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Deutsch als Zweitsprache von zwei- und mehrsprachigen Kindern in der Sekundarstufe I

Erwerb, Diagnose und Förderung

Titel: Deutsch als Zweitsprache von zwei- und mehrsprachigen Kindern in der Sekundarstufe I

Examensarbeit , 2009 , 71 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Zweitsprache, DaZ
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Zusammenfassung Leseprobe Details

SchülerInnen nicht-deutscher Herkunft stellen im Klassenzimmer keine Ausnahme mehr dar, sondern gehören zum schulischen Alltag. Diese SchülerInnen wachsen in der Regel mit zwei oder mehr Sprachen auf und kommen mit unterschiedlich ausgeprägten multilingualen Sprachkompetenzen in die Schule, wo sie den gesamten Lernprozess in einer Sprache (hier: Deutsch) bewältigen müssen, die sie nicht altersentsprechend beherrschen. Und da Deutsch die Basis für jedes Schulfach an deutschen Schulen ist, erfahren diese SchülerInnen unabhängig von ihren tatsächlichen Leistungsfähigkeiten durch ihre mangelnden sprachlichen Kompetenzen oft nicht nur im Fach Deutsch sondern auch in anderen Fächern wenig Bildungserfolg. Auf Grund dieses Kompetenzmangels besuchen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund deutlich häufiger eine Hauptschule oder gar eine Sonderschule, und deutlich seltenerer ein Gymnasium. Aus diesem Grund stellt der Zweitspracherwerb in der heutigen Zeit vor allem im schulischen Bereich mehr denn je einen wichtigen Aspekt dar. Wichtige Kriterien sind u.a. die Grundlagen, die Erwerbskonstellationen, und die diversen Erklärungsansätze des Zweitspracherwerbs. Besonders durch den stetig wachsenden Anteil der SchülerInnen nicht-deutscher Herkunft in den Schulen ist es zwingend erforderlich, sich mit den dadurch bedingten Änderungen, welche nicht zuletzt in dem differenzierten Sprachverhalten bzw. Sprachstand bestehen, auseinander zu setzen. Deshalb hat diese Arbeit zum Ziel, anhand von theoretischen Ansätzen zum Zweitspracherwerb zu erklären, wie Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ihre Zweitsprache Deutsch erwerben, warum bei ihnen die Kompetenzmängel in Deutsch zustande kommen und wie diese festgestellt und behoben werden können. Dabei bezieht sich diese Arbeit auf die Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die sowohl in Deutschland geboren sind und den Kindergarten und/oder die Grundschule besucht haben, als auch auf die, die Deutsch als Zweitsprache erst ab der Pubertät erwerben (Seiteneinsteiger). Denn all diese Kinder und Jugendliche sind in der Sekundarstufe I vorzufinden. Zunächst werden die für diese Arbeit relevanten Begrifflichkeiten und Definitionen in Bezug auf den Zweitspracherwerb erläutert und diskutiert. Danach werden die wichtigsten Zweitspracherwerbshypothesen und die Rahmenbedingungen, unter denen die Zweitsprache erworben wird, vorgestellt. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zweitspracherwerb theoretisch gesehen

2.1 Begrifflichkeiten und Definitionen

2.1.1. Erstsprache und Zweitsprache

2.1.2. Zwei- und Mehrsprachigkeit

2.1.3. Bilingualer Erstspracherwerb vs. Zweitspracherwerb

2.1.4. Deutsch als Zweitsprache vs. Deutsch als Fremdsprache

2.2. Theoretische Ansätze zum Zweitspracherwerb

2.2.1. Die Kontrastivhypothese

2.2.2. Die Identitätshypothese

2.2.3. Die Interlanguagehypothese

2.2.4. Die Interdependenz- und Schwellenniveauhypothese

2.3. Rahmenbedingungen des Zweitspracherwerbs

2.3.1. Biologische Voraussetzungen: Gehirn und Alter

2.3.2. Individuelle Einflussfaktoren: Einstellung, Motivation, Persönlichkeitsfaktoren

2.3.3. Soziale Einflussfaktoren und Zugang zur Sprache

3. Sprachauffälligkeiten der Zwei- bzw. Mehrsprachigen in DaZ

3.1. Sprachmischungen: Code-Mixing, Code-Switching, Transfer

3.2. Sprachinterferenzen

3.2.1. Phonetisch-phonologische Interferenzen

3.2.2. Semantisch-lexikalische Interferenzen

3.2.3. Syntaktisch-morphologische Interferenzen

4. Diagnosemöglichkeiten

4.1. Lernbiografie

4.2. Profilanalyse

4.3. C-Test

5. Sprachförderung

5.1. Förderung der Erstsprache(n)

5.2. Immersion vs. Submersion

5.3. Schulsprache und fächerübergreifende DaZ-Förderung im Sekundarbereich

5.4. Das Programm FörMig - „Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“

5.5. Schulexterne Sprachförderung im Sekundarbereich: Das Projekt „Förderunterricht von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ der Stiftung Mercator GmbH

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Erwerb, die Diagnose und die Förderung von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) bei zwei- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen in der Sekundarstufe I, um zu erklären, wie Kompetenzmängel in der deutschen Sprache entstehen und wie diese effektiv festgestellt und behoben werden können.

  • Theoretische Grundlagen und Erklärungsansätze zum Zweitspracherwerb
  • Biologische, individuelle und soziale Einflussfaktoren auf den Spracherwerb
  • Analyse typischer Sprachauffälligkeiten und Interferenzen bei DaZ-Lernenden
  • Methoden der Sprachstandsdiagnose (Lernbiografie, Profilanalyse, C-Test)
  • Ansätze zur schulinternen und schulexternen Sprachförderung

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die Kontrastivhypothese

Die Kontrastivhypothese ist die älteste Hypothese zum Zweitspracherwerb und wurde erstmals von Fries (1945) und später von Lado (1957) formuliert. Sie basiert auf behavioristischen Lerntheorien und geht davon aus, dass der Erwerb der Zweitsprache von der Struktur der Erstsprache bestimmt wird (vgl. Koch 2007, 36). So greift das Kind beim Erwerb einer zweiten Sprache auf seine Kenntnisse aus der Erstsprache zurück und wendet diese im Laufe des Lernprozesses auf die Zweitsprache an. Dabei werden die erlernten Strukturen der Erstsprache auf die Zweitsprache übertragen. Dieser Transferprozess wird in einen positiven und einen negativen Transfer unterschieden. Wenn die Strukturen und Regeln der Erst- und Zweitsprache ähnlich sind, führt dies zu positiven Ergebnissen und erleichtert dem Erwerber den Lernprozess. Bei großen Unterschieden sind negative Ergebnisse zu erwarten. Man spricht demzufolge von einem positiven Transfer, wenn der Lerner in seiner Übertragung von Strukturen der Erstsprache auf die Zweitsprache erfolgreich ist, und von einem negativen Transfer, wenn die Übertragung nicht gelingt und Übertragungsfehler und Interferenzen auftreten (vgl. Jeuk 2003, 15). Daraus ergibt sich, dass eine Zweitsprache umso leichter erworben werden kann, je mehr sie der Erstsprache gleicht. Je unterschiedlicher die Strukturen sind, desto größere Schwierigkeiten bereiten sie dem Lerner (vgl. Rauch 2007, 46).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der Mehrsprachigkeit an deutschen Schulen und definiert das Ziel, den DaZ-Erwerb, die Ursachen für Kompetenzmängel sowie Diagnose- und Fördermöglichkeiten zu beleuchten.

2. Zweitspracherwerb theoretisch gesehen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten, stellt theoretische Erwerbshypothesen vor und analysiert die biologischen, individuellen sowie sozialen Rahmenbedingungen des Zweitspracherwerbs.

3. Sprachauffälligkeiten der Zwei- bzw. Mehrsprachigen in DaZ: Hier werden konkrete sprachliche Phänomene wie Code-Mixing, Code-Switching und verschiedene Formen der Sprachinterferenz (phonetisch, semantisch, syntaktisch) analysiert.

4. Diagnosemöglichkeiten: Das Kapitel stellt verschiedene Verfahren zur Feststellung des Sprachstandes vor, darunter die Lernbiografie, die Profilanalyse und den C-Test, und bewertet deren Einsatz in der schulischen Praxis.

5. Sprachförderung: Abschließend werden Strategien der Sprachförderung, wie die Erstsprachenförderung, Immersion, Submersion und spezifische Projekte wie FörMig oder der Förderunterricht der Stiftung Mercator, diskutiert.

Schlüsselwörter

Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Zweitspracherwerb, Mehrsprachigkeit, Erstsprache, Sprachauffälligkeiten, Sprachinterferenzen, Sprachstandsdiagnose, Profilanalyse, C-Test, Sprachförderung, Immersion, Submersion, Migrationshintergrund, Schulerfolg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von zwei- und mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der deutschen Sekundarstufe I und wie diese erfolgreich Deutsch als Zweitsprache erwerben können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretischen Hintergründe des Zweitspracherwerbs, verschiedene Einflussfaktoren auf den Lernprozess, die Analyse von Sprachauffälligkeiten sowie Methoden der Diagnose und Förderung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Ansätze zu erklären, wie Kinder und Jugendliche ihre Zweitsprache Deutsch erwerben, warum Kompetenzmängel entstehen und wie diese festgestellt und behoben werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Darstellung bewährter Diagnoseverfahren wie der Profilanalyse und des C-Tests sowie pädagogischer Förderkonzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hypothesen zum Zweitspracherwerb, die Auswirkungen von Herkunftssprache und sozialen Faktoren sowie die Diagnose und praktische Förderung im schulischen Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Deutsch als Zweitsprache, Mehrsprachigkeit, Sprachdiagnose, Sprachförderung, Interferenzen und Migrationshintergrund.

Welche Rolle spielt die Erstsprache für den Erfolg?

Laut der Interdependenzhypothese dient die Erstsprache als notwendiges Fundament für den Erwerb der Zweitsprache; eine gut ausgeprägte Erstsprache wirkt sich demnach positiv auf den Zweitspracherwerb aus.

Warum ist eine durchgehende Sprachförderung wichtig?

Da DaZ-Lernende oft in den ersten Schuljahren durch alltägliche Kommunikationsfähigkeiten unauffällig sind, aber bei anspruchsvollen schriftsprachlichen Anforderungen versagen, ist eine durchgehende Förderung vom Kindergarten bis zum Schulabschluss entscheidend.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deutsch als Zweitsprache von zwei- und mehrsprachigen Kindern in der Sekundarstufe I
Untertitel
Erwerb, Diagnose und Förderung
Hochschule
Universität Münster
Note
2,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
71
Katalognummer
V315308
ISBN (eBook)
9783668141322
ISBN (Buch)
9783668141339
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutsch zweitsprache kindern sekundarstufe erwerb diagnose förderung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2009, Deutsch als Zweitsprache von zwei- und mehrsprachigen Kindern in der Sekundarstufe I, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315308
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Leseprobe aus  71  Seiten
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