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Ethische Fragen und Finanzmärkte. Die Deutsche Bank und ihre Spekulation auf Agrarstoffe

Title: Ethische Fragen und Finanzmärkte. Die Deutsche Bank und ihre Spekulation auf Agrarstoffe

Term Paper , 2013 , 19 Pages

Autor:in: Jacqueline Schurig (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
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In Folge der Globalisierung haben sich die Anforderungen an die Unternehmen drastisch erhöht. Insbesondere internationale Konzerne stehen dabei den unterschiedlichsten Rahmenbedingungen gegenüber, die von einer permanenten Veränderungsdynamik geprägt sind. Um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern, ist es daher notwendig, sich den veränderten Markt- und Wettbewerbsbedingungen anzupassen. In vielen Situationen haben Unternehmen hierbei wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, die im Zwiespalt stehen zu den moralischen Anforderungen der Gesellschaft. Speziell die Spekulationen mit Agrarrohstoffen werden derzeit stark diskutiert, da die Gewinnmaximierung der Einhaltung der Menschenrechte, insbesondere dem Recht auf angemessene Ernährung, gegenübersteht. So wird auch dem Vorstand der Deutschen Bank vorgeworfen „Geschäfte mit dem Hunger“ zu machen und somit gegen das Menschenrecht auf angemessene Ernährung zu verstoßen. Denn dem Grunde nach steht quantitativ genug Nahrung zur Verfügung. Jedoch sind verschiedene wirtschaftliche, politische und soziale Faktoren verantwortlich für die mangelnde Versorgung.

Ziel dieser Arbeit ist es, den Konflikt der Gewinnmaximierung in Form der Agrarroh-stoffspekulation und dem Menschenrecht auf angemessene Ernährung darzustellen sowie anhand des ordnungsethischen Ansatzes Homanns zu interpretieren sowie zu diskutieren.

Im Anschluss an die Einleitung setzt sich die Arbeit mit den begrifflichen Abgrenzungen der Spekulation und dem Recht auf angemessene Ernährung auseinander. Anschließend wird auf den ethischen Konflikt und das daraus resultierende moralische Dilemma eingegangen. Im dritten Kapitel wird der theoretische Ansatz der ökonomischen Ethik von Karl Homann dargestellt und im anschließenden Kapitel auf den zuvor geschilderten Konflikt übertragen und mit empirischen Ergebnissen verglichen. Daraufhin erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem ethischen Ansatzes Homanns. Abschließend werden im Kapitel fünf die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ethisches Dilemma der Spekulation

3. Ansatz der Ökonomischen Ethik nach Karl Homann

4. Ökonomische Ethik am Beispiel der Spekulation mit Agrarrohstoffen

5. Kritische Diskussion

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht den moralischen Konflikt zwischen der Gewinnmaximierung durch Spekulationen mit Agrarrohstoffen und dem Menschenrecht auf angemessene Ernährung, wobei die Geschäftspraktiken der Deutschen Bank als zentrales Fallbeispiel dienen. Ziel ist es, diesen Zielkonflikt auf Basis des ordnungsethischen Ansatzes nach Karl Homann zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwiefern ökonomische Akteure in einem globalen Wettbewerbsumfeld moralische Verantwortung übernehmen können.

  • Analyse des moralischen Dilemmas bei der Spekulation mit Agrarrohstoffen
  • Anwendung des ordnungsethischen Modells von Karl Homann auf Finanzmärkte
  • Untersuchung der Rolle der Deutschen Bank im Rohstoffhandel
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen ethischer Selbstverpflichtungen
  • Kritische Bewertung von Rahmenbedingungen und politischer Regulierung

Auszug aus dem Buch

3. Ansatz der Ökonomischen Ethik nach Karl Homann

Der normative Ansatz Karl Homanns betrachtet die Ökonomik nicht als Gegensatz zur Moral, sondern sieht die Ökonomik als Fortsetzung der Ethik. Aufbauend auf dem rationalen und nutzenmaximierenden Modell des Homo Oeconomicus kann die Moral ausschließlich durch das Streben des Einzelnen nach individuellen Vorteilen in der Gesellschaft implementiert werden, da grundsätzlich von keinem Individuum verlangt werden kann permanent gegen seine Interessen zu handeln. Das Grundproblem sieht Homann im Zwiespalt zwischen Moral und Wettbewerb. Demnach besteht die Gefahr für engagierte Unternehmen, aufgrund des erhöhten moralischen Aufwands einen Wettbewerbsnachteil am Markt zu generieren und langfristig sogar möglicherweise aus dem Markt ausscheiden zu müssen. Hingegen ist aber gerade der Wettbewerb durch die hohe Innovationskraft und den Anpassungsdruck der Unternehmen die Grundlage des Wohlstandes der Marktwirtschaften. Zur Lösung des Spannungsverhältnisses besteht die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen den selbst gesteuerten individuellen Handlungen der einzelnen Akteure und den wirtschaftspolitisch gesteuerten Handlungsbedingungen, innerhalb derer die Akteure ihre Handlungen vollziehen. Dabei wird „die Moral wettbewerbsneutral und damit ausbeutungsresistent in die Handlungsbedingungen […] inkorporiert“, sodass alle Marktteilnehmer denselben moralischen Standards unterliegen. Da die Handlungsbedingungen ausschlaggebend sind für die Interaktion der Akteure, ist es erforderlich, dass eine geeignete Rahmenordnung geschaffen wird, welche Anreize zum moralisch gewünschten Verhalten schafft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Konflikt zwischen Gewinnmaximierung durch Agrarrohstoffspekulation und dem Menschenrecht auf Nahrung unter besonderer Betrachtung der Deutschen Bank.

2. Ethisches Dilemma der Spekulation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Spekulation sowie das Menschenrecht auf angemessene Ernährung und skizziert das daraus resultierende moralische Spannungsfeld.

3. Ansatz der Ökonomischen Ethik nach Karl Homann: Hier wird der ordnungsethische Ansatz vorgestellt, der Moral als Resultat von Rahmenbedingungen und individuellen Anreizstrukturen definiert, um den Zwiespalt zwischen Ethik und Wettbewerb zu lösen.

4. Ökonomische Ethik am Beispiel der Spekulation mit Agrarrohstoffen: Die theoretischen Erkenntnisse von Homann werden auf die Geschäftspraktiken der Deutschen Bank übertragen und im Kontext der systemischen Unvollständigkeit von Finanzverträgen bewertet.

5. Kritische Diskussion: Das Kapitel hinterfragt die Anwendbarkeit von Homanns Ansatz, insbesondere hinsichtlich der Komplexität der Finanzmärkte, der schwierigen Durchsetzbarkeit globaler Rahmenordnungen und der Rolle der NGOs.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Homanns Konzept das Dilemma allein nicht lösen kann und fordert neben international verbindlichen Rahmenbedingungen Strategien zur Steigerung des Nahrungsmittelangebots.

Schlüsselwörter

Business Ethics, Finanzmärkte, Spekulation, Agrarrohstoffe, Deutsche Bank, Ökonomische Ethik, Karl Homann, Gewinnmaximierung, Menschenrecht, Ernährungssicherung, Wettbewerb, Rahmenordnung, Moral, Systemrelevanz, Anreizstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ethische Spannungsfeld, in dem sich Finanzinstitute wie die Deutsche Bank befinden, wenn sie durch Spekulationen mit Agrarrohstoffen Gewinne erzielen, während gleichzeitig das globale Menschenrecht auf Ernährung gefährdet sein könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themenfelder sind die ethische Bewertung von Termingeschäften, die theoretischen Ansätze der ökonomischen Ethik von Karl Homann sowie der Einfluss von Marktrahmenbedingungen auf moralisches Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Konflikt zwischen Gewinnstreben und moralischer Verantwortung zu analysieren und zu prüfen, ob der ordnungsethische Ansatz von Homann zur Lösung dieses Problems in der Praxis beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die das ordnungsethische Modell von Karl Homann zur Interpretation eines empirischen Sachverhalts (Spekulationsgeschäfte der Deutschen Bank) verwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Spekulation, der Darstellung von Homanns Modell, der Anwendung dieses Modells auf die Deutsche Bank und einer kritischen Reflexion der Wirksamkeit dieser ethischen Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Business Ethics, Ökonomische Ethik, Agrarspekulation, Rahmenordnung und soziale Verantwortung beschreiben.

Warum spielt die Deutsche Bank eine zentrale Rolle in der Untersuchung?

Die Bank dient als Fallbeispiel, da sie als global agierendes Institut maßgeblich am Rohstoffhandel beteiligt ist und aufgrund öffentlicher Kritik von NGOs in den Fokus der moralischen Debatte geraten ist.

Inwiefern beeinflusst das Modell des "Homo Oeconomicus" die Argumentation?

Homanns Ansatz basiert auf dem rationalen Nutzenmaximierer; daher wird argumentiert, dass Moral nicht durch Appelle, sondern durch anreizkompatible Rahmenbedingungen in das System integriert werden muss.

Was ist das Hauptergebnis zur Anwendbarkeit des ordnungsethischen Ansatzes?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Homanns Ansatz für diesen spezifischen Fall kaum zur Problemlösung beiträgt, da die Komplexität der Finanzmärkte und die mangelnde Durchsetzbarkeit globaler Standards das Modell an seine Grenzen bringen.

Welche Lösung schlägt die Autorin für die Zukunft vor?

Statt einfacher Verbote, die oft ineffektiv sind, plädiert die Autorin für die Entwicklung international verbindlicher Rahmenbedingungen und Strategien, die moralisch korrektes Verhalten belohnen und das reale Nahrungsangebot erhöhen.

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Details

Title
Ethische Fragen und Finanzmärkte. Die Deutsche Bank und ihre Spekulation auf Agrarstoffe
Author
Jacqueline Schurig (Author)
Publication Year
2013
Pages
19
Catalog Number
V315469
ISBN (eBook)
9783668147973
ISBN (Book)
9783668147980
Language
German
Tags
ethische fragen finanzmärkte deutsche bank spekulation agrarstoffe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jacqueline Schurig (Author), 2013, Ethische Fragen und Finanzmärkte. Die Deutsche Bank und ihre Spekulation auf Agrarstoffe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315469
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