Ideale Teamentwicklung. Die Zusammenstellung einer Arbeitsgruppe nach dem Teamrollenmodell von Belbin


Seminararbeit, 2014

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Begrifflichkeiten
2.1 Gruppe
2.2 Team
2.3 Teamrolle

3. Das Teamrollenmodell nach Belbin
3.1 Übersicht
3.2 Die unterschiedlichen Teamrollen
3.2.1 Der Macher - Shaper
3.2.2 Der Umsetzer - Implementer
3.2.3 Der Perfektionist - Completer
3.2.4 Der Koordinator/Integrator - Coordinator
3.2.5 Der Teamarbeiter/Mitspieler - Teamworker
3.2.6 Der Wegbereiter/Weichensteller - Resource Investigator
3.2.7 Der Neuerer/Erfinder - Plant
3.2.8 Der Beobachter - Monitor Evaluator
3.2.9 Der Spezialist - Specialist

4. Anwendung des Belbin-Modells auf eine konkrete Alltagssituation
4.1 Beschreibung der Alltagssituation
4.2 Anwendung des Belbin-Modells auf die Alltagssituation

5. Schlussfolgerung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Wort Kommunikation kommt aus dem Lateinischen (lat. communicatio = Mitteilung, Unterredung) und bedeutet die Verständigung untereinander sowie den zwischenmenschlichen Verkehr besonders mithilfe von Sprache und Zeichen.2

Kommunikation ist also etwas Alltägliches und wird in der Regel nicht hinterfragt. Erst bei Missverständnissen stellt man sich die Frage nach dem Kausalzusammenhang. Warum wurde die Kommunikation unterschiedlich wahrgenommen? Lag das Missverständnis an der Kommunikation des Senders oder des Empfängers?

Benjamin Franklin schrieb über den Erfolg bei Gesprächen Folgendes: Das große Geheimnis des Erfolgs bei Gesprächen ist, wenig zu bewundern, viel zu hören; immer dem eigenen Verstand misstrauen und manchmal auch dem unserer Freunde; niemals vorgeben, besonders gewitzt zu sein, aber so gewitzt wie möglich erscheinen lassen; genau hinhören, was gesagt wurde, und auf das antworten, was gemeint wurde.3

Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz systematisierte die Sender-Empfänger- Thematik, indem er mehrere Möglichkeiten von Kommunikationsstörungen aufzeigt:

„gedacht” ist nicht gesagt…

„gesagt” ist nicht gehört…

„gehört” ist nicht verstanden…

„verstanden” ist nicht gewollt…

„gewollt” ist nicht gekonnt…

„gekonnt” ist nicht getan…

„getan” ist nicht beibehalten…4

Kommunikation ist also gar nicht so alltäglich, sondern vielmehr die Kunst, mit den Mitmenschen, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, privat wie geschäftlich, erfolgreich umzugehen, und damit auch erfolgreich zu kommunizieren.

2. Begrifflichkeiten

Vor dem Einstieg in die Thematik sollen im Folgenden einige Fachtermini besprochen und erklärt werden.

2.1 Gruppe

Die klassische Definition des Gruppenbegriffs gründet in dem sogenannten sozialen Kohäsionsmodell. Nach dieser Definition interagieren zwei oder mehr Personen miteinander und beeinflussen sich dabei gegenseitig. Hierbei kommt es zwangsweise zur Herausbildung von gemeinsamen sozialen Normen und Werten, sowie eines Status- und Rollensystems.5 Folglich ist also die Herausbildung von einer oder mehreren Strukturen das entscheidende Merkmal dieses Modells.

Gebert und Rosenstiehl nennen, basierend auf diesem Modell, folgende Merkmale einer Gruppe:

- Eine Mehrzahl von Personen interagiert über einen längeren Zeitraum miteinander
- Es kommt zu einer Rollendifferenzierung
- Es kommt zu einer Herausbildung gemeinsamer Normen
- Es entsteht ein „Wir-Gefühl“6

Beide Modelle zeigen deutlich auf, dass man nur von einer Gruppe sprechen kann, wenn diese auch eine bestimmte Gruppenstruktur aufweist.

2.2 Team

In der Literatur finden sich unterschiedliche Definitionen des Begriffs „Team“. In einigen Modellen werden sie als Synonym für „Gruppe“ verwendet, in anderen nicht. Häufig wird das „Team“ als eine besondere Form der Arbeitsgruppe definiert.

Bei einem „Team“ in der klassischen Definition geht es um das Zusammenspiel unterschiedlicher beruflicher Kompetenzen mit genau definierten und daher auch von außen erkennbaren Rollen zu Erreichung eines gemeinsamen Ziels. Beispiele hierfür sind das Projektteam, in welchem Mitarbeiter aus Entwicklung, Produktion, Zulassung und Vertrieb an einem neuen Konzept und dessen Planung arbeiten, sowie ein Operationsteam.7

Der Begriff „Team“ hat sich in der Organisationslehre, aber vor allem auch in der Praxis, mittlerweile gegenüber dem Begriff Arbeitsgruppe durchgesetzt. Häufig liegt dieser Unterscheidung die Überzeugung zugrunde, dass Teams mehr sind als Arbeitsgruppen.8

Nach Guzzo ist jedes Team eine Gruppe, aber nicht jede Gruppe ein Team.9 Zur Unterscheidung stützen sich viele Autoren auf Merkmale wie Kohäsion, Interdependenz, Aufgabenorganisation, Interaktion, Partizipation, Normen und Verantwortung.10

Auch Salas et al. Treffen keine eindeutige Unterscheidung zwischen Gruppe und Team und argumentieren ihrerseits für ein Gruppe-Team-Kontinuum.11

Wie diese Ausführungen zeigen, kann eine Abgrenzung der beiden Begriffe „Gruppe“ und „Team“ nicht eindeutig getroffen werden. Deshalb sollen die beiden Begriffe in der vorliegenden Arbeit als Synonyme verwendet werden.

2.3 Teamrolle

Der Begriff der „Rolle“ oder „Teamrolle“ stammt ursprünglich aus der Soziologie. Menschen haben Rechte und Pflichten im privat-gesellschaftlichen Leben, wie auch Teammitglieder diese Rechten und Pflichte in Teams haben. Die Rolle des Mitarbeiters in einem Team richtet sich aus nach dessen Persönlichkeit, den an ihn gerichteten (Verhaltens)Erwartungen sowie äußere Zwänge. Bei den einzelnen Teamrollen werden Merkmale systematisch voneinander abgegrenzt, welche in der Realität allerdings ineinander übergehen. Praktisch gesehen kann ein Teammitglied also mehrere theoretische Teamrollen in sich vereinen, weshalb aber trotzdem eine eindeutige Zuordnung durch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensformen erfolgen kann. Einem Teammitglied kann daher grundsätzlich auch eine Teamrolle zugeordnet werden, auch wenn es eventuell im Einzelfall keine exakten Übereinstimmungen gibt.12

3. Das Teamrollenmodell nach Belbin

Der englische Kommunikations- und Teampsychologe Dr. Meredith Belbin untersuchte in den 1970er Jahren die Zusammensetzung von Teams in Hinsicht auf die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen und deren Aufgaben und Leistungen im Team. Er analysierte die verschiedenen Teamrollen in Gruppen. 1981 veröffentlichte Belbin sein Teamrollenmodell, das zu diesem Zeitpunkt aus acht verschiedenen Teamrollen bestand. Später ergänzte er sein Modell um einen weiteren Verhaltenstyp, den Spezialisten.

Auf Basis dieser Informationen entwickelte Belbin zudem einen speziellen Fragebogen, der weitreichend als Belbin Team Role Self-Perception Inventory bekannt ist.13

Unter Berücksichtigung dieses Modells können und sollen sich Teammitglieder in ihren Eigenschaften und Fähigkeiten bestmöglich ergänzen und deren Potentiale voll genutzt werden. Dabei kann jede Person mehr als nur eine Rolle ausfüllen. Die primäre Teamrolle ist die, zu der eine Person am ehesten geneigt ist. Die Ersatzteamrolle ist die Rolle, zu der eine Person auch eine natürliche Beziehung hat, jedoch nicht so stark ausgeprägt wie zu der primären Teamrolle. So kann ein ideales Team auch aus weniger als neun Mitgliedern bestehen.

3.1 Übersicht

Belbin identifizierte neun verschiedene Verhaltenstypen innerhalb eines Teams, welche in der folgenden Abbildung grafisch dargestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Teamrollenmodell nach Belbin 14

[...]


2 Vgl. Deutsches Universalwörterbuch 2003, Stichwort: Kommunikation, S. 929

3 http://www.blueprints.de/zitate/kommunikation/ [Stand: 16.02.2014]

4 Vgl. http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/1/1_01.html [Stand: 16.02.2014]

5 Vgl. Gablers Wirtschaftslexikon, Stichwort: soziales Kohäsionsmodell, S. 2265

6 Vgl. Gebert, D., von Rosenstiel, L. (41996): Organisationspsychologie, S. 127

7 Vgl. Grunwald, K., Steinbacher, E. (2007): Organisationsgestaltung und Personalführung in den Erziehungshil- fen, S. 176

8 Vgl. Guzzo, R.A. (1996): Fundamental considerations about work groups. In: West, M.A. (Hrsg.): Handbook of work group psychology. S. 7

9 Vgl. Guzzo, R.A. (1996): Fundamental considerations about work groups. In: West, M.A. (Hrsg.): Handbook of work group psychology. S. 9

10 Vgl. Katzenbach, J.R./Smith, D.K. (1993): The discipline of teams. In: Harvard Business Review, S. 113

11 Vgl. Salas, E., Dickinson, T.L., Converse, S.A., Tannenbaum, S.I. (1992): Toward an understanding of team performance and training. In: Swezey, R.W./Salas, E. (Hrsg.): Teams: Their training and performance. S. 3-29

12 Vgl. Freytag, K. T. (2008): Das Spannungsverhältnis von Teamarbeit und Führung, S. 36

13 Vgl. http://www.belbin.com/rte.asp?id=5 [Stand: 16.02.2014]

14 http://www.shaxmax.at/itwo/trainerwiki/index.php?title=Teamrollen_nach_Belbin [Stand: 16.02.2014]

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Details

Titel
Ideale Teamentwicklung. Die Zusammenstellung einer Arbeitsgruppe nach dem Teamrollenmodell von Belbin
Hochschule
Technische Hochschule Ingolstadt  (Institut für akademische Weiterbildung)
Veranstaltung
Teamentwicklung
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V315644
ISBN (eBook)
9783668156241
ISBN (Buch)
9783668156258
Dateigröße
658 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Team. Teamrollen, Teamrollenmodell, Belbin, funktional
Arbeit zitieren
Julia Wolf (Autor), 2014, Ideale Teamentwicklung. Die Zusammenstellung einer Arbeitsgruppe nach dem Teamrollenmodell von Belbin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315644

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