Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement

Prognoseentscheidungen bei der Straf(rest)aussetzung

Title: Prognoseentscheidungen bei der Straf(rest)aussetzung

Seminar Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 13 Punkte

Autor:in: M.A. Holger Ihle (Author)

Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In Deutschland werden heute etwa zwei Drittel aller verhängten Freiheitsstrafen zur Bewährung ausgesetzt. Dabei setzt die Möglichkeit, Freiheitsstrafen zur Bewährung auszusetzen, wie bereits in den entsprechenden Normen verdeutlicht wird, ein gewisses Maß an Vorhersage über künftiges Verhalten von Menschen voraus. Dass diese notwendigerweise nur begrenzt zutrifft erscheint einleuchtend. Dennoch haben sich in der Praxis Methoden etabliert, die es ermöglichen sollen, wenigstens die Verantwortbarkeit von Strafaussetzung und Strafrestaussetzung abzuwägen und einzuschätzen. Insbesondere im Sicherheitsinteresse der Allgemeinheit, das in neuerer Zeit verstärkt eingefordert wird, erscheint es geboten, sich über die Möglichkeiten und Grenzen dieser Methoden im Klaren zu sein.

Im Folgenden sollen zunächst die Regelungen für die Strafaussetzung und die Strafrestaussetzung dargestellt und verglichen werden, wobei jeweils auf die Unterschiede zwischen Erwachsenenstrafrecht und Jugendstrafrecht hingewiesen und im Einzelnen auch eingegangen wird. Der Fokus liegt auf den Anforderungen, die diese Regelungen für Prognosen normieren. Daran schließt sich eine kritische Darstellung einzelner in der Praxis mehr oder weniger häufig angewandter Methoden der Prognose an. Stärken und insbesondere Schwächen sollen aufgezeigt werden. Zuletzt sollen die Möglichkeiten, die der Gesetzgeber dem Richter einräumt um das Bewährungsverhalten zu beeinflussen einräumt dargestellt werden, wiederum vergleichend zwischen Erwachsenen- und Jugendstrafrecht. Aus diesen Regelungen ergeben sich wiederum einzelne Schwierigkeiten für die Prognose, die abschließend resümiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) EINLEITUNG

2) PROGNOSEERFORDERNISSE NACH DEN REGELUNGEN ZUR STRAFAUSSETZUNG ZUR BEWÄHRUNG UND ZUR STRAFRESTAUSSETZUNG ZUR BEWÄHRUNG

A) PROGNOSE BEI DER STRAFAUSSETZUNG ZUR BEWÄHRUNG NACH § 56 STGB UND § 21 JGG

i) Regelung nach § 56 StGB

ii) Unterschiede der Regelung aus § 21 JGG

B) PROGNOSE BEI DER STRAFRESTAUSSETZUNG GEMÄSS § 57 STGB BZW. § 88 JGG

i) Regelung nach § 57 StGB

ii) Regelung nach § 88 JGG

3) DIE METHODEN DER KRIMINALPROGNOSE

A) INTUITIVE METHODE

B) STATISTISCHE METHODE

C) KLINISCHE METHODE

D) STRUKTURPROGNOSE

E) METHODE DER IDEALTYPISCH-VERGLEICHENDEN EINZELFALLANALYSE

4) MÖGLICHKEITEN DER EINFLUSSNAHME AUF DAS BEWÄHRUNGSVERHALTEN

A) AUFLAGEN

i) Auflagen nach § 56b StGB

ii) Auflagen nach § 23 JGG i.V.m. § 15 JGG

B) WEISUNGEN

i) Weisungen nach § 56c StGB

ii) Weisungen nach § 23 JGG i.V.m. § 10 JGG

C) UNTERSTELLUNG UNTER DIE BEWÄHRUNGSHILFE NACH § 56D STGB BZW. § 24 JGG

5) SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtlichen Anforderungen an Prognoseentscheidungen bei der Strafaussetzung zur Bewährung sowie bei der Strafrestaussetzung im deutschen Erwachsenen- und Jugendstrafrecht. Ziel ist es, die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu analysieren, die gängigen Methoden der Kriminalprognose kritisch zu bewerten und die Möglichkeiten richterlicher Einflussnahme auf das Bewährungsverhalten darzustellen.

  • Analyse der gesetzlichen Voraussetzungen für Prognosen gemäß StGB und JGG
  • Kritische Darstellung und Bewertung der Methoden der Kriminalprognose
  • Vergleich zwischen Erwachsenenstrafrecht und Jugendstrafrecht
  • Untersuchung der Einflussmöglichkeiten durch Auflagen, Weisungen und Bewährungshilfe

Auszug aus dem Buch

a)Intuitive Methode

Die in der strafrechtlichen Praxis wohl verbreitetste Methode ist die so genannte intuitive Prognosemethode. Grundlage der Beurteilung des Täters sind hierbei so genannte Alltags- oder naive Verhaltenstheorien über menschliches Handeln. Die Voraussage über das künftige Verhalten des Täters wird dabei aus aus einem unsystematisch erlangten Eindruck von der Persönlichkeit des Probanden abgeleitet. Es ist davon auszugehen, dass der Anwender dieser Methode meistenteils die wesentlichen Prognosefaktoren des kriminologischen Mehrfaktorenansatzes mehr oder weniger übereinstimmend, zu Grunde legt. Vor allem werden dabei wohl Legalbiografie des Täters und seine soziale Integration in Anschlag gebracht. Die Beurteilung basiert dabei hauptsächlich auf allgemeinem Menschenverstand bzw. um in der Praxis des Richters gewonnene Erfahrung. Streng genommen handelt es sich hierbei aber noch nicht mal um eine Methode im eigentlichen Sinn, ist doch eine Methode dadurch gekennzeichnet, dass es eine intersubjektiv nachvollziehbare Vorgehensweise ist, die bei Wiederholung durch andere Fachleute auf Grundlage der selben Informationen zu den selben Ergebnissen führt.

Folgerichtig ist diese Methode den stärksten wissenschaftlichen Einwänden ausgesetzt. Es handelt sich nämlich keineswegs um eine wissenschaftliche Methode, wie schon daran deutlich wird, dass es sich um ein unabhängig voneinander, selbstständig erarbeitetes Verfahren von Praktikern der Strafrechtspflege handelt, also jeder Objektivierbarkeit entbehrt. Dennoch ist sie in der strafrechtlichen Praxis wohl am weitesten verbreitet. Dies liegt wohl hauptsächlich an der sowohl zeitlichen als auch finanziellen Aufwendigkeit der wissenschaftlichen Prognoseverfahren.

Zusammenfassung der Kapitel

1) EINLEITUNG: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Praxis der Strafaussetzung in Deutschland und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die bestehenden Prognosemethoden und Einflussmöglichkeiten kritisch zu vergleichen.

2) PROGNOSEERFORDERNISSE NACH DEN REGELUNGEN ZUR STRAFAUSSETZUNG ZUR BEWÄHRUNG UND ZUR STRAFRESTAUSSETZUNG ZUR BEWÄHRUNG: Dieses Kapitel stellt die rechtlichen Anforderungen an die Legalprognose im Erwachsenen- und Jugendstrafrecht gegenüber und erläutert die Besonderheiten des § 56 StGB, § 21 JGG sowie der Strafrestaussetzung.

3) DIE METHODEN DER KRIMINALPROGNOSE: Hier werden die wichtigsten Prognoseverfahren – von der intuitiven über die statistische bis hin zur klinischen Methode und Strukturprognose – charakterisiert und hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Fundierung und praktischen Anwendbarkeit bewertet.

4) MÖGLICHKEITEN DER EINFLUSSNAHME AUF DAS BEWÄHRUNGSVERHALTEN: Dieses Kapitel behandelt die Instrumente zur Steuerung des Bewährungsverhaltens, insbesondere die Erteilung von Auflagen, Weisungen und die Unterstellung unter die Bewährungshilfe.

5) SCHLUSS: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Problematik des bestehenden Prognoseinstrumentariums im Spannungsfeld zwischen spezialpräventiven Zielen und dem Sicherheitsbedürfnis der Allgemeinheit.

Schlüsselwörter

Kriminalprognose, Strafaussetzung, Bewährungshilfe, Jugendstrafrecht, Legalprognose, StGB, JGG, Prognosemethode, Resozialisierung, Auflagen, Weisungen, Rückfallwahrscheinlichkeit, Strafrestaussetzung, Täter-Opfer-Ausgleich, Kriminologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtlichen und methodischen Grundlagen von Prognoseentscheidungen bei der Aussetzung von Freiheitsstrafen zur Bewährung und bei der Strafrestaussetzung in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die gesetzlichen Prognosekriterien nach dem Strafgesetzbuch und dem Jugendgerichtsgesetz, die methodische Herangehensweise an Rückfallprognosen sowie die Möglichkeiten der Einflussnahme auf das Bewährungsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Anforderungen an Prognosen zu analysieren, gängige Methoden kritisch zu prüfen und aufzuzeigen, wie das Bewährungsverhalten durch richterliche Maßnahmen beeinflusst werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine dogmatische und kriminologische Analyse, die den Vergleich zwischen den Regelungen des Erwachsenen- und Jugendstrafrechts sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Literatur und Rechtsprechung umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Prognoseerfordernisse, die detaillierte Vorstellung und Bewertung verschiedener Prognosemethoden sowie die Erläuterung der Instrumente zur Einflussnahme auf den Verurteilten während der Bewährungszeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kriminalprognose, Legalprognose, Resozialisierung, Strafrestaussetzung, Bewährungshilfe und das Spannungsfeld zwischen spezialpräventiven Zielen und gesellschaftlichem Sicherheitsinteresse.

Wie unterscheidet sich die Prognose bei Jugendlichen von der bei Erwachsenen?

Während bei Erwachsenen oft eine eher rückwärtsgewandte Einschätzung überwiegt, ist die Prognose im Jugendstrafrecht stärker als Wirkprognose konzipiert, die die erzieherische Einwirkung und Entwicklungsmöglichkeiten des Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt.

Warum ist die „intuitive Methode“ laut der Arbeit problematisch?

Die intuitive Methode entbehrt einer intersubjektiv nachvollziehbaren Systematik und wissenschaftlichen Objektivierbarkeit, da sie primär auf subjektiven Eindrücken und Erfahrungen des Richters basiert, anstatt auf empirisch gesicherten Kriterien.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Prognoseentscheidungen bei der Straf(rest)aussetzung
College
University of Göttingen
Course
Kriminologisches Seminar
Grade
13 Punkte
Author
M.A. Holger Ihle (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V31508
ISBN (eBook)
9783638324908
Language
German
Tags
Prognoseentscheidungen Straf(rest)aussetzung Kriminologisches Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Holger Ihle (Author), 2003, Prognoseentscheidungen bei der Straf(rest)aussetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31508
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint