Die dramatische Veränderung der Umwelt, im Hinblick auf Klima und sozialer Gerechtigkeit zwischen Industrie- und Schwellenländern, ist ein aktuell viel besprochenes Thema. Einfluss auf diese Veränderung wird auch durch den immer schneller werdenden Bekleidungskonsum genommen. Konsumenten zeigen dennoch wenig Engagement ihr Verhalten so zu gestalten, dass die Umwelt weniger belastet wird. Der Einzelhandel ist von Fast Fashion dominiert. Es gibt allerdings auch einen wachsenden Sektor, der an Slow Fashion und somit einem nachhaltigen Bekleidungskonsum interessiert ist.
Mittelpunkt dieser Arbeit ist es einen Überblick über das Kaufverhalten in Bezug auf nachhaltige Textilien zu geben. Dies wird anhand einer systematischen Literaturanalyse dargestellt. Es werden Variablen, die das Kaufverhalten, die Kaufabsicht und die Zahlungsbereitschaft von nachhaltiger Kleidung beeinflussen, diskutiert. Zudem wird auf die Begriffe umweltbewusstes Wissen, umweltbewusste Einstellung und das umweltbewusste Verhalten eingegangen. Weiterhin werden Barrieren, die die Kaufentscheidung von nachhaltigen Textilien negativ beeinflussen, untersucht. Abschließend werden Forschungslücken aufgezeigt, die in Zukunft näher beleuchtet werden sollten und es wird versucht Handlungsempfehlungen für Hersteller und Handel zu entwerfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Theoretische Grundlagen
2.2 Begriffliche Grundlagen
3 Systematische Literaturanalyse der Einflussfaktoren auf den Kauf von nachhaltiger Kleidung
3.1 Umweltbewusstes Verhalten, Engagement und Umweltbedenken der Konsumenten
3.2 Umweltbewusstes Wissen der Konsumenten in Bezug auf den nachhaltigen Kleidungskonsum
3.3 Umweltbewusste Einstellung der Konsumenten in Bezug auf den nachhaltigen Kleidungskonsum
3.4 Zusammenhänge zwischen dem umweltbewussten Wissen, der umweltbewussten Einstellung und dem umweltbewussten Verhalten der Konsumenten
3.5 Demografische Einflussfaktoren
3.6 Externe Einflüsse
3.6.1 Produktbezogene Merkmale
3.6.2 Geschäftsbezogene Merkmale
3.7 Wahrgenommene Barrieren des Konsumenten beim Kauf von nachhaltigen Textilien
3.7.1 Interne Barrieren
3.7.2 Externe Barrieren
3.8 Weitere Einflussfaktoren
4 Ableitung von Forschungslücken
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Kaufverhalten von Konsumenten gegenüber nachhaltigen Textilien durch eine systematische Literaturanalyse, um die zentralen Einflussfaktoren, Barrieren und Beweggründe für eine nachhaltige Kaufentscheidung zu identifizieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Analyse des Kaufverhaltens sowie der Kaufabsicht und Zahlungsbereitschaft.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Wissen, Einstellung und tatsächlichem Konsumverhalten.
- Identifikation demografischer und externer Einflussfaktoren (Produkt- und Geschäftsmerkmale).
- Aufdeckung von Barrieren, die den Kauf von nachhaltiger Kleidung verhindern.
- Ableitung von Forschungslücken für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Die Textilindustrie ist einer der großen Verursacher der Umweltverschmutzung und ist damit verantwortlich dafür, dass der menschliche Körper, sowie die Umwelt ernsthaft geschädigt werden. Laut der United States Environmental Protection Agency (2013) wurden im Jahr 2013 geschätzte 12,4 Millionen Tonnen Kleidung und nicht langlebige Produkte, mit einer Verwertungsrate von nur 14,8 Prozent, hergestellt. Für die Produktion einer Jeans braucht Baumwolle beispielsweise über zehn Tonnen Wasser zum Wachsen. Daher kann eine unwirtschaftliche Nutzung des Wassers in der Baumwollproduktion zu Wasserverknappung führen. Zudem kann die Verwendung von Pestiziden beim Baumwollanbau zu verschiedenen ökologischen Problemen führen, wie auch der Gesundheit der Baumwollanbauer schaden. Weltweit werden jedes Jahr Chemikalien im Wert von zwei Milliarden Dollar für den Baumwollanbau genutzt, die nicht nur Ackerland zerstören, sondern auch in die Nahrung gelangen können (vgl. Fletcher & Grose 2012).
Während die negativen Effekte durch die herkömmliche Faserproduktion wachsen und die Gesundheit der Menschen davon betroffen ist, wird versucht unter nachhaltigen Bedingungen zu produzieren. Zudem bewirkt das wachsende Wissen über den negativen Einfluss der Textilindustrie auf die Umwelt beim Kunden ein Umdenken zu mehr Nachhaltigkeit. Unterstützer von nachhaltigen Produkten nehmen an, dass das Interesse an nachhaltiger Kleidung genauso steigen wird wie das Interesse an Biolebensmitteln, die aus dem Nischenmarkt in den Vordergrund gerückt sind (vgl. Cervellon & Wernerfelt 2012).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ökologischen Herausforderungen der Textilindustrie, definiert das Forschungsziel und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden theoretische Modelle des Konsumentenverhaltens sowie die begrifflichen Definitionen rund um nachhaltige Mode und Textilien dargelegt.
3 Systematische Literaturanalyse der Einflussfaktoren auf den Kauf von nachhaltiger Kleidung: Das Hauptkapitel wertet zahlreiche Studien aus, um psychologische, demografische und externe Einflussfaktoren auf das Kaufverhalten zu analysieren.
4 Ableitung von Forschungslücken: Basierend auf der Literaturanalyse werden Forschungsdefizite aufgezeigt und begründet, wo zukünftiger wissenschaftlicher Handlungsbedarf besteht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass trotz des Forschungsinteresses noch keine eindeutigen Variablen zur Vorhersage des nachhaltigen Kaufverhaltens existieren.
Schlüsselwörter
Nachhaltiger Kleidungskonsum, Systematische Literaturanalyse, Kaufverhalten, Kaufabsicht, Ökomode, Slow Fashion, Umweltbewusstsein, Barrieren, Produktbezogene Merkmale, Geschäftsbezogene Merkmale, Konsumentenpsychologie, Nachhaltigkeitsstandards, Zahlungsbereitschaft, Textilindustrie, Forschungsdefizite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konsumentenverhalten in Bezug auf nachhaltige Textilien unter Verwendung einer systematischen Literaturanalyse, um Einflussfaktoren auf den Kaufprozess zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zu den zentralen Themen gehören ökologische Herausforderungen in der Textilindustrie, verschiedene Nachhaltigkeitsbegriffe wie Fast vs. Slow Fashion sowie die Analyse psychologischer und demografischer Einflussfaktoren auf den Kauf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, warum Konsumenten die Entscheidung treffen (oder nicht treffen), nachhaltige Kleidung zu kaufen, und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturanalyse, bei der 33 relevante Studien zum nachhaltigen Konsumverhalten in der Modeindustrie ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Wissen, Einstellung, demografischen Daten, produkt- und geschäftsbezogenen Merkmalen sowie der Identifikation von Barrieren beim Kauf von nachhaltigen Textilien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie nachhaltiger Konsum, Kaufverhalten, Ökomode, Barrieren, Slow Fashion und Umweltbewusstsein charakterisiert.
Welche Rolle spielt die wahrgenommene Verhaltenskontrolle in dieser Arbeit?
Die Arbeit identifiziert die wahrgenommene Verhaltenskontrolle als entscheidenden Faktor, da Konsumenten oft aufgrund begrenzter Verfügbarkeit oder hoher Preise vom Kauf nachhaltiger Kleidung absehen.
Warum gibt es laut Autor Diskrepanzen zwischen Einstellung und Verhalten?
Die Arbeit zeigt, dass Faktoren wie Preis, Qualität, Modetrend und mangelnde Informationen oft dazu führen, dass Konsumenten trotz einer positiven Einstellung gegenüber Nachhaltigkeit letztlich konventionelle Kleidung wählen.
- Arbeit zitieren
- Josefine Mann (Autor:in), 2015, Nachhaltiger Bekleidungskonsum. Eine Literaturanalyse zum Kaufverhalten von Slow Fashion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315728