Ärztlich assistierter Suizid. Eine Dienstleistung zum Sterben in Würde?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
29 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen und rechtliche Grundlagen

3 Rechtsunsicherheit
3.1 Strafrecht
3.2 Standesrecht
3.3 Deutsches Grundgesetz
3.4 Bundestagsdebatten 2014 und 2015

4 Die Rolle des Arztes
4.1 Das ärztliche Ethos
4.2 Befürchtete Gefahren
4.3 Exkurs: Der Arzt als Dienstleister

5 Selbstbestimmung und freier Wille
5.1 Reaktion auf Mentalität im medizinischen Betrieb
5.2 Verantwortung des Staates
5.3 Christliche Perspektive
5.4 Der Wunsch zu sterben als selbstbestimmte Entscheidung?

6 Würde und der Wert des Lebens
6.1 Begriffsklärung
6.2 Die kontingente Würde als Argumentationsgrundlage
6.3 Die inhärente Würde als Argumentationsgrundlage

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wer hilft mir beim Sterben?– So lautet der Titel der am 28.09.15 in ‚Das Erste‘ ausgestrahlten Dokumentation, die verschiedene Sichtweisen auf die ärztliche Suizidbeihilfe zeigt. Die zu Wort kommenden Personen verkörpern jene die Debatte bestimmenden Grundhaltungen unserer Gesellschaft. Die christliche Palliativmedizinerin und ein deutscher Arzt positionieren sich als Gegner eines neuen Gesetzes. Daneben werden eine niederländische Hausärztin und ein Kollege aus der Schweiz sowie der bekannte deutsche Sterbehelfer Uwe-Christian Arnold als Befürworter dieser Sterbehilfeform vorgestellt. Die momentan verfügbaren Wege des Sterbens werden am Beispiel der Entscheidungen von drei, durch Krankheit gezeichnete Menschen präsentiert: Palliativmedizinisch begleitetes Sterben, heimlich durchgeführter ärztlich assistierter Suizid in Deutschland und die letzte Reise in die Schweiz, wo mithilfe eines Sterbehilfevereins dem Leben ein Ende gesetzt werden kann(vgl. Wendelmann, 2015). Der Dokumentarfilm greift die Debatte auf, die aktuell im deutschen Bundestag, aber auch in der Bevölkerung Deutschlands geführt wird: Sollte es ein Sterbehilfegesetz in Deutschland geben und wenn ja, was sollte es beinhalten?

Im Mittelpunkt der Gespräche steht der ärztlich assistierte Suizid. Diese Arbeit wird zeigen, dass die ärztliche Suizidbeihilfe stark umstritten ist. Dennoch steht sie im Bundestag zur Debatte. Unklar ist bisweilen, auf welchen Grundlagen diese Sterbehilfeform begründet werden kann. Reicht die Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht und die Menschenwürde aus, um Ärzten und Ärztinnen[1]die Suizidassistenz zu erlauben bzw. sie ihnen aufzuerlegen? Kann das vielfach geforderte Sterben in Würde mithilfe eines ärztlich assistierten Suizids gewährleistet werden?

Die vorliegende Arbeit versucht Antworten auf diese Fragen zu finden. Dafür wird im2. Kapitel zunächst auf die derzeitige Sach- und Rechtslage eingegangen, die, wie sich in Kapitel3zeigt, komplizierter ist, als es zunächst den Anschein haben könnte. Von hoher Relevanz bei diesem Thema ist die Rolle der Ärzteschaft. Ihr widmet sich Kapitel4, bevor die die Diskussionen dominierenden Aspekte der Selbstbestimmung (Kapitel5) und der Würde (Kapitel6) ausführlich auf ihre Argumentationskraft und Relevanz für die Frage nach dem ärztlich assistierten Suizid untersucht werden.

2 Definitionen und rechtliche Grundlagen

Der ärztlich assistierte Suizid stellt eine Form der Sterbehilfe dar, die aufgrund der mit ihr verbundenen Voraussetzungen, Umstände und rechtlichen Grundlagen als komplex bezeichnet werden kann. Im Folgenden soll sich diesem Phänomen über eine knappe Analyse der terminologischen Einzelaspekte genähert werden.

Der Begriff des Suizids beschreibt die Selbsttötung eines Menschen. Das Individuum ist gewillt sein Leben zu beenden und vollzieht zu diesem Zweck eine zum Tod führende Handlung. Von einem Suizid ist nur dann die Rede, wenn dieser freiwillig, d. h. unabhängig von Zwang oder Druck Außenstehender und eigenständig (ohne direktes Eingreifen anderer) durchgeführt wird. Die alternativen Bezeichnungen ‚Selbstmord‘ und ‚Freitod‘ finden im wissenschaftlichen Diskurs aufgrund ihrer impliziten Wertung nur selten Verwendung(vgl. Gavela, 2013, S. 3 f.). In Deutschland stellen Suizid sowie Suizidversuch keinen Straftatbestand dar(vgl. Baumann, 2012, S. 643; Gavela, 2013, S. 7).

Auch der assistierte Suizid bzw. die Beihilfe zur Selbsttötung sind hierzulande nicht strafbar(vgl. u. a. Baumann, 2012, S. 643; Gavela, 2013, S. 14; Simon, 2007, S. 20). Entscheidend ist, dass der Helfende dem Suizidwilligen „auf dessen ausdrücklichen Wunsch die Möglichkeit […] [gibt], sich selbst das Leben zu nehmen“(Woellert & Schmiedebach, 2008, S. 24; Anpassung: TMK), aber der Tötungsakt weiterhin dem Suizidwilligen obliegt.

Im Kontext der Sterbehilfe werden nur diejenigen Fälle diskutiert, in welchen ein schwer erkrankter Mensch um Beihilfe zur Selbsttötung bittet(vgl. Hillenkamp, 2012, S. 353). Dabei rückt häufig die Assistenz durch Ärzte oder medizinisches Fachpersonal in den Fokus, da ihnen die Kompetenz zugesprochen wird, sowohl einzuschätzen, wie aussichtslos und schmerzvoll die Lage des Patienten ist als auch einen sicheren und möglichst schmerzfreien Tod über die Bereitstellung von Medikamenten zu ermöglichen(vgl. Weiss, 2012, S. 133; Wunder, 2012, S. 1063). Ausgehend von der Straffreiheit der Beihilfe zum Suizid droht auch Ärzten von staatlicher Seite grundsätzlich keine strafrechtliche Verfolgung für die Durchführung dieser Form der Sterbehilfe, sodass ärztlich assistierter Suizid in Deutschland legal praktiziert werden könnte. Bei näherer Betrachtung der Sachlage stellt sich die rechtliche Situation für Ärzte jedoch als komplizierter heraus als sie zunächst erscheint.

3 Rechtsunsicherheit

In Deutschland gibt es keine eigens für Sterbehilfefälle formulierten gesetzlichen Vorgaben(vgl. Hillenkamp, 2012, S. 350), Orientierung geben lediglich andere vorhandene Paragraphen, die auf den jeweiligen Fall übertragen werden müssen. Dadurch existieren verschiedene, z. T. umstrittene Rechtsauslegungen, aus denen eine Unsicherheit resultiert. Aus diesem Grund schrecken viele Mediziner vor der Durchführung und Patienten vor der Inanspruchnahme ärztlicher Suizidbeihilfe zurück, obwohl, wie bereits dargelegt, die Suizidassistenz auch für Ärzte grundsätzlich nicht strafrechtlich verfolgbar ist.

3.1 Strafrecht

Verwirrung stiftet u. a. die im Strafrecht formulierte Garantenpflicht, welche besagt, dass ein Arzt mit Beginn der Behandlung eines Patienten als dessen Beschützergarant fungiert. Häufig wird die Meinung vertreten, dass dies auch für den Fall einer Suizidbeihilfe gilt, sodass sich der Mediziner wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht zu verantworten hätte, wenn er nicht den Ort des Suizids nach der Bereitstellung des tödlichen Medikaments verlässt(vgl. Borasio, 2012, S. 169; Hillenkamp, 2012, S. 372; Simon, 2007, S. 20).Gavela(2013)widerspricht dieser landläufigen Meinung, indem sie erklärt, dass der Arzt nicht zur Rettung des Sterbenden verpflichtet ist, wenn er „überhaupt nur zwecks Suizidassistenz gerufen wird und […] deshalb eine Heilbehandlung weder übernehmen soll noch übernehmen will“(ebd., S. 53). Das Nicht-Handeln entspricht in diesem Fall einer legalen passiven Sterbehilfe, da gemäß des Patientenwunsches auf lebensverlängernde Maßnahmen verzichtet wird(vgl. Finger, 2014, S. 66; Gavela, 2013, S. 53). Insofern stellt die Garantenpflicht kein rechtliches Hindernis für den ärztlich assistierten Suizid dar.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist das Betäubungsmittelstrafrecht. Es legt fest, dass Betäubungsmittel nur dann verschrieben werden dürfen, wenn die Wahl dieses Medikaments begründet ist, es also, gemäß der Aufgaben eines Arztes, der Schmerzlinderung oder Heilung dient und dafür notwendig ist(vgl. Gavela, 2013, S. 54 ff.). Diese Angaben lassen insofern Interpretationsspielraum zu, als dass die ärztliche Begründetheit immer auf einer Gewissensentscheidung beruht, lautde Ridder(2012), die „oberste und letzte Instanz aller ärztlichen Behandlungsentscheidungen“(ebd., S. 33). Offen bleibt, welche ärztliche Begründung rechtlich anerkannt ist: Darf ein Arzt Betäubungsmittel nur zum Zweck von Heilung und Linderung verschreiben oder, auf Grundlage einer jeweils individuell zu treffenden Gewissensentscheidung, auch zum Zweck einer Suizidbeihilfe?

3.2 Standesrecht

Neben dem Strafrecht gilt für Ärzte das von den Landesärztekammern und der Bundesärztekammer verwaltete Standesrecht. Die darin formulierten „medizin-ethischen Normen [besitzen] Rechtsqualität, sodass deren Verletzung als ‚berufsunwürdig‘ berufsgerichtlich geahndet werden kann“(Gavela, 2013, S. 59; Einfügung: TMK). DieBundesärztekammerund ihr Präsident, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, beziehen eine klare Stellung zum ärztlich assistierten Suizid. Nachdem die in denGrundsätzen der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung(2011)veröffentlichte Aussage „Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe“(ebd., S. A 346)aufgrund ihrer fehlenden Präzision Anlass zu Diskussionen gab(vgl. Wunder, 2012, S. 1070 f.), konkretisierten sie ihre Haltung zum ärztlich assistierten Suizid in der aktualisierten(Muster-) Berufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte(2015): „Ärztinnen und Ärzte haben Sterbenden unter Wahrung ihrer Würde und unter Achtung ihres Willens beizustehen. Es ist ihnen verboten, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten“(ebd., S. A 5). Ihrer Meinung nach widerspreche dies dem „ärztlichen Ethos“(Hübner & Montgomery, 2012, S. 150). Die Zuständigkeit von Ärzten liege darin „das Leben zu erhalten, die Gesundheit zu schützen und wiederherzustellen, Leiden zu lindern und Sterbenden Beistand zu leisten“(ebd.), aber nicht in der „aktive[n] Tötung“(ebd.)oder der Mitwirkung daran. Ärztlich assistierte Suizidhilfe sei mit dem heutigen Arztverständnis nicht vereinbar und würde v. a. das Arzt‑Patientenverhältnis beschädigen(vgl. ebd., S. 151). Dieses Verbot ist umstritten. Kusch(2012)hält es für einen „ethische[n] Rückschritt vom 21. ins 19. Jahrhundert“(ebd., S. 61), andere kritisieren, dass es weiter geht als die staatliche Rechtsprechung(vgl. Wunder, 2012, S. 1071 f.). Zu einer Anklage kam es trotzdem bisher nur in wenigen Fällen, bei denen zumeist eine Verurteilung ausblieb(vgl. Finger, 2014, S. 66).

3.3 Deutsches Grundgesetz

Neben den Vorgaben des Straf- und Standesrechts werden häufig die allgemein formulierten Grundrechte in Argumentationen über Sterbehilfe und den ärztlich assistierten Suizid einbezogen. Von Relevanz sind dabei der Artikel zur Unantastbarkeit der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG), das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG) sowie das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG). Allerdings sind diese Rechte derart allgemein und offen formuliert, dass sie nur auf interpretatorischem bzw. spekulativem Wege Hinweise für Sterbehilfefälle bieten(vgl. Hillenkamp, 2012, S. 350). Die Auslegungen variieren stark und können, je nach Position des Autors, die Befürwortung oder Ablehnung des ärztlich assistierten Suizids zum Ergebnis haben.Weißgerber(2007)fragt zurecht:

[W]elche Bedeutung haben diese scheinbar abstrakten ethischen Normen in Hinblick auf die ‚Entscheidungen am Lebensende‘? Welche Norm hat Vorrang? Und kommen die Normen einander nicht in die Quere oder schließen einander aus?(ebd., S. 79)

In der Zusammenschau der rechtlichen Situation bezüglich des ärztlich assistierten Suizids wurde deutlich, dass es in Deutschland an Eindeutigkeit in der Gesetzgebung sowohl für Ärzte als auch für Patienten fehlt.

3.4 Bundestagsdebatten 2014 und 2015

Inzwischen hat auch die Bundesregierung erkannt, dass die entstandene Unsicherheit im Umgang mit der Sterbehilfe auf Dauer nicht mehr tragbar ist und widmete diesem Thema zwei Bundestagssitzungen am 13. November 2014 sowie am 02. Juli 2015. Daraus resultierten vier, in ihren Forderungen immens voneinander abweichende, fraktionsübergreifende Gesetzesentwürfe, über die im Herbst dieses Jahres weiterhin beraten werden soll(vgl. Reimer, 2015). Ob es jemals zu einer gesetzlichen Regelung der verschiedenen Formen der Sterbehilfe kommen wird ist fraglich. Einigkeit herrscht lediglich darüber, dass aktive Sterbehilfe nach wie vor für Deutschland nicht zur Debatte steht(vgl. ebd.). Auch der kommerziellen organisierten Sterbehilfe von Vereinen u. ä. steht die Mehrheit der Abgeordneten ablehnend gegenüber, sodass ein zukünftiges Verbot derartiger Organisationen als wahrscheinlich gelten kann(vgl. Kosfeld, 2014).

Der ärztlich assistierte Suizid wurde und wird hingegen ausführlich und kontrovers diskutiert. Es stellt sich die Frage, ob die Legalisierung dieser Sterbehilfeform die Lösung der Problematik sein kann. Mit welchen Folgen muss gerechnet werden und inwiefern kann von einem würdevollen Sterben bei einem ärztlich assistierten Suizid die Rede sein? Ist der angenehme Tod als Dienstleistung der Ärzteschaft für alle vorstellbar? Mit diesen und weiteren Fragen findet eine Auseinandersetzung in den nachfolgenden Kapiteln dieser Arbeit statt.

4 Die Rolle des Arztes

4.1 Das ärztliche Ethos

Die Gegner des ärztlich assistierten Suizids berufen sich häufig auf das ärztliche Ethos. Worin dieser jedoch genau besteht, ist relativ unbestimmt. Einige Autoren und Ärzte stützen ihre Argumentation auf den Eid des Hippokrates(vgl. Hübner & Montgomery, 2012, S. 148; IfD-Allensbach, 2010, S. 10). Dort heißt es: „Ich werde niemandem, nicht einmal auf ausdrückliches Verlangen, ein tödliches Medikament geben, und ich werde auch keinen entsprechenden Rat erteilen“(Bauer, 1993, S. 2). Stützt ein Arzt seine Argumentation darauf, so darf er jedoch weder Honorare für seine Arbeit und die Weitergabe seines Wissens entgegennehmen noch Schwangerschaftsabtreibungen durchführen, da auch dies nach hippokratischer Tradition verboten ist(vgl. ebd.). Beides ist heute fester Bestandteil des medizinischen Alltags, sodass deutlich wird, dass die Bezugnahme auf den ca. 2000 Jahre alten Eid nicht zeitgemäß und ungenügend für eine Diskussion über die Legitimierung der ärztlichen Suizidbeihilfe ist(vgl. Kautzky, 2004, S. 204 f.).

Dennoch stellt sich die Frage: „Soll der Heiler auch der Henker sein“(Weiss, 2012, S. 135)? Für Montgomery(2012)besteht das ärztliche Ethos darin Leben zu retten und keinen Schaden anzurichten - es sei „ein Ethos des Helfens und Heilens“(ebd., S. 148). Der Präsident der Deutschen Ärztekammer, welcher ein Verbot des ärztlichen Suizids einführte (s. Kapitel3.2), sieht die Grundaufgabe von Ärzten in der Förderung des Wohlergehens der Patienten, welche auf der Zustimmung bzw. Ablehnung der Kranken beruhe(vgl. ebd.). Das Wohl des Patienten kann jedoch auch auf dem Wege der Suizidbeihilfe herbeigeführt werden, wenn dadurch unerträgliches Leiden beendet wird(vgl. Weißgerber, 2007, S. 83), wenden die Befürworter ein. Auchde Ridder(2012)hält die Ablehnung eines Wunsches nach Sterbehilfe für eine „menschenverachtende Praxis“(ebd., S. 29), dagegen die helfende Teilnahme an einem Leid beenden Akt „ist in [s]einen Augen niemals unethisch, [sondern] vielmehr Ausdruck äußerster empathischer Zuwendung des Arztes zu seinem Patienten“(ebd., S. 32; Anpassung & Einfügung: TMK). Trotzdem ist die Rolle des Arztes bei der Suizidassistenz fragwürdig. Sollte der Arzt sein „Berufsprivileg nutzen für etwas, das eigentlich keine medizinische Handlung mehr ist“(Gehring, 2013, S. 135)? Viele Ärzte sehen sich diesem inneren Konflikt gegenüberstehen, da sie bei der Suizidassistenz zwar Leid lindern bzw. beenden könnten, aber wider ihre obersten Geboten der Schadensvermeidung und Lebenserhaltung handeln müssten(vgl. Hübner & Montgomery, 2012, S. 150; Kautzky, 2004, S. 209). Selbst, wenn sie sich grundsätzlich dazu bereit erklären bei der vorzeitigen Lebensbeendigung behilflich zu sein, beschäftigen sie Gewissensfragen: Ist der Entschluss des Kranken wohlüberlegt? Tue ich das Richtige? Könnte dem Patienten nicht noch auf andere Weise geholfen werden(vgl. Kautzky, 2004, S. 208)? Schließlich „handelt es sich dabei um einen radikalen und nicht mehr rückgängig zu machen Eingriff“(ebd., S. 206). So würden 53% der befragten Ärzte eine Legalisierung der ärztlichen Suizidbeihilfe als eine zu hohe Bürde empfinden(vgl. IfD-Allensbach, 2010, S. 19).

[...]


[1]Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit ausschließlich männliche Bezeichnungen verwendet. Dabei sind stets Personen männlichen und weiblichen Geschlechts gleichermaßen gemeint.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Ärztlich assistierter Suizid. Eine Dienstleistung zum Sterben in Würde?
Hochschule
Universität Rostock  (Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Leben- und Sterbenlassen
Note
1,7
Jahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V315856
ISBN (eBook)
9783668151710
ISBN (Buch)
9783668151727
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Suizid, assistierter Suizid, Sterbehilfe, sterben, Tod, Leben, Würde, Ärzte, Arzt, Berufsethos, Selbstbestimmung, freier Wille, Wert des Lebens, lebenswert, Ethik, Recht, christlich, Schweiz, Niederlande, Euthanasie
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Ärztlich assistierter Suizid. Eine Dienstleistung zum Sterben in Würde?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315856

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Ärztlich assistierter Suizid. Eine Dienstleistung zum Sterben in Würde?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden