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Der Dokumentarfilm im Geschichtsunterricht. Nur ein Medium der Freizeitbeschäftigung oder moderner Lerninhalt?

Title: Der Dokumentarfilm im Geschichtsunterricht. Nur ein Medium der Freizeitbeschäftigung oder moderner Lerninhalt?

Term Paper , 2013 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Gregor Grohmann (Author)

Didactics - History
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Filme als Belohnung einzusetzen, galt in den 50er und 60er Jahren als geeigneter Einsatz im Geschichtsunterricht. Diese obsolete Auffassung konnte durch neuere didaktische Ansätze in jüngerer Vergangenheit widerlegt werden und entspricht keineswegs der modernen Praxis der Filmnutzung im heutigen Schulunterricht. Im Gegenteil - obwohl in der heutigen Gesellschaft die meisten Menschen ihr Geschichtswissen aus den Dokumentationen oder historischen Spielfilmen des täglichen Fernsehprogramms entnehmen, nimmt der für den Unterricht förderliche Einsatz der bewegten Bilder stetig zu.

Gerade die Fachdidaktik Geschichte setzte sich in den vergangenen Jahren diesbezüglich dafür ein, aus dem als Lernfach bekannten Unterricht die Schülerinnen und Schüler selbst zu Denkprozessen anzuregen und ihnen die Schlüsselkompetenzen im Umgang mit historischem Wissen näherzubringen. Dieser und weitere didaktische Ansätze, sowie die Entwicklung des Mediums Dokumentation und Film vom „Lückenfüller“ zum Erfolgsgaranten eines anregenden Unterrichts, sind Bestandteil dieser Hausarbeit.

Ebenso erfolgt eine praxisorientierte Ausarbeitung einer Unterrichtssituation sowie die Chancen historischen Lernens, die sich daraus ergeben. Denn das Medium Film im Unterricht erfreut sich heute mehr denn je größter Beliebtheit bei den Schülerinnen und Schülern nahezu jeder Jahrgangsstufe.

Beispiele dieser Entwicklung stellen einerseits die verbesserten technischen Möglichkeiten der Schulen dar. Anders als noch vor 20 Jahren besitzen diese heute umfangreiche Computerkabinette, sowie Projektoren und Notebooks in den Klassenzimmern. DVD und Fernsehgeräte zählen dabei ebenso zu den technischen Aufrüstungen, die den Umgang mit Dokumentarfilmen maßgeblich vereinfachen. Auf der anderen Seite führten positive lernpsychologische Analysen zu einer größeren Akzeptanz des Mediums „Film“ im Unterricht, da die kombinierte Aufnahme von Informationen über Augen und Ohren einen Leistungszuwachs von 20% gegenüber dem herkömmlichen Frontalunterricht garantieren.

Zusätzlich nahm in den letzten Jahrzehnten der Fernsehkonsum der Schülerinnen und Schüler deutlich zu, wodurch hierbei die Wissensaufnahme von historischen Kenntnissen im Unterricht auf dieselbe Art und Weise erfolgt wie in der Freizeit. Stärker noch nahm dabei in den letzten Jahren die Anzahl der behandelbaren Themen zu und oftmals wird Geschichtsbewusstsein an Jahrestagen historischer Ereignisse durch gezielte Thementage erzeugt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Das Medium Dokumentarfilm im Unterrichtskontext

1.1 Dokumentarfilm oder Filmdokument?

1.2 Dokumentationsvorschlag im Themenkomplex NS-Zeit

2. Die unterrichtsbezogene Praxis

2.1 Die Aufgabenstellungen

2.2 Das Lernziel

3. (K)Ein Medium für den Unterricht?

4. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz des Dokumentarfilms im Geschichtsunterricht, wobei sie die Frage klärt, ob es sich dabei lediglich um eine mediale Freizeitbeschäftigung handelt oder um einen wertvollen, modernen Lerninhalt, der zur kritischen Reflexion historischer Ereignisse befähigt.

  • Historische Einordnung des Dokumentarfilms als Unterrichtsmedium im Wandel der Zeit.
  • Differenzierung zwischen Filmdokumenten und zeitgenössischen Dokumentationen.
  • Praktische Erprobung und didaktische Aufbereitung am Beispiel der NS-Zeit.
  • Analyse lernpsychologischer Effekte und technischer Möglichkeiten in Schulen.
  • Kritische Reflexion über Quellenarbeit, Wahrheitsanspruch und historische Narration.

Auszug aus dem Buch

1.1 Dokumentarfilm oder Filmdokument?

Im bisherigen Kontext wurden die Begriffe Dokumentation, Dokumentarfilm und historischer Spielfilm synonym verwendet. Diese Ausarbeitung nimmt sich jedoch als Schwerpunkt die aus dem Fernsehen bekannte Dokumentation als eigene Gattung zum Gegenstand. Besonders scharf erfolgt hier eine Trennung der beiden Begriffe Filmdokument und Dokumentarfilm, da mit dem ersten Begriff Filmaufnahmen ab der Erfindung des Films 1895 gedrehtes Material zu verstehen sind und es sich beim Zweiten um zeitgenössisch gedrehte Aufnahmen zu jedem geschichtlichen Thema mit Intentionen des Regisseurs handelt. Dabei unterscheidet man zwischen Quellen und Darstellung innerhalb dieses Mediums, da Quellen Aufnahmen darstellen, die zeitnah zum Drehmoment ausgestrahlt wurden; Darstellungen, wenn von Aufnahme zur Aufführung Zeitverschiedenheit auftritt. So stellen damalige Quellen der NS-Wochenschau über die Olympischen Spiele 1936 als Berichterstattung aus heutiger Sicht Darstellungen der NS-Machtvorstellungen und Überlegenheitswünsche der „arischen“ Rasse dar.

Eine eigene Gattung innerhalb des Dokumentarfilms stellt der sog. Unterrichtsfilm dar, die vom Institut für Film in Wissenschaft und Unterricht (FWU München) produziert werden, sich durch ihre kurze Dauer von 15-20 Minuten besonders der knappen Stundendauer anpassen und an die jeweilige Klassenstufe angepasst sind.

Eine weitere Unterscheidung betrifft das Alter einer Dokumentation. Während ältere Ausstrahlungen eine Aneinanderreihung von Filmdokumenten mit kommentierenden Autorenaussagen verbanden (Erwin Leiser: „Hitler - Mein Kampf“ von 1960), basieren neuere Werke auf einer Mischung aus heute kolorierten Archivmaterialien, Historiker- und Zeitzeugenaussagen mit vielen neu inszenierten Filmsequenzen (Sebastian Haffner – „Mein Kampf mit Hitler“ von 2013).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Medium Dokumentarfilm im Unterrichtskontext: Das Kapitel skizziert den Wandel der Filmrezeption im Geschichtsunterricht von einer reinen „Belohnung“ hin zu einem modernen, lernförderlichen Medium.

1.1 Dokumentarfilm oder Filmdokument?: Hier werden die begrifflichen Trennschärfen zwischen historischem Filmdokument und moderner Dokumentation sowie deren Quellenwert wissenschaftlich präzisiert.

1.2 Dokumentationsvorschlag im Themenkomplex NS-Zeit: Anhand des Beispiels „Mein Kampf mit Hitler“ wird die Eignung einer spezifischen Dokumentation für den Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe evaluiert.

2. Die unterrichtsbezogene Praxis: Dieses Kapitel erläutert ein konkretes methodisches Szenario für eine Doppelstunde, inklusive der Aufgabenstruktur für die Lernenden.

2.1 Die Aufgabenstellungen: Detaillierte Vorstellung von Arbeitsaufträgen, die von der reinen Bild-/Tonanalyse bis hin zur komplexen Quellenkritik und Selbstreflexion reichen.

2.2 Das Lernziel: Fokus auf die didaktische Zielsetzung, historisches Bewusstsein durch selbstgenerierte Fragen und kritische Auseinandersetzung mit dem Gesehenen zu fördern.

3. (K)Ein Medium für den Unterricht?: Eine kritische Bestandsaufnahme, die den hohen Zeitaufwand gegen den didaktischen Mehrwert abwägt und Herausforderungen bei der Umsetzung thematisiert.

4. Bibliographie: Auflistung der verwendeten fachdidaktischen Literatur sowie der genutzten Internetquellen.

Schlüsselwörter

Dokumentarfilm, Geschichtsunterricht, Filmdokument, Quellenkritik, historisches Lernen, NS-Zeit, Fachdidaktik, Medienkompetenz, Sebastian Haffner, Unterrichtsgestaltung, Zeitzeugen, Quellenanalyse, Bildungsmedien, Geschichtsbewusstsein, Medieneinsatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial und die didaktische Integration von Dokumentarfilmen im Geschichtsunterricht sowie die Frage, ob diese lediglich zur Unterhaltung dienen oder einen echten Lernzuwachs generieren können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der medienpädagogischen Einordnung, der methodischen Anwendung im Unterricht, der Quellenkritik gegenüber audiovisuellen Medien und der historischen Urteilsbildung bei Schülern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dokumentarfilme zielgerichtet eingesetzt werden können, um über die passive Konsumhaltung hinaus historische Kompetenzen und kritisches Denken zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen fachdidaktischen Ansatz, der theoretische Überlegungen mit einer praxisorientierten Unterrichtsplanung verknüpft und diese durch Bezugnahme auf Kompetenzmodelle reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der begrifflichen Klärung von Filmmedien, der konkreten Planung einer Unterrichtseinheit zum Nationalsozialismus und einer kritischen Diskussion über die Hürden und Potenziale des Filmeinsatzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Dokumentarfilm, Quellenkritik, historisches Lernen, Fachdidaktik und mediale Kompetenzförderung.

Welche Rolle spielen die "Operatoren" in den Aufgabenstellungen?

Die Operatoren dienen dazu, die Schüler schrittweise vom Anforderungsbereich I (Wahrnehmung) über Bereich II (Analyse) bis hin zu Bereich III (Bewertung/Urteil) zu führen und so gezielt verschiedene Kompetenzstufen abzurufen.

Warum betont der Autor die Notwendigkeit der Quellenkritik beim Dokumentarfilm?

Da Dokumentarfilme oft eine unmittelbare Wahrheit suggerieren und Fakten mit emotionalen Inhalten vermischen, müssen Schüler lernen, die Distanz zwischen der filmischen Darstellung und der historischen Realität kritisch zu hinterfragen.

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Details

Title
Der Dokumentarfilm im Geschichtsunterricht. Nur ein Medium der Freizeitbeschäftigung oder moderner Lerninhalt?
Grade
1,7
Author
Gregor Grohmann (Author)
Publication Year
2013
Pages
12
Catalog Number
V315018
ISBN (eBook)
9783668134393
ISBN (Book)
9783668134409
Language
German
Tags
Dokumentarfilm Filme in der Schule Lerninhalt Geschichtsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gregor Grohmann (Author), 2013, Der Dokumentarfilm im Geschichtsunterricht. Nur ein Medium der Freizeitbeschäftigung oder moderner Lerninhalt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315018
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