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Die Trauer pubertierender Jugendlicher. Professionelle Trauerarbeit bei verstorbenen Geschwistern

Titel: Die Trauer pubertierender Jugendlicher. Professionelle Trauerarbeit bei verstorbenen Geschwistern

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2015 , 20 Seiten

Autor:in: Marie Madeleine Larwig-Bakam (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Pflegemanagement
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der gesellschaftliche Fokus der Anteilnahme beim Tod eines Kindes liegt hauptsächlich auf der Mutter, in der Fachliteratur überwiegt der Blick auf die Eltern. Dabei sind die Gefahren beim Verlust eines Kindes für deren pubertierende Geschwister ungleich größer, da ihr Entwicklungsprozess in erheblichem Maße beeinflusst oder gestört wird.

Diese Arbeit will daher den Versuch unternehmen, diese besonders gefährdete Gruppe in den Blick zu nehmen.
Wie alle anderen psychischen Prozesse ist auch der der Trauer ein individueller und lässt sich mit Theorien und Schemata nur annäherungsweise be-schreiben, in keinem Fall aber verordnen, von außen steuern oder unterdrücken. Trauerbegleitung für verwaiste Geschwister muss nicht nur dies beachten, sondern zudem sehr behutsam sein. Das Autonomiebestreben pubertierender Jugendlicher ist zu berücksichtigen, selbst wenn sie Symptome zeigen, die Außenstehenden einen sofortigen Eingriff nahe legen.

Das Konzept der Trauerbegleitung geht ohnehin davon aus, dass der Trauerprozess nur von den Trauernden selbst als aktiver Prozess gestaltet werden kann. Jegliche professionelle Begleitung sollte und kann nur eine externe Unterstützung sein für das eigene Empfinden und Wollen der Jugendlichen. Das schließt aber nicht aus, mit dem professionellen Fachwissen Ratschläge zu geben und Handlungen zu initiieren, die helfend und heilsam sein können. Dabei ist aber mit großer Empathie auf die Situation der Trauernden einzugehen, deren Situation und Gefühlswelt ist Ausgangspunkt jeder Hilfestellung. Trauerbegleitung insbesondere bei verwaisten Geschwistern ist ein schmaler Grat zwischen verständnisvoller Zurückhaltung und professioneller Eigeninitiative.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Tod und Trauer in der Pubertät

1.1. Trauer als psychischer Prozess

1.2. Krankhaftes Trauern

1.3. Trauer bei Jugendlichen

1.4. Trauer Jugendlicher über verstorbene Geschwister

2. Professionelle Hilfe für die Hinterbliebenen Geschwister

2.1. Verstehen, beraten, unterstützen

2.2. Hilfe zur Selbsthilfe

3. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychischen Auswirkungen des Verlustes eines Geschwisterkindes auf pubertierende Jugendliche sowie die Möglichkeiten einer professionellen Unterstützung. Das primäre Ziel besteht darin, diese oft übersehene Gruppe der Hinterbliebenen in den Fokus zu rücken, ihre spezifische Gefährdungslage zu analysieren und Ansätze für eine gelingende Trauerbegleitung aufzuzeigen, die sowohl individuelle Bedürfnisse als auch das veränderte Familiensystem berücksichtigt.

  • Psychodynamik des Trauerprozesses bei Jugendlichen in der Pubertät
  • Die besondere Rolle und Belastungssituation von verwaisten Geschwistern
  • Einfluss des gestörten Familiensystems auf den Trauerverlauf
  • Ansätze der professionellen Einzelberatung und Trauerbegleitung
  • Möglichkeiten der Hilfe zur Selbsthilfe, inklusive kreativer Ausdrucksformen

Auszug aus dem Buch

1.4. Trauer Jugendlicher über verstorbene Geschwister

Verwaiste Geschwister sind oft doppelte Verlierer, denn mit dem Verlust von Bruder oder Schwester verlieren sie nicht nur eine Bezugsperson, sondern meist auch noch über längere Zeit die Zuwendung und Aufmerksamkeit ihrer Familie, die selbst trauert. Es gelingt nur sehr wenigen Eltern, in ihrer eigenen Trauer die Ängste, Fragen und Schuldgefühle der Kinder wahrzunehmen und auf sie einzugehen. Die beiden Elternteile des Fallbeispiels scheinen dies zu bestätigen. Zwischen Schockstarre und Selbstmordgedanken bleibt kaum Raum, den übrigen Kindern Aufmerksamkeit zu schenken, der sie aber gerade jetzt bedürfen. Dies zeigen sie aber oft nicht. Kinder und Jugendliche nämlich versuchen oft, ihre eigenen Wünsche, Probleme und Bedürfnisse zurückzustellen, um die Eltern nicht zusätzlich zu belasten.

Gleichzeitig finden sich die trauernden Jugendlichen oft in einer neuen Rolle wieder, da sich die familiären Rollen verändern können. Plötzlich ist man nicht mehr „große(r) Bruder/Schwester“ oder aber plötzlich ist man ältestes Kind mit entsprechender größerer Verantwortung für jüngere Geschwister – oder man wird gar unvermittelt zum Einzelkind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt anhand eines Fallbeispiels in die Problematik ein und beleuchtet die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen sowie die Herausforderungen des Trauerprozesses im Familiensystem.

1. Tod und Trauer in der Pubertät: Hier werden theoretische Grundlagen zu Trauerphasen, krankhaften Trauerverläufen und den spezifischen Herausforderungen von Jugendlichen in dieser sensiblen Entwicklungsphase erörtert.

2. Professionelle Hilfe für die Hinterbliebenen Geschwister: Dieses Kapitel widmet sich den Ansätzen für die professionelle Begleitung, wobei der Fokus auf Verstehen, Beratung sowie der Förderung von Selbsthilfestrategien und kreativen Ausdrucksformen liegt.

3. Schluss: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer behutsamen, empathischen Trauerbegleitung, die das Familiensystem ganzheitlich einbezieht.

Schlüsselwörter

Geschwistertrauer, Trauerbegleitung, Adoleszenz, Familiensystem, psychischer Prozess, Trauerbewältigung, Selbstkonzept, Verwaiste Geschwister, Trauerphasen, professionelle Hilfe, Hilfe zur Selbsthilfe, Trauertherapie, Verlustverarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Jugendlichen, die den Verlust eines Geschwisterkindes erleiden, und untersucht, wie professionelle Trauerbegleiter diese jungen Menschen unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Psychologie der Trauer, den besonderen Entwicklungsaufgaben in der Pubertät sowie den Auswirkungen des Todes auf das Familiensystem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse verwaister Geschwister zu schärfen und praxisnahe Ansätze für eine unterstützende Begleitung in dieser gefährdeten Lebensphase zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender theoretischer Modelle zur Trauerarbeit sowie deren Anwendung auf die spezielle Konstellation des Geschwisterverlustes.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Trauer bei Jugendlichen verläuft, welche Rollenveränderungen innerhalb der Familie nach einem Todesfall auftreten und welche Methoden (z.B. Rituale, Selbsthilfegruppen) bei der Bewältigung helfen können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Geschwistertrauer, professionelle Trauerbegleitung, Familiensystem, Pubertät, Trauerphasen und Selbstkonzept.

Warum sind pubertierende Jugendliche beim Verlust eines Geschwisters besonders gefährdet?

Da sie sich in einem kräftezehrenden Prozess der Identitätsfindung befinden, kann der Verlust eines Geschwisters diesen Entwicklungsschritt massiv stören, besonders wenn sie zudem durch die Trauer der Eltern an sozialer Unterstützung verlieren.

Welche Rolle spielen Rituale in der Trauerbegleitung?

Rituale geben trauernden Jugendlichen Struktur und ein Gefühl von Kontrolle zurück, da sie den Abschied in geordnete Bahnen lenken und die Realisierung des Verlustes auf aktive Weise unterstützen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Trauer pubertierender Jugendlicher. Professionelle Trauerarbeit bei verstorbenen Geschwistern
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Veranstaltung
Palliative Care
Autor
Marie Madeleine Larwig-Bakam (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V316089
ISBN (eBook)
9783668151857
ISBN (Buch)
9783668151864
Sprache
Deutsch
Schlagworte
trauer jugendlicher professionelle trauerarbeit geschwistern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie Madeleine Larwig-Bakam (Autor:in), 2015, Die Trauer pubertierender Jugendlicher. Professionelle Trauerarbeit bei verstorbenen Geschwistern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316089
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Leseprobe aus  20  Seiten
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