Elternpartizipation im Setting Grundschule. Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Steigerung des Obst-und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern


Bachelorarbeit, 2015
52 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ernährungssituation von Grundschulkindern in Deutschland und Ernährungsforschung
2.1 Übergewicht und Adipositas bei Grundschulkindern und Folgen
2.2 Ergebnisse der Ernährungsstudie EsKiMo als Modul von KiGGS
2.2.1 Kernaussagen zur Energie- und Nährstoffzufuhr
2.2.2 Obst- und Gemüseverzehr bei Grundschulkindern
2.3 Wissenschaftliche Erkenntnisse der Ernährungsforschung
2.3.1 Die optimierte Mischkost "optiMIX®"
2.3.2 "5 am Tag", die internationale Empfehlung zum Obst- und Gemüseverzehr

3 Die salutogenetische Sichtweise

4 Bedeutende Settings im Grundschulalter
4.1 Definition Setting
4.2 Das Setting Familie
4.2.1 Schutz- und Risikofaktoren
4.2.2 Ernährung und Ernährungsbildung als Teil familialer Alltagsbewältigung
4.3 Das Setting Schule
4.3.1 Bedeutung für die Schülergesundheit
4.3.2 Ernährung und Ernährungsbildung in der Schule
4.4 Verzahnung von Familie und Schule - Ein Weg, um Eltern zu erreichen

5 Partizipation
5.1 Begriffsdefinition
5.2 Partizipation und Gesundheitsförderung
5.3 Modelle von Partizipation
5.4 Partizipation von Eltern im Setting Schule
5.4.1 Rechtliche Grundlagen für Elternarbeit
5.4.2 Elternpartizipation - Standards von Elternarbeit

6 Das Schulobstprogramm als Intervention zur Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern
6.1 Historie
6.2 Umsetzungsstand in Deutschland
6.3 Das Schulobstprojekt „Naschen ausdrücklich erlaubt“ in der GS S.

7 Methode
7.1 Das Leitfadeninterview als Methode
7.2 Vorgehensweise

8 Literaturverzeichnis

Internetdokumente

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In unserer hochentwickelten Gesellschaft ist es nach wie vor eine Herausforderung, dass Kinder gesund aufwachsen. Sie sollten Lebenswelten vorfinden, die ihnen gesundheitsförderliche Bedingungen bieten. Der Faktor einer gesunden Ernährung ist eine solche Bedingung. In diesem Konstrukt finden sich neben dem eigentlichen Verzehr von Lebensmitteln, das Ernährungsverhalten und Ernährungsbildung wider.

Die Feststellung, dass bereits 15% der 3-17jährigen Kinder und Jugendlichen Übergewicht haben, ist ein wesentliches Forschungsergebnis des großen Kinder- und Jugendsurveys (KiGGS) von 2006 (Kurth & Schaffrath, 2007, S. 737). Die Ursachen im Bereich der Ernährung zeigt ein Defizit zwischen den Verzehrempfehlungen und den tatsächlich verzehrten Lebensmitteln. Kinder nehmen besonders viele energiedichte Lebensmittel zu sich (Mensink, Heseker, Richter, Stahl, & Vohmann, 2007, S. 84). Dagegen liegt der Obst- und Gemüseverzehr deutlich unter den Empfehlungen (ebenda).

Das EU Schulobstprogramm ist eine bekannte Strategie zur Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs. Ziel ist es, den Schülern ein Jahr lang kostenlos Obst zur Verfügung zu stellen. Die Grundschule S. befindet sich nach Inanspruchnahme dieser Förderung, im zweiten Jahr der eigenständigen Weiterführung des Programms. Einzelne Berichte des Schulleiters ergaben folgendes Bild. Die Kinder sind an den Tagen der Obst- und Gemüselieferung voller Erwartung. Von den angebotenen Sorten bleibt selten etwas übrig. Die Schulleiterin bemerkt jedoch ein fehlendes Feedback der Eltern.

Aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht werfen diese Beobachtungen die Vermutung auf, dass dieses Angebot im Setting Grundschule kaum Relevanz auf das Ernährungsverhalten im Setting Familie hat. Aus der Empirie ist schon bekannt, dass Eltern einen wesentlichen Einfluss auf das Essverhalten ihrer Kinder haben und sie deshalb in alle Bemühungen zur Nachhaltigkeit miteinbezogen werden müssen (Mensink et al, 2007, S. 48).

Diese Erkenntnisse und vor dem Hintergrund des zu niedrigen Obst- und Gemüseverzehrs bei Kindern wurde das Thema der Bachelorarbeit gewählt. Die Autorin möchte dazu folgende Fragen beantworten:

Wie müssen die Bedingungen in der Grundschule S. gestaltet sein, um Elternpartizipation im Rahmen des Schulobstprojektes zu erreichen?

Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich für die Hauptakteure der Setting Schule und Familie?

Zunächst werden im theoretischen Teil die Ergebnisse von KiGGS zur Ernährungssituation, speziell des Obst- und Gemüseverzehrs betrachtet. Demgegenüber gestellt, werden die Empfehlungen der Ernährungsforschung.

Das Modell der Salutogenese, mit dem Gedanken der Gesundheitsförderung und Prävention in Setting, bildet eine wesentliche theoretische Grundlage für die Beantwortung der Fragestellung. Dieser Ansatz lässt es zu, Schutzfaktoren in Bezug auf Kindergesundheit zu ermitteln und darzustellen. Im Einzelnen werden die bedeutenden Settings für Grundschulkinder analysiert, und zwar hinsichtlich ihrer Organisation, Aufgabe, Risiko- und Schutzfaktoren.

Der Punkt Elternpartizipation im Setting Schule ist ein weiterer wesentlicher Punkt der Betrachtung. Eltern sind eine relevante schulische Akteursgruppe (Meister, 2010, S. 277). Elternpartizipation in ihrer Bedeutung soll als wertvolle Ressource für Präventionsmaßnahmen hervorgehoben werden. Zur Veranschaulichung dienen die Darstellung eines Partizipationsmodells sowie Standards von Elternarbeit.

Für die Beantwortung der Fragestellung wurde die Interviewmethode gewählt. Eltern und Pädagogen als Hauptakteure des Setting Grundschule und des Setting Familie werden mit Hilfe eines leitfadengestützten Interviews befragt. Ziel ist es, möglichst viele Informationen und Sichtweisen zusammenzutragen, um Handlungsempfehlungen aufzustellen.

Die Bedeutung existierender Strukturen an der Grundschule wird aufgezeigt, aber auch Meinungen und Haltungen zum Thema erfragt. Ebenso wichtig ist es, zu ergründen, welche Umstände eine Umsetzung verhindern, um diese bei der Erstellung der Handlungsempfehlungen zu berücksichtigen. Die Schüler der Grundschule sind neben Eltern und Pädagogen auch relevante Akteure. Aus Machbarkeitsgründen werden sie in der folgenden Arbeit nicht befragt.

2 Ernährungssituation von Grundschulkindern in Deutschland und Ernährungsforschung

2.1 Übergewicht und Adipositas bei Grundschulkindern und Folgen

Innerhalb der Population der Grundschulkinder zeigt sich in KiGGS folgendes Bild: Der Anteil der übergewichtigen 7-10jährigen Kinder ist im Vergleich zu anderen Altersgruppen auffallend hoch. Haben 9% der 3-6jährigen Übergewicht, sind es bei den 7-10jährigen bereits 15% (Kurth & Pott, 2008, S. 42). Anteilig wurde bei 6,4% der Kinder dieser Altersstufe eine Adipositas festgestellt. Das sind über die Hälfte mehr gegenüber den 3-6jährigen (ebenda).

Dieses Ergebnis ist auch nicht als kurzfristige Veränderung zu sehen, denn der Vergleich mit der Referenzpopulation aus den 1980iger-1990iger Jahren bestätigt die Vermutung. Der Anteil der 3-17jährigen Kinder und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas hat sich um 50% erhöht. (Kurth et al, 2007, S. 737)

Auf die Ernährung bezogen, identifizierten Kurth & Schaffrath (2007, S. 740) u.a. eine zu kalorienreiche Nahrungsaufnahme. Die Folgen dieser Entwicklung gelten als bedenklich, denn die Kinder sind schon frühzeitig im Lebenslauf gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt. In vielfältiger Art sind das Folgen organischer, psychischer und physischer Natur. So manifestieren sich bei Kindern chronische Erkrankungen, die sonst erst im Erwachsenenalter auftraten (Kurth et al, 2008, S. 41).

Die Ausbildung einer Adipositas ist eine häufige Folge von Übergewicht, die meist mit weiterer Komorbidität einhergeht. Davon sind häufig das metabolische Syndrom, die Fettleber und orthopädische Störungen zu nennen (Wabitsch, 2004, S. 254). Diese frühzeitig einsetzende Krankheitslast führt im Erwachsenenalter weiter zu einem deutlich erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko (ebenda).

2.2 Ergebnisse der Ernährungsstudie EsKiMo als Modul von KiGGS

Die EsKiMostudie ist eine Ernährungsstudie im Rahmen von KiGGS, in der 2506 Jungen und Mädchen zwischen 6-17 Jahren zum Lebensmittelverzehr, Ernährungsverhalten bzw. Ernährungsumständen befragt wurden (Kurth et al, 2008, S. 9). Für die Gruppe der 6-11jährigen wurden die Eltern an der Datenermittlung beteiligt.

Die ermittelten Ergebnisse wurden mit den Empfehlungen des Forschungsinstitutes für Kinderernährung (FKE) verglichen. Zum Lebensmittelverzehr fällt insbesondere ein niedriger Verzehr von Nahrungsmitteln mit komplexen Kohlehydraten (z.B. Vollkornprodukte) sowie Milch und Milchprodukte auf (Mensink et al 2007, S. 53). Im Gegensatz dazu ist der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren zu hoch. Am auffälligsten ist, dass fast 100% der 6-11jährigen täglich Süßwaren, Knabberartikel und Limonade konsumieren.

Die Untersuchung zum Ernährungsverhalten zeigt in Bezug auf gemeinsame Mahlzeiten bei den 6-11jährigen ein eindeutiges Bild. So nahmen 40% der Befragten fast täglich ein gemeinsames Frühstück und 70% ein gemeinsames Abendessen innerhalb der Familie ein (ebenda).

2.2.1 Kernaussagen zur Energie- und Nährstoffzufuhr

Bezüglich der Nährstoffaufnahme vermittelt EsKiMo zwei Aussagen: Essentielle Nährstoffe wie Ballaststoffe, Vitamin D und E, Calzium und Folat sind zu wenig enthalten in den präferierten Lebensmitteln der 6-11jährigen. Weiterhin fällt eine hohe Proteinzufuhr und ein ungünstiges Fettsäuremuster der verzehrten Lebensmittel auf (Mensink et al, 2007, S. 83). Obst und Gemüse spielen als Energie- und Nährstoffquelle eher eine untergeordnete Rolle, denn die Hauptenergiequelle sind Süßigkeiten, Wurst und Brot. Im Fazit bedeutet es, Kinder essen zu viele energiedichte, nährstoffarme Lebensmittel, die eine hohe Kalorienzahl pro 100g Lebensmittel aufweisen (ebenda).

2.2.2 Obst- und Gemüseverzehr bei Grundschulkindern

In der Ernährungsweise der Grundschulkinder liegt der Obst- und Gemüseverzehr bei Kindern deutlich unter den empfohlenen Mengen. Gerade einmal 35% der 6-11jährigen Mädchen und 26,5% der gleichaltrigen Jungen erreichen die Verzehrempfehlung (Rabenberg & Mensink, 2011, S. 3). Bei getrennter Betrachtung beträgt der Obstanteil bei den Mädchen 18,8% und ist um das Dreifache höher als der Gemüseanteil (7,4%). Bei den Jungen fällt das Ergebnis ähnlich aus (15,1% Obst und 5,5% Gemüse), (ebenda).

Durch die Befragungen konnten auch bestimmte Präferenzen im Verzehr ermittelt werden. So sind beim Gemüse Gurken und Tomaten beliebte Sorten. Unter den Obstsorten ist der Apfel der Favorit (Mensink et al, 2007, S. 57).

Es fällt weiter auf, dass der größte Anteil roh verzehrt wird (ebenda). Auch bei den Erwachsenen setzt sich der Trend fort. 12% der 18-90jährigen Frauen und 6% der gleichaltrigen Männer essen laut einer Studie aus dem Jahr 2009 die empfohlenen Mengen (Rabenberg et al, 2011, S. 4). Die Altersgruppe potentieller Eltern zeigt somit ein ähnliches Ernährungsverhalten im Verzehr von Obst und Gemüse wie die Grundschulkinder.

2.3 Wissenschaftliche Erkenntnisse der Ernährungsforschung

Gesunde Ernährung ist inzwischen als elementarer Bestandteil der primären Prävention und Gesundheitsförderung erkannt worden. Kinder sind hinsichtlich der Ernährung eine besonders sensible Gruppe. Sie bilden Geschmack und deren Präferenzen überhaupt erst aus (Mensink et al, 2007, S. 1). Dafür ist jedoch ein regelmäßiger Verzehr nötig.

Für eine gesunde Entwicklung benötigen Kinder idealerweise von Anfang an eine optimale Nährstoffversorgung. Diese kann nur durch Vielseitigkeit in der Ernährungsweise erreicht werden, um damit den Bedarf an essentiellen Nährstoffen zu erreichen (Mensink, Kleiser, & Richter, 2007, S. 609). Ein weiterer Aspekt ist, dass Kinder in Bezug auf ihr Körpergewicht einen höheren Bedarf an Nährstoffen haben als Erwachsene (ebenda). In der Konsequenz hieße das, die Auswahl auf nährstoffdichte Lebensmittel zu konzentrieren.

Damit die Kinder von den Erkenntnissen profitieren können, müssen diese auch in ihre Lebenswelten transportiert werden. Mittels Ernährungsbildung und deren praktische Anwendung wird idealerweise Ernährung zum offenen lebenslangen Lernprozess in verschiedenen Orten und Systemen, wie z. B. Schule und Familie (Bartsch, Büning-Fesel, Cremer, Heindl, Lambeck, et al, 2013, S. 85).

2.3.1 Die optimierte Mischkost "optiMIX®"

Das FKE in Dortmund ist seit fünf Jahrzehnten in der Erforschung der Ernährung des gesunden Kindes tätig (Kersting & Lentze, 2014, S. 623). Mit der Entwicklung des Konzeptes der optimierten Mischkost "optiMIX®" beschreitet es neue Wege zur Förderung einer präventiven Kinderernährung (FKE, 2014).

In der Anwendungsforschung bedeutet dies die Zusammenführung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit der Realität der Kinderernährung in ein Präventionskonzept. Mit der Prüfung auf Handhabbarkeit und Wirksamkeit befindet sich das Konzept in einem ständigen Prozess der Anpassung und Aktualisierung (ebenda). Inzwischen gilt es europaweit als Modell zur evaluierten Empfehlung für Kinderernährung (Kersting et al, 2014, S. 624). OptimiX® ist so konzipiert, dass es den Bedarf an allen essentiellen Nährstoffen deckt.

Wissenschaftliche Kriterien wie Nährstoffzufuhr sind ein Teil. Prävention mit praktischen Anforderungen, wozu auch Lebensmittelauswahl, Gewohnheiten und Präferenzen von Kindern eingeschlossen sind, gehören auch dazu (Kersting & Sichert-Hellert, 2005, S. 93). Als Orientierung wurden sieben Tage Speisepläne mit altersgemäßen Verzehrmengen von Lebensmittelgruppen abgeleitet (Kersting, 2009, S. 160). Das lässt Variationen und Vielfältigkeit in der Speisenauswahl zu. Die Mahlzeiten können im Einzelnen zusammengestellt werden und sind bezüglich der

Auswahl und Menge altersbezogen. Dabei folgt es 3 Grundregeln:

- pflanzliche Lebensmittel und energiearme Getränke - reichlich
- tierische Lebensmittel - mäßig
- Fett- und zuckerreiche Lebensmittel - sparsam

Die Mahlzeiten sollten in zwei Haupt- und drei Zwischenmahlzeiten aufgeteilt sein Auf Präferenzen von Kindern wird insoweit eingewirkt, dass durch langsames Gewöhnen eine Veränderung erzielt wird. Das gelingt durch schrittweises Ersetzen und Mischen wie z. B. Wasser und verdünnter Obstsaft oder Naturjoghurt und Fertigjoghurt (ebenda).

2.3.2 "5 am Tag", die internationale Empfehlung zum Obst- und Gemüseverzehr

Um die täglich empfohlene Verzehrmenge an Obst und Gemüse zu erreichen, sollten Grundschulkinder jeweils 200 – 250 g zu sich nehmen (Rabenberg et al, 2011, S. 3). So wäre es sinnvoll, den Kindern zu den Mahlzeiten immer Obst bzw. Gemüse anzubieten.

Eine internationale Kampagne zur Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs heißt „5amTag“. Begonnen wurde diese in den USA und wird seit vielen Jahren in Europa propagiert, seit 1998 auch in Deutschland. Damit sollte zur Reduktion ernährungsabhängiger Krankheiten beigetragen werden (Pigeot, Bosche & Pohlabel, 2004, S. 258). Die Organisation „5amTag“ besteht inzwischen aus einem Netzwerk mit mehr als 100 Mitgliedern aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Wissenschaft (5amtag, 2014).

Die Kampagne visualisiert die empfohlene Verzehrmenge an Obst und Gemüse mit dem Maß einer Handvoll am Tag und macht sie damit leicht verständlich und von der Umsetzung alltagstauglich. Der Verein zeigt auf seiner Internetplattform eine Reihe von Informationen zur praktischen Umsetzung und fokussiert dabei Interventionen in den Settings. So fordert er z. B. die Einführung eines nationalen Schulfrucht-programmes (Kaiser & Schöneberger, 2008, S. 280).

3 Die salutogenetische Sichtweise

Das von Antonovsky entwickelte Modell der Salutogenese trug maßgeblich dazu bei, den Ansatz der Gesundheitsförderung in einer nach wie vor pathogenetisch orientierten Welt weiter zu etablieren. Damit stellt sich nicht mehr vordergründig die Frage nach Krankheiten, sondern die Determinanten für Gesundheit rücken mehr in den Blickwinkel (Hurrelmann, Laaser & Richter, 2012, S. 678).

In der Vorstellung von Antonovsky ist Gesundheit kein festes, stabiles Konstrukt, sondern eher ein labiles, aktives sich regulierendes Geschehen (BzgA, 1998, S. 25). Es braucht also Faktoren, die Gesundheit immer wieder herstellen. Antonovsky definiert dies über das Vorhandensein nötiger Schutzfaktoren und Ressourcen (ebenda).

Ein weiterer Punkt ist die Betrachtungsweise. Der Mensch wird nicht isoliert gesehen, sondern es interessiert in dem Zusammenhang sein alltägliches Lebensumfeld sowie seine persönlichen, körperlichen, psychischen und sozialen Befindlichkeiten (Hurrelmann et al, 2012, S. 678). Das Kernstück des Modells ist der Kohärenzsinn. Er stellt die Grundhaltung des Individuums zum Leben dar (BzgA, 1998, S. 26). Je stärker dieser ausgeprägt ist, umso mehr Ressourcen und Widerstandskräfte sind vorhanden, je mehr sind diese Menschen in der Lage, sich gezielt für gesundheitsförderliche Verhaltensweisen zu entscheiden (ebenda).

Der wirkungsvollste Ansatz ist die Kombination von verhaltensbezogenen und verhältnisbezogenen Maßnahmen. Ausgehend von Antonovskys Grundidee fokussiert das sozioökologische Modell der WHO die Umweltbedingungen (Verhältnisse) und verfolgt die Strategie der Herstellung von Settings (Hurrelmann et al, 2012, S. 678). Dort lassen sich gezielt gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen herstellen. Solche Settings bilden Betrieb, Schule, Kita und Stadtteil.

Interventionen für Verhaltensänderungen basieren in der Regel auf psychologischen Modellen. Speziell für Maßnahmen zur gesunden Ernährung von Kindern stellen sich besonders positive Effekte ein, wenn neben Information auch kognitiv-behaviorale Elemente eingesetzt werden. Dazu gehört unbedingt die Einbeziehung der Eltern (Pietrowsky, 2006, S. 189).

Von einem solchen Perspektivenwechsel profitieren Kinder im besonderen Maße. Das Kindesalter ist eine Lebensphase mit relativ geringer Belastung durch Krankheiten (Erhart, Ottova, Ravens- Sieberer, 2010, S. 59). Jedoch werden in dieser Phase die Grundlagen für die Gesundheitsdynamik in weiteren Lebensphasen geschaffen. Gesundheitsrelevante Einflussfaktoren, wie z. B. Ernährung bilden sich aus und werden zunächst maßgeblich von Eltern geprägt (ebenda). Somit ist eine gesunde Ernährung als Schutzfaktor zu sehen. Genauso kann Fehlernährung zur gesundheitlichen Belastung werden und zu chronischen Erkrankungen führen, von denen die Betroffenen lebenslang beeinflusst sein werden.

4 Bedeutende Settings im Grundschulalter

Die Lebenswelt (Setting), in der sich Kinder im Grundschulalter vorwiegend aufhalten, ist die Familie. Mit dem Schuleintritt kommt das Setting Schule hinzu und wird neben der Familie ein bedeutender Teil für die Kinder.

4.1 Definition Setting

„[…]Ein Setting ist eine soziale Institution wie etwa Familie, Kindergarten, Schule oder Betrieb,[…], in der eine Vielzahl relevanter Umwelteinflüsse für bestimmte Mitglieder/Einwohner ausgeübt und die Bedingungen von Gesundheit durch die Systemangehörigen zugleich aktiv gestaltet werden können[…]“ (Hurrelmann et al, 2012, S. 680).

4.2 Das Setting Familie

Die Familie wird im Allgemeinen als zentrale Sozialisationsinstanz beschrieben (Kolip et al, 2012, S. 524, Rattay, Lampert, Neubauer, & Ellert, 2012, S. 146).

Auf Ebenen betrachtet bildet Familie auf der Mikroebene ein System individueller Personen unterschiedlichen Geschlechts und Alters, auf der Mesoebene ein Interaktionssystem und auf der Makroebene eine gesellschaftliche Institution und Wirtschaftseinheit (Bals, 2008, S. 27). Die Doppelfunktion, einmal in biologischer Hinsicht und zum anderen die psycho-soziale Komponente, macht sie zu einem System der besonderen Art (Bals, 2008, S. 27, Schnabel, 2010, S. 314). Hier konzentrieren sich alle alltäglichen Interaktionen. Grundlegende Einstellungen, Fähigkeiten, Kenntnisse für eine psychische, körperliche, soziale und kognitive Entwicklung werden erworben (Rattay et al 2012, S. 146).

Vordergründig erfahren Kinder ihr gesundheitsrelevantes Verhalten im Bereich Ernährung-, Bewegung- und Freizeitverhalten über Alltagspraktiken innerhalb der Familie (ebenda). Dieses Setting ist für Kinder als elementar zu bezeichnen. Kein anderes System beeinflusst so früh den Lebenslauf. Der Erziehungsstil der Eltern trägt wesentlich zur Ausbildung von Selbstbewusstsein, Kreativität, Zufriedenheit, aber auch zur Gesundheit bei (Schnabel, 2010, S. 314). Des Weiteren gibt es zahlreiche Verhaltensbereiche, wo der Zusammenhang zwischen elterlichen und kindlichen Verhaltensweisen bewiesen ist (Kolip & Lademann 2012, S. 524).

Damit wären hier größtmögliche Chancen für Interventionen gegeben. Jedoch sind Familien Orte mit einer Privatsphäre, die aus verschiedenen Gründen besonderen Schutz genießen (Schnabel, 2010, S. 313). Das wiederum erschwert den Zugang für effektive Maßnahmen.

4.2.1 Schutz- und Risikofaktoren

Aufwachsen in Familien kann durch die Ausbildung gesundheitlicher Schutzfaktoren, aber auch durch gesundheitliche Risiken geprägt sein (Herlth, 2008, S. 30). Wichtigste protektive Faktoren von Familie sind dauerhaft gute Beziehungen zu primären Bezugspersonen, sicheres Bindungsverhalten, positives Familienklima, enge Geschwisterbeziehungen, gute finanzielle Ausstattung und hoher Bildungsgrad der Eltern (Rattay et al 2012, S. 146). Überwiegen jedoch die Risiken, können protektive Faktoren nicht ausgebildet werden (Herlth, 2008, S. 30). Dann sind die nicht vorhandenen Schutzfaktoren als Risikofaktoren zu sehen.

Der Einfluss auf das Wohlbefinden des Kindes entsteht jedoch nicht durch einzelne Fragmente, sondern aus der Gesamtheit ausgebildeter protektiver und vorhandener Risikofaktoren (Rattay et al 2012, S. 147).

4.2.2 Ernährung und Ernährungsbildung als Teil familialer Alltagsbewältigung

Ernährung zählt zu den körperlichen Grundbedürfnissen. In jungen Lebensjahren unterliegt diese ausschließlich der elterlichen Kontrolle (Herlth, 2008, S. 32). Das bedeutet, die Versorgung mit Lebensmitteln, und die Auswahl dieser erfolgt über die Familie (Molderings, 2009, S. 84). Dazu gehört ebenso die Kompetenz von Eltern verbunden mit den Schutzfaktoren, dieses umzusetzen. Das spiegelt sich im Einkaufsverhalten, im Einnehmen gemeinsamer Mahlzeiten, im Schulfrühstück wider.

4.3 Das Setting Schule

Nach Bals (2008, S. 135) sind Schulen ein klassisches Setting in der Gesundheitsförderung. Sie wurden frühzeitig als solche genutzt und die WHO erklärte in verschiedenen Konferenzen und Papieren, dass sich schulische Gesundheitsförderung als Hauptfeld von Präventionen und Interventionen etabliert hat (ebenda).

Aufgabe der Schule ist es Schüler unter Anleitung speziell ausgebildeter Experten auf die berufliche Arbeit vorzubereiten (Schnabel, 2012, S. 317). Das Ganze ist eingebettet in eine rechtlich fixierte Verhaltenserwartung, in Unterrichtspläne und in Abhängigkeits- und Weisungsverhältnissen, die einer bestimmten Struktur folgen (ebenda). Der Schulalltag ist durch Zeiten festgelegt und erfordert pädagogisches Personal (Lehrer, pädagogische Mitarbeiter), um den Betrieb zu gewährleisten. Der Lehrplan ist die Arbeitsgrundlage.

Nebenher sind auch außerunterrichtliche Angebote möglich, wie Arbeitsgemeinschaften. Deshalb zählt Schule zu den formalen Systemen, nach universellen Abläufen und Regeln strukturiert (Bals, 2008, S. 136). Zum Interaktionsgefüge gehören Schüler, Lehrer und Eltern (ebenda).

4.3.1 Bedeutung für die Schülergesundheit

Schule vermittelt „[…]Wissen, Einstellung und Verhaltensweisen im Umgang mit Gesundheit und Krankheit[…]“ (Naidoo & Wills, 2010, S. 316). Es ist eine Teilaufgabe, die Kinder zu befähigen gesunde Lebensweisen zu entwickeln (ebenda). Damit stellt Schule eine wertvolle Ressource in der Gesundheitsförderung dar. Die Vorteile zugunsten des formalen Systems sind hier deutlich zu erkennen. Die Inhalte, geregelte Abläufe und das Vorhandensein gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen schaffen gute Voraussetzungen für die Entwicklung (Hähne, Bilz, Dümmler & Melzer, 2008, S. 142).

Eine weitere Tatsache ist die Erreichbarkeit aller Kinder mit dem Eintritt in die Schule, die damit als geeigneter Ort für Prävention und Gesundheitsförderung erklärt werden kann. Es gilt jedoch zu bedenken, dass auch Lehrer von Belastungen des Schulalltags betroffen sein können und dies ist bei Interventionen zu berücksichtigen (ebenda).

4.3.2 Ernährung und Ernährungsbildung in der Schule

Gesunde Ernährung und Ernährungsbildung ist als Teil von Programmen inzwischen an Schulen integriert. Das BMG verabschiedete 2008 mit dem Nationalen Aktionsplan Maßnahmen und Strategien, wie u.a. im Setting Schule Veränderungen erreicht werden können. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Verbesserung der Schulverpflegung, die durch die Schaffung von bundesweiten Vernetzungsstellen Standards einer gesunden Essenversorgung einführen soll. Formal beinhalten die Schulgesetze der Bundesländer den Auftrag der Vermittlung und Bildung gesunder Ernährung (Bartsch et al, 2013, S. 88).

Im Schulalltag konkurriert dieses Thema jedoch mit anderen und wird eher als Querschnittsaufgabe oder Wahlthema bearbeitet. In der praktischen Umsetzung bieten sich den Schülern dennoch neue Lernmöglichkeiten. Mit dem Eintritt in die Schule finden sich z. Bsp. neue, verlässliche Strukturen in der Weise des Zusammenessens. Die Gestaltung von Essenssituationen zählt nun auch zu den pädagogischen Aufgaben (ebenda).

4.4 Verzahnung von Familie und Schule - Ein Weg, um Eltern zu erreichen

Gesundheitswissenschaftler vertreten zunehmend die Meinung, dass Settings im Rahmen von Interventionen nicht mehr isoliert betrachtet werden sollten. Rattay et al, (2012, S. 167) sprechen von stärkerer Vernetzung der familialen Lebenswelt und pädagogischen Settings. Von einer Einbeziehung von Schule, Elternhaus und sozialem Umfeld berichtet Bals (2008, S. 136). Mensink (2007, S. 48) sieht den Beginn der Maßnahmen im Familiären, welche ergänzt und in den anderen bedeutenden Settings weitergeführt werden.

Für Intervention mit Kindern im Grundschulalter ist gerade diese Erkenntnis sehr wichtig. Familie und Schule sind in diesem Lebensabschnitt die sozialen Systeme, in denen sie am häufigsten hin und her wandern. So sollten diese Synergien genutzt werden, um Eltern im Sinne des Voneinander Lernens zwischen Elternhaus und Schule zu erreichen (Schnabel, 2010, S. 312).

Lässt das Setting Familie aufgrund seiner eher individuellen Struktur und Privatheit eher weniger Platz für erfolgreiche Interventionen zu, bietet das Setting Schule Örtlichkeiten wegen seiner primär offenen Struktur. Das eröffnet die Möglichkeit, zur Begegnungsstätte zu werden. So können Eltern ihre Alltagserfahrungen mitbringen und unter strukturierter und fachlicher Expertise sowie in einem Austausch mit anderen Eltern Wissen vermittelt bekommen und Wissen weitergeben.

5 Partizipation

5.1 Begriffsdefinition

Der Begriff stammt aus dem lateinischen Wort „particepts“ und bedeutet an etwas teilnehmend, einer Sache teilhaftig werden, bei etwas beteiligt sein (Bartscher, 1998, S. 22). So meint Partizipation allgemein das Einbezogensein von Personen und Gruppen in Entscheidungen, die sie selbst und ihr Umfeld betreffen (Thäger & Stirtzel, 2013, S. 15). Straußberger & Rieger (2014, S. 230) sehen Partizipation als Mitwirkung an Entscheidungen und damit auch Einfluss auf das Ergebnis nehmend. Dadurch sollen Formen einer Beteiligung ausgeschlossen werden, welche Meinungen von Akteuren ohne Auswirkung auf das Ergebnis reflektieren (ebenda).

5.2 Partizipation und Gesundheitsförderung

Der Gedanke der Partizipation findet seinen Ursprung u.a. in der Ottawa Charta der WHO der Gesundheitsförderung von 1986. Dabei verfolgt Gesundheitsförderung das Ziel, Individuen zu befähigen, selbstbestimmt zu handeln, um Gesundheitschancen zu erhöhen (Wright, 2012, S. 94).

Partizipation stellt ein Handlungsprinzip dar, dass die Ausbildung solcher Fähigkeiten ermöglicht. Teilhabe an Entscheidungen und Mitwirken an Interaktionen lässt Individuen Erfahrungen machen, die sie im eigenen gesundheitsbewussten Handeln bestärken. Hier gilt es zu beachten, dass Ansätze der Gesundheitsförderung nur erfolgreich sein können, wenn Zielgruppen frühzeitig partizipiert werden (Altgeld & Kolip, 2012. S. 47). Dazu gehört die Einholung der Meinung der Zielgruppe, wie eine Interaktion gestaltet werden kann. Die Berücksichtigung dieser Meinung sichert die Inanspruchnahme und damit die gewollte Veränderung von Verhalten (ebenda).

5.3 Modelle von Partizipation

Anhand von Partizipationsmodellen ist zu erkennen, dass Partizipation keine Größe ist, die in kürzester Zeit erreicht sein wird. Anders benannt ist Partizipation keine Entweder - Oder Option (Wright 2012, S. 95). Die modellhafte Darstellung unterschiedlich betitelter Stufen untermauert dies.

Das Stufenmodell von Wright ist ein Beispiel in der Gesundheitsförderung. Der Prozess wird über acht Stufen dargestellt, wobei zwischen Nichtpartizipation, Vorstufen und echter Partizipation unterschieden wird (s. Abb. 1). Wichtig ist, dass außer der Instrumentalisierung jede Stufe ihre positive Berechtigung hat. So kann geklärt werden, wie weit eine Zielgruppe partizipiert ist, bzw. wie eine zukünftige Zusammenarbeit aussehen könnte (ebenda).

Eine andere interessante Darstellung bietet das Modell von Straßburger und Rieger. Im Unterschied zu Wright zeigt sich hier eine Aufsplitterung der Beteiligten, einmal aus professioneller Perspektive und aus der Sicht der Bürger (Straßburger et al, 2014, S. 232). Die professionelle Seite informiert, holt sich die Lebensweltexpertise der Adressaten ein und die Bürger treffen Entscheidungen gemeinsam mit Fachkräften (ebenda).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Partizipationsmodell nach Wright/ Straßburger/Rieger

5.4 Partizipation von Eltern im Setting Schule

Die Geschichte sogenannter Elternarbeit im Bereich Bildung hat eine bereits lange Tradition. Das führte im Verlauf zu einem vielschichtigen Begriffsbild wie z. B. Elterneinbeziehung, Elternmitwirkung, Elternmitbestimmung, Elternpartizipation. Im Grunde soll Elternarbeit eine Kommunikation und Kooperation der Bildungseinrichtung mit dem Elternhaus herstellen (Stange, 2013, S. 27).

Die Teilhabe kann nur gelingen, wenn zwei Bedingungen gegeben sind. Die Gelegenheit auf der einen Seite muss gegeben sein, und die Nutzung der Gelegenheit von der anderen Seite sollte in Anspruch genommen werden (Rosenbrock, 2012, S. 9). Das heißt, Lehrer als Fachexperten im Setting Schule lassen Eltern an ihrem Wissen teilhaben und akzeptieren jedoch auch die Expertise der Eltern und umgekehrt. (Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Eigene Darstellung

5.4.1 Rechtliche Grundlagen für Elternarbeit

Auch per Gesetz sollen Eltern am Schulleben beteiligt werden. Schulgesetze obliegen der Hoheit der Bundesländer. Am Beispiel des Schulgesetzes des LSA ist Elternarbeit wie folgt geregelt. §59 SchulG LSA beschreibt die Mitwirkung der Erziehungsberechtigten in der Schule. Eltern haben das Recht auf Information und Nachfrage bezüglich der Unterrichtsgestaltung. An jeder Schule sollen Elternvertretungen gebildet werden. Laut §55 SchulG LSA haben Eltern das Recht, sich als Elternvertreter zu organisieren und Beschlüsse zu fassen. Sie sind sogar aufgefordert, Erziehungsberechtigte zu informieren und zu interessieren, aktiv an der Verbesserung der inneren und äußeren Schulverhältnisse mitzuarbeiten.

5.4.2 Elternpartizipation - Standards von Elternarbeit

Es ist bekannt, dass sich optimale schulische Fördereffekte bei Kindern maßgeblich durch eine aktive Zusammenarbeit mit den Eltern einstellen (Sacher, 2012, S. 7). Dazu wurden Standards der Elternarbeit definiert. Maßgeblich tragen eine Willkommenskultur und eine intensive, regelmäßige Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule dazu bei.

Eltern sollten im Setting Schule gleichberechtigte Partner sein und nicht nur Informations- und Weisungsempfänger (ebenda). Das entspricht den Aussagen des Partizipationsmodells (siehe Abb. 1). Eigenverantwortlichkeit entsteht erst durch Einbeziehung und einer Steigerung des Partizipationsgrades.

Bei komplexer Problematik wird eine ganzheitliche Betrachtung empfohlen, welche auch eine Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen einschließt. Hier finden sich durchaus Parallelen zum Ansatz der Gesundheitsförderung. Für die Beantwortung der Fragestellung könnten die Standards ein hilfreiches Kriterium sein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Elternpartizipation im Setting Grundschule. Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Steigerung des Obst-und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
52
Katalognummer
V315884
ISBN (eBook)
9783668160446
ISBN (Buch)
9783668160453
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsförderung im Setting Schule, Schulobst- und gemüseprogramm
Arbeit zitieren
Juliane Hesse (Autor), 2015, Elternpartizipation im Setting Grundschule. Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Steigerung des Obst-und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315884

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Titel: Elternpartizipation im Setting Grundschule. Entwicklung einer Strategie zur nachhaltigen Steigerung des Obst-und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern


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