Cosmas von Prag und seine Sicht auf die Deutschen

Eine Quellenkritik


Hausarbeit, 2015

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Innere Quellenkritik
2.2 Äußere Quellenkritik: Inhalt Thema und Pragmatik
2.3 Cosmas von Prag und die Deutschen

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich dem böhmischen Chronisten Cosmas von Prag. Die Grundlage bzw. die Quellengrundlage bietet die von Cosmas von Prag selbst verfasste Chronik Böhmens.[1]

In dieser Arbeit soll Cosmas' Sicht auf die Deutschen untersucht werden. Bei der zentralen Fragestellung dieser Arbeit geht es nicht in erster Linie darum aufzuzeigen, wie sich Cosmas gegenüber den Deutschen äußert, sondern darum, warum er sich in gewisser Hinsicht zu den Deutschen äußert. Dabei sollen Beweggründe herausgearbeitet werden, mit denen sich Cosmas Äußerungen gegenüber den Deutschen erklären lassen.

Besonders wichtig ist, dass die Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung erst nach einer ausführlichen Quellenkritik stattfindet. Es wird also zunächst äußere Form, Inhalt und die Pragmatik der Quelle beleuchtet.

Durch die Quellengrundlage[2] sowie einige Aufsätze, Monographien und weiterer Forschungsliteratur wird zunächst kurz auf das Leben des Cosmas von Prag eingegangen, dann folgt eine äußere Quellenkritik, bei der zunächst Form und Funktion der Quelle vorgestellt wird. Danach schließt sich eine innere Quellenkritik an. Dabei werden einige Äußerungen von Cosmas von Prag interpretiert und auf die Fragestellung bezogen. Ferner findet auch einige ältere Sekundärliteratur in dieser Hausarbeit Verwendung, weil sie durchaus wichtigen Informationsgehalt liefern. Die Äußerungen des Cosmas gegenüber den Polen, werden, um in einem überschaubaren Rahmen zu bleiben, in dieser Hausarbeit nicht verwendet.

2. Hauptteil

2.1 Innere Quellenkritik

Der Autor der Quelle Cosmas von Prag wurde um 1045 in Böhmen (heute Tschechische Republik) geboren und war der erste und bedeutendste Chronist des Mittelalters.[3]

Cosmas entstammte vermutlich einer wohlhabenden Prager Priester Familie. Auch studierte er zwischen 1075 und 1086 Grammatik und Dialektik in Lüttich. Danach wurde er Kanoniker am Prager Domkapitel. Ferner begleitete Cosmas ausgewählte Bischöfe von Prag und Ölmutz auf verschiedenen Reisen. 1099 wurde er zum Priester geweiht. Einige Jahre später wurde er zudem Dekan der Prager Kirche. Zwischen 1119 und 1125 verfasste er die „Chronica Beomorum“, also die Chronik Böhmens.[4]

Peter Hilsch beschreibt, dass Cosmas von Prag zu einer schmalen Schicht von Klerikern, zu einer intellektuellen Elite des Landes gehörte. Für Sie als Publikum habe er seine Chronik vor allem geschrieben.[5]

Dennoch richtet sich die Chronik Böhmens auch allgemein an interessierte Leser, denn Cosmas spricht in seinem Werk die Leser direkt an: „ Ich überreiche Dir eine Chronik der Böhmen, […] damit Du mit Deinem Kenntnisreichtum sie prüfen mögest.[6]

Auf die Frage warum die Quelle, also die Chronik Böhmens, erstellt wurde und welche Funktion sie erfüllt, antwortet Cosmas von Prag selbst. Es gehe ihm darum, der Nachwelt ein Zeugnis zu hinterlassen und sich einen bleibenden Namen zu machen[7]. Dies würde seine mühevolle Arbeit entlohnen.[8]

Cosmas von Prag hat dementsprechend seine Chronik absichtlich der Nachwelt hinterlassen. Daher lässt sich die Quelle von Cosmas von Prag als Traditionsquelle kategorisieren.

2.2 Äußere Quellenkritik: Inhalt Thema und Pragmatik

Die Chronik Böhmens wurde von Cosmas von Prag in drei Büchern verfasst.[9] Dabei ist jedes Buch in verschiedene Kapitel unterteilt. Josef Bujnoch beschreibt, dass Cosmas sich an ältere Strukturen der Annalistik gehalten habe, diese aber zugleich auch Schranken für Cosmas darstellten und er daher wiederholt gezwungen gewesen sei, das annalistische Schema zu durchbrechen[10].

Auch Franz Huf macht deutlich, dass Cosmas einem annalistischen Prinzip folge. Weiterhin sei Cosmas' Art der Erzählung durch eingestreute Anekdoten und der mittelalterlichen Topos-Kunst recht lebendig. Verbunden mit den annalistischen Prinzip, also eine Form, streng chronologisch Fakten aufzuzeichnen, mische Cosmas die beiden Kompositionsmuster. Dennoch halte Cosmas das „annalistische Gerippe“ methodisch nicht streng durch.[11]

Nach Josef Bujnoch bot das annalistische Prinzip die Möglichkeit, einzelne Episoden an die zitierten Jahre anzuknüpfen. Diese seien nach den Kunstregeln der Rhetorik ausgeformt worden.[12]

Ferner beschreibt Bujnoch, dass Cosmas sich hinsichtlich der Grundstruktur seines Werkes an Regnio von Prüm orientierte. Es gebe sogar wörtliche Übereinstimmungen.[13]

Bujnoch zufolge wollte Cosmas seine Leser zudem unterhalten und belehren. Dementsprechend charakteristisch für Cosmas sei die episch-dramatische Behandlung des Stoffes mit wörtlicher Rede und Gegenrede der auftretenden Personen. Auch mache Cosmas einen Unterschied in der Sprache nach Stand und Bildungsgrad in den Dialogen der streitenden Personen.[14]

Bezeichnend für Cosmas sei weiterhin ein Zug der Belehrung. .Man könne manche seiner Ausführungen als die ersten Anfänge der didaktischen Literatur in in Böhmen sehen.[15]

[...]


[1] Cosmas von Prag. Die Chronik Böhmens I. u. II. Bearb. von Alexander Heine. (Eingeleitet von Franz Huf). Stuttgart. 1987.

[2] Ebd.

[3] Hilsch, Peter: „Cosmas von Prag“. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), 4. Herzberg 1992. Sp. 543.

[4] Ebd

[5] Hilsch, BBKL. Sp. 544

[6] Cosmas I (Widmug an den Magister Gervasius) S. 38.

[7] Ebd.

[8] Ebd.

[9] Achnitz, Wolfgang: „Cosmas von Prag“. Deutsches Literatur-Lexikon. Das Mittelalter, 3. Berlin. 2012. Sp. 113.

[10] Bujnoch, Josef. Gallus Anonymus und Cosmas von Prag. Zwei Geschichtsschreiber und Zeitgenossen. In: Lemberg, Hans (Hrsg.): Osteuropa in Geschichte und Gegenwart. Köln. 1977. S. 303.

[11] Huf, Franz (Einleitung). Die Chronik Böhmens I. 1987 S. 14.

[12] Bujnoch. 1977. S. 305.

[13] Ebd.

[14] Ders. 305-306.

[15] Bujnoch. 1977. S. 305-306.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Cosmas von Prag und seine Sicht auf die Deutschen
Untertitel
Eine Quellenkritik
Hochschule
Universität Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V315858
ISBN (eBook)
9783668148741
ISBN (Buch)
9783668148758
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cosmas von Prag, Chronik Böhmens, Cosmas und die Deutschen
Arbeit zitieren
Florian Kißler (Autor), 2015, Cosmas von Prag und seine Sicht auf die Deutschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315858

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Cosmas von Prag und seine Sicht auf die Deutschen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden