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Wasserprivatisierung in Lateinamerika. Akteure, Strategien, Widerstand

Title: Wasserprivatisierung in Lateinamerika. Akteure, Strategien, Widerstand

Pre-University Paper , 2008 , 35 Pages , Grade: 13

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Trotz ausreichender Verfügbarkeit von Wasser befinden wir uns in einer Wasserkrise. Laut dem Auswärtigen Amt hatten 2007 etwa 1,1 Milliarden Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser und mehr als doppelt so viele keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der damit einhergehenden Etablierung der freien Marktwirtschaft als einzig denkbare Wirtschaftsform der Welt, muss man konstatieren, dass es eben dieser Wirtschaftsform nicht gelungen ist, alle Menschen in ihren elementarsten Bedürfnissen zu befriedigen, geschweige denn allen Nationen zu Wohlstand zu verhelfen.

Um das Problem der Wasserversorgung zu lösen, wurden im Jahr 2000 die Millennium Development Goals von den Vereinten Nationen verabschiedet. Punkt sieben, die Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit, ist in Bezug auf die Wasserproblematik von Bedeutung, da sich die Mitgliedsstaaten in Zielvorgabe 10 dazu verpflichten, „bis 2015 den Anteil der Menschen um die Hälfte zu senken, die keinen nachhaltigen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und grundlegenden sanitären Einrichtungen haben“.

Vor allem in Entwicklungsländern investieren die global agierenden Konzerne, ist dort das Wasser doch besonders knapp und somit besonders renditeträchtig. Lateinamerika, wo sich über 26 % des weltweit verfügbaren Süßwassers befinden (bei sechsprozentigem Anteil an der Weltbevölkerung), ist ein lukrativer Markt für Konzerne, die möglicherweise auch das Ziel haben, Wasser irgendwann im großen Stil zu exportieren.

Dieser Beitrag zeigt die Konsequenzen der Wasserprivatisierung in Lateinamerika auf und erläutert weshalb diese oft katastrophale Folgen nach sich zieht. Ebenso wird geklärt welche Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Inwertsetzung des Wassers zu verhindern bzw. rückgängig zu machen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Exposition der Fragestellung

2. Wasser, ein Bedürfnis

3. Der Weltwasserrat

3.1 Das Weltwasserforum

3.2 Die Weltwasservision

4. Die Akteure: Interessen und Strategien

4.1 Transnationale Konzerne

4.1.1 Veolia Environment

4.1.2 Suez Environment

4.2 Nichtregierungsorganisationen

4.2.1 Die Weltbank

4.2.2 Der Internationale Währungsfonds

4.2.3 Die Welthandelsorganisation

4.3 Regierungen

5. Neoliberale Hegemonialansprüche in Lateinamerika

5.1 Der „Wasserkrieg“ von Cochabamba

5.2 Weitere Privatisierungsprojekte in Lateinamerika

5.3 Die Bank des Südens

6. Prämissen einer befriedigenden Wasserversorgung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Folgen der zunehmenden Wasserprivatisierung in Lateinamerika unter Berücksichtigung der Interessen global agierender Akteure und neoliberaler Strategien. Dabei wird der Frage nachgegangen, weshalb private Wasserversorgungsmodelle häufig scheitern und welche alternativen Ansätze existieren, um eine flächendeckende und adäquate Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

  • Analyse der Rolle internationaler Akteure wie Weltbank, IWF und WTO bei der Durchsetzung von Privatisierungen.
  • Untersuchung der Geschäftsmodelle und Strategien transnationaler Konzerne wie Veolia und Suez.
  • Detaillierte Fallstudien zu Privatisierungskonflikten in Bolivien, Argentinien und Nicaragua.
  • Diskussion des Einflusses von "Good Governance" und strukturellen Anpassungsprogrammen auf die lokale Wasserversorgung.
  • Bewertung von Alternativen zur privatwirtschaftlichen Organisation, wie der Bank des Südens.

Auszug aus dem Buch

5.1 Der „Wasserkrieg“ von Cochabamba

1967 bis 1999 wurden die Wasserversorgung und die Abwasserentsorgung in Cochabamba von dem staatlichen Unternehmen SEMAPA (Servicio Municipal de Agua Potable y Alcantarillado) bereitgestellt. Hauhalts-, Investitions- und Operationspläne wurden von der nationalen Behörde genehmigt. Die städtische Regierung spielte allerdings die führende Rolle im Vorstand und in der Leitung des Unternehmens. 1970 sollten das Wassersystem und die Wasserversorgung in Cochabamba mit Hilfe der Inter-American Development Bank (IDB) modernisiert werden. Die Folge war, dass das Netzwerk teilweise falsch verbunden wurde, „wobei Kontrolle und Gewißheit über den Verbleib einer bedeutenden Wassermenge ein großes Problem darstellte“.

1971 erhielt das Unternehmen administrative, finanzielle und Managementautonomie, was bis zum ersten (abgebrochenen) Privatisierungsversuch 1996 auch so blieb. Das teilweise korrupte Unternehmen hatte große Probleme eine angemessene (quantitativ wie auch qualitativ) Wasserver- und Abwasserentsorgung zu gewährleisten, sodass kaum ein Gebiet permanent mit Wasser versorgt wurde und fast die Hälfte des Wassers aufgrund undichter Leitungen verloren ging. Einer der wenigen Erfolge von SEMAPA war die Verdopplung der „Wasserproduktion“. Für die Versorgung der schnell wachsenden Bevölkerung (von 75.000 Menschen im Jahr 1950 auf 517.000 im Jahr 2001) reichte es allerdings nie, sodass zahlreiche alternative Wasserversorgungssysteme, Kooperativen und Wasserkomitees entstanden, mit welchen die Probleme in Eigenregie gelöst wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Exposition der Fragestellung: Diese Einleitung skizziert die globale Wasserkrise und die neoliberale Tendenz, Wasser als Handelsware zu privatisieren, um Investitionslücken zu schließen.

2. Wasser, ein Bedürfnis: Das Kapitel befasst sich mit der theoretischen Begründung der Kommodifizierung des Wassers und den daraus resultierenden sozialen Konsequenzen für einkommensschwache Bevölkerungsschichten.

3. Der Weltwasserrat: Hier wird die Rolle des Weltwasserrates als einflussreiche, aber von Interessenkonflikten geprägte Organisation beleuchtet, die Privatisierungsmodelle durch Instrumente wie das Weltwasserforum propagiert.

4. Die Akteure: Interessen und Strategien: Dieses Kapitel analysiert die Rollen und Strategien von Konzernen wie Veolia und Suez sowie internationaler Institutionen (Weltbank, IWF, WTO) bei der aktiven Förderung von Wasserprivatisierungsprojekten.

5. Neoliberale Hegemonialansprüche in Lateinamerika: Die Autorin analysiert anhand konkreter Beispiele wie dem Wasserkrieg von Cochabamba, Argentinien und Nicaragua die negativen Auswirkungen und Widerstände gegen Privatisierungsvorhaben.

6. Prämissen einer befriedigenden Wasserversorgung: Das abschließende Kapitel argumentiert, dass eine adäquate Wasserversorgung nur durch öffentliche, demokratisch legitimierte Versorger ohne Rentabilitätszwang sichergestellt werden kann.

Schlüsselwörter

Wasserprivatisierung, Lateinamerika, Wasserkrise, Neoliberalismus, Weltwasserrat, Transnationale Konzerne, Weltbank, IWF, WTO, Cochabamba, Wasserrechte, Daseinsvorsorge, Infrastruktur, Good Governance, soziale Bewegungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der globalen Tendenz, die Wasserversorgung zu privatisieren, und untersucht die Hintergründe sowie die katastrophalen Folgen dieses Prozesses, insbesondere in Lateinamerika.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Interessenkonflikte globaler Akteure, der Einfluss der neoliberalen Wirtschaftspolitik auf öffentliche Dienstleistungen und der Widerstand lokaler Gemeinschaften gegen die Kommodifizierung des Wassers.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die Privatisierung des Wassers oft zu einer Verschlechterung der Versorgung führt und warum die öffentliche Bereitstellung als notwendige Voraussetzung für eine gerechte Wasserversorgung angesehen wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie eine kritische Untersuchung von Fallbeispielen aus Bolivien, Argentinien und Nicaragua, um die theoretischen Konzepte mit der praktischen Umsetzung zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Akteuren wie den Konzernen Veolia und Suez sowie den finanzierenden Institutionen, gefolgt von einer detaillierten Analyse regionaler Privatisierungsprojekte und dem entsprechenden sozialen Widerstand.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wasserprivatisierung, Neoliberalismus, Wasserkrise und soziale Gerechtigkeit geprägt.

Was war die Hauptursache für den Wasserkrieg in Cochabamba?

Die Hauptursachen waren die Privatisierung des Wasserversorgers an ein ausländisches Konsortium, massive Tariferhöhungen und ein Gesetz, das traditionelle Wasserrechte der Gemeinschaft bedrohte.

Welche Rolle spielen Organisationen wie die Weltbank oder der IWF?

Sie fungieren als treibende Kräfte, die Kredite und Schuldenerlasse oft an strikte Bedingungen wie die Privatisierung staatlicher Infrastruktur und die Einhaltung neoliberaler Reformvorgaben knüpfen.

Wie bewertet der Autor die Rolle privater Unternehmen bei der Wasserversorgung?

Die Autorin bewertet die Rolle privater Unternehmen kritisch und kommt zu dem Schluss, dass der Sektor aufgrund des Profitstrebens und der Monopolstellung ungeeignet ist, um eine grundlegende Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

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Details

Title
Wasserprivatisierung in Lateinamerika. Akteure, Strategien, Widerstand
Grade
13
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2008
Pages
35
Catalog Number
V315180
ISBN (eBook)
9783668149236
ISBN (Book)
9783668149243
Language
German
Tags
wasserprivatisierung lateinamerika akteure strategien widerstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2008, Wasserprivatisierung in Lateinamerika. Akteure, Strategien, Widerstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315180
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