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Der Zusammenhang von Geschlecht, Sprache und Identität. Eine Betrachtung im Kontext von queeren Theorien

Titel: Der Zusammenhang von Geschlecht, Sprache und Identität. Eine Betrachtung im Kontext von queeren Theorien

Hausarbeit , 2011 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jana Kazmierzak (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
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Bereits vor der Geburt eines Menschen wird den werdenden Eltern die Frage gestellt: Wird es ein ›Mädchen‹ oder ein ›Junge‹? Diese Frage erscheint wohl dem Großteil der Bevölkerung trivial, doch enthält sie wichtige Aspekte, die zum Thema dieser Arbeit geführt haben und daher von Interesse sind: Erstens verweist sie auf die binäre Geschlechterordnung von Frau und Mann, die andere Geschlechtsidentitäten ausschließt.

Zweitens ist die Antwort auf die exemplarische Frage nach dem Geschlecht ein sprachlicher Akt, der die vermeintliche Wirklichkeit und damit auch Geschlecht und Identität des Kindes konstituiert. Es zeigt sich außerdem, dass Sprache im Prozess der Entwicklung von Geschlechtsidentität eine entscheidende Rolle spielt, da dieser erst durch die Benennung einer Person als ›weiblich‹ oder ›männlich‹ ausgelöst wird.

Drittens wird deutlich, dass Personen erst durch die Geschlechtszuweisung Gestalt, Sichtbarkeit und den Status eines Menschen erhalten und Kinder bereits vor der Geburt eine geschlechtliche Identität zugewiesen bekommen.

Anhand dieser einleitenden Überlegungen sind die Verknüpfungen zwischen Geschlecht, Sprache und Identität zu erkennen, doch wie lassen sich diese drei Schwerpunktbegriffe definieren und wie gestalten sich die Verbindungen zwischen ihnen? Der Fokus richtet sich daher auf die theoretischen Grundlagen von queeren Theorien sowie auf die Konzepte Performativität und Heteronormativität, da diese die drei Themenkomplexe und ihre Zusammenhänge thematisieren. Dabei beinhaltet diese Arbeit weder eine komplette Darstellung der Beziehungen zwischen den Kategorien noch eine allumfassende Übersicht zu queeren Theorien. Eine strikt getrennte Behandlung der Themen Geschlecht, Sprache und Identität ist nicht nur unmöglich, sondern wäre auch unproduktiv, sodass einige Argumente aufgrund der engen Verschränkungen wieder aufgegriffen oder aus einer anderen Perspektive fortgesetzt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Queere Theorien

1.1 Geschlecht: sex und gender

1.2 Begriff und Entwicklungsgeschichte von queer

1.3 Queere Konzepte und Kritik an queer

1.3.1 Queere Konzepte

1.3.2 Kritik an queeren Theorien

2 Sprache

2.1 Poststrukturalistische Sprachauffassungen

2.2 Konzept der Performativität bei Butler

3 Identität

3.1 Queere Identitätskritik

3.2 Konstruktion von Geschlechtsidentitäten

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die engen Verschränkungen und wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den Kategorien Geschlecht, Sprache und Identität unter besonderer Berücksichtigung queerer Theorien. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Geschlechtsidentität sprachlich und performativ konstruiert wird und inwiefern diese Konstruktionsprozesse gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegeln oder festigen.

  • Grundlagen queerer Theorien und deren kritischer Ansatz
  • Differenzierung von biologischem Geschlecht (sex) und sozialem Geschlecht (gender)
  • Poststrukturalistische Sprachauffassungen als Basis der Realitätskonstruktion
  • Das Konzept der Performativität nach Judith Butler
  • Prozesse der Identitätsherstellung und deren (Re-)Produktion

Auszug aus dem Buch

1.1 Geschlecht: sex und gender

In den Auseinandersetzungen zum Thema Geschlecht und Geschlechterdifferenzen lassen sich grundsätzlich zwei verschiedene Perspektiven unterscheiden. Einerseits die VerfechterInnen einer natürlichen Differenz, die sich durch die körperlichen, vermeintlich angeborenen Merkmale begründet und andererseits die TheoretikerInnen, die Geschlecht als soziokulturell konstruiert betrachten (vgl. Butler, 1991: 22).

Die erste Perspektive, die besonders in feministischer Wissenschaft und Geschlechterstudien weit verbreitet war und teils noch ist, wird durch das sex/gender- Modell aufgebrochen. Die Unterteilung von Geschlecht in sex und gender dominierte in den 70er und 80er Jahren die Frauen- und Geschlechterforschung und verweist darauf, dass die vermeintlich natürlichen Unterschiede zwischen ›Frauen‹ und ›Männern‹ (›weibliche‹ und ›männliche‹ Eigenschaften und Aufgaben) nicht auf ihren angeborenen körperlichen Merkmalen (sex) basieren (vgl. Villa, 2007b: 51). Statt also von einer Kohärenz zwischen biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität auszugehen, richtet die zweite Perspektive den Blick auf die kulturelle Konstruktion von Geschlechtsidentitäten (vgl. Butler, 1991: 22). Das sex/gender-Modell ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Geschlecht auf zwei Ebenen:

sex als Begriff für körperlich angeborene Merkmale, d. h. primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Anatomie, Physiologie, Hormone und Chromosomen und gender als Bezeichnung für die soziale Konstruktion von Geschlecht (vgl. Krüger-Fürhoff, 2009: 69).

Die Kategorie Geschlecht muss nach Lorber (2003: 47) unabhängig von biologischen Merkmalen als eine soziale Institution verstanden werden, d. h. als eine menschliche Erfindung, die aus Konflikten um Ressourcen und Machtverhältnisse entstanden ist. Durch diese Kategorisierung von Menschen findet gleichzeitig eine Hierarchisierung statt, die den sozialen Status sowie Rechte und Pflichten des Individuums festlegt (vgl. Lorber, 2003: 78). Die Individuen erhalten ihrerseits die vergeschlechtlichte gesellschaftliche Ordnung aufrecht, indem sie Erwartungen und Normen des zweigeschlechtlichen Modells erfüllen. Gerade weil Geschlecht(er) bzw. sex und gender durch Menschen in Alltagsinteraktion konstruiert und reproduziert werden, sind die Diskurse über Geschlecht veränderbar (vgl. Lorber, 2003: 47).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Fragestellung ein, wie Geschlecht, Sprache und Identität als miteinander verwobene Konstrukte zu verstehen sind.

1 Queere Theorien: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen queerer Theorien, thematisiert das sex/gender-Modell sowie die Geschichte und die zentralen Konzepte des Begriffs „queer“ inklusive kritischer Perspektiven.

2 Sprache: Der Abschnitt fokussiert auf poststrukturalistische Sprachauffassungen und das Konzept der Performativität bei Judith Butler, um die Rolle der Sprache bei der Herstellung von Realität zu verdeutlichen.

3 Identität: Hier wird die Identitätskritik innerhalb queerer Ansätze analysiert und untersucht, wie Geschlechtsidentitäten konstruiert und performativ (re-)produziert werden.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Stärke queerer Ansätze in der Denaturalisierung als „gegeben“ geltender Identitäten liegt.

Schlüsselwörter

Queere Theorien, Geschlecht, Sprache, Identität, Performativität, Heteronormativität, Poststrukturalismus, sex und gender, Konstruktivismus, soziale Institution, Diskurs, Machtstrukturen, Identitätskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen den Kategorien Geschlecht, Sprache und Identität unter Anwendung queerer Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen queerer Studien, sprachwissenschaftliche Ansätze des Poststrukturalismus sowie die Konzepte der Performativität und Identitätskonstruktion.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Geschlechtsidentität als ein Prozess verstanden werden kann, der durch Sprache und performative Handlungen innerhalb gesellschaftlicher Normen erzeugt wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse queerer Konzepte und poststrukturalistischer Sprachtheorien, insbesondere unter Bezugnahme auf Judith Butler.

Welche Aspekte werden im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von queeren Theorien, die kritische Betrachtung sprachlicher Kategorisierungen sowie die Analyse der Konstruktion von Identitäten.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Charakteristika sind Performativität, Heteronormativität, Identitätskritik, Diskursivität und die Denaturalisierung von Geschlecht.

Wie unterscheidet sich die Arbeit in ihrer Sicht auf das „biologische Geschlecht“ von herkömmlichen Ansätzen?

Anstatt von einem natürlichen Ursprung auszugehen, argumentiert die Arbeit (basierend auf Butler), dass auch das biologische Geschlecht eine diskursive Konstruktion und somit ein Ergebnis gesellschaftlicher Machtmechanismen ist.

Warum ist das Konzept der „Performativität“ für die Argumentation der Autorin so wichtig?

Performativität bildet die direkte Verbindung zwischen Sprache und der Erzeugung von Identität; es erklärt, wie wir durch wiederholte Handlungen als „geschlechtliche Wesen“ erst für die Gesellschaft sichtbar und handlungsfähig werden.

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Details

Titel
Der Zusammenhang von Geschlecht, Sprache und Identität. Eine Betrachtung im Kontext von queeren Theorien
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Von Women über Gender zu Queer. Kontinuität und Wandel in den Geschlechterstudien.
Note
1,0
Autor
Jana Kazmierzak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V315773
ISBN (eBook)
9783668150461
ISBN (Buch)
9783668150478
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Queer Gender Sprache Identität Geschlecht Performativität Heteronormativität Konstruktion von Geschlecht Judith Butler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Kazmierzak (Autor:in), 2011, Der Zusammenhang von Geschlecht, Sprache und Identität. Eine Betrachtung im Kontext von queeren Theorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315773
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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