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Beschäftigung in der Altenpflege. Ursache und Wirkung der Kommerzialisierung des Pflegesektors

Titel: Beschäftigung in der Altenpflege. Ursache und Wirkung der Kommerzialisierung des Pflegesektors

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 24 Seiten , Note: 14

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Altenpflege, Altenhilfe
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Ausmaß der prekären Beschäftigungsverhältnisse in der Altenpflege zu untersuchen und die politischen sowie strukturellen Ursachen hierfür deutlich zu machen.

Pflegearbeiten im Allgemeinen und Altenpflege im Speziellen rücken zunehmend in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit in den OECD-Ländern. Die traditionelle Betreuungsform, das heißt die Betreuung im Alter durch die Familie beziehungsweise überwiegend durch Frauen in der Familie, ist angesichts einer zunehmenden Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt nicht mehr ausreichend, um die Pflege zu gewährleisten. Hinzu kommt der demografische Wandel, aufgrund dessen die Bevölkerung der BRD zunehmend altert. Etwa ein Drittel der über 80-Jährigen war 2009 pflegebedürftig und das statistische Bundesamt prognostiziert einen Anstieg dieser Altersgruppe bis 2030 auf ca. 6,5 Millionen Menschen (2009 circa 4,1 Millionen). Der Pflegebedarf und die Nachfrage nach Altenpflegern wird somit steigen.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, verglich 2010 die Situation in vielen Pflegeheimen mit der in Flüchtlingslagern. Verantwortlich machte er hierfür die niedrigen Löhne, sowie die prekäre und diskriminierende Arbeit in diesem Bereich. Eine entscheidende Rolle für diese Entwicklung spielt die zunehmende Kommerzialisierung der Sorgearbeiten seit den 1990er Jahren, die in der Pflege vor allem mit dem 1995 verabschiedeten Pflegeversicherungsgesetz vorangetrieben wurde.

Die Kranken- und Altenpflege ist, wie alle Formen der Sorgearbeiten, eine Arbeit am Subjekt. Solche Arbeiten lassen sich nicht im selben Maß wie Arbeiten an Objekten maschinell rationalisieren. Die politisch gewollte Etablierung eines Pflegemarktes führte zu einem Preiskampf, der sich unmittelbar auf die Arbeitsbedingungen und die Pflegequalität auswirkt, unabhängig davon ob der Träger privat, freigemeinnützig oder öffentlich ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Exposition der Fragestellung

2. Prekäre Arbeit

3. Arbeitsverhältnisse in der Altenpflege

3.1. Entgelte

3.2. Arbeitszeiten

3.3. Arbeitsqualität

4. Die Kommerzialisierung der Altenpflege

4.1. Das System der Dualen Wohlfahrtspflege

4.2. Liberalisierung des Sozialsektors

5. Strukturen in der Altenpflege

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß prekärer Beschäftigungsverhältnisse in der Altenpflege sowie die zugrunde liegenden politischen und strukturellen Ursachen, die durch die Kommerzialisierung des Sektors begünstigt wurden.

  • Analyse von Entgeltstrukturen und Arbeitszeitbedingungen in der Altenpflege.
  • Untersuchung der Arbeitsqualität und der subjektiven Belastung der Beschäftigten.
  • Darstellung des Wandels von der dualen Wohlfahrtspflege hin zu marktbasierten Systemen.
  • Diskussion struktureller Gegebenheiten wie Betriebsgröße und Geschlechterverhältnisse.
  • Evaluation gewerkschaftlicher Einflüsse und der Bedeutung des Mindestlohns.

Auszug aus dem Buch

1. Exposition der Fragestellung

Pflegearbeiten im Allgemeinen und Altenpflege im Speziellen rücken zunehmend in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit in den OECD-Ländern. Die traditionelle Betreuungsform, d.h. die Betreuung im Alter durch die Familie bzw. überwiegend durch Frauen in der Familie, ist angesichts einer zunehmenden Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt nicht mehr ausreichend, um die Pflege zu gewährleisten. Hinzu kommt der demografische Wandel, aufgrund dessen die Bevölkerung der BRD zunehmend altert. Etwa ein Drittel der über 80-Jährigen war 2009 pflegebedürftig und das statistische Bundesamt prognostiziert einen Anstieg dieser Altersgruppe bis 2030 auf ca. 6,5 Millionen Menschen (2009: ca. 4,1 Millionen). Der Pflegebedarf und die Nachfrage nach Altenpfleger_innen werden somit steigen. Insgesamt wurden 2009 über die Hälfte der ca. 2,3 Millionen Pflegebedürftigen durch Altenpfleger_innen und Altenpflegehelfer_innen betreut. 717.000 Menschen wurden in Heimen und 555.000 ambulant versorgt. Geleistet wurde dies durch 269.000 Beschäftigte in der stationären und 621.000 in der ambulanten Pflege. Generell ist ein Trend zur professionalisierten Pflege in Heimen oder mit ambulanten Diensten erkennbar.

Mit einer steigenden Anzahl Pflegebedürftiger und einer abnehmenden Anzahl an Angehörigen, die die Pflege alleine übernehmen können oder wollen, sind die ambulanten Dienste und Pflegeheime ein zentraler Teil der Daseinsvorsorge. Dennoch ist die Situation für die Bedürftigen und Beschäftigten oftmals kritisch. Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, verglich 2010 die Situation in vielen Pflegeheimen mit der in Flüchtlingslagern. Verantwortlich machte er hierfür die niedrigen Löhne, sowie die prekäre und diskriminierende Arbeit in diesem Bereich. Eine entscheidende Rolle für diese Entwicklung spielt die zunehmende Kommerzialisierung der Sorgearbeiten seit den 1990er Jahren, die in der Pflege vor allem mit dem 1995 verabschiedeten Pflegeversicherungsgesetz vorangetrieben wurde. Die Kranken- und Altenpflege ist, wie alle Formen der Sorgearbeiten, eine Arbeit am Subjekt. Solche Arbeiten lassen sich nicht im selben Maß wie Arbeiten an Objekten maschinell rationalisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Exposition der Fragestellung: Das Kapitel führt in die steigende Bedeutung der Altenpflege aufgrund des demografischen Wandels ein und benennt die prekären Arbeitsbedingungen als zentrales Problem.

2. Prekäre Arbeit: Hier werden theoretische Definitionen von Prekarität und Normalarbeitsverhältnissen diskutiert, um einen wissenschaftlichen Rahmen für die Untersuchung zu schaffen.

3. Arbeitsverhältnisse in der Altenpflege: Das Kapitel analysiert die konkrete Situation der Beschäftigten anhand der Kategorien Entgelte, Arbeitszeiten und Arbeitsqualität.

4. Die Kommerzialisierung der Altenpflege: Es wird der politische Wandel von der dualen Wohlfahrtspflege hin zu einem marktgesteuerten System sowie die Liberalisierung des Sozialsektors dargelegt.

5. Strukturen in der Altenpflege: Hier werden strukturelle Merkmale wie Unternehmensgrößen, Qualifikationsniveaus und die Geschlechterverteilung untersucht, welche die Prekarisierung begünstigen.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die die systematische Prekarisierung der Branche bestätigt.

Schlüsselwörter

Altenpflege, Prekäre Beschäftigung, Kommerzialisierung, Pflegeversicherung, Wohlfahrtspflege, Arbeitsqualität, Entgelte, Arbeitszeit, Mindestlohn, Normalarbeitsverhältnis, Pflegesektor, Daseinsvorsorge, Tarifbindung, Arbeitsbedingungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Arbeitsbedingungen in der Altenpflege in Deutschland und untersucht, warum diese zunehmend als prekär wahrgenommen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Entlohnung, der Arbeitszeitgestaltung, der Arbeitsqualität sowie den politischen und strukturellen Rahmenbedingungen der Pflegewirtschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es, das Ausmaß prekärer Beschäftigungsverhältnisse in der Altenpflege empirisch einzuordnen und die Ursachen für die schlechten Arbeitsbedingungen zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine Sekundäranalyse bestehender Studien, Statistiken (wie z.B. DGB-Index oder LohnSpiegel) und fachwissenschaftlicher Literatur, um die Situation der Beschäftigten zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine quantitative und qualitative Analyse der Arbeitsverhältnisse sowie eine Untersuchung der politischen Marktveränderungen seit den 1990er Jahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die zentralen Begriffe sind Altenpflege, Prekarität, Kommerzialisierung, Pflegeversicherungsgesetz und Arbeitsqualität.

Warum spielt die Kommerzialisierung eine so große Rolle für die Beschäftigten?

Durch die Einführung marktbasierter Prinzipien im Pflegesektor entstand ein hoher Kostendruck, der zu einer Senkung der Entgelte und zur Erosion von Tarifverträgen führte, da die Versorgung der Klienten zum Mittel wirtschaftlichen Erfolgs wurde.

Welche Rolle spielt die Tarifbindung bei den untersuchten Problemen?

Die mangelnde Tarifbindung, insbesondere bei privaten Trägern, führt zu einer Verschlechterung der Standards, wobei der öffentliche und der freigemeinnützige Sektor zunehmend unter diesen Wettbewerbsdruck geraten.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Beschäftigung in der Altenpflege. Ursache und Wirkung der Kommerzialisierung des Pflegesektors
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Politische Regulierung der Care-Ökonomie
Note
14
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V315179
ISBN (eBook)
9783668144873
ISBN (Buch)
9783668144880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Altenpflege Krankenpflege Pflegesektor Kommerzialisierung Pflege Betreuung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Beschäftigung in der Altenpflege. Ursache und Wirkung der Kommerzialisierung des Pflegesektors, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315179
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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