Interaktive Whiteboards erobern immer mehr die Klassenräume von Schulen. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung computerunterstützter Unterricht. Ob und inwieweit der Einsatz der Interaktiven Whiteboards die Unterrichtsqualität steigert, wird in verschiedenen Studien unterschiedlich bewertet. Die meisten Studien kommen jedoch zu dem Schluss, dass Interaktive Whiteboards die Lernleistung der Schüler steigern. Das ist allerdings nicht weiter überraschend, da viele dieser Studien entweder von den Herstellern der Whiteboards finanziert, beauftragt oder unterstützt werden. Bei einigen anderen Studien zu diesem Thema wurden ausschließlich Lehrer befragt, die sich freiwillig zu diesem Thema gemeldet haben, und von denen daher anzunehmen ist, dass sie dem Thema positiv gegenüber stehen. Die Einschätzungen und Erfahrungen von Schülern werden nur in wenigen Untersuchungen berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Guter Unterricht
2.1 Indikatoren für guten Unterricht
2.2 Positive Einflussfaktoren auf den Lernerfolg
2.2.1 Klassenführung durch den Lehrer
2.2.2 Lehrer-Schüler-Interaktion und Lehrer-Schüler-Unterrichtsgespräch
2.2.3 Instruktional genutzte Unterrichtszeit
2.2.4 Instruktionsmethoden
2.2.5 Unterstützungssysteme im Klassenzimmer
2.2.6 Schulpolitik, Schulorganisation und Umsetzung des Lehrplans
2.3 Merkmale guten Unterrichts nach Hilbert Meyer und ihre Anwendung im Zusammenhang mit Interaktiven Whiteboards
2.3.1 Klare Strukturierung des Unterrichts
2.3.2 Hoher Anteil echter Lernzeit
2.3.3 Lernförderliches Klima
2.3.4 Inhaltliche Klarheit
2.3.5 Sinnstiftendes Kommunizieren
2.3.6 Methodenvielfalt
2.3.7 Individuelles Fördern
2.3.8 Intelligentes Üben
2.3.9 Transparente Leistungserwartungen
2.3.10 Vorbereitete Umgebung
2.4 Technische Grundlagen Interaktiver Whiteboards
2.5 Interaktive Whiteboards im Unterricht
3. Befragung von Lehrern und Schülern einer luxemburger Schule
3.1 Erstellung der Fragebögen
3.1.1 Schülerfragebögen
3.1.2 Lehrerfragebögen
3.1.3 Durchführung der Umfrage
3.2 Auswertung der Fragebögen
3.3 Ergebnisse der Umfrage
3.3.1 Nutzung der Interaktiven Whiteboards für Präsentationen
3.3.2 Nutzung der Interaktiven Whiteboards zum Zeigen von Filmen und Kurzfilmen
3.3.3 Nutzung der Interaktiven Whiteboards als Tafelersatz zum Anschreiben von Unterrichtsinhalten
3.3.4 Nutzung der Interaktiven Whiteboards für Animationen zur Veranschaulichung von komplexen Vorgängen
3.3.5 Nutzung der Interaktiven Whiteboards zum Wiederholen der Inhalte der letzten Stunde
3.3.6 Häufigkeit von technischen Schwierigkeiten
3.3.7 Überforderung der Lehrer mit der Bedienung der Interaktiven Whiteboards
3.3.8 Nutzung der Interaktiven Whiteboards durch die Schüler
3.3.9 Besseres Verständnis der Unterrichtsinhalte durch den Einsatz Interaktiver Whiteboards
3.3.10 Mehr Spaß bei Schülern am Unterricht beim Einsatz Interaktiver Whiteboards
3.3.11 Mehr Spaß bei Lehrern am Unterricht beim Einsatz Interaktiver Whiteboards
3.3.12 Spielt das Alter der Lehrer eine Rolle beim Einsatz der Interaktiven Whiteboards?
3.3.13 Sollte die Nutzungshäufigkeit der interaktiven Medien noch weiter gesteigert werden?
3.3.14 Mehr moderne Technik im Unterricht wird von Schülern und Lehrern eher positiv gesehen
3.3.15 Einsatz der Interaktiven Whiteboards in verschiedenen Fächern
3.3.16 Selbst formulierte Rückmeldungen von Schülern und Lehrern
3.4 Ergebnisse
3.4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
3.4.2 Leisten Interaktive Whiteboards tatsächlich einen Beitrag zu gutem Unterricht?
3.4.3 Empfehlungen
4. Ausblick
4.1 Fazit
4.2 Reflexion der eigenen Arbeit
4.3 Weiterführende Forschungsfragen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von Interaktiven Whiteboards an einer luxemburgischen Schule, an der diese Technik flächendeckend eingeführt wurde. Ziel ist es, aus Sicht von Lehrern und Schülern zu klären, ob das neue Medium zur Steigerung der Unterrichtsqualität und einem besseren Lernerfolg beiträgt oder ob technische Hürden und Bedienungsschwierigkeiten den Einsatz behindern.
- Empirische Untersuchung der Nutzungshäufigkeit in verschiedenen Fächern
- Analyse der Akzeptanz und subjektiven Einschätzung von Lehrern und Schülern
- Vergleich der Lehrmethode "Interaktives Whiteboard" mit traditionellen Ansätzen
- Identifikation von technischen Herausforderungen und Fortbildungsbedarfen
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Klare Strukturierung des Unterrichts
„Unterricht ist dann klar strukturiert, wenn das Unterrichtsmanagement funktioniert, und wenn sich ein für Lehrer und Schüler gleichermaßen gut erkennbarer ‚roter Faden’ durch die Stunde zieht“ (Meyer 2013 Seite 26). Die Stunde sollte demzufolge einem „methodischen Gang“ folgen (vgl. Jank & Meyer 2002 Seite 88 ff.). Damit ist gemeint, dass Unterrichtsschritte logisch und folgerichtig aufeinander aufbauen. Bei genauer Betrachtung einer Unterrichtsstunde fällt allerdings auf, dass es gar nicht den einen methodischen Gang gibt, sondern mehrere ineinander verwobene Linien. Daher spricht Meyer auch von der „methodischen Linienführung“ einer Stunde (vgl. Meyer 2013 Seite 27 f.). „In den meisten Fällen lässt sich der methodische Gang auf den Dreischritt ‚Einstieg/Erarbeitung/Ergebnissicherung’ zurückführen“ (Meyer 2013 Seite 27).
Außerdem spricht Meyer von der Wichtigkeit der Aufgabenklarheit, Regelklarheit und Rollenklarheit (Meyer 2013 Seite 28 f.). Das Interaktive Whiteboard kann den Lehrer dabei unterstützen, klarere Aufgaben zu formulieren, da er diese bereits fertig ausformuliert vorbereitet haben kann. Weiterhin können gegebenenfalls zu diskutiere Abbildungen oder Inhalte entsprechend aufbereitet, durchdacht und ohne große Vorbereitung in der Stunde präsentiert werden. Die Technik des Interaktiven Whiteboards erlaubt es, wichtige Inhalte hervorzuheben, abzuspeichern und gegebenenfalls in einem neuen Tafelbild zusammenzufassen. Durch die Möglichkeit der Speicherung von Zwischenergebnissen, ist es möglich, den roten Faden auch über mehrere Stunden aufrechtzuerhalten, da unmittelbar an die Ergebnisse der vorherigen Stunde angeknüpft werden kann. Dabei können ausdrücklich auch die Ideen und Anregungen der Schüler aufgegriffen werden, denn diese sollen das Interaktive Whiteboard ebenso selbstverständlich bedienen, wie das bei der Kreidetafel der Fall ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Verbreitung von Interaktiven Whiteboards und die Zielsetzung, die Auswirkungen dieser Technologie aus der Sicht der unmittelbar Beteiligten an einer spezifischen Schule zu untersuchen.
2. Guter Unterricht: Dieses Kapitel definiert Anforderungen an guten Unterricht und analysiert die Potenziale von Interaktiven Whiteboards im Kontext bewährter pädagogischer Gütekriterien wie Strukturierung, Lernzeit und Methodenvielfalt.
3. Befragung von Lehrern und Schülern einer luxemburger Schule: Hier wird das empirische Vorgehen der Studie beschrieben, von der Konzeption der Fragebögen bis hin zur statistischen Auswertung der Wahrnehmung der Whiteboard-Nutzung.
4. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse, zieht ein Fazit über den Nutzen der Technologie und formuliert Empfehlungen sowie weitere Forschungsfragen zur technischen und didaktischen Weiterentwicklung.
Schlüsselwörter
Interaktive Whiteboards, Unterrichtsqualität, Schulmanagement, empirische Befragung, Lehrer-Schüler-Interaktion, Medienkompetenz, Digitalisierung, Lernleistung, didaktische Reduktion, Schulentwicklung, Unterrichtsstrukturierung, Schülerfeedback, technische Implementierung, Methodenvielfalt, Lernerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Beitrag von Interaktiven Whiteboards zu gutem Unterricht aus der Perspektive von Lehrern und Schülern an einer Schule, an der dieses Medium flächendeckend eingeführt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Unterrichtsqualität, die praktische Nutzung technischer Medien im Schulalltag, Akzeptanz durch die Lehrerschaft und die Auswirkungen auf die Schülermotivation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, eine differenzierte Bilanz über den Einsatz von Interaktiven Whiteboards zu ziehen und zu prüfen, ob die Erwartungen an eine gesteigerte Unterrichtsqualität in der Praxis erfüllt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Studie basiert auf einer empirischen Untersuchung mittels schriftlicher Fragebögen, die alle Schüler und Lehrer der betreffenden Schule einbezogen hat.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu gutem Unterricht sowie die detaillierte Auswertung der Umfrageergebnisse zu verschiedenen Nutzungsszenarien der Whiteboards.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Interaktive Whiteboards, Unterrichtsqualität, Medienkompetenz, Schulentwicklung, Lehr-Lern-Prozesse und digitale Unterrichtsgestaltung.
Haben jüngere Lehrer tatsächlich eine höhere Affinität zu Whiteboards?
Die Studie zeigt überraschenderweise, dass die befragten Lehrer nicht bestätigen, dass jüngere Kollegen die Technik häufiger nutzen als ältere, obwohl Schüler diesen Eindruck teilweise haben.
Was ist das wichtigste Fazit für die Schulpraxis?
Interaktive Whiteboards sind ein hilfreiches Werkzeug, jedoch kein Garant für besseren Unterricht; ihr Erfolg hängt stark von der pädagogischen Kompetenz und der zielgerichteten Vorbereitung durch den Lehrer ab.
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- Dr. Marc Schnichels (Author), 2015, Interaktive Whiteboards als Beitrag zu gutem Unterricht in Schulen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315325