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Verführt - verlassen - verurteilt. Kindsmord als Motiv in der englischen und der deutschen Literatur

Title: Verführt - verlassen - verurteilt. Kindsmord als Motiv in der englischen und der deutschen Literatur

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jenny Maus (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Kindsmord als Motiv in der Literatur spielte vor allem in deutschsprachigen Texten des 18. Jahrhunderts eine große Rolle. Insbesondere unter den Autoren des „Sturm und Drang“ gab es kaum einen Schriftsteller, der sich nicht mit diesem Thema befasste. Innerhalb anderssprachiger Literaturen ist eine solche Konzentration nicht feststellbar. In Vorbereitung auf die vorliegende Arbeit, habe ich sowohl im Internet, als auch im Kindler Literaturlexikon und verschiedenen Motivlexika versucht fremdsprachige Texte zu finden, die sich mit diesem Thema befassen. Die Ausbeute ist sehr spärlich. Zum einen „Adam Bede“(1859) von George Eliot und „The Heart of Midlothian“ (1818) von Sir Walter Scott. Aus der deutschsprachigen Literatur werde ich mehrere Texte kurz behandeln, um auch in dieser Arbeit die Textvielfalt zu zeigen. Ich habe mich für folgende Texte entschieden „Des Pfarrers Tochter von Taubenhain“ (1775) von Gottfried August Bürger, „Die Kindermörderin“ (1776) von Heinrich Leopold Wagner, „Das Nusskernen“ (1776) von Maler Müller, „Ida“ (1777) von Anton M. A. Sprickmann, „Die Kindermörderin“ (1782) von Friedrich Schiller und „Faust I“ (1808) von Johann Wolfgang von Goethe. Ich möchte mich in der vorliegenden Hausarbeit damit befassen, wie das Thema in den einzelnen Texten behandelt wird und in wie weit die Autoren die realen Begebenheiten der Zeit mit einbeziehen. Zu Beginn werde ich einen kurzen sozial- und rechtsgeschichtlichen Abriss zum Kindsmorddelikt liefern. Im Anschluss werde ich die literarischen Texte beleuchten. Eckpunkte meiner Untersuchung werden die Darstellung der Frau, die Charakterisierung des Mannes, die Ursache und Ausführung der Tat, die Strafe und die Reaktion der Umwelt sein.

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Inhaltsverzeichnis

1. Inhalt

2. Einleitung

3. Hauptteil

3.1. Sozial- und rechtsgeschichtliche Aspekte des Kindsmordes

3.1.1. Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert

3.1.2. Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart

3.2. Kindsmord in der Literatur

3.2.1. Die Kindsmörderinnen

3.2.2. Die Verführer

3.2.3. Die Tat und das Motiv

3.2.4. Das Urteil und die Reaktion der Umwelt

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Motiv des Kindsmordes in der englischen und deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. Ziel ist es zu analysieren, wie gesellschaftliche Realitäten der Zeit in den Werken verarbeitet werden und welche geschlechtsspezifischen Rollenbilder sowie moralischen Diskurse die Darstellung der Täterinnen und Verführer prägen.

  • Sozial- und rechtsgeschichtliche Hintergründe des Kindsmorddelikts
  • Vergleichende Analyse der literarischen Darstellung von Kindsmörderinnen
  • Rollenverhalten und ethische Einordnung der männlichen Verführer
  • Untersuchung von Tatmotiven und der Reaktion des sozialen Umfelds
  • Kontrastierung von deutscher und englischer Literaturgeschichte

Auszug aus dem Buch

Die Kindsmörderinnen

In der deutschen Literatur sind die Täterinnen in erster Linie Opfer. Es sind brave Mädchen aus bürgerlichen Verhältnissen. Gottfried August Bürgers Kindermörderin Rosette wird beschrieben mit den Worten:

Des Pfarrers Tochter von Taubenhain

War schuldlos, wie ein Täubchen.

Das Mädel war jung, war lieblich und fein,

Viel ritten der Freier nach Taubenhain,

Und wünschten Rosetten zum Weibchen. –

Auch Goethes Gretchen ist ein unschuldiges, gottesfürchtiges Geschöpf. Den meisten Kindsmörderinnen wurde zum Verhängnis, dass sie jung und hübsch waren. Durch ihre Reinheit und Jungfräulichkeit reizen sie den Jagdtrieb der Männer. Besonders gut stellt das Heinrich Leopold Wagner in seinem Stück „Die Kindermörderin“ dar. Das unschuldige Evchen kommt nur durch ihre vergnügungssüchtige Mutter in die prekäre Situation, in der Leutnant von Gröningseck sie vergewaltigen kann. Selbst nachdem Evchen in sich schon eine Gefallene sieht, weist sie von Gröningseck in beeindruckender Tugendhaftigkeit zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Inhalt: Auflistung der Gliederungspunkte der Arbeit.

2. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, der ausgewählten Primärtexte sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.

3. Hauptteil: Detaillierte Analyse des Kindsmord-Motivs anhand historischer Fakten und literarischer Texte unter Berücksichtigung von Täterinnen, Verführern, Tatmotiven und rechtlichen Urteilen.

3.1. Sozial- und rechtsgeschichtliche Aspekte des Kindsmordes: Historischer Abriss über die Entwicklung des Kindsmordes als Straftat und die damit verbundenen gesellschaftlichen Reformprozesse.

3.1.1. Von der Antike bis ins 18. Jahrhundert: Untersuchung der kirchlichen und weltlichen Moralvorstellungen und der Bestrafungspraxis bis zur Frühen Neuzeit.

3.1.2. Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Diskussion der aufklärerischen Einflüsse, ökonomischer Faktoren und veränderter rechtlicher Rahmenbedingungen.

3.2. Kindsmord in der Literatur: Literarische Auseinandersetzung mit dem Motiv in deutschen und englischen Texten.

3.2.1. Die Kindsmörderinnen: Vergleich der Darstellung der weiblichen Protagonisten zwischen deutscher Tugendstilisierung und englischem Realismus.

3.2.2. Die Verführer: Analyse der männlichen Rollen, ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer Verantwortung in den ausgewählten Werken.

3.2.3. Die Tat und das Motiv: Betrachtung der psychologischen Aspekte, der Brutalität der Tat und der Beweggründe (Angst, Schande, Rache).

3.2.4. Das Urteil und die Reaktion der Umwelt: Untersuchung der juristischen Folgen und des sozialen Drucks durch das familiäre und gesellschaftliche Umfeld.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Unterschiede in der literarischen Verarbeitung zwischen den beiden untersuchten Sprachräumen.

Schlüsselwörter

Kindsmord, Literaturwissenschaft, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Sturm und Drang, Sozialgeschichte, Rechtsgeschichte, Kindsmörderin, Verführer, Schuld, Schande, Aufklärung, Moral, Gender, Literaturvergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung des Kindsmordes als Motiv in der englischen und deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die soziale und rechtliche Geschichte des Kindsmordes, die Charakterisierung der Kindsmörderinnen und Verführer sowie die moralische Reaktion des jeweiligen Umfelds.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist ein literaturwissenschaftlicher Vergleich, der aufzeigt, wie Autoren unterschiedlicher Epochen und Länder reale gesellschaftliche Missstände und Ideologien in ihren Texten reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine motivgeschichtliche und komparatistische Analyse, die durch sozial- und rechtsgeschichtliche Abrisse kontextualisiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Aspekte des Delikts, vergleicht die Typologie der literarischen Figuren (Kindsmörderin vs. Verführer) und untersucht die narrative Gestaltung von Tat, Motiv und Urteilsfindung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Kindsmord-Motiv, Literaturvergleich, Sozialgeschichte, Schande und Rollenbilder beschreiben.

Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung der Verführer in deutschen und englischen Texten?

Die Arbeit stellt fest, dass deutsche Verführer oft eher durch Wollust handeln, während in den englischen Texten die männlichen Charaktere komplexer und in ihrer Liebe oder Reue realistischer gezeichnet sind.

Warum spielt die gesellschaftliche Schande in den analysierten Texten eine so große Rolle?

Schande fungiert als primärer Auslöser für die Verzweiflung der Frauen, da der gesellschaftliche Status und die Anerkennung im 18. und 19. Jahrhundert untrennbar mit sexueller Moral verknüpft waren.

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Details

Title
Verführt - verlassen - verurteilt. Kindsmord als Motiv in der englischen und der deutschen Literatur
College
University of Wuppertal
Grade
1,3
Author
Jenny Maus (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V31512
ISBN (eBook)
9783638324946
Language
German
Tags
Verführt Kindsmord Motiv Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny Maus (Author), 2004, Verführt - verlassen - verurteilt. Kindsmord als Motiv in der englischen und der deutschen Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31512
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