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Die Adaptierung des Leviathan-Motives von Thomas Hobbes anhand des Frontispizes von Petrus Valckeniers „Das verwirrte Europa“

Ein Vergleich

Titel: Die Adaptierung des Leviathan-Motives von Thomas Hobbes anhand des Frontispizes von Petrus Valckeniers „Das verwirrte Europa“

Seminararbeit , 2015 , 20 Seiten , Note: 1

Autor:in: Eric Hugo Weinhandl (Autor:in)

Kunst - Ikonographie, Motive, Symbole
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das 1651 erschienene Werk „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens“ des britischen Autors Thomas Hobbes bildet wohl eine der wichtigsten staatstheoretischen Abhandlungen der Neuzeit. Basierend auf diesem Werk, das der politischen Philosophie zurechenbar ist, etablierte sich einer der theoretischen Grundpfeiler der Politikwissenschaft. Hobbes galt zu dieser Zeit durch sein an der Natur orientiertes Denken über Mensch, Recht und Politik als eine Art „Revolutionär“.

In seinem berühmtesten Werk geht der Theoretiker, basierend auf seinen Denkweisen, den Fragen der Herrschaftslegitimation, des Naturrechts und des politischen Individuums nach. Wie kann der Mensch einen „anarchischen“ und „destruktiven“ Naturzustand, in welchem jeder seinen Vorteil gegenüber dem anderen auch Gewaltsam durchzusetzen versucht, überwinden und in Frieden koexistieren? Dieses Denkmuster muss jedoch im historischen Kontext der Zeit betrachtet werden. Für Thomas Hobbes ergab sich durch die Spätphase des Dreißigjährigen Krieges, die Revolutionskriege in den britischen Kolonien der Vereinigten Staaten und dem englischen Bürgerkrieg ein „Endzeitszenario“ der Menschheit. Auch deshalb griff der Autor für den Namen und die bildliche Darstellung seines Lebenswerkes zu einem mythischen Symbol der Antike, das bis heute eine destruktive Allmacht repräsentiert.

Der methodische Aufbau der Arbeit orientiert sich dabei primär an einer klassischen Literaturanalyse. Zunächst beschreibe ich die Theorie der ikonografischen Bildanalyse, sowie das Besondere des Kompositbildes. Darauf folgt der historische Hintergrund des Leviathans. Anschließend wird kurz auf die zentralen inhaltlichen und bildlichen Aussagen des Leviathans von Hobbes eingegangen. Dabei beleuchte ich auch die unterschiedlichen Bilddarstellungen in den diversen Veröffentlichungsländern des Leviathans, etwa in Frankreich und den Niederlanden. Basierend auf diesen Ausführungen untersuche ich schließlich das bisher kaum erforschte Frontispiz „Das verwirrte Europa“ von Petrus Valckenier aus dem Jahr 1677, welches meiner Meinung nach einen direkten und kritischen Bezug auf den Leviathan von Hobbes nimmt. Da hierzu bisher kaum nennenswerte wissenschaftliche Literatur existiert, eine Ausnahme bilden die Werke von Horst Bredekamp, werden meine Ausführungen durchaus einen hohen interpretativen Charakter aufweisen. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse münden schließlich in der Conclusio.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie Ikonografischer/Ikonologischer Analyse

3. Historischer Kontext

4. Der Leviathan von Thomas Hobbes

5. „Das verwirrte Europa“

6. Conclusio

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frontispiz von Petrus Valckeniers Werk „Das verwirrte Europa“ (1677) im Sinne einer ikonographischen Bildanalyse. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit dieses Bild eine direkte und kritische Auseinandersetzung mit Thomas Hobbes’ Staatstheorie und dessen berühmtem „Leviathan“-Frontispiz darstellt, indem es das absolutistische Staatsverständnis des 17. Jahrhunderts hinterfragt.

  • Grundlagen der ikonographischen und ikonologischen Bildanalyse nach Erwin Panofsky
  • Die historische Herkunft und mythologische Bedeutung des Leviathan-Motivs
  • Analyse der Kompositbild-Struktur bei Thomas Hobbes und Petrus Valckenier
  • Die kritische Rezeption und politische Botschaft in „Das verwirrte Europa“
  • Das Verhältnis von Staatsgewalt, Naturzustand und den Erfahrungen der Religions- und Bürgerkriege

Auszug aus dem Buch

4. Der Leviathan von Thomas Hobbes

Um die Entstehung des schriftlichen Werkes und des Frontispizes von Hobbes Hauptwerk „Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens“ verstehen zu können, muss der persönliche Hintergrund des Autors näher beleuchtet werden. Hobbes widmete sich Zeit seines Lebens, neben der politischen Philosophie, intensiv dem Studium der Optik. Seine frühen Werke waren durchwegs von ausgefeilten Frontispizen geprägt, die eine „gezielte visuelle Strategie“ verfolgten. Für ihn war Sehen der edelste aller Sinne und dementsprechend hatte er immer ein Bild seines theoretisierten Staates vor Augen. Daher wirkt sein Werk auf zwei Ebenen, was von dem Autor durchaus so beabsichtigt wurde.

Einerseits auf der schriftlich-theoretischen Ebene: Der Leviathan verkörpert für Hobbes die unumschränkte Macht des Staates über das Volk. Das Gegenstück des Leviathans, Behemoth, verkörpert hingegen das Chaos und die Unordnung die den Urzustand des Menschen unweigerlich begleiten. In diesem herrscht ein andauernder Kampf um Sicherheit, Gewinn und Ruhm, der die Menschen zu ständigen Kontrahenten macht. Der Naturzustand bildet ein Klima der permanenten Furcht und Angst vor dem gewaltsamen Tod. Darüber hinaus ist das Leben der Menschen einsam, armselig, animalisch und kurz. Diese „natürliche“ Konkurrenz kann nur durch das „künstliche Wesen“ des Staates beendet werden, welches durch die Souveränitätsaufgabe des Volkes unumschränkt herrschen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die staatstheoretische Bedeutung von Thomas Hobbes' „Leviathan“ ein und definiert das Ziel der Arbeit, das Frontispiz von Petrus Valckenier als kritische Adaption des berühmten Hobbesschen Bildmotivs zu untersuchen.

2. Theorie Ikonografischer/Ikonologischer Analyse: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen der ikonographischen und ikonologischen Bildanalyse nach Erwin Panofsky und deren Anwendung auf komplexe Bildsujets wie Kompositbilder.

3. Historischer Kontext: Hier wird der historische und mythologische Ursprung des Leviathan-Motivs von altbabylonischen Wurzeln bis zur biblischen Rezeption als personifiziertes Chaos beleuchtet.

4. Der Leviathan von Thomas Hobbes: Dieses Kapitel analysiert das Werk und das Titelblatt von Thomas Hobbes, wobei besonders die Funktion des Staates als „künstliches Wesen“ zur Überwindung des menschlichen Naturzustandes im Zentrum steht.

5. „Das verwirrte Europa“: Eine detaillierte Untersuchung des Frontispizes von Petrus Valckenier aus dem Jahr 1677, in der die visuelle Kritik an der absolutistischen Herrschaft und die politische Situation im 17. Jahrhundert dargelegt werden.

6. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Valckenier Hobbes' Modell durch das Bildnis „Das verwirrte Europa“ in direkter Konfrontation kritisch adaptiert und die negativen Aspekte absoluter Monarchie betont.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Leviathan, Thomas Hobbes, Petrus Valckenier, Das verwirrte Europa, Ikonographie, Ikonologie, Staatstheorie, Kompositbild, Naturzustand, Absolutismus, politische Ikonografie, Herrschaftslegitimation, Frontispiz, Bildanalyse, politische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ikonographischen Untersuchung des Frontispizes von Petrus Valckeniers „Das verwirrte Europa“ und dessen Bezugnahme auf das berühmte „Leviathan“-Titelblatt von Thomas Hobbes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die politische Ikonografie des 17. Jahrhunderts, die Staatstheorie von Thomas Hobbes, die Theorie der Bildanalyse sowie die kritische Auseinandersetzung mit absolutistischen Herrschaftskonzepten durch zeitgenössische Künstler und Publizisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass Petrus Valckeniers Frontispiz „Das verwirrte Europa“ eine gezielte, kritische Antwort auf die Staatstheorie und das Bildprogramm von Thomas Hobbes darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die „Dreischrittmethode der ikonologischen Interpretation“ nach Erwin Panofsky angewandt, ergänzt durch eine klassische Literaturanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Bildbetrachtung, den mythologischen und historischen Kontext des Leviathan-Begriffs, die Analyse von Hobbes' Staatstheorie und schließlich eine detaillierte ikonographische Analyse des Frontispizes von Valckenier.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ikonologie, Leviathan, Kompositbild, Staatstheorie und politisches Bildprogramm charakterisiert.

Warum wählte Hobbes ausgerechnet das Motiv des Leviathans für sein Werk?

Hobbes wählte das biblische Seeungeheuer, um das „Chaos“ und die zerstörerische Kraft des menschlichen Naturzustandes zu verdeutlichen, die nur durch eine übergeordnete, absolutistische Staatsmacht gezähmt werden können.

Inwiefern unterscheidet sich Valckeniers „Leviathan“ von dem bei Hobbes?

Während Hobbes seinen Leviathan als notwendigen Garanten für Frieden und Ordnung inszeniert, stellt Valckenier in seinem Werk die staatliche Führung als abgehoben und dekadent dar, die statt Frieden eher Leid und Unordnung für die Bevölkerung forciert.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Adaptierung des Leviathan-Motives von Thomas Hobbes anhand des Frontispizes von Petrus Valckeniers „Das verwirrte Europa“
Untertitel
Ein Vergleich
Hochschule
Universität Wien  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Vertiefungsseminar: Kultur und Politik - Politische Ikonografie: Zur Kulturgeschichte poitischer Bilder und Symbole
Note
1
Autor
Eric Hugo Weinhandl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V315755
ISBN (eBook)
9783668153240
ISBN (Buch)
9783668153257
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Ikonografie Ikonologie Leviathan Thomas Hobbes Petrus Valckenier Das verwirrte Europa Frontispiz Bildsprache Politikwissenschaft Kultur und Politik Kulturgeschichte Kompositbild Gustave Doré William Blake Staat Staatswesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eric Hugo Weinhandl (Autor:in), 2015, Die Adaptierung des Leviathan-Motives von Thomas Hobbes anhand des Frontispizes von Petrus Valckeniers „Das verwirrte Europa“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315755
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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