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Systemtheorie und Risikogesellschaft. Ein Vergleich mit Perspektive auf ökologische Risiken

Title: Systemtheorie und Risikogesellschaft. Ein Vergleich mit Perspektive auf ökologische Risiken

Term Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: Bestanden

Autor:in: Gerhard S. Müller (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Wissenschaft, Wirtschaft und Politik thematisieren seit längerer Zeit die Risiken der Moderne. Die negativen Auswirkungen der Zivilisationsrisiken, die eine in vielen Bereichen fortschreitende technische Entwicklung mit sich brachten. Eine Sichtweise richtet den Fokus auf örtlich begrenzte, gegebene und in natürlichen Katastrophen vorkommende ökologische Risiken. Ein anderer Fokus richtet sich auf die zunehmend als Bedrohung der menschlichen Gesellschaft und jedes Einzelnen wahrgenommenen ökologischen Risiken, die als Folgen der wissenschaftlich-technischen Weiterentwicklung auftreten. Im Unterschied zu ersteren Risiken sind diese, aus der Kombination von technischem Wissen und wirtschaftlicher Nutzenrechnung, von Menschen geschaffene Zivilisationsrisiken.

Diese Arbeit möchte die Perspektive auf die von Menschen gemachten ökologischen Risiken richten und diese in zwei soziologischen Theorien, der Systemtheorie von Niklas Luhmann und der Modernisierungstheorie der Risikogesellschaft von Ulrich Beck, analysieren. In den Kapiteln zwei und drei sollen die beiden Theorien beleuchtet und jeweils die relevanten Aussagen zu ökologischen Risiken herausgearbeitet werden. Dabei sollen insbesondere die gesellschaftlichen Bereiche Politik, Wirtschaft und Wissenschaft im Fokus stehen. In einem weiteren Schritt folgt die Gegenüberstellung der Aussagen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu verdeutlichen.

Die Begrifflichkeit der Ökologie ist nicht eindeutig definiert. Mit einem ersten Versuch einer Definition von HAECKEL wird unter Oecologie, die gesamte Wissenschaft von Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt bezeichnet. Daraus könnte sich als Definition für Ökologie in der Soziologie, die Lehre von Wechselbeziehung zwischen Mensch und seiner umgebenen Außenwelt oder als Interaktionen zwischen Gesellschaft/ Mensch zur Umwelt/Natur, ergeben.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ökologische Risiken: Die Perspektive von Niklas Luhmann

2.1 Risiken der speziellen Kommunikation

2.2 Eingeschränkte Resonanzfähigkeit

2.2.1 Wissenschaft

2.2.2 Wirtschaft

2.2.3 Politik

2.5 Umgang mit ökologischen Risiken

3. Ökologische Risiken: Die Perspektive von Ulrich Beck

3.1 Die Zwangslage der zweiten Moderne

3.2 Teilsysteme in der Gefahrengesellschaft

3.2.1 Wissenschaft zur Erklärung

3.2.2 Politik zur Entscheidung

3.2.3 Wirtschaft zur Vollstreckung

3.3 (Un-)Verantwortlichkeiten

3.4 Umgang mit ökologischen Risiken

4. Zusammenfassung

4.1 Theoriegemeinsamkeiten

4.2 Theorieunterschiede

4.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die gesellschaftliche Wahrnehmung und Bearbeitung von ökologischen Zivilisationsrisiken durch einen soziologischen Vergleich der Systemtheorie von Niklas Luhmann mit der Risikogesellschaft-Theorie von Ulrich Beck, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Funktionalität moderner Teilsysteme aufzuzeigen.

  • Analyse der Funktionsweise moderner Teilsysteme (Politik, Wirtschaft, Wissenschaft) im Kontext ökologischer Krisen.
  • Gegenüberstellung von Luhmanns systemtheoretischem Ansatz und Becks Theorie der "zweiten Moderne".
  • Kritische Untersuchung der "organisierten Unverantwortlichkeit" innerhalb der Gesellschaft.
  • Diskussion über Lösungsansätze wie Beweislastumkehr, Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Risiken der speziellen Kommunikation

Teilsysteme grenzen sich von anderen Teilsystemen ab. Sie praktizieren eine spezielle Kommunikation, die letztendlich nur im eigenen Teilsystem verstanden wird. Die entsprechenden Leitwerte innerhalb eines Teilsystems bezeichnet Luhmann als binäre Codes. Diese sind im Wirtschaftsystem „zahlen“ bzw. „nicht zahlen“, in der Politik „Macht haben“ oder „nicht haben“ und in der Wissenschaft „wahr“ oder „unwahr“ von Erkenntnissen. Kommunikationsinputs in anderer Teilsysteme finden zwar statt, müssen aber in die teilsystemspezifische Sprache umcodiert werden, um verstanden bzw. verarbeitet werden zu können (vgl. Schimank 2000,133-141). Durch dieses Umcodieren jedes Geschehens in den systemeigenen Code, ist die Kommunikation zwischen den Teilsystemen von ungewolltem Unverständnis geprägt.

Ursprüngliche Intentionen oder Bedeutungshintergründe der Kommunikation werden durch die Umcodierung verändert, bzw. verändert wahrgenommen. Das Wirtschaftsystem sieht bei einem Flughafenausbau die steigende Zahlungsfähigkeit, die Politik die Stärkung der Macht durch Wohlstand und die Wissenschaft Erkenntnisse zum steigenden Lärmpegel und bestimmen anhand diesen Codes die Handlungen ihrer jeweiligen Teilsysteme. Jedes Teilsystem sieht seine „Wertesphäre“(Schimank 2000, 127) mit Absolutheitsanspruch, das hat zur Folge, dass jedes gesellschaftliche Ereignis, somit auch Risiken, mit den systemeigenen, durch Codes festgelegten, Blickwinkel betrachtet werden. Dabei werden ökologische Risiken zum Teil sehr unterschiedlich oder sogar gegensätzlich bewertet und dementsprechend in Handlung umgesetzt. Die spezielle Kommunikation mit binären Codes ist notwendig und dient der Aufrechterhaltung der Systemidentität und damit auch der Autopoiesis des Systems. Autopoietisch, oder auch selbstreferentiell, bedeutet, dass Systeme die Selbstherstellung beherrschen (vgl. Schimank 2007, 131). Innerhalb eines selbstreferentiellen Teilsystems sind Risiken Selbstläufer des Systems. Es findet keine Steuerung statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Zivilisationsrisiken ein und definiert das Ziel, ökologische Probleme durch die Theorien von Luhmann und Beck zu analysieren.

2. Ökologische Risiken: Die Perspektive von Niklas Luhmann: Untersucht wird, wie funktional differenzierte Systeme aufgrund ihrer spezifischen binären Codes ökologische Krisen nur eingeschränkt wahrnehmen und bearbeiten können.

3. Ökologische Risiken: Die Perspektive von Ulrich Beck: Beck beschreibt den Übergang zur "zweiten Moderne", in der die Produktion von Risiken die Reichtumsproduktion dominiert und zu einer organisierten Unverantwortlichkeit führt.

4. Zusammenfassung: Die Kapitel vergleichen die theoretischen Ansätze, identifizieren die Unfähigkeit der Teilsysteme als gemeinsame Schwäche und diskutieren unterschiedliche Lösungswege.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Risikogesellschaft, Niklas Luhmann, Ulrich Beck, ökologische Risiken, Zivilisationsrisiken, Teilsysteme, Autopoiesis, organisierte Unverantwortlichkeit, Resonanzfähigkeit, Nachhaltigkeit, binäre Codes, Moderne, Umwelt, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die systemtheoretische Sicht von Niklas Luhmann mit der Risikogesellschaft-Theorie von Ulrich Beck im Hinblick auf den Umgang moderner Gesellschaften mit ökologischen Risiken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Funktionsweise von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, das Konzept der Zivilisationsrisiken und die strukturelle Blindheit gesellschaftlicher Teilsysteme gegenüber ökologischen Problemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden soziologischen Theorien herauszuarbeiten, um zu verstehen, warum ökologische Herausforderungen derzeit so schwer zu bewältigen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und einen komparativen Vergleich der soziologischen Konzepte von Luhmann und Beck, ergänzt durch aktuelle Beispiele zur Illustration.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden beide Theorien systematisch erläutert, wobei insbesondere untersucht wird, wie Wissenschaft, Wirtschaft und Politik mit ökologischen Themen umgehen und warum sie dabei oft versagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Systemtheorie, Risikogesellschaft, Autopoiesis, organisierte Unverantwortlichkeit, ökologische Kommunikation und Resonanzfähigkeit.

Wie erklärt Luhmann das Versagen der Teilsysteme bei ökologischen Krisen?

Luhmann argumentiert, dass Systeme nach eigenen binären Codes funktionieren und nur Informationen aufnehmen, die in ihre spezifische Logik passen; ökologische Bedrohungen werden daher oft nicht korrekt verarbeitet.

Was bedeutet bei Beck die "organisierte Unverantwortlichkeit"?

Damit beschreibt Beck den Zustand, in dem durch komplexe Arbeitsteilung und rechtliche Strukturen bei Großgefahren niemand mehr individuell für Schäden haftbar gemacht werden kann, was ein Handeln begünstigt, als gäbe es keine Gefahr.

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Details

Title
Systemtheorie und Risikogesellschaft. Ein Vergleich mit Perspektive auf ökologische Risiken
College
University of Hagen  (Soziologie)
Course
Theorien und Theoriegeschichte der Soziologie (Qualifizierungspaket 2 zur Zulassung zum Masterstudiengang Soziologie)
Grade
Bestanden
Author
Gerhard S. Müller (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V315491
ISBN (eBook)
9783668152601
ISBN (Book)
9783668152618
Language
German
Tags
Risiken ökologisch Luhmann Systemtheorie Beck Risikogesellschaft Individualisierung spezielle Kommunikation Resonanzfähigkeit zweite Moderne Teilsystem Gefahren Risiko Gesellschaft Soziologie Differenzierung differenzierten funktional Gesellschaftsteuerung Risikoproduktion selbstreferentiellen autopoietisch Geschlossenheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gerhard S. Müller (Author), 2008, Systemtheorie und Risikogesellschaft. Ein Vergleich mit Perspektive auf ökologische Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315491
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