschritt stellt die sog. „Ikonographisch-Historische Analyse“ dar. Hierbei geht es darum, den sekundären Sinn des Bildes als Ganzes zu verstehen. Ebenso wird der his- torische Kontext des Werks behandelt und der Künstler wird in das Verhältnis zum Zeitgeist gestellt. Man fragt nach dem Urheber, dem Auftraggeber, eventuellen Adressaten und dem Künstler sowie dessen soziales Umfeld, oder in welchem Zusammenhang dazu die Entste- hung des Bildes gewertet werden kann. Der Inhalt wird auf dessen dargestellte Aussagen hin analysiert. Figuren und deren Beziehungen untereinander mit geschichtlichen Persönlichkeiten und Ereignissen verknüpft und darüber hinaus Gegenstände mit Fachbegriffen des historischen Umfelds belegt.21

Der letzte Schritt wird durch die sog. „Ikonologische Interpretation“ bestimmt. Zusammenfassend bedeutet dies, das Bild als Quelle in den historischen Kontext einzuordnen.22 So eng die Zusammenarbeit von Text- und Bildquellen ausfallen kann, lassen sich Parallelen zur Quellenkritik der jeweiligen Gattung erkennen.

3. Analyse der Apotheose des Kaisertums

Im Folgenden wird eine Bildanalyse des Werks „Apotheose des Kaisertums“ von Hermann Wislicenus anhand der erörterten Arbeitsschritte vollzogen. Die Bildquelle wurde für die Be- arbeitung aus dem Internet entnommen.23 Zur Überprüfung des Dargestellten wurde die Ab- bildung aus der Fachliteratur Gerhard Schneiders „Handbuch Medien im Geschichtsunter- richt“ verglichen.24

3.1. Die „Vorikonographische Beschreibung“

Die obere linke Ecke ziert ein bogenförmiges Ornament mit schwarz-weißer Karomusterung. Darunter befinden sich goldene kreisförmige Ornamente. Diese werden von einer Art gold- farbenden Vorhang umschlossen, der mit gleichfarbigen Quasten am unteren Ende abschließt. Im unteren Teil der Ornamente sind verschiedene Symbole wie Kreuze erkennbar. Direkt un- terhalb des Vorhangs verlaufen Girlanden aus Pflanzen in den Hintergrund. Das Gemälde wird am linken Rand sowie im linken und rechten Drittel durch Säulen im antiken Stil be- grenzt. Das obere Ende der Säulen schließt ist golden und verschnörkelt dargestellt. Die bo- genförmigen Ornamente werden von ihnen getragen. Sie sind farblich unterschiedlich gestal- tet und weisen jeweils an den Enden farbige gezackte Muster auf sowie goldene Verzierungen am Sockel. Ihre Position befindet sich im Vordergrund und sie verdecken einen schmalen Streifen der Szenerie im Hintergrund.

Im der linken Mitte befinden sich vierzehn erwachsene Personen, von denen sieben stehend und sieben sitzend gezeichnet sind. Es handelt sich dabei ausschließlich um männliche Perso- nen. Diese werden teilweise voneinander verdeckt und tragen, soweit erkennbar, alle Militär- uniformen. Diese sind dunkel gestaltet, mit verschiedenen goldfarbenden Elementen, wie Schulterstücken oder Kordeln. Manche Personen tragen am Kragen kreuzförmige Orden. Un- ter den sitzenden Personen trägt eine von ihnen eine schwarze Uniform mit rotem Einband und gleichfalls goldene Schulterstücken. Außergewöhnlich ist jedoch die Tatsache, dass die Person einen purpurnen Mantel mit weißem Innenfutter, welches mit schwarzen Elementen verziert wurde, trägt. Dazu streckt die beschriebene Person ihre Arme Richtung Bildmitte und hält eine goldene Krone in den behandschuhten Händen. Der Mantel und die Geste zusammen verdecken mehrere im Hintergrund befindliche Anwesende. Die sich am Rand aufhaltenden Personen sitzen bzw. stehen auf einem roten Teppich der in der unteren linken Ecke an einer Kante anliegt und durch goldfarbende Quasten abgeschlossen wird. An die Kante schließt sich eine senkrechte Fläche an, die durch ein schwarzes Muster geziert wird. Diese senkrechte Fläche bildet den unteren Rand des Bildes.

Das obere Mittelfeld hebt sich allgemein von der Darstellung im unteren Teil durch Farbge- bung ab. Dieser Teil des Werks ist dunkler gestaltet und in den Hintergrund gerückt. In ihm befinden sich acht schemenhafte Figuren, von denen eine, mittig platziert, weiblich ist. Diese hält in ihren Händen eine Krone und trägt selbst ein weites weißes Gewand. Links von ihr schwebt ein Mann in mit einem Umhang und einer eigenen Krone auf dem Haupt. In der Hand führt er ein Schwert. Durch den wallenden Umhang werden Figuren im Hintergrund verdeckt, die jedoch jede für sich ebenfalls Kronen tragen. Im oberen Abschnitt dieser Dar- stellung trägt ebenfalls eine Figur mit langem weißen Bart und Krone ein Schwert in der Hand. Auf der rechten Seite trägt eine männliche Figur eine Rüstung samst Speer und Schild. In der Gestaltung ihrer Kleidung heben sie sich von den unten befindlichen Personen sichtbar ab.

In der Mitte des Gemäldes liegt der Fokus deutlich auf den beiden Reitern. Die Person im Vordergrund reitet auf einem schwarzen Pferd mit gleichfarbiger Mähne und goldenem Zaumzeug. Der Reiter selbst trägt eine den anderen Figuren ähnliche schwarze Uniform mit goldfarbenden Doppelknopfreihen und einem weißen Gürtel. Zusätzlich trägt diese einen ebenso schwarzen Uniformmantel mit rotem Kragen und Innenfutter. Wie bei der Mehrzahl der Dargestellten, trägt der Mann weiße Handschuhe. Die graue Uniformhose bildet einen markanten Unterschied zum Rest der Uniform. Weiße Haare und ein gleichfarbiger Bart las- sen auf eine ältere Person rückschließen, deren Haupt von einer Pickelhaube geziert wird. Direkt dahinter befindet sich ein zweiter reiter mit identischer Uniform. Unterschiede liegen in der braunen Haarfarbe sowie dem braunen Reittier. Jedoch heben beide Pferde einen Vor- derlauf.

Zu beiden Seiten der beiden Reiter befinden sich Fahnenmaste mit schwarz-rot-weißen Fahnen, die zum Teil in den Hintergrund gerückt sind und sich scheinbar vom Wind wallen. Im unteren Mittelfeld befinden sich, soweit erkennbar insgesamt sechs Personen. Im linken Mittelfeld sind dies drei Männer. Der vorderste von ihnen trägt wie die anderen beiden Pickelhauben und einen grauen Schnauzbart. Seine Uniform in Weiß mit gleichfarbigen Schulterstücken und dem dunkelgrauen Mantel hebt sich von den anderen deutlich ab. In der rechten Hand hält die Person einen Hammer, mit dem sie auf einen Sockel schlägt. Die Person weiter im Hintergrund trägt die klassisch schwarze Uniform samt Helm sowie einen kreuzförmigen Orden um den Hals. In die Tiefe gehend, kann man eine dritte Person erahnen, wobei lediglich ihr Kopf und der eines Pferdes zu erkennen sind.

Im rechten Mittelfeld befinden sich zusätzlich drei Personen, von denen zwei weiblich sind. Sie tragen eine nicht näher definierbare Kopfbedeckung und lange Gewänder. Beide um- klammern mit ihren Händen eine Art Miniaturturm und blicken zu dem vordersten Reiter auf. Neben den Frauen, den Blick dem Betrachter zugewandt, steht ein Mann in roter Uniform mit weißem Einband und schwarzer Uniformhose. Seine behandschuhten Hände ruhen auf einem

[...]


1 zit. n.: Bergmann, Klaus; Schneider Gerhard: Visuelle Medien. Das Bild, in: Pandel, Hans-Jürgen; Schneider, Gerhard (Hgg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht, Schwalbach 1999, S. 212.

2 Bei diesem Zitat folge ich der von Comenius gewählten Rechtschreibung und übernehme diese im Original.

Mir ist bewusst, übernommene Fehler im Zitat mit einem (sic!) zu kennzeichnen, was jedoch in diesem Rahmen zu einer unübersichtlichen Korrektur geführt hätte.

3 Schneider 1999, S. 212.

4 Pandel, Hans-Jürgen: Geschichte im Unterricht. Medien historischen Lernens, in: Bergmann, Klaus (u.a.) (Hgg.): Handbuch der Geschichtsdidaktik, 5. Aufl., Seelze - Velber 1997, S. 416 - 421.

5 Augst, Alexandra (u.a.): Methodenkompetenz für Geschichte. Bildquellen interpretieren, in: Lendzian, Hans- Jürgen (Hg.): Zeiten und Menschen. Geschichte - Oberstufe, Bd. 1, Paderborn (u.a.) 2007, S. 568 - 571.

6 Wohlfeil, Rainer: Methodische Reflexionen zur Historischen Bildkunde, in Kunisch, Johannes; Luig, Klaus; Moraw, Peter (Hgg.): Zeitschrift für historische Forschung. Vierteljahresschrift zur Erforschung des Spätmittel- alters und der frühen Neuzeit. Historische Bildkunde. Problem - Wege - Beispiele, Bd. 12 (1991), S. 17 - 35.

7 Schneider 1999, S. 245.

8 Pandel 1997, S. 421.

9 Wohlfeil 1991, S. 17 - 19

10 Wohlfeil 1991, S. 18.

11 Schneider 1999, S. 212

12 Ebd., S. 213.

13 Augst 2007, S. 568.

14 Augst 2007,S. 568.

15 vergleiche Paul Kirn dazu: „Alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann.“

16 Vgl. Pandel 1997, S. 419.

17 Augst 2007, S. 568.

18 Vgl. Schneider 1999, S. 211 - 212.

19 Vgl. Augst 2007, S. 569 - 570.

20 Wohlfeil 1991, S. 24 - 25.

21 Wohlfeil 1991, S. 26 - 30.

22 Wohlfeil 1991, S. 30 - 35.

23 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ab/Apotheose.jpg (Stand 28.03.2014)

24 Schneider 1999, S. 245.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die "Apotheose des Kaisertums" von Hermann Wislicenus. Eine (kunst-)historische Bildanalyse im Geschichtsunterricht
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V315016
ISBN (eBook)
9783668134492
ISBN (Buch)
9783668134508
Dateigröße
874 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildanalyse, Geschichtsunterricht, Hermann Wislicenus, Apothese des Kaisertums
Arbeit zitieren
Gregor Grohmann (Autor), 2014, Die "Apotheose des Kaisertums" von Hermann Wislicenus. Eine (kunst-)historische Bildanalyse im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315016

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