Unterrichtsentwurf im Fach Französisch zu den Verben "aimer" und "adorer" (7. Klasse Gesamtschule)

Reaktivierung und Verbalisierung des Wortschatzes zum Thema „Les loisirs“


Unterrichtsentwurf, 2015
19 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Schulische Bedingungen
1.1 Überfachliche Lernvoraussetzungen
1.2 Fachliche Lernvoraussetzungen
1.3 Differenzierung

2 Sachanalyse

3 Didaktische Überlegungen

4 Methodische Überlegungen

5 Verlaufsplan der Stunde

6 Einbettung in die Unterrichtseinheit

7 Anhang

8 Quellen

1 Schulische Bedingungen

Die Schule ist eine kooperative Gesamtschule mit Haupt- und Realschulzweig, sowie einem eigenständigen Gymnasialzweig inklusive gymnasialer Oberstufe.

Die Lerngruppe 7Ra, b, c besteht aus 24 Schülerinnen und Schülern1 (14 männlich, zehn weiblich). Der Kurs setzt sich aus drei Klassen zusammen. Die Schüler haben sich zu Beginn dieses Schuljahres im Rahmen des Wahlpflichtangebotes für das Fach Französisch entschieden. Zum Halbjahreswechsel im Februar 2015 habe ich die Lerngruppe von meiner Mentorin übernommen und unterrichte seitdem vierstündig mit ihr in einer Doppelsteckung. Medial stehen ein Overheadprojektor und zwei vertikal verschiebbare Kreidetafeln zur Verfügung. Der Overheadprojektor ist aufgrund des Fehlens von Jalousien nur bedingt zum Einsatz geeignet.

Durch regelmäßige Hospitationen seit Beginn des Referendariats im November 2014 konnte ich die Klasse bereits kennenlernen und mir einen genaueren Überblick über sie verschaffen.

1.1 Überfachliche Lernvoraussetzungen

Das Arbeitsverhalten des Französischkurses lässt sich als heterogen beschreiben. Während einerseits etwa die Hälfte der Lerngruppe sowohl mündlich als auch schriftlich gut und zügig mitarbeitet, lässt sich andererseits bei den übrigen Schülern eine ebenso schwache Mitarbeit erkennen. Dies nicht zuletzt dadurch, dass einige Schüler regelmäßig grundlegende Unterrichtsmaterialien zu Hause lassen oder vergessen.

Während Still-, Partner- oder Gruppenarbeitsphasen entstehen nur selten lautere Gespräche, die nicht das Unterrichtsgeschehen betreffen.

Die Motivation der Schüler stellt sich gemischt dar. Während der eine Teil der Lerngruppe gerne Französisch lernt, ist bei dem anderen leider der Fall, dass sie entweder unter anderem aufgrund der Entscheidung ihrer Eltern an diesem Wahlpflichtkurs teilnehmen oder dass sie momentan - zu Beginn des zweiten Fremdsprachenlernprozesses - eine Überforderung in Form von Resignation darlegen. Daher steht die Motivation im momentanen Unterrichtsgeschehen im Vordergrund, um den SuS die vielfältigen Möglichkeiten der Mehrsprachigkeit durch die französische Sprache aufzuzeigen.2

Schließlich ist positiv zu betrachten, dass die Lerngruppe klassenübergreifend ein gutes Sozialverhalten zeigt und nur wenige Abneigungen bestehen, mit Schülern aus Parallelklassen zusammen zu arbeiten.

1.2 Fachliche Lernvoraussetzungen

Der Französischkurs hat seit Schuljahresbeginn gelernt, sich und andere vorzustellen sowie kleinere Dialoge (mit Hilfestellungen) und einfache Bildbeschreibungen durchzuführen. Des Weiteren erlernten die Schüler ihre Arbeitsmaterialien, ihr Zuhause, einfache Zimmereinrichtungen zu beschreiben sowie Besitz zu benennen (Possessivbegleiter). Insgesamt gibt es in der Klasse noch erhebliche Schwächen in der Aussprache. Dies lässt sich im Besonderen daran erkennen, dass Wortendungen komplett oder dass Wörter wie un, en und le auch nach mehrfachem Üben falsch ausgesprochen werden. Dies hat sich jedoch im Laufe der letzten acht Wochen verbessert. Aufgrund des geringen Vokabelwissens der Lerngruppe lag mein Augenmerk zu Beginn meiner Unterrichtsübernahme darauf, dass die Schüler ihr Vokabelwissen zunächst erweitern und dieses durch Eselsbrücken und kleinere Geschichten zu festigen, um so vor allem die Motivation zu fördern.3

In den letzten Stunden haben die Schüler die Verben adorer und aimer, die Verneinung und neun Hobbies kennengelernt, die sie sich selbstständig ausgesucht haben.

1.3 Differenzierung

Im Folgenden möchte ich die geplanten Differenzierungsmaßnahmen, welche sich auf den Hessischen Referenzrahmen Schulqualität stützen, chronologisch vorstellen4: Als erste Differenzierungsmaßnahmen fungieren die Bilder der zwölf Hobbies mit den jeweiligen französischen Bezeichnungen, die während der kompletten Stunde als Hilfe zur Verfügung stehen.

In der Erarbeitungsphase wurden die Partnerschaften so eingeteilt, dass immer ein lernschwächerer Schüler mit einem stärkeren Schüler zusammen den einübt. Darüber hinaus erhalten die lernschwächeren Schüler einen vereinfachten Tandembogen, worin sie lediglich wenige ihnen bekannte Satzstrukturen ausfüllen sollen. Die lernstärkeren Schüler haben offenere Antwortmöglichkeiten. Schließlich das Kreuzworträtsel: hier gibt es ebenfalls eine dreifache Differenzierung. Die lernstärkeren Schüler erhalten keinerlei Zusatzinformationen zu den einzufüllenden Wörtern, die mittelstarken Schüler erhalten lediglich den Anfangsbuchstaben des einzusetzen Wortes und die lernschwachen Schüler bekommen bereits eine Version, in der sowohl der Anfangs- als auch der Endbuchstabe in die Zellen bereits eingesetzt ist.

2 Sachanalyse

In dieser Unterrichtsstunde reaktivieren die SuS ihren lexikalischen Wortschatz und erweitern diesen um drei weitere Hobbies. Präzise geht es um die Konstruktionen aimer + l’article défini, adorer + l’article défini und ne pas aimer + l’article défini. Die Verben aimer, adorer und ne pas aimer stellen infinite Verbformen dar. Jedoch werden in der vorliegenden Stunde lediglich finite Formen benötigt, wie J’aime, Tu adores etc.5 Im Falle der Verneinung am Beispiel Je n’aime pas le foot tritt das grammatikalische Phänomen auf, dass bei einem bestimmten Artikel im positiven Satz, dieser im negativen Satz beibehalten wird.6

3 Didaktische Überlegungen

Das Thema der Unterrichtsstunde „J’aime le foot, et toi?“ findet sich im Lehrplan Französisch für den Bildungsgang Realschule des Landes Hessen im verbindlichen Themenbereich „Hobbys und Interessen“ wieder.7 Weiter liegt der Fokus der Stunde darauf, seine Vorlieben und Abneigungen zu beschreiben sowie Kontakte zu pflegen. Diese beiden kommunikativen Tätigkeiten finden sich ebenfalls im Hessischen Lehrplan innerhalb der Arbeitsbereiche „Mündliche Kommunikation und „Schreiben“.8 Schließlich sei zu erwähnen, dass sich ebenso das Präsentieren der Dialoge im Lehrplan im oben genannten Arbeitsbereich unter „in einem szenischen Spiel eine vorgegebene Rolle spielen“ befindet.9

Im neuen Kerncurriculum für Hessen Sekundarstufe I - Realschule für Moderne Fremdsprachen lässt sich das Unterrichtsthema im Rahmen der Kommunikativen Kompetenzen vor allem im Feld Sprechen einteilen, jedoch tangiert das Thema auch den schriftlichen Bereich.10 Weiter lässt sich die Stunde in das Inhaltfeld „Persönliche Lebenswelten - Ich und die Anderen“ einordnen, worin es heißt: „In authentischen und simulierten Kommunikationssituationen ist das soziale Miteinander zentral.“11 Und weiter, dass „Informationen, Sichtweisen, Meinungen und Gefühle ausgetauscht“ werden.12 Jedoch begründen sich vor allem in den authentischen Kommunikationssituationen das Thema der Stunde.

Das schulinterne Curriculum ist noch nicht abschließend ausgearbeitet und wird hier deshalb nicht berücksichtigt.

Die erste Phase des Unterrichts, der Einstieg, beginnt mit der ritualisierten, stehenden Begrüßung zwischen der Lehrkraft und den Schülern (in dieser Unterrichtsstunde auch der Gäste). Das Aufstehen zu Beginn der Stunde bedeutet für die Schüler nicht nur den Stundenanfang, sie ermöglicht ihnen darüber hinaus eine kurze Bewegungsphase. Dieses Ritual wirkt laut Nolting unterstützend, um Unterrichtsstörungen vorzubeugen.13 Das Aufwärmen verläuft so, dass die Schüler das jeweils vom Lehrer gezeigte Hobby auf Französisch benennen. Hierdurch soll das Vorwissen aktiviert werden. Zusätzlich dienen die Bilder im weiteren Verlauf der Stunde als Hilfestellungen in der Erarbeitungsphase. Danach wird eine kleine Fragerunde durch den Lehrer begonnen, indem er sagt: „Moi, j’aime le basket. Et toi, Vorname?“ Durch diese zwei Sprechmöglichkeiten sollen die Schüler im Französisch-Unterricht ankommen, ihre Gedanken und Vokabular ordnen und ihr Vorwissen aktivieren. Zusätzlich soll ihnen hierdurch Sicherheit vermittelt werden, die Fremdsprache zu verwenden.

In der Phase der Hinführung sollen die Schüler zunächst durch die Präsentation des Stundenablaufs eine Orientierung erhalten und um so den Lernprozess transparent darzustellen.

Bei der Erweiterung des Vokabelwissens durch drei neue Hobby-Vokabeln (le ping-pong, le skate, la peinture) soll den Schülern durch das Anbringen der Bilder die kognitive Verknüpfung mit den neuen Vokabeln ermöglicht werden. Mit Hilfe des Nachsprechens im Chor sollen zum einen alle Schüler aktiviert, zum anderen aber auch das Bloßstellen Einzelner verhindert werden.14

In der anschließenden Erarbeitungsphase fördern die Schüler durch die Bearbeitung der Tandembögen nicht nur ihre Sozial- und Kommunikative Kompetenz im überfachlichen Sinne, sondern auch ihre Schreib- und Sprachkompetenz im fachlichen Bereich. Die folgenden Präsentationen dienen zum einen dazu, dass die Schüler Französisch sprechen, hören und ihr Vokabular festigen. Zum anderen sollen so Hemmungen und Ängste vor dem Präsentieren und Französisch reden abgebaut werden.

In der letzten Phase, der Ergebnissicherungsphase, soll mit Hilfe des Bingo-Spiels eine breite Aktivierung der Schüler hervorgerufen werden.15 Dies dient nicht nur der Prävention von Unterrichtsstörungen, es soll die Schüler ebenso motivieren, die Stunde mit Spaß abzuschließen. Das Vokabular kann hier zum Abschluss nochmals gefestigt werden. Letzten Endes wird ebenso die persönliche Lebenswelt der Schüler in den Fokus gerückt, denn jeder hat die Möglichkeit, seine Vorlieben und Abneigungen individuell zu äußern.

Schließlich sei hier noch die angewendete Didaktische Reduktion erwähnt. Diese wird wie folgt deutlich: Erstens werden nur neun bzw. zwölf Hobbies behandelt in dieser Stunde, um eine Überforderung der Schüler zu vermeiden. Zweitens findet eine grammatikalische Reduktion statt, indem der bestimmte Artikel sowohl in den positiven als auch in den negativen Sätzen unverändert angewendet wird und so eine Verwirrung der Schüler ausschließt. Die andere Möglichkeit, die Hobbies in Form von J’aime jouer au foot oder Je n’aime pas de faire de la danse zu behandeln, erachte ich momentan für nicht ohne weiteres umsetzbar, da die individuellen Lücken im Fremdsprachenvermögen der Schüler noch zu groß sind.

[...]


1 Im Folgenden ist mit dem Begriff „die Schüler“ die Gemeinschaft der Lerngruppe gemeint. Sollte eine Geschlechterdifferenzierung notwendig sein, wird dies explizit ausgeschrieben.

2 Vgl. zur Notwendigkeit von Motivation im Französischunterricht: Reinfried, Marcus: Didaktisch-methodische Prinzipien. In: Nieweler, Andreas (Hg.): Fachdidaktik Französisch. Tradition - Innovation - Praxis. 1. Auflage. Stuttgart 2012, S. 44-54, hier: S. 53.

3 Vgl. ebenso zur Sinnhaftigkeit der kognitiven Vokabelvernetzung: Reinfried, Marcus: Wortschatzarbeit. In: Nieweler, Andreas (Hg.): Fachdidaktik Französisch. Tradition - Innovation - Praxis. 1. Auflage. Stuttgart 2012, S. 174-189, hier: S. 182-189. 4 Vgl. Hessisches Kultusministerium (Hg.): Hessischer Referenzrahmen Schulqualität. Qualitätsbereiche, Qualitätsdimensionen und Qualitätskriterien. Wiesbaden 2011, hier insbesondere: Qualitätsbereich VI Lehren und Lernen, S. 23-25.

5 Vgl. Confais, Jean-Paul: Grammaire explicative. Schwerpunkte der französischen Grammatik für Leistungskurs und Studium. 15. Auflage. Ismaning 2008, S. 11.

6 s. dazu auch das Kapitel „Differenzierung“ und vgl. Confais, Jean-Paul: Grammaire explicative. Ismaning 2008, S. 139.

7 Hessisches Kultusministerium (Hg.): Lehrplan Französisch. Bildungsgang Realschule. Jahrgangsstufe 5 bis 10. Wiesbaden o.J., S. 13.

8 Ebd., S. 12.

9 Ebd., S. 12.

10 Hessisches Kultusministerium (Hg.): Bildungsstandards und Inhaltsfelder. Das neue Kerncurriculum für Hessen. Sekundarstufe I - Realschule. Moderne Fremdsprachen. Wiesbaden o.J., S. 19.

11 Ebd., S. 22.

12 Ebd., S. 22.

13 Nolting, Hans-Peter: Störungen in der Schulklasse. Ein Leitfaden zur Vorbeugung und Konfliktlösung. Weinheim und Basel 2014, S.69.

14 Vgl. Blume, Otto-Michael: Sprechen und Schreiben fördern. In: Krechel, Hans-Ludwig: Französisch-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II. 4. Auflage. Berlin 2014, S. 131-179, hier: S. 135.

15 Vgl. Nolting, Hans-Peter: Störungen in der Schulklasse. Ein Leitfaden zur Vorbeugung und Konfliktlösung. Weinheim und Basel 2014, S.51.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsentwurf im Fach Französisch zu den Verben "aimer" und "adorer" (7. Klasse Gesamtschule)
Untertitel
Reaktivierung und Verbalisierung des Wortschatzes zum Thema „Les loisirs“
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V315906
ISBN (eBook)
9783668170322
ISBN (Buch)
9783668170339
Dateigröße
1478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Französisch, Unterricht, adorer, aimer
Arbeit zitieren
Moritz M. Mansson (Autor), 2015, Unterrichtsentwurf im Fach Französisch zu den Verben "aimer" und "adorer" (7. Klasse Gesamtschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315906

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