Dieser Artikel untersucht mittels einer Statistik Replikation kritisch die Hauptthese der Autoren G. Schneider und J. Schiller, dass „vor allem machtpolitische und wirtschaftliche Erwägungen die weltweite Präsenz der zentralen Mittlerorganisation der Auswärtigen Kulturpolitik [das Goethe-Institut Anmerkung der Autor] leiten“ (ebd.: 5).
Dieser Hauptthese liegen drei Fragestellungen zugrunde, die jeweils ähnliche Aspekte der Verteilung von Goethe- Instituten erfassen:
1. Welche Faktoren erklären die Standortverteilung?
2. Welchen Kriterien gehorcht die unterschiedliche Personal- /Ressourcenausstattung?
3. Welche Faktoren erklären die partielle Filialreduktion?
Diese drei Fragestellungen werden jeweils mit speziell operationalisierten Makro- Modellen untersucht. Die drei Modelle einer machtorientierten oder handelsorientierten oder entwicklungsfördernden Außen (Kultur-) politik werden dann jeweils mit einem “Idealtypus“ auswärtiger Kulturpolitik, dem Auftragsmodell verglichen.
Dieses Auftragsmodell macht die Verteilung von Goethe- Instituten und des mobileren Faktors der Ressourcenausstattung (gemessen in Personalstärke) abhängig von einer reinen Nachfrageorientierung nach deutscher Kultur.
Der vorliegende Artikel hinterfragt hierbei Kritik das Forschungsdesign also insbesondere die Prämissen, sowie die Methodik der Autoren G. Schneider und J. Schiller.
Inhaltsverzeichnis
1. Explanandum und Zielsetzung der Autoren
2. Theoretische Modellfundierung
3. Generelle methodische Einwände
4. Ergebnisse des statistischen Hypothesentests
5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der empirischen Analyse von Schneider und Schiller zur Standortentscheidung des Goethe-Instituts auseinander. Ziel ist es, die Thesen der Autoren darzustellen und ihre verwendeten Daten sowie Modelle einer statistisch-methodischen Prüfung zu unterziehen, um die Validität der Erklärungsansätze für die weltweite Präsenz und Ressourcenverteilung der Kulturinstitution zu bewerten.
- Analyse der Standortverteilung des Goethe-Instituts
- Kritische Überprüfung der theoretischen Modelle (macht-, handels- und nachfrageorientiert)
- Methodische Evaluierung der verwendeten Indikatoren und Regressionsmodelle
- Untersuchung der Faktoren für Filialschließungen und Ressourcenanpassungen
Auszug aus dem Buch
1. Explanandum und Zielsetzung der Autoren
Die Hauptthese der Autoren G. Schneider und J. Schiller ist, dass „vor allem machtpolitische und wirtschaftliche Erwägungen die weltweite Präsenz der zentralen Mittlerorganisation der Auswärtigen Kulturpolitik [das Goethe-Institut Anmerkung der Autor] leiten“ (ebd.: 5). Dieser Hauptthese liegen drei Fragestellungen zugrunde, die jeweils ähnliche Aspekte der Verteilung von Goethe- Instituten erfassen:
1. Welche Faktoren erklären die Standortverteilung?
2. Welchen Kriterien gehorcht die unterschiedliche Personal-/Ressourcenausstattung?
3. Welche Faktoren erklären die partielle Filialreduktion?
Diese drei Fragestellungen werden jeweils mit speziell operationalisierten Makro- Modellen untersucht. Die drei Modelle einer machtorientierten oder handelsorientierten oder entwicklungsfördernden Außen (Kultur-) politik werden dann jeweils mit einem “Idealtypus“ auswärtiger Kulturpolitik, dem Auftragsmodell verglichen. Dieses Auftragsmodell macht die Verteilung von Goethe- Instituten und des mobileren Faktors der Ressourcenausstattung (gemessen in Personalstärke) abhängig von einer reinen Nachfrageorientierung nach deutscher Kultur.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Explanandum und Zielsetzung der Autoren: Das Kapitel führt in die Forschungsfrage ein, die den Einfluss politischer und wirtschaftlicher Faktoren auf die Standortentscheidungen des Goethe-Instituts untersucht.
2. Theoretische Modellfundierung: Hier werden die drei theoretischen Ansätze (macht-, handels- und entwicklungsfördernd) vorgestellt, die die Standortentscheidungen erklären sollen.
3. Generelle methodische Einwände: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch die Validität der gewählten Indikatoren und den Einfluss des Untersuchungszeitraums auf die Ergebnisse.
4. Ergebnisse des statistischen Hypothesentests: Der Autor präsentiert hier eine Replikation der OLS-Regression und diskutiert die statistische Signifikanz der verschiedenen Einflussmodelle.
5. Fazit: Das Kapitel schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Arbeit und unterbreitet Vorschläge für eine präzisere theoretische und methodische Weiterentwicklung.
Schlüsselwörter
Goethe-Institut, Auswärtige Kulturpolitik, Standortentscheidung, Statistische Replikation, OLS-Regression, Auftragsmodell, Außenkulturpolitik, Ressourcenausstattung, Makro-Modelle, Politische Ökonomie, Standortpolitik, Validität, Empirische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kritische Replikation der empirischen Studie von Schneider und Schiller, die untersucht, welche Faktoren die Standortentscheidungen und die Ressourcenverteilung des Goethe-Instituts weltweit beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Standortpolitik des Goethe-Instituts, der Einfluss von Machtinteressen und Handelsbeziehungen sowie die Effektivität von Modellen, die nachfrageorientierte Kulturpolitik erklären wollen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Thesen der Autoren kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob die empirischen Ergebnisse der Autoren durch eine statistische Replikation und methodische Reflexion gestützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt die Methode der statistischen Replikation (mittels STATA), insbesondere durch die Anwendung von OLS-Regressionen, um die zugrunde liegenden Erklärungsmodelle zu testen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Modelle, bewertet die methodische Validität der Daten und Indikatoren und diskutiert die Ergebnisse der statistischen Regressionsanalysen im Kontext der Standortentscheidungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem das Auftragsmodell, die Standortpolitik, Machtindikatoren, wirtschaftliche Potenz sowie die Validität und Operationalisierung von Kulturpolitikdaten.
Warum wird das "Auftragsmodell" im Fazit so stark kritisiert?
Das Auftragsmodell wird kritisiert, weil die Standortentscheidungen und Filialschließungen laut Autor kaum allein durch die Nachfrage nach deutscher Kultur erklärbar sind, sondern eher durch bürokratische Widerstände oder strategische Erwartungskalküle.
Welchen methodischen Hinweis gibt der Autor hinsichtlich des Untersuchungszeitraums?
Der Autor merkt an, dass der Zeitraum von 1991 bis 1999 für ein solches Modell zu lang sei, da in dieser Zeit ein tiefgreifender Umbruch stattfand und die Annahme eines unveränderten Untersuchungsgegenstandes daher problematisch ist.
- Quote paper
- Malko Ebers (Author), 2003, Statistik Replikation (STATA): Eine empirische Analyse der Standortentscheidung auswärtiger Kulturpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31562