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Stolen Generation. Australiens Assimilationspolitik 1910 - 1970

Titel: Stolen Generation. Australiens Assimilationspolitik 1910 - 1970

Seminararbeit , 2011 , 9 Seiten , Note: 1

Autor:in: BA Anna Sailer (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden wissenschaftlichen Abhandlung soll folgende Forschungsfrage beantwortet werden: „Welche Auswirkungen hatte die Assimilations- beziehungsweise Separationspolitik Australiens in den Jahren von 1910 bis 1970 auf die Kinder der Aborigines?“.

Als Einsteig und zum besseren Verständnis beginnt die Arbeit mit einem kurzen, groben geschichtlichen Überblick über die Entdeckung Australiens. Anschließend wird auf die Hintergründe und Ursachen der Politik eingegangen. Aufbauend auf dieser Grundlage soll dann die Assimilationspolitik während dieser Zeit beleuchtet und auf die Zustände und Geschehnisse in den Missionsstationen eingegangen werden. Abschließend setzt sich die Autorin mit den konkreten Folgen für die Aborigines Kinder auseinander.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entdeckung Australiens

3. Assimilations- / Separationspolitik

3.1. Ursachen und Hintergründe der Assimilationspolitik

3.2. Frühe Entwicklungen der Assimilationspolitik

3.3. Unvorhergesehenes Bevölkerungswachstum

3.4. Separationsgesetzgebung ab den 1930er Jahren

4. Das Leben in den Missionsstationen

5. Folgen und Wiedergutmachung

5.1. Folgen für die Kinder

5.2. Forderungen nach Wiedergutmachung

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der australischen Assimilations- und Separationspolitik zwischen 1910 und 1970 auf die Kinder der Aborigines und analysiert die Hintergründe sowie die langfristigen gesellschaftlichen Folgen dieser staatlichen Maßnahmen.

  • Geschichtliche Einordnung der Entdeckung Australiens
  • Analyse der Ursachen und gesetzlichen Grundlagen der Assimilationspolitik
  • Untersuchung der Lebensbedingungen in Missionsstationen
  • Darstellung der Folgen für die betroffenen Generationen
  • Diskussion der Wiedergutmachungsbestrebungen und Entschuldigungskultur

Auszug aus dem Buch

4. Das Leben in den Missionsstationen

Bevor man die Missionsstationen fast ausschließlich für die (Um-)Erziehung der so genannten „half castes“ verwendete, waren sie für ganze Aborigines Familien gedacht. Ich muss fairerweise sagen, dass sie in einigen Fällen auch die Rettung für manche Aborigines waren. Bei den Missionsstationen konnten sie Unterschlupf finden, wenn die weiße Bevölkerung sie von ihrem Land vertrieben hatte. In den Stationen gab es etwas zu essen und medizinische Hilfe. Der westliche Lebensstil wurden ihnen jedoch schnell aufgezwungen und so verließen Familien die Missionsstationen rasch wieder, da sie sich entmündigt fühlten. Die wenigen Aborigines, die tatsächlich zum Christentum missioniert werden konnten und westliche Wertvorstellungen akzeptierten, konnten nicht in die weiße Gesellschaft integriert werden. Schuld daran waren Vorurteile und rassistische Einstellungen gegenüber „schwarzen Christen“ (Vgl. Erckenbrecht 1998:170).

Nachdem die so genannten „half castes“ von ihren Eltern weggenommen wurden, erwartete sie ein jahrelanger Aufenthalt in der Mission. Diese Stationen waren meist etwas abgelegen um die Fluchtgefahr zu verringern, im Falle eines abgängigen Kindes engagierte man indigene Fährtensucher (Vgl. Long Walk Home). Es gab getrennte Schlafsäle für Buben und Mädchen. Den Kindern wurde der westliche Lebensstil näher gebracht/aufgezwungen: sie trugen Uniformen beziehungsweise westliche Kleidung und besuchten Messen der katholischen Kirche. Am Wochenende warteten die Kinder oft vergeblich auf Besuch ihrer Eltern. Kontakt war jedoch streng verboten, außerdem wussten die Eltern nicht, wo sich ihre Kinder befinden. Schläge und sexueller Missbrauch war nicht selten Teil des Lebens in der Mission. Die „Mischlingskinder“ waren bis zu ihrem 21. Lebensjahr in der Obhut des Staates, bis zu ihrem 14. Lebensjahr besuchten sie die Schule und lernten Lesen und Schreiben (wofür einige Kinder im Nachhinein sehr dankbar waren, da sie diese Fertigkeiten in ihren Heimatdörfern nicht gelernt hätten), danach mussten sie als Dienstmädchen oder Farmgehilfe (zum Beispiel bei Pflegefamilien) arbeiten (Vgl. Albig 2009:143; Vgl. Haderer 2008:35f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen der Assimilationspolitik auf Aborigine-Kinder und gibt einen Ausblick auf den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. Entdeckung Australiens: Dieses Kapitel bietet einen kursorischen Überblick über die Besiedlungsgeschichte und die Ankunft der ersten europäischen Sträflingsflotten.

3. Assimilations- / Separationspolitik: Das Kapitel erläutert die rechtlichen und ideologischen Grundlagen der staatlichen Eingriffe, inklusive der Rolle der christlichen Missionierung.

3.1. Ursachen und Hintergründe der Assimilationspolitik: Fokus auf die demografische Entwicklung und die Verdrängung der indigenen Bevölkerung durch die Kolonialisierung.

3.2. Frühe Entwicklungen der Assimilationspolitik: Analyse der ersten Gesetze wie dem „Northern Territory Aborigines Act“ zur Kontrolle der indigenen Bevölkerung.

3.3. Unvorhergesehenes Bevölkerungswachstum: Beleuchtung der Zunahme von Kindern aus gemischten Beziehungen und deren Rolle im Kontext der Regierungspolitik.

3.4. Separationsgesetzgebung ab den 1930er Jahren: Untersuchung des Ziels, durch die Trennung von Kindern eine kulturelle Assimilation bzw. ein „Herauszüchten“ der indigenen Identität zu erzwingen.

4. Das Leben in den Missionsstationen: Schilderung der täglichen Lebensbedingungen, der Umerziehungsmethoden und der sozialen Kontrolle in den Heimen.

5. Folgen und Wiedergutmachung: Zusammenfassung der psychosozialen Spätfolgen für die Betroffenen und Analyse der politischen Aufarbeitung.

5.1. Folgen für die Kinder: Darstellung des Identitätsverlustes, der kulturellen Entfremdung und der daraus resultierenden sozialen Probleme.

5.2. Forderungen nach Wiedergutmachung: Dokumentation der Entschädigungsbestrebungen und der offiziellen Entschuldigung durch die australische Regierung 2008.

6. Schluss: Zusammenfassendes Resümee über die langfristigen Auswirkungen der Stolen Generation und die bis heute anhaltende Marginalisierung.

Schlüsselwörter

Stolen Generation, Assimilationspolitik, Separationspolitik, Aborigines, Australien, Missionsstationen, Identitätsverlust, Kolonialgeschichte, Wiedergutmachung, Sorry Day, half castes, kulturelle Entfremdung, Rassismus, indigene Bevölkerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Assimilations- und Separationspolitik Australiens, durch die im Zeitraum von 1910 bis 1970 gezielt Kinder von ihren Familien getrennt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den gesetzlichen Grundlagen, den Zuständen in staatlichen Institutionen und Missionsstationen sowie den massiven sozialen und psychologischen Folgen für die betroffenen Kinder.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Auswirkungen der staatlichen Zwangstrennung auf die Kinder der Aborigines zu eruieren und die historische Relevanz dieser Politik einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine dokumentarische Analyse auf Basis historischer Quellen, Regierungsberichte und bestehender Literatur zur Geschichte der Aborigines.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die chronologische Entwicklung der Gesetzgebung, die Umerziehungspraktiken in Missionsstationen und die darauffolgenden gesellschaftlichen Problematiken wie Identitätsverlust und Suchterkrankungen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Stolen Generation, Assimilationspolitik, indigene Rechte und historische Wiedergutmachung beschreiben.

Warum wurde bei der Assimilationspolitik gezielt auf Kinder fokussiert?

Da die Missionierung erwachsener Aborigines oft scheiterte, konzentrierten sich die Behörden auf die Kinder, um diese frühzeitig ihrer Kultur zu entfremden und in die weiße Gesellschaft zu integrieren.

Welche Bedeutung hat der 13. Februar 2008 in diesem Zusammenhang?

An diesem Tag entschuldigte sich Premierminister Kevin Rudd offiziell für das begangene Leid, was als „Sorry Day“ in die australische Geschichte einging.

Wie gestaltete sich die Familienzusammenführung nach Jahrzehnten?

Die Zusammenführung war aufgrund der geringen Lebenserwartung der Eltern, Sprachbarrieren und der fehlenden Unterlagen über den Verbleib der Kinder äußerst schwierig und oft nur in Einzelfällen erfolgreich.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stolen Generation. Australiens Assimilationspolitik 1910 - 1970
Hochschule
Universität Wien  (Kultur- und Sozialanthropologie)
Veranstaltung
PS Kultur- und Sozialanthropologisches Schreiben
Note
1
Autor
BA Anna Sailer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V315197
ISBN (eBook)
9783668148871
ISBN (Buch)
9783668148888
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Australien Stolen Generation Aborigines
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA Anna Sailer (Autor:in), 2011, Stolen Generation. Australiens Assimilationspolitik 1910 - 1970, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315197
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Leseprobe aus  9  Seiten
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