E‐Government in der Metropolregion Rhein‐Neckar. Fallstudie zum Modellvorhaben „Kooperatives E‐Government in föderalen Strukturen“


Projektarbeit, 2015

18 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen des E-Governments
2.1 Bürokratisierungsmodell nach Max Weber
2.2 Begriffsdefinition E-Government

3 E-Government in der Metropolregion Rhein-Neckar - das Modellvorhaben „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“
3.1 Leitlinien
3.2 Handlungsschwerpunkte

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abstrakt

Deutschland steht vor vielen Herausforderungen - u. a. demographischer Wandel, Energiewende und Digitalisierung. Mittel und Wege zur Lösung dieser Aufgaben müssen insbesondere von der öffentlichen Verwaltung herangezogen werden. Im Zuge der etablierten Informationsgesellschaft steigen die Ansprüche an den öffentli- chen Sektor.

Die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz haben zusam- men mit dem Verband Region Rhein-Neckar und dem Bundesministerium des Innern das Modellvorhaben „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“ initiiert, um die gegenwärtige Verwaltung durch den Einsatz moderner Informationstechnolo- gie zu optimieren und die Prozesse zwischen Wirtschaft und Verwaltung zu verbes- sern, um so einen Beitrag dazu zu leisten, die Metropolregion bis 2025 zu einer der attraktivsten Regionen Europas zu machen. Das Modellvorhaben erfordert eine Ver- waltungskooperation sowohl in vertikaler (zwischen Behörden unterschiedlicher Ebe- nen) als auch horizontaler (zwischen Körperschaften derselben Ebene) Richtung. Die vorliegende Arbeit beschreibt und evaluiert dieses Modellvorhaben, um Möglichkeiten und Grenzen des E-Governments im Kontext föderaler und von kommunaler Selbst- verwaltung geprägter Strukture darzustellen. Dabei wird in der vorliegenden Arbeit zu Beginn auf die theoretischen Grundlagen des E-Governments und anschließend auf die Leitlinien und Handlungsschwerpunkte des Modellvorhabens eingegangen. Ab- schließend wird festgehalten, dass E-Government noch vor Herausforderungen auf- grund des föderalen Systems in Deutschland steht.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Projektportfolio des Modellvorhabens 8

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das heutige Zeitalter wird durch die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) gekennzeichnet. Die Transformation der Industriegesellschaft zu einer Informationsgesellschaft bringt informationstechnologische Fortschritte mit sich, die sich unter anderem auf die öffentliche Verwaltung auswirken.

Angesichts der modernen Technologien, die aufgrund der fortschreitenden Entwick- lungen dem öffentlichen Sektor zur Verfügung stehen, bieten sich in der Bundesrepu- blik neue Möglichkeiten zur Modernisierung von Staat und Verwaltung (vgl. Koch 2008, S. 320).

Für die künftigen Herausforderungen der Staats- und Verwaltungsmodernisierung im Bund und in den Ländern gibt es differente Lösungsansätze dafür, Bürger und Unternehmen mit wachsenden Ansprüchen an den öffentlichen Sektor zufriedenzustellen (vgl. Jock 2010, S. 1).

Eine effizient gehandhabte Verwaltung zählt zu den bedeutenden Standortfaktoren innovativer und wettbewerbsfähiger Regionen. Eine effiziente Verwaltung zeichnet sich durch unkomplizierte Zugangswege aus, sodass Leistungen der Verwaltung binnen kurzer Zeit in Anspruch genommen werden können. Es liegt dabei im Interesse sowohl von Bürgern als auch von Unternehmen, interne Zuständigkeitsregelungen der Behörden zu meiden (vgl. Brockmann o. J.).

Daher beabsichtigt die Metropolregion Rhein-Neckar, die sich über Teile der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz erstreckt, die gegenwärtige Verwaltung durch den Einsatz moderner Informationstechnologien (IT) zu optimieren und die Prozesse zwischen Wirtschaft und Verwaltung zu verbessern, um so einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Metropolregion bis 2025 zu einer der attraktivsten Regionen Europas wird (vgl. Brockmann 2010).

Die vorliegende Arbeit stellt das Modellvorhaben dar und zeigt, wie durch die Vernet- zung der Verwaltung und die elektronische Unterstützung der Prozesse zwischen Wirtschaft und Verwaltung Bürokratiekosten abgebaut und Verfahren beschleunigt werden können. Dabei geht die Arbeit auf die in Deutschland bestehenden föderalistischen Strukturen wie auch auf das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen ein und umreißt das Spannungsverhältnis, in dem diese zu einem verschiedene Gebietskörperschaften übergreifenden Projekt stehen.

Vorgehensweise

Damit das vorzustellende Modellvorhaben eingeordnet werden kann, ist es unerläss- lich, zu Beginn die theoretischen Grundlagen des E-Govenments zu erläutern. Hierzu wird in Kapitel 2 unter anderem das Bürokratisierungsmodell nach Max Weber vorge- stellt. Anschließend wird der Begriff E-Government definiert. Kapitel 3 als Hauptteil der Studienarbeit befasst sich mit der Darstellung des Modellvorhabens und geht auf dessen Leitlinien ein. Zur Realisierung des Modells wurden Handlungsschwerpunkte festgelegt, für die spezifische Projekte angesetzt wurden. Im abschließenden Fazit findet eine kritische Würdigung statt.

2 Theoretische Grundlagen des E-Governments

Um die Bedeutung des E-Governments im Zusammenhang einordnen zu können, soll zunächst das Bürokratisierungsmodell nach Max Weber vorgestellt werden. Vor diesem Hintergrund erfolgt dann eine Definition des E-Governments.

2.1 Bürokratisierungsmodell nach Max Weber

Die Bürokratie lässt sich als „eine Organisationsstruktur mit starrer Hierarchie des Personals, die von Regeln und festgelegten Verfahren bestimmt ist“, definieren (vgl. Onpulson o. J.).

Webers Auffassung zufolge ist die Bürokratie als legale Herrschaft mit Akzeptanz und Legitimität bei den Beherrschten zu deuten. Er ist der Ansicht, dass eine Bürokratie die effizienteste Organisationsform sei und bezeichnet sein Modell als „rational büro- kratischer Idealtypus“. Der Typus legaler Herrschaft ist vom Vorhandensein eines bürokratischen Verwaltungsstabs gekennzeichnet. Dieser setzt das Hauptaugenmerk auf Gesetze und feste Regeln. Diese Determiniertheit ruft einen hohen Grad an For- malisierung und Arbeitsteilung hervor. Außerdem ist eine Schriftführung zwingend erforderlich, was dazu führt, dass alle Aktivitäten in Akten dokumentiert werden (vgl. Fachwissen365 2007).

Anders als zur Zeit von Max Weber (1864 - 1920) befindet sich die Wirtschaft heute in einem von Dynamik gekennzeichneten Umfeld. Die Geschäftstätigkeiten expandie- ren über nationale Grenzen, die Produktlebenszyklen werden immer kürzer und IT- Innovationen fordern die organisatorische Gestaltung heraus. Folglich stellt sich die Frage, inwieweit die bürokratische Organisationsform mit ihren starren Prinzipien heute noch relevant sein kann. Die Bürokratie erweist sich als zu träge, den ständig wechselnden Anforderungen zu genügen. So ist ein gegenwärtiges Synonym für Bü- rokratie Ineffizienz. Begriffe wie Bürokratieabbau heben die negativen Assoziationen mit dieser Organisationsform hervor (vgl. Kreutz o. J.).

2.2 Begriffsdefinition E-Government

Im Zuge der informationstechnologischen Entwicklung wurden bereits Änderungen in den Prozessen und Strukturen des öffentlichen Sektors vorgenommen. Dieser Wan- del läuft letztlich auf neue Formen von Informations- und Interaktionsbeziehungen hinaus. Dieser Fortschritt wird mit dem Begriff E-Government erfasst, der den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien für die elektronische Abwicklung von Verwaltungsprozessen bezeichnet (vgl. Wirtz 2010, S. 5). Dabei werden Prozes- se elektronisch und über alle in Kommunikation stehende Instanzen rechtssicher ab- gewickelt. Die Kommunikationsbeziehungen lassen sich nach drei unterschiedlichen Konstellationen von Beteiligten unterscheiden (Niedersächsisches Ministerium o. J.):

- Citizen to Government (C2G)
- Government to Government (G2G)
- Business to Government (B2G)

E-Government bezieht sich demnach nicht nur hauptsächlich auf den Staat und die Verwaltung, sondern bezieht Bürger und Unternehmen ebenfalls ein.

Im Fall von C2G treten Bürger als Kunden auf. Sie erwarten eine flexible Verwaltung sowie ein breites Spektrum an Dienstleistungsangeboten, die online verfügbar sind. E-Government bietet Instrumente, mit denen dieser Kundenwunsch erfüllt und Kun- denzufriedenheit durch Effizienz- und Effektivitätssteigerungen erhöht werden können (vgl. Wirtz 2010, S. 8).

G2G umfasst Beziehungen zwischen öffentlichen Institutionen, die der Kommunal-, Landes- oder Bundesebene angehören können. Das E-Government fördert hier ver- waltungsinterne und verwaltungsübergreifende Prozesse durch ausgereifte Informa- tions- und Kommunikationstechnologien (vgl. Scheer 2003, S. 28).

B2G bezeichnet die Beziehung zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Es umfasst alle Prozesse, die online stattfinden können, beispielsweise im Gebiet der Arbeitsplatzvermittlung, der Verzollung bei der Ein- und Ausfuhr und Beantragung von Förderprogrammen für Unternehmen (vgl. IT-Wissen o. J.).

3 Modellvorhaben „Kooperatives E-Government in föderalen Struk- turen“

Zu dem Haupttätigkeitsbereich der gemeinschaftlichen Regionalpolitik gehört die Verbesserung der Verwaltungsabläufe und -strukturen. Um dem Ziel, bis 2025 eine der attraktivsten Regionen Europas zu sein, näher zu kommen, hat die Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) das Modellvorhaben „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“ angesetzt. MRN erstreckt sich über Regionen der drei Länder BadenWürttemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz und umfasst insgesamt 156 kommunale Gebietskörperschaften (vgl. MRN 2010).

Durch das Modellvorhaben entsteht eine Organisationsgrenze und Verwaltungsebene überschreitende Zusammenarbeit, in der E-Government als Motor zur Verwaltungs- modernisierung fungieren soll. Angestrebt werden positive Effekte aus einer Vernet- zung von Verwaltungen untereinander sowie von Verwaltungen mit Unternehmen und Kunden. Bürokratiekosten sollen um mindestens 25 % gesenkt und Verwaltungspro- zesse sollen beschleunigt werden (vgl. Kommune 21 2010). Im Folgenden werden auf die Leitlinien und Handlungsschwerpunkte des MRN-Modellprojekts eingegangen.

[...]

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Details

Titel
E‐Government in der Metropolregion Rhein‐Neckar. Fallstudie zum Modellvorhaben „Kooperatives E‐Government in föderalen Strukturen“
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim
Veranstaltung
WIMBIT13C
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V315720
ISBN (eBook)
9783668157040
ISBN (Buch)
9783668157057
Dateigröße
840 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
e‐government, metropolregion, rhein‐neckar, fallstudie, modellvorhaben, kooperatives, strukturen
Arbeit zitieren
Anil Balci (Autor), 2015, E‐Government in der Metropolregion Rhein‐Neckar. Fallstudie zum Modellvorhaben „Kooperatives E‐Government in föderalen Strukturen“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315720

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