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Freie Assoziationen von Lehrkräften am Berufskolleg in Bezug zu Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

Forschungsarbeit mittels Free Association Paradigm

Title: Freie Assoziationen von Lehrkräften am Berufskolleg in Bezug zu Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

Term Paper , 2015 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Verena Born (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Im Zuge der Entwicklung von zunehmender kultureller Vielfalt in deutschen Klassenzimmern wird in Zukunft auch das Berufskolleg vor neue Herausforderungen gestellt. Es ist erwiesen, dass in Deutschland eine ungleiche Bildungsteilhabe und Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund existiert.

Dabei spielen nicht allein die institutionelle Diskriminierung, sondern vielmehr auch bestimmte Ungleichheitseffekte im interaktiven Schulkontext und durch Lehrkräfte eine bedeutende Rolle. Denn stereotypisches Denken kann einen Einfluss auf die Verhaltensweise und die Beurteilung einer Person gegenüber einem Mitglied aus einer anderen sozialen Gruppe haben. So haben empirische Forschungen eine Stereotypisierung und damit Benachteiligung von Schülern durch ihre Lehrer feststellen können (Glock & Krolak-Schwerdt, 2013; Glock, Krolak-Schwerdt, Klapproth & Boehmer, 2013; van den Bergh, Denessen, Hornstra, Voeten & Holland 2010).

Diesbezügliche Erkenntnisse im Bereich des Berufskollegs und zur genannten Zielgruppe sind nicht vorhanden und damit ein weißer Fleck in der Forschungslandschaft. Die ohnehin wenig erforschte Schulform des Berufskollegs in Deutschland wirft diesbezüglich etliche Fragen auf. Existieren in Berufskollegs stereotypische Denkmuster oder Konzepte seitens der Lehrkräfte gegenüber Migrantenschülern? Welche Assoziationen verbinden Lehrkräfte mit jener Zielgruppe im schulischen Kontext? Gibt es einen Unterschied zu deutschen Schülern am Berufskolleg? Im Rahmen dieser Forschungsarbeit sollen Erkenntnisse zu den aufgeworfenen Fragen gewonnen werden. Mit Hilfe des Free Association Paradigms wird methodisch der Frage nachgegangen, welche Merkmale Lehrer am Berufskolleg in Bezug zu Schülern mit Migrationshintergrund an ihrer Schulform verbinden.

Zu Beginn dieser Arbeit findet der Einbezug des theoretischen Hintergrundes in Bezug zur Entstehung, Aufrechterhaltung und zu den Funktionen von Stereotypen statt. Zudem wird ein Einblick zum aktuellen Stand der Forschung im Bereich der Stereotypie im schulischen Kontext gegeben. Darauffolgend wird die Durchführung der eigenen Forschung näher erläutert und die Ergebnisse aus der Forschung im Bereich des Berufskollegs dargestellt. Die anschließende Diskussion befasst sich mit den wesentlichen Erkenntnissen und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsvorhaben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Stereotypen

2.1.1 Modelle kognitiver Repräsentation

2.1.1.1 Schema

2.1.1.2 Assoziative Netzwerke

2.2 Entstehung von Stereotypen

2.3 Stereotypen – ihre Aufrechterhaltung

2.4 Stereotypen – ihre funktionalen Aufgaben

2.5 Empirische Erkenntnisse zum Stereotypenbegriff in der Schule

3. Empirischer Teil

3.1 Stichprobe

3.2 Erhebungsinstrument

3.3 Durchführung

4. Ergebnisse

5. Diskussion und Ausblick

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Vorkommen von stereotypischen Denkmustern bei Lehrkräften am Berufskolleg in Bezug auf Schüler mit Migrationshintergrund. Angesichts der bildungspolitischen Relevanz ungleicher Bildungsteilhabe ist es das zentrale Ziel, empirisch zu prüfen, ob bei Lehrkräften dieser spezifischen Schulform ausgeprägte Kategorisierungen oder Vorurteile gegenüber dieser Schülergruppe existieren.

  • Theoretische Grundlagen der Entstehung und Aufrechterhaltung von Stereotypen.
  • Anwendung kognitiver Modelle (Schema-Theorie und Assoziative Netzwerke) in der Stereotypenforschung.
  • Bedeutung der sozialen Wahrnehmung und Lehrerurteilspraxis im Schulkontext.
  • Empirische Erhebung mittels des Free Association Paradigms am Berufskolleg.
  • Diskussion über Heterogenität und den Einfluss von Berufserfahrung auf die individuelle Eindrucksbildung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1.1 Schema

Die Schema-Theorie basiert auf dem bereits vorherrschenden Wissen, Erinnerungen und Erfahrungen (Smith 1998). Stangor und Schaller (1996) definieren Schemata als abstrakte Wissensstrukturen, welche die Besonderheiten und relevanten Attribute eines vorhandenen Konzeptes widerspiegeln. Als eine bedingte Ordnung von vergangenen Erfahrungen und Eindrücken, welche unter dem Einfluss einwirkender Stimuli unser aktuelles Denken und Handeln beeinflussen, präzisiert Schaff (1980). Nach Fiske und Taylor (1991) hat ein Schema einen bedeutsamen Einfluss auf die Art, wie wir neue Informationen interpretieren, wie wir uns an alte Informationen erinnern oder auch Rückschlüsse auf andere Personen anhand vorhandener Erinnerungen zulassen.

Damit werden Schemata nicht nur aus eigenen Erinnerungen heraus geprägt, sondern vielmehr auch durch das weitergegebene Wissen anderer Personen oder auch durch zugrundeliegende Generalisierungen beeinflusst (Smith 1998). Die Auswirkung auf die bewusste Erinnerungsleistung eines bestimmten Schemas wird dabei meist als Rückgriff von bereits gedächtnisgestützen Schemata begründet (ebd.). Beim Urteilen wird damit auf ein bestimmtes Schema zurückgegriffen, um eine aktuelle situative Handlung zu werten. Hierbei spielen auch sogenannte “Priming-Effekte“ eine bedeutende Rolle (Higgins, Roles & Jones, 1977). Das Priming ist dabei eine unbewusste Aktivierung von bereits vorhandenen kognitiven Wissensstrukturen, welche durch einen Reiz, den sogenannten „prime“, ausgelöst wird und Einfluss auf die nachfolgende Verarbeitung und Beurteilung von Personen haben kann (Higgins, Roles & Jones, 1977; Pendry, 2014).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Stereotypisierung im Bildungskontext und Darstellung der Forschungsrelevanz für das Berufskolleg.

2. Theoretischer Hintergrund: Umfassende Aufarbeitung psychologischer Definitionen, Entstehungsbedingungen, Funktionen und Aufrechterhaltungsmechanismen von Stereotypen sowie deren Relevanz für Lehrkräfte.

3. Empirischer Teil: Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Stichprobenauswahl an einem städtischen Berufskolleg und der Anwendung des Free Association Paradigms.

4. Ergebnisse: Darstellung der erhobenen Daten, die zeigen, dass die befragten Lehrkräfte keine spezifischen Stereotype gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund äußerten.

5. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der heterogenen Schülerschaft am Berufskolleg und Empfehlungen für weiterführende Studien.

6. Zusammenfassung: Synthese der theoretischen Erkenntnisse und der empirischen Ergebnisse sowie Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis.

Schlüsselwörter

Stereotypen, Vorurteile, soziale Kognition, Schema-Theorie, Assoziative Netzwerke, Berufskolleg, Migrationshintergrund, Lehrerurteil, Eindrucksbildung, soziale Kategorisierung, Heterogenität, empirische Forschung, Free Association Paradigm, Schulentwicklung, soziale Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Lehrkräfte an einem Berufskolleg bei Schülern mit Migrationshintergrund stereotypische Denkmuster anwenden oder ob sie diese Schülergruppe durch spezifische Merkmale kategorisieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die psychologische Theorie der Stereotypenbildung, die Funktion von Schemata und assoziativen Netzwerken, die Lehrer-Schüler-Interaktion sowie die empirische Untersuchung von Einstellungsmustern im Schulalltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob in einer Schule mit hohem Migrationsanteil (Berufskolleg) stereotypische Denkmuster seitens der Lehrkräfte gegenüber dieser Schülergruppe existieren und wie diese ggf. das professionelle Urteilsvermögen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt das „Free Association Paradigm“ (Freie Assoziation), eine Methode, bei der die Probanden spontan Merkmale und Verhaltensweisen zu einem Stimulusobjekt (hier: Schüler mit Migrationshintergrund) äußern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Aufarbeitung der Stereotypenpsychologie und einen empirischen Teil, der die methodische Durchführung der Befragung an einem Berufskolleg und die anschließende Analyse der Ergebnisse umfasst.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stereotypisierung, soziale Kognition, Lehrerprofessionalität, Migrationshintergrund, Heterogenität und individuelle Eindrucksbildung charakterisiert.

Warum lieferte die Studie keine Hinweise auf Stereotype am untersuchten Berufskolleg?

Die Studie führt dies primär auf die hohe Heterogenität der Schülerschaft am Berufskolleg und die große professionelle Lebens- und Berufserfahrung der befragten Lehrkräfte zurück, die eher zu einer individuellen Eindrucksbildung statt zu verallgemeinernder Kategorisierung führt.

Welche Einschränkungen weist die methodische Vorgehensweise auf?

Die Arbeit weist auf Limitationen hin, wie die geringe Stichprobengröße sowie die Möglichkeit sozialer Erwünschtheit, da die Lehrkräfte bei einem sensiblen Thema wie Migration ihre Antworten möglicherweise bewusst beeinflusst haben könnten.

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Details

Title
Freie Assoziationen von Lehrkräften am Berufskolleg in Bezug zu Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund
Subtitle
Forschungsarbeit mittels Free Association Paradigm
College
University of Wuppertal
Grade
1,7
Author
Verena Born (Author)
Publication Year
2015
Pages
27
Catalog Number
V315695
ISBN (eBook)
9783668150287
ISBN (Book)
9783668150294
Language
German
Tags
Stereotypen Berufskolleg Migranten kognitive Reprösentation Schema Assoziative Netzwerke Bildungsbenachteiligung assoziative Konzepte Aufgabe von Stereotypen Aufrechterhaltung von Stereotypen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Born (Author), 2015, Freie Assoziationen von Lehrkräften am Berufskolleg in Bezug zu Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315695
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