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Die androgyne Revolution zwischen den Geschlechtern. Nähern sich die Geschlechter innerhalb der Paarbeziehung immer mehr an?

Titel: Die androgyne Revolution zwischen den Geschlechtern. Nähern sich die Geschlechter innerhalb der Paarbeziehung immer mehr an?

Hausarbeit , 2012 , 15 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Nancy Staffeldt (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des androgynen Ideals in Paarbeziehungen. Dabei beleuchte ich die Konstruktion der Geschlechteridentitäten und übertrage diese in die Moderne. Welche Wünsche für eine Paarbeziehung entwickeln sich in einer Zeit des Individualismus, der Gleichberechtigung, der ökonomischen Unabhängigkeit und kulturellen Aufklärung? Entsteht aus Frau und Mann ein androgynes Paar, das aus der ‚Krise‘ der Geschlechtsidentität heraus eine „vernünftige Liebesbeziehung“ eingeht, die das Fundament der romantischen Liebe trägt und das Motiv der größtmöglichen Selbstverwirklichung beinhaltet? Experten beantworten diese Fragen unterschiedlich.

“CK ONE – for him and for her“ – war ein Werbeslogan, der in der ersten Hälfte der neunziger Jahre eine androgyne Revolution im Konsumverhalten versprach. Auch in der visuellen Kunst hat androgynes Image seit Jahrhunderten seinen Platz gefunden. Die Popkultur und Filmwissenschaft liefern zahlreiche Beispiele von geschlechtlicher Ambivalenz. Unisex wurde Trend.

Dem äußerlichen Wandel ist ein innerer vorausgegangen. Nicht nur als äußerliches Körpermerkmal rückt das Androgyn in den Fokus. Auch in der klassischen Paarbeziehung zwischen Mann und Frau vollziehe sich eine Annäherung beider Geschlechter. Wie weit die moderne Paarbeziehung den gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt und welchen Einfluss wiederum Natur und Kultur auf unsere (Geschlechts-)Identität und unser Rollenverhalten innerhalb der Beziehung haben, wird in dieser Arbeit beleuchtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das menschliche Androgyn

3. Geschlechterkörper

4. Der Geschlechterdiskurs in der Moderne

4.1 Die Vergeschlechtlichung der Moderne

4.2 Bewältigungsstrategien der Identitätskrise

4.3 Die Rolle des Androgynen

4.4 Maskulinisierung der Frauenkörper

5. Das historische Konstrukt der Gleichheit und Komplementarität

6. Zweisame Individualisierung und kulturelle Autonomie

7. Die androgyne Paarbeziehung

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des androgynen Ideals innerhalb moderner Paarbeziehungen und analysiert, wie gesellschaftliche Wandel wie Individualisierung und Gleichberechtigung die Geschlechterrollen beeinflussen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob sich Männer und Frauen im Zuge einer "androgynen Revolution" innerhalb der Partnerschaft immer weiter annähern und welche Auswirkungen dies auf die romantische Liebe und individuelle Selbstverwirklichung hat.

  • Konstruktion von Geschlechteridentitäten in der Moderne
  • Einfluss von kulturellen Leitbildern auf das Rollenverhalten
  • Die Rolle des Androgynen als philosophisches und soziales Ideal
  • Körperbilder und die Maskulinisierung von Frauenkörpern
  • Transformation der Paarbeziehung von Leidenschaft hin zu Freundschaft

Auszug aus dem Buch

4.4 Maskulinisierung der Frauenkörper

Die Indizien für den Umbruch, der sich seit geraumer Zeit im Frauenleben befindet, werden unter dem Begriff der „weiblichen Individualisierung“ gehandelt. Frauenleben sei heute herausgelöst aus seinen traditionell engen Bestimmungen. Es ist nicht mehr reduziert auf die Familiensphäre, auf den Status von Ehe und Mutterschaft. Vielfältige biographische Wahlmöglichkeiten, neue, ehemals ausschließlich Männern vorbehaltene Bewährungsfelder tun sich potentiell auf. Frauen drängen nach Bildung, Berufstätigkeit, Karriere und Führungspositionen, sie nehmen am öffentlichen Leben und an gesellschaftlicher Macht teil. (Rose, 1997, S. 126)

Mit diesen Enttraditionalisierungs-, Ausdifferenzierungs- und Individualisationsprozessen der Frauenrolle, treten zeitlich parallel auch neue Frauenkörperideale in Erscheinung. Sie gelten als körpersymbolischer Spiegel der veränderten Geschlechterordnung. Sie sind ästhetische Leitbilder, an denen sich die Individuen bei ihrer freiwilligen Selbsteinfügung in die neue Ordnung orientieren. Mit der Übernahme eines veränderten Schönheitsgeschmacks werden die gewandelten Verhältnisse einverleibt und individuell wie kollektiv reproduziert. (Rose, 1997, S. 126)

Lotte Rose postuliert 1997 eine „Verspottung und Entmütterlichung des Körpers“ in Bezug auf die sich wandelnde Körperästhetik. Sportivität gelte seit den 80er Jahren als neues weibliches Körperideal. Körperlich fit zu sein bedeute, den Erfordernissen einer selbstverantwortlichen und konkurrenzfähigen Biographiegestaltung in der modernen individualisierten Gesellschaft gewachsen zu sein. Das Ideal des athletischen Frauenkörpers vermittle laut Drolshagen, „dass Frauen ihr Recht auf Schutz verwirkt haben. Sie müssen nun allein für sich sorgen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen und gesellschaftlichen Wandel von Unisex-Trends und dem androgynen Ideal, das eine neue Form der Beziehung zwischen den Geschlechtern in der westlichen Kultur einleitet.

2. Das menschliche Androgyn: Dieses Kapitel hinterfragt den traditionellen Geschlechterdualismus und stellt die These auf, dass jeder Mensch ein Androgyn ist, das komplementäre Aspekte beider Geschlechter in sich vereint.

3. Geschlechterkörper: Hier wird die Konstruktion von Geschlecht als soziales und kulturelles Phänomen analysiert, wobei Judith Butlers Performativitätstheorie als Grundlage dient.

4. Der Geschlechterdiskurs in der Moderne: Das Kapitel untersucht die Krise der männlichen Identität um 1900 und die damit einhergehende Debatte über die "Feminisierung der Kultur".

4.1 Die Vergeschlechtlichung der Moderne: Analysiert die Diskursivierung der Kulturkrise als Verweiblichung des Mannes.

4.2 Bewältigungsstrategien der Identitätskrise: Betrachtet Ansätze zur Deutung dieser Krise, etwa durch den Ersatz von "Feminisierung" durch "Bisexualisierung".

4.3 Die Rolle des Androgynen: Untersucht das Androgyn als ästhetisches und philosophisches Idol, das besonders in Krisenzeiten an Bedeutung gewinnt.

4.4 Maskulinisierung der Frauenkörper: Erörtert, wie gesellschaftliche Individualisierungsprozesse zu neuen Körperidealen führen, die eine Angleichung der Frau an männliche Leistungsstandards widerspiegeln.

5. Das historische Konstrukt der Gleichheit und Komplementarität: Diskutiert den Übergang von patriarchalen Machtstrukturen hin zum Ideal der Gleichheit und die Infragestellung der Geschlechterkomplementarität.

6. Zweisame Individualisierung und kulturelle Autonomie: Befasst sich mit der modernen Ehe als Bund zweier individualisierter Personen, die ihre Autonomie bewahren wollen.

7. Die androgyne Paarbeziehung: Beschreibt die Transformation der Liebe von einer leidenschaftlich-besitzergreifenden zu einer freundschaftlich-partnerschaftlichen Form, die auf Gegenseitigkeit basiert.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz einer erkennbaren Annäherung der Geschlechter Geschlecht weiterhin eine relevante Differenzierungskategorie bleibt, die lediglich in neuer Qualität produziert wird.

Schlüsselwörter

Androgynie, Geschlechterrolle, Paarbeziehung, Identitätskrise, Individualisierung, Feminismus, Maskulinisierung, Geschlechterkonstruktion, Körperästhetik, Komplementarität, Gleichberechtigung, romantische Liebe, Geschlechterdiskurs, Selbstverwirklichung, Sozialwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das gesellschaftliche Phänomen des androgynen Ideals und dessen Einfluss auf die Gestaltung moderner Paarbeziehungen zwischen Mann und Frau.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die kulturelle Konstruktion von Geschlechterrollen, die Bedeutung von Körperbildern in der Moderne sowie den Wandel romantischer Liebeskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob sich Geschlechter innerhalb von Partnerschaften durch den androgynen Trend immer weiter annähern und welche Auswirkungen dieser Prozess auf die soziale und körperliche Identität hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit vorwiegend verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturtheoretische und sozialwissenschaftliche Perspektive, indem sie soziologische Schriften und geschlechtertheoretische Debatten (z.B. von Élisabeth Badinter, Judith Butler und Lotte Rose) auswertet.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit historischen Diskursen über Geschlecht, der Rolle des Androgynen als utopisches Ideal, der Maskulinisierung weiblicher Körperbilder und dem Wandel der Ehe zur gleichberechtigten Partnerschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe umfassen Androgynie, Geschlechterkonstruktion, Identität, Individualisierung und die Transformation der Paarbeziehung.

Wie verändert sich laut der Autorin das Konzept der Liebe im modernen Diskurs?

Die klassische, oft auf Leidenschaft und Besitztum basierende Liebe wandelt sich hin zu einer "nüchternen Kameradschaftsehe", die auf Freundschaft, Gegenseitigkeit und Autonomie der Individuen beruht.

Welche Rolle spielt der "sportive Frauenkörper" in dieser Untersuchung?

Er fungiert als Symbol für die weibliche Individualisierung und die Anpassung an industrielle Leistungsstrukturen, wobei er eine stärkere Annäherung an maskuline Ideale verkörpert.

Ist das "androgyne Paar" ein erreichbares Ziel in der Gesellschaft?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das androgyne Paar eher ein philosophisches und utopisches Ideal darstellt, da Geschlecht weiterhin eine soziale Differenzierungskategorie bleibt, die auch in Zukunft bestehen wird.

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Details

Titel
Die androgyne Revolution zwischen den Geschlechtern. Nähern sich die Geschlechter innerhalb der Paarbeziehung immer mehr an?
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1.0
Autor
Nancy Staffeldt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V316095
ISBN (eBook)
9783668158467
ISBN (Buch)
9783668158474
Sprache
Deutsch
Schlagworte
androgyn Paarbeziehung Beziehung Geschlecht Geschlechtsidentität Gleichberechtigung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nancy Staffeldt (Autor:in), 2012, Die androgyne Revolution zwischen den Geschlechtern. Nähern sich die Geschlechter innerhalb der Paarbeziehung immer mehr an?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316095
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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