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Das Bild des Georges Jacques Danton in Deutschland um 1835 und Georg Büchners Darstellung des Georg Danton in einer kritischen Gegenüberstellung

Titel: Das Bild des Georges Jacques Danton in Deutschland um 1835 und Georg Büchners Darstellung des Georg Danton in einer kritischen Gegenüberstellung

Bachelorarbeit , 2015 , 41 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Kremer (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als einer der bedeutendsten Autoren des Vormärz gilt der schon mit 23 Jahren verstorbene Georg Büchner. In seinem kurzen Leben verfasst er zwei vollständige Dramen ("Dantons Tod", "Leonce und Lena") und zwei fragmentarische Werke (das Drama "Woyzeck" und die Novelle "Lenz"). Außerdem engagiert er sich im politischen Untergrund mit der Anfertigung der Flugschrift "Der Hessische Landbote" und in der geheimen ,Gesellschaft der Menschenrechte‘. In seinem vieraktigen Geschichtsdrama "Dantons Tod" wirft Büchner einen Blick auf die letzten Tage im Leben des französischen Revolutionärs Georges Jacques Danton bzw. Georg Danton, wie er im Drama heißt. Im Frühjahr 1794 auf dem Höhepunkt der jakobinischen Terrorherrschaft verlor Danton, selbst Jakobiner, im Alter von 34 Jahren sein Leben unter dem Fallbeil.
Angesichts des Anspruchs Büchners an sein Geschichtsdrama, die historische Wirklichkeit abzubilden, stellt sich die Frage, inwiefern "Dantons Tod" diesem Anspruch gerecht wird. Dieser Frage wird in der vorliegenden Bachelorarbeit am Beispiel des sowohl historischen als auch dramatischen Danton nachgegangen. Auf Grundlage der historisch-kritischen Marburger Ausgabe werden der Blick auf Danton im Deutschen Bund der Vormärzzeit und Büchners Darstellung kritisch miteinander verglichen. Die Untersuchung von Büchners Umgang mit seiner historiographischen Strukturquelle "Unsere Zeit", die das etablierte Dantonbild der Restaurationsepoche zeichnet, unterstützt diese kritische Gegenüberstellung, indem sie Gemeinsamkeiten offenlegt und zeigt, wie Büchner seine eigenen kreativen Anteile an der Darstellung Dantons mit historiographisch verbürgten Elementen verbindet.
Im ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit wird das Bild des Georges Jacques Danton im Deutschen Bund vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Situation der Jahre 1815 bis 1835 am Beispiel von Büchners Heimat Hessen-Darmstadt dargestellt. Das zweite Kapitel bietet zunächst einen Überblick über Büchners historische, literarische und philosophische Quellen, bevor die Übernahmen aus "Unsere Zeit" mit dem Schwerpunkt auf Dantons Redebeiträge und seiner Charakterisierung untersucht werden. Im dritten Kapitel wird das Dantonbild in Deutschland um 1835, ergänzt durch relevante historische Fakten, mit der Darstellung des Danton in Büchners Drama verglichen sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit besonderem Blick auf Büchners Quelle "Unsere Zeit" kritisch reflektiert. Abschließend folgt das Fazit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Das Bild des Georges J. Danton in Deutschland um 1835

1.1 Rheinbund, Deutscher Bund und Hessen-Darmstadt

1.2 Georges Jacques Danton

2. Georg Büchners Umgang mit seiner Quelle Unsere Zeit

2.1 Georg Büchners Quellen

2.2 Unsere Zeit in Dantons Tod

3. Georg Danton in Dantons Tod

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern Georg Büchners Geschichtsdrama "Dantons Tod" dem Anspruch gerecht wird, die historische Wirklichkeit abzubilden. Hierfür wird eine kritische Gegenüberstellung zwischen dem historischen Danton, wie er im Vormärz wahrgenommen wurde, und Büchners dramatischer Darstellung vorgenommen, wobei insbesondere Büchners kreative Nutzung historiographischer Quellen analysiert wird.

  • Historische Rezeption von Georges Jacques Danton in Deutschland um 1835
  • Analyse von Büchners historiographischen, literarischen und philosophischen Quellen
  • Untersuchung der Transformation historischer Fakten in dramatische Fiktion
  • Philosophische Dimensionen der Danton-Figur (Nihilismus, Epikureismus, Fatalismus)
  • Vergleich der Identifikationsmomente zwischen Autor und Dramenfigur

Auszug aus dem Buch

Georg Büchners Quellen

Büchners Anspruch, die Ereignisse und Figuren in seinem Drama historisch korrekt darzustellen, verdeutlicht er in seinen Briefen an die Familie vom 5. Mai und 28. Juli 1835. Im Mai schreibt er über Dantons Tod:

Im Fall es euch zu Gesicht kommt, bitte ich euch, bei eurer Beurtheilung vorerst zu bedenken, daß ich der Geschichte treu bleiben und die Männer der Revolution geben mußte, wie sie waren, blutig, liederlich, energisch und cynisch. Ich betrachte mein Drama wie ein geschichtliches Gemälde, das seinem Original gleichen muß.33

Im Juli führt er seine Forderung nach historischer Authentizität in der dramatischen Dichtung weiter aus:

[D]er dramatische Dichter ist in meinen Augen nichts, als ein Geschichtsschreiber, steht aber über Letzterem dadurch, daß er uns die Geschichte zum zweiten Mal erschafft und uns gleich unmittelbar, statt eine trockne Erzählung zu geben, in das Leben einer Zeit hinein versetzt, uns statt Charakteristiken Charaktere, und statt Beschreibungen Gestalten gibt. Seine höchste Aufgabe ist, der Geschichte, wie sie sich wirklich begeben, so nahe als möglich zu kommen.34

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen und literarischen Kontext des Vormärz und führt in die Fragestellung ein, wie Georg Büchner historische Realität in seinem Drama "Dantons Tod" umsetzt.

1. Das Bild des Georges J. Danton in Deutschland um 1835: Das Kapitel beleuchtet die gesellschaftspolitische Situation in Hessen-Darmstadt und die zeitgenössische Wahrnehmung der Person Danton im Deutschen Bund.

2. Georg Büchners Umgang mit seiner Quelle Unsere Zeit: Hier werden Büchners Quellen untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der populären Reihe "Unsere Zeit" liegt und analysiert wird, wie Büchner diese für sein Drama verarbeitet.

3. Georg Danton in Dantons Tod: Dieses Kapitel vergleicht Büchners Danton-Darstellung mit der historischen Figur und beleuchtet die philosophischen sowie persönlichen Züge der Dramenfigur.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont Büchners kreativen Umgang mit Quellen sowie die bewusste Distanzierung und gleichzeitige Identifikation mit seiner Hauptfigur.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Dantons Tod, Französische Revolution, Danton, Vormärz, Geschichtsdrama, Unsere Zeit, Epikureismus, Fatalismus, historische Authentizität, Literaturgeschichte, Jakobiner, politisches Theater, Quellenanalyse, Nihilismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Georges Jacques Danton in Georg Büchners Drama "Dantons Tod" im Vergleich zum historischen Danton-Bild im Deutschland der 1830er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Authentizität in Geschichtsdramen, die Verarbeitung von historiographischen Quellen, die philosophischen Aspekte der Danton-Figur sowie die politische Situation der Vormärzzeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwiefern "Dantons Tod" Büchners Anspruch gerecht wird, historische Wirklichkeit abzubilden, und wie er dabei kreative dramatische Freiheit mit verbürgten historischen Elementen verbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine quellenkritische Analyse und ein vergleichender Diskurs zwischen dem historischen Danton-Bild (basierend auf Quellen wie "Unsere Zeit") und der dramatischen Ausgestaltung durch Büchner.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die zeitgenössische Wahrnehmung Dantons, identifiziert Büchners Quellenmaterial und untersucht detailliert die Charakterisierung des Dramen-Danton hinsichtlich Philosophie, privater Motivation und historischer Darstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Büchner, Danton, Französische Revolution, Geschichtsdrama, "Unsere Zeit", Fatalismus, Vormärz und historische Authentizität.

Welche Rolle spielt die fiktive Gattin Julie im Drama?

Julie ist eine Erfindung Büchners, die den tragischen Charakter des Dramas verstärkt und es Danton ermöglicht, sich seinem Schicksal zu beugen, indem sie ihn in den Suizid begleitet.

Warum spielt der Begriff des Fatalismus in der Arbeit eine so wichtige Rolle?

Der Begriff ist zentral, da er die Parallelen zwischen Georg Büchner als politisch Verfolgten und seiner Figur Danton sowie dessen Sinnverlust gegenüber der Revolution veranschaulicht.

Wie unterscheidet sich Büchners Danton vom historischen Danton?

Büchners Danton ist stärker fatalistisch, melancholisch und philosophisch reflektiert gezeichnet, während der historische Danton in den Quellen eher als pragmatischer, wenn auch lasterhafter Agitator wahrgenommen wurde.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Bild des Georges Jacques Danton in Deutschland um 1835 und Georg Büchners Darstellung des Georg Danton in einer kritischen Gegenüberstellung
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Note
1,0
Autor
Christian Kremer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
41
Katalognummer
V316024
ISBN (eBook)
9783668151277
ISBN (Buch)
9783668151284
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bild georges jacques danton deutschland georg büchners darstellung gegenüberstellung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Kremer (Autor:in), 2015, Das Bild des Georges Jacques Danton in Deutschland um 1835 und Georg Büchners Darstellung des Georg Danton in einer kritischen Gegenüberstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316024
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Leseprobe aus  41  Seiten
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